Einleitung
Ein knöchelhoher Lederschuh der Stabilität, Schutz und Langlebigkeit verspricht – genau das bringt oft auch eine gewisse Einlaufphase mit. In diese Kategorie fällt der Dolomite Vernale Leather High GTX, ein Damenmodell, das speziell für die weibliche Fußform entwickelt wurde und für Wandern und Trekking ausgeschrieben ist. Spannend fand ich dabei vor allem eines: Mit rund 460 g pro Schuh ist er für einen Trekkingschuh erstaunlich leicht.
Ich habe ihn über mehrere mehrstündige Wanderungen im Sommer und Frühherbst getestet, bei sommerlichen bis herbstlichen Temperaturen. Mich hat vor allem interessiert, wie sich der Schuh einläuft, wie er im Gelände sitzt und ob die versprochene Trittsicherheit auch auf technischerem Untergrund hält.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Obermaterial: LWG-zertifiziertes Nubuk- und Veloursleder (Rindsleder) Futter: wasserdichtes GORE-TEX (Polyester) Außensohle: Vibram, dämpfende Dolomite-Sohle (Polybutadien-Kautschuk) |
| Größen | EU 35 ½ – 42 ½ |
| Farben | Dark Brown (im Test); Silver Green/Sand Pink; Black |
| Gewicht | ca. 460 g |
| Einsatzbereich | Wandern, Trekking |
| Passform | Women Fit, u. a. schmalere Fersenkonstruktion |
| Preis | 229,95€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Der Vernale wirkt von Anfang an hochwertig. Das Nubuk- und Veloursleder fühlt sich gut an, die Verarbeitung ist sauber, und der stützende feste Kragen macht sofort klar, dass dieser Schuh auf Halt und Stabilität ausgelegt ist. Man merkt ihm an, dass er für echte Touren gedacht ist und nicht für den schnellen Spaziergang zwischendurch.
Was ebenfalls auffällt: Trotz der soliden, stabilen Bauart fühlt er sich beim ersten Anheben angenehm leicht an. Für die weibliche Fußform ist er mit der schmaleren Ferse gut angepasst, und der Schuh sitzt an sich stimmig; allerdings habe ich beim ersten Anprobieren gespürt, dass Leder in dieser Bauart erst einmal einlaufen will.
Praxistest
Die Einlaufphase
Hier muss ich ehrlich sein: Die Vernale haben bei mir länger gebraucht, bis sie wirklich bequem saßen. In den ersten Touren war das Leder noch steif, und ich habe die Steifigkeit an einzelnen Stellen wie der Ferse deutlich gespürt. Das ist bei einem robusten Lederschuh dieser Machart nicht ungewöhnlich, sollte man aber einplanen: Wer sie kauft und direkt auf eine mehrtägige Tour mitnimmt, tut sich wahrscheinlich keinen Gefallen. Nach mehreren Einsätzen haben sie sich dann aber spürbar angepasst und saßen richtig gut.
Sitz und Komfort
Ist die Einlaufphase einmal überstanden, überzeugt der Sitz. Der Schuh umschließt den Fuß angenehm, der stützende Kragen gibt dem Knöchel Halt, und die Women-Fit-Passform mit der schmaleren Ferse hat bei mir gepasst, ohne zu drücken oder zu rutschen. Auf den mehrstündigen Wanderungen ist mir danach nichts Negatives mehr aufgefallen – der Fuß saß stabil und sicher.
Leicht genug für Tagestouren
Was ich am Vernale besonders schätze, ist sein Gewicht. Ein Trekkingschuh wiegt üblicherweise zwischen 500 und 800 g – mit rund 460 g gehört der Vernale damit klar zu den Leichtgewichten seiner Klasse. Für mich macht das einen großen Unterschied: Ich ziehe ihn nicht nur für längere Trekkingtouren an, sondern genauso gern für normale Tagestouren. Man hat die Stabilität und den Halt eines hohen Lederschuhs, ohne das Gefühl, mit schwerem Schuhwerk unterwegs zu sein.
Grip und Gelände
Das Highlight ist für mich die Sohle. Die Vibram-Mischung liefert richtig guten Halt, und zwar nicht nur auf einfachen Wald- und Wanderwegen, sondern auch auf technischerem Untergrund wie Fels, Geröll und Wurzeln. Dort, wo es auf sichere Tritte ankommt, hat der Vernale mich nicht im Stich gelassen.


Rechts: Von der Seite erkennt man schön den Schichtaufbau des Vernale: das hochwertige Nubuk- und Veloursleder am Obermaterial, die umlaufende dunkle Gummi-Randverstärkung zum Schutz vor Steinen und Nässe, darunter die dämpfende EVA-Zwischensohle und die griffige Vibram-Laufsohle.
Women Fit: Was dahinter steckt
Dolomite hat den Vernale speziell für die weibliche Fußform entwickelt, und das ist mehr als ein Marketingbegriff. Männer- und Frauenfüße haben sich evolutionär unterschiedlich entwickelt. Und obwohl wir die gleiche Anzahl von Zehen haben, gibt es doch Unterschiede, die die Marken bei der Konzeption von Wanderschuhen für Frauen berücksichtigen. Ich habe mich zum Thema eingelesen, weil ich zuvor nicht wusste, was die genauen Unterschiede sind:
„Vergleicht man das Verhältnis von Vorfuß- bzw. Leistenbreite zum Rückfuß bzw. zur Ferse, fällt auf, dass Frauen einen breiteren Vorfuß haben, wenn man die Schuhgrößen mathematisch angleicht. So hat zum Beispiel ein Damenschuh in Größe 42 – eine der größten Frauenschuhgrößen – einen schmaleren Rückfuß als ein Herrenschuh, dafür aber einen breiteren Vorfuß. Dieses Verhältnis wird bei der Konzeption des Fußbettes und der Sohle mitbedacht.“ (.s. Intersport Blog im kommenden Absatz)
Im Praxistest hat sich genau das bemerkbar gemacht: Die Ferse sitzt sauber, ohne dass der Fuß beim Gehen nach hinten herausrutscht, was auf längeren Touren Scheuerstellen vorbeugt. Für mich ist dieser angepasste Sitz einer der Gründe, warum der Schuh so bequem ist, sobald er eingelaufen ist. Wen das Thema genauer interessiert, kann hier mehr dazu nachlesen: Wanderschuhe für Damen – Intersport Blog.
Verarbeitung und Qualität
Beim Material und der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern. Das LWG-zertifizierte Leder ist hochwertig, das Obermaterial verstärkt, und der ergonomische Verschluss lässt sich gut einstellen. Auch die Eco-Features mit zertifizierten recycelten Materialien passen ins Bild eines Schuhs, der auf Langlebigkeit ausgelegt ist. Nach mehreren Touren wirkt er unverändert robust – das ist genau die Haltbarkeit, die man von einem Lederschuh in dieser Klasse erwartet.












Pro/Contra
Pro:
- Für einen Trekkingschuh leicht (ca. 460 g statt üblicher 500–800 g) – auch für Tagestouren attraktiv
- Women Fit mit schmalerer Ferse – angepasst an die weibliche Fußform
- Gute Dämpfung für längere Touren
- Eco-Features mit zertifizierten recycelten Materialien
Contra:
- –
Fazit
Der Dolomite Vernale Leather High GTX ist ein stabiler, hochwertiger Trekkingschuh, der mich nach der Einlaufphase durch sehr guten Sitz und hervorragenden Grip auch auf technischem Gelände überzeug hat. Er ist nichts für Ungeduldige, die sofort losmarschieren wollen, belohnt aber mit Stabilität und Halt, sobald er sich dem Fuß angepasst hat.
Mit rund 460 g pro Schuh ist der Vernale für einen Trekkingschuh angenehm leicht, denn sonst wiegt ein Trekkingschuh oft 500 bis 800 g. Genau das macht ihn so vielseitig: Er bringt die Stabilität eines hohen Lederschuhs mit, ist aber leicht genug, dass ich ihn auch für Tagestouren gern anziehe.
Für wen geeignet? Für Wanderinnen und Trekkerinnen, die einen stabilen, langlebigen und zugleich leichten Lederschuh mit sehr gutem Grip suchen, Wert auf Knöchelhalt legen und bereit sind, ihm eine Einlaufzeit zu gönnen.
Für wen eher nicht? Für alle, die direkt ohne Einlaufphase loslegen möchten oder einen reinen Leichtwanderschuh ohne hohen Schaft bevorzugen.
Würde ich ihn wieder wählen? Ja. Nach dem Einlaufen ist er ein verlässlicher Begleiter, dem ich auf anspruchsvollerem Terrain genauso vertraue wie auf der Tagestour.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
