Houdini W’s Power Jacket

Midlayer haben die Aufgabe wie der Name schon sagt vor allem als Mittelschicht im Zwiebelprinzip ihre Dienste zu tun. Ihrer Aufgabe werden sie dann gerecht, wenn sie so geschnitten sind, dass sie sowohl als Oberschicht in der Übergangszeit oder in kühlen Sommernächten über einem Shirt oder Longsleeve oder aber als Mittelschicht unter jeglicher Form von Hardshelljacke/ Parka/ Daunenjacke/ Regenjacke/ Windbreaker/Weste, etc. getragen werden können. Der Schnitt ist somit i.d.R. schmal und die Anforderungen an Atmungsaktivität, Feuchtigkeitsregulierung, Schnelltrocknung und Flexibilität sind hoch.

Hier wurde von Houdini die W´s Power Jacket getestet.

Vorab sei noch erwähnt, dass es die Power Jacket auch mit Kapuze unter dem Namen W´s Power Houdi gibt. Dieser kostet dann 190,00 € und ist in 14 Farben erhältlich. Wir hatten auch diese Variante im Test und können daher auch auf die Kapuze eingehen. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Oberteile nicht.

Houdini W’s Power Jacket

Facts

Thema Info
Material Polartec® Power Stretch® Pro (53 % Polyester, 38 % Polyamid, 9 % Elastan)
Größen XXS-XL
Farben Canned Cherry Pink, True Black/Shadow Grey, Breaking Red, Twin Peaks Green, Blue Steel (Houdi noch ein paar mehr)
Preis 180,00 € (190,00 € der Houdi)
Gewicht 366 g
HerstellerbeschreibungWarme Fleece-Jacke mit einem engen Schnitt und hohen Kragen. Der perfekte Midlayer unter der Shell beim Hiken, für Running oder als Alltags-Sweater.

Verarbeitung

Die Nähte sind gut geschlossen. Es stehen keine Fadenenden ab. Trotz der hohen Dehnbarkeit des Gewebes, geben die Nähte dieser Belastung positive nach und reißen nicht. Die Reißverschlüsse laufen gut und sind gut zu bedienen.
Form- und farbstabil auch nach vielen Waschgängen.
Kein Pilling trotz langem Tragen mit Rucksack und stundenlangen Wanderungen.

Praxistest

Neben der Verwendung im Alltag durfte die Power Jacket wirklich zeigen was die kann.
Kaum war die Jacke in der Farbe Canned Cherry Pink, eingetroffen, ging es damit Anfang Oktober 2016 in den Bergurlaub ins Lechquellgebirge. Gepackt wurde bei sommerlichen Temperaturen und eher Altweibersommer. Aber zum einen war ein Wetterumbruch vorhergesagt und zum anderen waren wir auf Hüttentour und auf 2000-2500 m Höhe kann e schon mal kalt werden. Daher war klar, etwas warmes muss als Midlayer mit.
Beim Auspacken fiel sofort auf, dass das Material griffig, fest und vor allem auch dick ist. Dies war eine kurze Überlegung wert beim Packen des Rucksacks, den Volumen und Gewicht sparen, ist bei Mehrtagestouren, bei denen man sein Gepäck immer mitführt, ein wichtiger Punkt. Da ich aber auf keinen Fall frieren wollte und Schneefall bis auf 2000 m für den letzten Tag angesagt war, nahm ich die Power Jacket mit.

Außen fühlt sich das Material eher an wie eine Softshelljacke, innen ist sie mit dem typisch weichen Fleece ausgestattet und sehr angenehm auf der Haut. Die meisten Nähte sind farblich abgesetzt, ebenso der Reißverschluss und der Schriftzug. Die im Saum eingearbeiteten Kordelzüge sind in den Reißverschlusseingriffstaschen zu verstellen. Dies ist von der Handhabung her etwas umständlich, dafür hat man auf der Hüfte nicht störend den Kordelstopper sitzen. Dies trägt unschön auf und kann unter dem Hüftgurt des Rucksacks auch ziemlich drücken.
Der 2-Wege-Frontreißverschluss ist mit einem Kinnschutz versehen. Dieser ist bei diesem Midlayer auch wirklich nötig, da der Kragen sehr schmal geschnitten ist, sprich am Hals anliegt und das Reißverschlussende mit Sicherheit kratzen würde. Der Kragen reicht gut bis zum Kinn. Mit einem so eng geschnittenen Kragen ist man natürlich vor Wind und Kälte optimal geschützt. Allerdings muss man es mögen, dass er so eng anliegt. Der Nacken und Hals sind optimal mit dickem Fleece geschützt.

Bei der Variante mit Kapuze ist diese ausreichend groß, liegt gut am Kopf an und passt unter die Kapuzen von Hardshelljacken. Dadurch, dass die Kapuze genauso dick wie die Jacke ist, passt sie sich nicht ganz optimal der Kopfform an. Es kann daher passieren, dass man am Hinterkopf etwas Überstand hat. Zieht man sie aber an den Kopf, dann passt sie.

Die Ärmel sind bei dieser Jacke wirklich erwähnenswert. Sie sind verlängert und verfügen über eine Daumenschlaufe. Das tun viele andere auch. Aber zum einen ist die Verlängerung so lang, dass auch noch die Handknöchel abgedeckt sind. Zum anderen ist der Stoff hier doppelt gearbeitet, so dass die Hände wirklich warm eingepackt sind.

Als wir morgens nach der ersten Übernachtung auf 2000 m Höhe um 8 Uhr starteten, war die Power Jacket genau das Richtige. Die ersten Meter noch mit Hardshelljacke, wurde diese aber schnell zu warm. Die Power Jacket war gleichzeitig ausreichend windabweisend, wärmend aber auch atmungsaktiv, dass er für die erste noch kühle Etappe bei Tagesanbruch optimal vor dem Wetter schützte. Dank der schmalen Schnittform, gab es keinerlei Falten unter dem Rucksack und die Ärmelverlängerungen ersparten das Tragen von Handschuhen bis es so warm wurde, dass man auch die Verlängerung nicht mehr brauchte. Auch der hohe Kragen leistete bei kaltem Wind zu Tagesbeginn gute Dienste.

Die Jackenlänge ist ausreichend lang um auch die Nierenpartie, selbst in gebückter Haltung, warm und trocken zu halten, aber nicht zu lang, so dass die meisten Hardshelljacken den Midlayer gut abdecken.
Trotz kalter Außentemperaturen kommt man in den Bergen bald ins Schwitzen. Die Jacket wurde aber nie als nass oder deutlich feucht empfunden. Die Feuchtigkeit wurde schnell abtransportiert und das Material trocknete umgehend, so dass der Midlayer nicht nass war.

Gerade wenn die Daumenschlaufen getragen werden, verschmutzen diese schnell. Dafür, dass der Stoff recht hell ist, hielt es sich aber in Grenzen und nach den Waschgängen waren die Verschmutzungen immer vollständig entfernt.

Pro / Contra

Die Ankündigung von Houdini, dass diese ein Lieblingsteil werden könnte, ist nicht zu hoch gegriffen. Neben der Atmungsaktivität, Feuchtigkeitsregulierung und Schnelltrocknung, hoher Dehnbarkeit des Material überzeugt dieser Midlayer auch vorallem durch sein flauschig warmes Fleeceinnenfutter, die wärmenden Ärmelverlängerungen und den hohen warmen Kragen. Schmutzunempfindlich und ohne Pillingprobleme ist das Außenmaterial.
Wenn die Dicke der Kapuze und die Form stört, wählt einfach die Variante ohne Kapuze.

Fazit

Die W´s Power Jacket von Houdini für 180 € (oder der Houdi für 190 €) ist vielleicht nicht wirklich ein Schnäppchen. Allerdings ist dieser atmungsaktive, feuchtigkeitsregulierende, schnelltrocknende, gut dehnbare und schmal geschnittene Midlayer super weich, schön warm und kann als egal was getragen werden, FRAU wird sich darin immer wohl fühlen. Die Jacket ist mit und ohne Kapuze und in 14 verschiedenen Farben erhältlich. Wer da nichts findet ist selber schuld.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

Was trägst du lieber? Jacke oder doch einen Hoodie? Praktisch, dass Houdini hier beides anbietet. Oder was ist deine Meinung dazu?


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