Eine Regenjacke zeigt erst dann, was wirklich in ihr steckt, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet. Eine gute Regenjacke muss daher vor allem eins: Zuverlässig trocken halten. Ich habe die Valley View Rain Jacket daher in eine der regenreichsten Städte Europas mitgenommen – in die norwegische Stadt Bergen. Wie sie abgeschnitten hat, lest ihr hier.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | 165g/m², dreilagiges DryVent™ – 85% recycelter Polyester, 15% Nylon |
| Größen | S – XXL |
| Farben | Lava Red, TNF Black, Stone Slab |
| Gewicht | 504 Gramm (in der Größe L) |
| Preis | 300,00 € |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Mit dem Test der The North Face Valley View Jacke konnte ich bereits im April beginnen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch noch nicht, dass hier bei uns im Süden Deutschlands zunächst eine relativ lange Trockenphase beginnen würde. Es blieb mir also erst einmal nur, die Jacke anhand eines ersten Eindrucks zu testen.
Durch die Farbe Lava Red, in der ich die Jacke testen durfte, wirkte sie bereits auf den ersten Blick recht sportlich. Das Material fühlte sich anfänglich noch etwas steif an. Nach dem ersten Regenschauer konnte ich jedoch feststellen, dass sich diese Steifheit schon bald etwas legte.
Die The North Face Valley View Jacke punktet, wie von The North Face gewohnt, mit einer sehr guten Verarbeitung. Das Material wirkt robust und auch die Nähte sind sauber verarbeitet. Sie sind zusätzlich auf der Innenseite verklebt, was zu einer erhöhten Wasserdichtigkeit beiträgt. Auch die Reißverschlüsse sind hochwertig verarbeitet und mit einer zusätzlichen gummierten Schicht überzogen. An sämtlichen Reißverschlüssen ist zudem eine Reißverschlussverlängerung angebracht.
An der Kapuze befindet sich an der Vorderseite eine schmale Verstärkung, sodass sie über dem Gesicht stabil in Form bleibt. An der Rückseite lässt sich die Kapuze mithilfe eines elastischen Gummizugs in der Größe verstellen. Einen solchen Gummizug findet man auch am unteren Jackenbund. Dadurch lässt sich die Jacke bei starkem Regen gut an die Körperform anpassen.
Insgesamt bietet die Jacke vier Taschen: jeweils eine Brusttasche auf der linken und rechten Seite sowie jeweils eine Seitentasche. Die beiden Brusttaschen sind ausreichend groß und bieten etwa handgroßen Gegenständen Platz. Die beiden Seitentaschen liegen etwas höher an den Seiten und besitzen eine große Tiefe. Dadurch reichen sie bis unterhalb der Brusttaschen und können auch zum Wärmen der Hände genutzt werden.
An den Ärmeln befinden sich Klettverschlüsse, mit denen sich die Ärmelbündchen variabel und je nach Wetterlage anpassen lassen.
Bei meiner Körpergröße von 1,85 m habe ich die Jacke in Größe L getestet. Beim ersten Tragen fiel mir auf, dass sie etwas weiter geschnitten ist. Im Hinblick darauf, dass die Jacke auch als Hardshell-Jacke mit darunterliegenden Base- und Midlayern getragen werden kann, ist diese Passform jedoch sinnvoll. Die Jacke besitzt einen geradlinigen Schnitt, sodass sich darunter problemlos mehrere Schichten kombinieren lassen – auch das habe ich direkt getestet. Ein T-Shirt, ein leichter Pullover und zusätzlich eine leichte Weste waren problemlos darunter tragbar. Die Jacke beziehungsweise die darunterliegenden Schichten trugen dabei nicht unnötig auf.
Was bei Regenjacken beziehungsweise generell bei wasserdichten und winddichten Materialien häufig vorkommen kann, ist ein eingeschränktes Wärmemanagement. Bereits bei leichteren Aktivitäten beginnt man unter solchen Materialien schneller zu schwitzen, da sie in der Regel nicht besonders atmungsaktiv sind. Hierfür bietet die Valley View Jacke zwei Belüftungsschlitze unter den Armen. Diese sind ausreichend groß, um den gesamten Achselbereich gut zu belüften und so für einen Luftaustausch unterhalb der Jacke zu sorgen. Einer Überhitzung sollte dadurch effektiv entgegengewirkt werden können.
Zusätzlich besitzt die Regenjacke die DryVent-Technologie. Die Membran lässt Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen, während Regen von außen abgehalten wird. Durch die DWR-Imprägnierung soll das Wasser zudem einfach von der Oberfläche abperlen. Eine konkrete Wassersäule gibt The North Face zwar nicht an, beschreibt die Wasserdichtigkeit der Jacke jedoch als „extreme“.
Die Valley View Jacke ist sowohl als Damen- als auch als Herrenmodell erhältlich. Die beiden Varianten unterscheiden sich dabei lediglich in der Farbgestaltung.
Praxistest
Da der deutsche Sommer dieses Jahr sehr trocken und heiß war, musste ich die Regenjacke hauptsächlich während meines Urlaubs in Schweden und Norwegen testen. Und welcher Ort eignet sich wohl besser für einen ausführlichen Praxistest einer Regenjacke als das norwegische Bergen?
Bergen zählt mit mehr als 200 Regentagen im Jahr zu den regenreichsten Städten Europas. So hatten auch wir das „Glück“, die Stadt bei typisch norwegischem Wetter erleben zu dürfen. Ein leichter Regenschauer am ersten Tag stellte für die Valley View Jacke absolut kein Problem dar. Die Regentropfen perlten einfach an der Oberfläche ab, die nicht einmal ansatzweise feucht wirkte.
Am zweiten Tag in Bergen regnete es dagegen deutlich stärker und auch über einen längeren Zeitraum. Zunächst perlten die Regentropfen erneut zuverlässig von der Oberfläche ab. Mit zunehmender Dauer und Intensität des Regens konnte dieser Abperleffekt jedoch nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Das Material weichte dennoch keineswegs durch. Lediglich im Nackenbereich unterhalb der Kapuze spürte ich etwas Kühles. Bei genauerer Betrachtung stellte ich jedoch fest, dass auch hier weder Regen noch Wasser durch die Jacke drang. Vielmehr fühlte sich die Materialschicht durch den anhaltenden Regen lediglich kühl an.
Damit auch an den Bündchen kein Wasser eindringen konnte, passte ich die Ärmel mithilfe der verstellbaren Klettverschlüsse an und zog den Jackenbund durch den integrierten Gummizug optimal um meine Hüfte. Auch das Gummiband der Kapuze ließ sich entsprechend anpassen, sodass sie angenehm und sicher am Kopf saß. Das bereits beschriebene verstärkte Schild an der Vorderseite sorgte dafür, dass die Kapuze etwas vom Gesicht abstand und der Regen nicht direkt ins Gesicht tropfte.
Auch mein Handy und mein Geldbeutel, die ich aufgrund des starken Regens aus den Hosentaschen in die Jackentaschen verlegte, blieben während des gesamten Regens trocken. Insgesamt fühlte sich die Valley View Jacket sowohl über der normalen Oberbekleidung als auch direkt auf der Haut sehr angenehm an.
Das anfangs noch etwas steife Material wurde nach mehrmaligem Tragen und mehreren Regenschauern zunehmend weicher und angenehmer. Von der anfänglichen Steifheit war schließlich kaum noch etwas zu spüren. Insgesamt konnte die Jacke damit auch beim Tragekomfort voll und ganz überzeugen.
Ich habe die Regenjacke allerdings nicht nur bei Regen getestet, sondern sie auch bei verschiedenen Wanderungen über das norwegische Fjell sowie bei Touren oberhalb der norwegischen Fjorde getragen. Über die raue und karge Landschaft Norwegens fegt immer wieder ein kräftiger Wind. Dank des winddichten Materials konnte die Valley View Jacket auch diesen Bedingungen problemlos standhalten. Der Wind wurde zuverlässig von der Jacke abgehalten und war auf der Haut überhaupt nicht zu spüren.
Damit konnte die Jacke ihrem Namen während unserer Wanderungen alle Ehre machen: Sie schützte zuverlässig vor den wechselnden Wetterbedingungen und ermöglichte es mir, auch bei Regen und Wind die beeindruckenden Ausblicke über die weiten Täler und Fjorde Norwegens zu genießen.




















Pro/Contra
Pro:
- sehr gute Verarbeitung
- Hohe Wasserdichtheit
- gute Windichtigkeit
- gute Belüftung durch große Belüftungsschlitze
Contra:
- -/-
Fazit
Die Valley View Jacke von The North Face überzeugt in ihrer Funktion als Regenjacke auf ganzer Linie. Ob leichter Nieselregen oder stürmische Regenschauer – auch widrige Wetterbedingungen können der Jacke wenig anhaben. Durch den weiten, geradlinigen Schnitt und die gute Winddichtigkeit lässt sie sich zudem hervorragend mit verschiedenen Kleidungsschichten kombinieren. Dadurch bietet sie neben dem klassischen Einsatz an Regentagen ein vielseitiges und abwechslungsreiches Einsatzgebiet.
Durch die Belüftungsschlitze unter den Armen entsteht eine angenehme Luftzirkulation, die überschüssige Wärme und Feuchtigkeit zuverlässig nach außen ableiten kann. Gerade bei körperlich anspruchsvolleren Aktivitäten wie Wanderungen ist dies ein großer Vorteil und verhindert, dass sich die Wärme unter der Jacke staut.
Insgesamt hat mich die Valley View Jacke vor allem durch ihre Kombination aus Wetterschutz, Tragekomfort und vielseitiger Einsetzbarkeit überzeugt. Sie ist damit nicht nur für regnerische Tage in der Stadt geeignet, sondern macht auch bei längeren Wanderungen und wechselhaften Bedingungen eine sehr gute Figur.
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