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Drehküche im Camper selber bauen

Wenn man einen Camper selber ausbaut, steckt man auch viel Planung in die Küchenzeile. Schließlich ist sie auch ein wichtiges Möbelstück im Camper.
Üblicherweise wird diese direkt am Eingang an der Schiebetüre verbaut und ragt ein wenig in diese hinein.
Auch beim Outdoortest.info-Camper wurde sie an dieser Stelle platziert. Allerdings mit dem Feature, dass sie drehbar und ausziehbar ist.
Wie dies realisiert wurde, erfahrt ihr in dem folgenden Bericht.

Bevor wir aber auf den Bau selber eingehen, hier kurz eine Auflistung, was außer dem Holz für den Korpus und die Türen noch benötigt wurde.

Für den Korpus wurde 18mm Multiplexplatte Birke verwendet. Ja, die Platten wiegen einiges mehr, aber sie sind stabil und verziehen sich nicht so schnell. Und gerade weil die Küche ja schwenkbar sein soll, ist dies umso wichtiger.
Auf den Bau der Küche gehe ich jetzt im Detail nicht ein. Man sollte aber beim Bau bedenken, dass der Drehmechanismus eine gewisse Aufbauhöhe hat und somit der Boden der Küche weiter oben liegt. In meinem Fall betrug der Aufbau ca. 7 cm. Ja, dass ist viel und der Platz fehlt im Grunde in der Küche, aber dennoch habe ich alles verstaut, was rein sollte.
Die genauen Außenmaße der Küche sind wie folgt: 930mm breit, 870mm hoch und 470mm tief. Dies dürften so die üblichen Maße im Kastenwagen für eine Küche sein.
Und so sieht die Küche dann fertig aus.

Damit man die ganze Drehkonstruktion später nicht sieht, sollte man für die Seiten und die Rückseite die gesamte Höhe berechnen. Natürlich abzüglich der Arbeitsplatte oben. Der Boden wird dann zwischen die Seiten und die Rückwand eingebaut und der Drehmechanismus vorne durch eine Sockelblende verkleidet.

Nun aber zum Aufbau

Leider sind die Bilder bei der Montage des Drehkranzes verschütt gegangen, weshalb ich diese hier nicht einstellen konnte. Aber ich denke wenn man sich das nachfolgende Bild vom Aufbau ansieht dürfte es klar sein.

Nachdem man den Fußboden fertig hat, wird der Drehteller direkt auf diesen verschraubt. Ich habe jedoch noch Unterlegscheiben zwischen Drehkranz und Boden eingelegt, so dass beim Drehen dieser nicht am Boden schleift und leichter läuft.
Auf den Drehkranz kommt dann eine Montageplatte für die Auszüge. Diese Platte wurde bei mir mit durchgehenden Schrauben am Drehteller befestigt. Heißt aber, dass man beim festschrauben des Drehtellers gleich die M6 Schrauben einstecken muss. Auf diese wird dann die Montageplatte verschraubt.
Auf der Montageplatte werden dann die Vollauszüge montiert und an diese die Montagewinkel. Die Montagewinkel werden so montiert, dass man die Küche nachher oben draufstellt und am Montagewinkel fixiert. Hierzu wird die Küche korrekt auf den Auszügen ausgerichtet. Dann habe ich von oben durch den Küchenboden und die Montagewinkel gebohrt. Im Anschluss daran wurde in die Montagewinkel ein M6 Gewinde geschnitten.
Die ganze Küche wird dann mittels Schrauben auf den Montagewinkeln befestigt. Dies hat den Vorteil, dass man die Küche einfach durch lösen der Schrauben jederzeit komplett rausnehmen kann.

Fixieren der Küche während der Fahrt

In Punkto Ladungssicherung muss man nun natürlich beachten, dass die Küche ja auf Auszügen sitzt und dann während der Fahrt vor und zurück rutschen kann. Dies ist natürlich nicht erlaubt und daher habe ich die Küche wie folgt gesichert.
An der Rückwand wurde ein Loch durchgebohrt und dieses führt weiter in den Fahrzeugholm direkt neben der Schiebetür. Hier wurde dann eine Nietmutter M8 eingepresst, so dass man die Küche an der Rückwand mit den Sterngriffschrauben mit der Fahrzeugwand verbinden kann.
An der rechten Außenseite kommt bei mir gleich eine Trennwand zwischen Küche und Garage, also Stauraum unter dem Bett. Auch hier wurde ein Loch für die M8 Sterngriffschraube gebohrt und auf der gegenüberliegenden Seite eine M8 Einschlagmutter dagegen gesetzt.
So ist die Küche an zwei Punkten fest fixiert und es dürfte in Sachen Ladungssicherung ausreichen.

Stützfuß der Küche

Natürlich ist die Küche im ausgedrehten- und ausgefahrenem Zustand ein wenig instabil, da sie im Grunde ja nur auf dem Drehteller aufliegt. Allerdings stützt man sich ja nicht darauf ab und ganz so schlimm ist es auch nicht.
Dennoch wurde an der linken Seitenwand innen noch ein ausklappbarer und ausfahrbarer Fuß montiert um hier der Küche entsprechend Stabilität zu verleihen.
Im Grunde besteht die Konstruktion aus zwei Multiplexstreifen. An einem wurde mittig mittels mehrerer Bohrungen ein Längsschlitz ausgebohrt. Hier dadurch kann man den unteren Teil des Fußes ein- und ausfahren.
Dann wurde die Konstruktion innen an der Außenseite montiert, so dass man den Fuß im eingeklappten Zustand nicht sieht. Hier zahlt sich dann der Platz durch den höher gelegten Boden aus.
Am besten dann die Schraube, welche den Fuß hält gut anziehen, so dass der Fuß relativ schwergängig ist. Dadurch wird verhindert, dass er während der Fahrt einfach von alleine nach unten fällt und eventuell die Drehfunktion der Küche beeinträchtigt.

Ich hoffe nun, dass es einigermaßen gut erklärt wurde, wie ich die Küche gebaut habe. Ansonsten einfach nachfragen.
Es wird sich im Laufe der Zeit zeigen, ob sich die Konstruktion bewährt hat oder nicht. Aber wie es bei vielen Ausbauten im Camperbereich ist, findet man immer wieder neue Ideen um bestehende Dinge zu verbessern oder komplett anders zu bauen.
Sollte es dazu kommen, werde ich den Bericht immer entsprechend ergänzen.


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Drehküche im Camper selber bauen

by Lefdi Lesezeit: 4 min
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