Die ersten kalten Sommernächte, frische Schatten am Schleierwasserfall beim Klettern, eine Busreise im Spätherbst nach Korsika mit kühlen Nächten und zapfigem Wind in den Bergen und schließlich harte Wintereinsätze in den Alpen – in all diesen Situationen war die Montane Kamen Hooded Down Jacket mein ständiger Begleiter. Ich wollte eine Jacke, die nicht nur warm hält, sondern in unterschiedlichsten Umgebungen flexibel einsetzbar ist, dabei zuverlässig isoliert und gleichzeitig leicht und beweglich bleibt.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material Außen | Ripstop-Gewebe mit 20 Denier aus recyceltem Nylon mit Pertex Quantum Diamond Fuse Technologie |
| Füllung | 90/10 ExpeDRY Gänsedaunen mit einer Füllkraft von 800+ (166 g, Größe 12). |
| Isolierung | PrimaLoft® Gold Isolierung Active |
| Größen | 36 – 44 |
| Farben | Eclipse Blue; Powder |
| Gewicht | 450 g |
| Preis | 440 EUR |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Schon beim ersten Anziehen fällt das extrem geringe Gewicht auf. Die Jacke wirkt fast schwerelos, wärmt aber sofort. Das PERTEX® QUANTUM DIAMOND FUSE Außenmaterial (20 Denier Ripstop aus recyceltem Nylon) fühlt sich griffig an, ist abriebfester als klassische Pertex-Gewebe und gleichzeitig sehr packbar.
Verarbeitung auf hohem Niveau: saubere Nähte, präzise gesetzte Kammern, reduzierte Nahtführung und versetzte Nahtkreuzungen, die Strapazierfähigkeit erhöhen und potenzielle Kältebrücken minimieren. Die Kapuze sitzt stabil, lässt sich fein einstellen und funktioniert mit Helm. Der Reißverschluss läuft sauber, die isolierte Blende verhindert effektiv Wärmeverlust, und der verlängerte Rücken sorgt für zusätzlichen Schutz.
Material & Konstruktion – moderne Daunenpower mit System
Das Herzstück der Jacke ist die Kombination aus hochwertiger Daune, intelligenter Kammerkonstruktion und gezielt eingesetzter Kunstfaserisolierung:
- 90/10 ALLIED FEATHER® ExpeDRY Gänsedaune (800+ FP): Die Daune ist mit ExpeDRY-Technologie behandelt, nimmt deutlich weniger Feuchtigkeit auf und trocknet schneller als herkömmliche Daune – ein klarer Vorteil bei wechselhaften, mitunter feuchten Bedingungen auf mehrtägigen Touren.
- NAT-Kammerkonstruktion: Diese Konstruktion erlaubt es der Daune, sich gezielt zum Körper hin auszudehnen. Das steigert die Wärmeeffizienz, reduziert Kältebrücken und sorgt für ein gleichmäßiges Wärmegefühl.
- PrimaLoft® Gold Active Vent Isolierung: In stark beanspruchten Zonen wie Schultern und im vorderen Kragenbereich kommt zusätzlich synthetische Isolierung zum Einsatz. Sie bleibt auch unter Kompression (Rucksack, Gurt) leistungsfähig, leitet Feuchtigkeit ab und sorgt für dauerhafte Wärme.
- PEAQ Innenfutter: Ein leichtes, recyceltes Nylon-Gewebe in Leinwandbindung mit PFC/PFAS-freier DWR-Imprägnierung, das angenehm auf der Haut liegt und Feuchtigkeit effizient verteilt.
- REACH+ Schnitt: In Kombination mit dem Mountain Fit ermöglicht dieser uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Arme lassen sich problemlos über Kopf heben, ohne dass die Jacke hochrutscht – ideal für Ski- und Hochtouren.
Features – klar auf alpine Nutzung ausgelegt
- Helmkompatibles, verstellbares PIVOT 2 Kapuzensystem mit separater Anpassung von Gesichtsausschnitt und Scheitel
- Recycelter YKK Vislon Natulon Zwei-Wege-Reißverschluss – ideal über dem Klettergurt
- Zwei gurt- und rucksackkompatible Außentaschen mit Reißverschluss
- Zwei innenliegende, sehr große Staufächer, in die wirklich alles passt
- Reduzierte vertikale Nähte für geringeres Gewicht und bessere Wärmeleistung
- Cube-Packbeutel, bewusst so gefertigt, dass er im Notfall als Reparaturmaterial genutzt werden kann
Praxistest
Spätsommer im Kaisergebirge – Klettern im Schatten des Schleierwasserfalls
Der erste Einsatz der Kamen Hooded fand verhältnismäßig früh im Jahr statt – im Spätsommer im Wilden Kaiser. Während unten im Tal noch warme Temperaturen herrschten, kühlte es am Schleierwasserfall durch Schatten, Sprühnebel und Höhe deutlich ab. Die Kamen ließ sich dank des Zwei-Wege-Reißverschlusses problemlos über dem Klettergurt tragen ohne hochzurutschen. Der Oberkörper blieb konstant warm, ohne dass sich Feuchtigkeit im Inneren sammelte. Gerade beim langen Sichern, während meine Kletterpartnerin projektiert, wenn man also kaum in Bewegung ist, wird schnell klar, dass die Jacke nicht nur „warm aussieht“ sondern wirklich funktioniert.
Herbst im Chiemgau & auf Reisen – zwischen Zustieg, Wind und Pausen
Im Herbst bei Wanderungen kam die Jacke regelmäßig zum Einsatz: morgens kalt, mittags wechselhaft, abends schnell auskühlend. Auf schattigen Forstwegen, bei Pausen am Gipfel oder beim Warten auf andere zeigte sich die Stärke der NAT-Kammerkonstruktion – die Wärme bleibt dort, wo sie gebraucht wird.
Auf der VW-Bus-Reise nach Korsika war die Kamen fast täglich im Einsatz. Besonders in den Übergangsjahreszeiten unterschätzt man schnell, wie frisch es abends am Meer oder in den Bergen werden kann. Späte Abende an windigen Stellplätzen, Frühstück vor dem Bus mit kalten Fingern oder beim Sichern an herbstlich kühlen Felsen: Die Jacke war immer schnell griffbereit, klein verpackt und sofort warm. Die ExpeDRY-Daune zeigte hier ihren Vorteil besonders deutlich – selbst bei feuchter Luft blieb die Isolationsleistung konstant, kein klammes Gefühl, kein Nachlassen der Bauschkraft.
Hochwinter im Zillertal & den Kitzbüheler Alpen – unterwegs auf den Ski
Der Winter hat zwar auf sich warten lassen, aber dann war es endlich soweit und die Kamen Hooded konnte auf Skitouren im Zillertal und in den Kitzbüheler Alpen zeigen, wofür sie gemacht ist. Nach schweißtreibenden Aufstiegen, zählt beim Abfellen und bei Gipfelpausen im zapfigen Wind jede Sekunde. Die Jacke ließ sich schnell überziehen und lieferte sofort Wärme. Bei der Abfahrt spielte der REACH+ Schnitt seine Stärke aus – volle Bewegungsfreiheit.Die Kapuze ließ selbst bei Gipfelankünften mit starkem Wind, Schneetreiben oder tiefen Temperaturen nichts durch, sondern schloss sauber ab und schützte so zuverlässig Kopf und Nacken. Auch bei längeren Standzeiten – etwa beim Warten auf die Gruppe oder bei Lawinenchecks – blieb die Wärme konstant, ohne dass man auskühlte.
Besonders positiv: Trotz hoher Isolationsleistung wirkt die Jacke nicht sperrig und lässt sich bei Bedarf klein im Rucksack verstauen. Sie passt problemlos über andere Schichten, aber auch unter die Hardshell-Jacke.
Hüttenübernachtungen & lange Abende – Wärme ohne Nachlassen
Auch bei Hüttenübernachtungen zeigte sich die “Alltagstauglichkeit” der Kamen Hooded. Nach einem langen Tourentag kam der Körper zur Ruhe und die Daunenjacke hält die Körperwärme. Beim Kaiserschmarren auf der Terrasse blieb die Isolationsleistung stabil – kein Zusammenfallen der Daune, kein Kältegefühl nach längerer Zeit.
























Pro/Contra
Pro:
- Sehr hohe Wärmeleistung bei geringem Gewicht
- 800+ FP ExpeDRY Gänsedaune – feuchtigkeitsresistenter als klassische Daune
- NAT-Kammerkonstruktion für gleichmäßige Wärme
- PrimaLoft® Gold Isolierung in stark belasteten Zonen
- Windabweisendes, robustes PERTEX® Außenmaterial
- REACH+ Schnitt für maximale Bewegungsfreiheit
- Zwei-Wege-Reißverschluss – ideal mit Klettergurt
- Helmkompatible Kapuze Mit Kordelzug
- Sehr gut packbar
Contra:
- Sehr warm – bei hoher Aktivität nur eingeschränkt geeignet
Fazit
Fazit – durchdachte Wärme für echte Bergtage
Die Montane Kamen Hooded Down Jacket ist eine Daunenjacke für Menschen, die draußen wirklich unterwegs sind – nicht nur bei gutem Wetter, sondern genau dann, wenn Kälte, Wind und lange Standzeiten ins Spiel kommen. Sie überzeugt weniger durch auffällige Details, sondern durch ein stimmiges Gesamtkonzept.
Was sie besonders auszeichnet, ist die Balance aus hoher Wärmeleistung, geringem Gewicht und echter Bewegungsfreiheit. Die Kombination aus 800+ FP ExpeDRY Daune, NAT-Kammerkonstruktion und gezielter PrimaLoft®-Verstärkung sorgt dafür, dass die Jacke zuverlässig wärmt – auch bei Feuchtigkeit, Kompression durch Rucksack oder längeren Pausen. Genau in diesen Momenten zeigt sie ihren Mehrwert gegenüber klassischen Daunenjacken.
Im Praxiseinsatz – vom schattigen Klettertag im Kaisergebirge über windige Abende auf Reisen bis hin zu Skitouren im Hochwinter – fühlte sich die Kamen nie fehl am Platz an. Sie ist warm genug für eisige Gipfelpausen, aber nicht so sperrig, dass sie im Rucksack stört oder die Beweglichkeit einschränkt. Der REACH+ Schnitt und der Zwei-Wege-Reißverschluss machen sie besonders kletter- und tourentauglich – Details, die man schätzt, sobald man sie einmal gebraucht hat.
Wichtig ist die richtige Einordnung: Die Kamen Hooded ist keine universelle Außenschicht für Dauerregen und keine Jacke für hochintensive Bewegung.
Meiner Meinung nach ist die Montane Kamen Hooded Down Jacket eine ehrliche, technisch ausgereifte Daunenjacke, die mich durch Leistung im echten Einsatz überzeugt hat. Wer eine leichte, robuste und langfristig zuverlässige Isolationsjacke für Klettern, Skitouren, oder Winteralpinismus sucht, findet hier einen Begleiter, auf den man sich verlassen kann.
Eine Jacke, die technisch überzeugt und sich im echten alpinen Alltag bewährt hat.
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