Wie es der Zufall so will, suchen wir uns unsere Testprodukte nicht immer selbst aus, sondern werden auch gezielt angefragt. Da ich den Blog erst vor kurzem übernommen habe, fühlt sich so etwas natürlich besonders gut an. Es zeigt mir, dass unsere Meinungen geschätzt werden – und ich gebe zu, es ehrt uns auch ein bisschen.
Genau so ist es nun bei der Men’s Alta Lite Waterproof Jacket von Montane.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Shell-Außenseite: 100 % recyceltes Nylon (40-Denier-Garn, Leinwandbindung) Membran: GORE-TEX PRO Gore ePE (ohne PFAS/PFC mit DWR-Ausrüstung) Shell-Innenseite: 100 % recyceltes Nylon. |
| Größen | S – XXL |
| Farben | Eclipse Blue, Ginkgo Gold, Neptune Blue |
| Gewicht | 382g in Grösse M |
| Preis | 600€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Als ich die Men’s Alta Lite Waterproof Jacket von Montane daheim auspacke, fällt mir sofort auf, dass sie sehr wenig ist. Das soll bitte nicht falsch oder abwertend verstanden werden – die Jacke ist super dünn und extrem leicht. Mein erster Gedanke ist: super, die passt überall rein und kann immer mit. Und ich spüre schon mein Verlangen nach ordentlich Regen, um sie richtig testen zu können.
Was man an dieser Stelle natürlich erwähnen muss, ist der Preis: Die Alta Lite ist nicht unbedingt günstig. 600 € sind eine Menge Geld und dieser Preis ist klar der Nachhaltigkeit, den hochwertigen Materialien und der hohen Funktion geschuldet. Regenjacke ist eben nicht gleich Regenjacke.
Für den zehnminütigen Fußweg zur Bushaltestelle ist sie ganz klar nicht gemacht. Für Dauerregen auf einer Mehrtagestour mit schwerem Rucksack, hingegen, bei der es essenziell ist, trocken zu bleiben, spielt sie genau ihre Stärken aus – zumindest ist das der Anspruch, den ich an sie habe.
3 Lagen Prinzip
Sie ist eine typische Drei-Lagen-Hardshelljacke: sie besteht aus einer Außenschicht, einer Membran und einer Innenschicht.
Die äußere Schicht besteht aus 100 % recyceltem Nylon und ist mit einer wasserabweisenden DWR-Beschichtung versehen. Sie schützt zuverlässig vor äußeren Einflüsse wie Schnee und Wind, lässt Wasser sauber abperlen und ist robust genug, um den mechanischen Belastungen im Outdoor-Einsatz standzuhalten. Ihre Hauptaufgabe, wie bei allen 3-Lagen-Jacken, ist es die darunterliegende Membran vor äußeren Einflüssen wie Abrieb, Schmutz oder UV-Strahlung zu schützen.
Direkt darunter liegt die GORE-TEX Pro Membran. GORE-TEX Pro besteht aus einer mikroporösen ePTFE-Membran, die mit einer dünnen Polyurethan-Schutzschicht kombiniert ist. Sie ist fest mit dem Außenmaterial laminiert (dauerhaft verklebt). Mit einer Wassersäule von rund 10.000 mm bietet sie zuverlässigen Schutz vor eindringendem Wasser und ist gleichzeitig atmungsaktiv, sodass Feuchtigkeit aus dem Inneren als Wasserdampf entweichen kann.
Die Funktionsweise ist einfach erklärt: Die Poren der Membran sind kleiner als Wassertropfen (über 100 Mikrometer), wodurch Regen und Nässe nicht eindringen können. Gleichzeitig sind sie groß genug, damit Wasserdampfmoleküle – etwa 100.000-mal kleiner (unter 1 Nanometer) – ungehindert nach außen entweichen können. Zusätzlich ist die Membran winddicht und hilft so, die Körperwärme auch bei starkem Wind effektiv zu halten.
Die Innenschicht besteht ebenfalls aus 100 % recyceltem Nylon. Sie schützt die Membran zuverlässig vor Schmutz und mechanischer Belastung von innen und sorgt gleichzeitig für ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut.
Feature
Zur Ausstattung gehören ein Verstellsystem an Kapuze und Saum, zudem ist die Kapuze helmtauglich und verfügt über einen verstärkten Schirm, der die Sicht verbessert und besonders für Brillenträger von Vorteil ist. Verbaut sind recycelte YKK AquaGuard Natulon Reißverschlüsse sowie zwei gurt- und rucksackkompatible Eingrifftaschen – ein Detail, das ich bei einer Regenjacke besonders schätze, vor allem wenn die Taschen selbst wasserdicht sind. Damit meine ich nicht nur die Tasche an sich, sondern auch die wasserdichte Tascheninnenseite zum Körper hin. So lassen sich die Taschen auch bei Regen nutzen, ohne dass Wasser nach innen zum Körper gelangt.
Manch einer mag sich fragen, ob das wirklich wichtig ist – meine Erfahrung sagt ganz klar: ja, auf jeden Fall. Handy zum Navigieren raus- und wieder reinholen, bei Regen und Wind die Hände kurz zusätzlich schützen und ähnliche Situationen kommen einfach ständig vor.
Zusätzlich besitzt die Alta Lite eine geklebte Innenbrusttasche sowie großzügige Unterarmbelüftungen zur besseren Temperaturregulierung.
Der Nackenbereich ist gegen sogenannte Ölkontamination geschützt. Ich muss zugeben, dass mir dieser Begriff zunächst nichts sagte. Gemeint ist damit nicht, dass die Jacke für Arbeiten auf einer Bohrinsel geeignet wäre, sondern ein zusätzlicher Schutz vor Hautfetten, Sonnencreme, Insektenschutzmitteln, Rauch, Ruß, Kochdämpfen sowie Schmutz und leichten Ölen aus Umgebung oder Ausrüstung. Ölige Rückstände können sich auf dem Stoff ablagern und dort die Funktion beeinträchtigen. Die Folge ist, dass der Stoff an diesen Stellen schlechter atmet und Wasser nicht mehr so gut abperlt. Die Jacke verliert dort also nicht sofort ihre Wasserdichtigkeit, aber ihre Atmungsaktivität und Oberflächenfunktion lassen nach.
Praxistest
Jetzt habe ich die Jacke nun schon seit Mitte November und es hat leider nie richtig geregnet – und wenn doch, dann meist genau dann, wenn ich gearbeitet habe. Natürlich hatte ich sie trotzdem bei meinen Abenteuern dabei und konnte so zumindest den Windschutz und die Atmungsaktivität testen.
Was die Atmungsaktivität angeht, spielt die Men’s Alta Lite Waterproof Jacket auf höchstem Niveau. Sie lässt genau so viel Feuchtigkeit nach außen, wie es sein muss, kann aber gleichzeitig problemlos als zusätzliche wärmende Schicht getragen werden. Natürlich wärmt sie nicht wie eine Isolationsjacke – das ist rein physikalisch nicht möglich –, aber sie bewahrt die vorhandene Wärme im Inneren sehr effektiv und trägt spürbar zum Wärmeerhalt bei. Ich könnte problemlos mit Baselayer, Midlayer und der Alta Lite bei etwa 10 °C – 14°C und Wind wandern, ohne zu schwitzen oder zu frieren.
Bei Wind wird dieser Effekt noch deutlicher. Sobald man die Jacke anzieht, spürt man zwar den Wind, aber nicht mehr die Kälte, die er normalerweise mit sich bringt.
Das konnte mir auch meine Tochter an der Seine in Frankreich bestätigen. Sie war trotz unserer Warnung etwas zu leicht angezogen und profitierte auf dem Bateau Mouche ( Boote auf der Seine) dann deutlich vom Windschutz der Jacke.
Was mir im Alltag aufgefallen ist: Die Jacke ist nicht optimal für den täglichen Stadtgebrauch gemacht. Schließt man sie so, wie es vorgesehen ist, reicht der Reißverschluss bis zur Nase – was am Berg bei Schneesturm oder im Wald bei Regen absolut sinnvoll und angenehm ist. Beim Stadtbummel in Paris kann das jedoch unter Umständen etwas störend sein.
Ich möchte das bewusst erwähnen, damit niemand die Jacke kauft und dann enttäuscht ist, weil man entweder ständig einen Reißverschluss vor dem Mund hat oder einen Druckpunkt am Hals spürt. Für mich persönlich wäre das allerdings kein Grund, mir eine zweite Jacke nur für den Alltag zu kaufen. Ich gehe diesen Kompromiss gerne ein, mit dem Wissen, dass die Jacke im Ernstfall genau das tut, was sie soll – und das richtig gut.
So, jetzt hat es endlich geregnet und ich konnte auch den Wassertest machen. Zwar nur im heimischen Wald, aber auch der wird nach drei Stunden im Regen ziemlich ungemütlich – außer man hat die richtige Kleidung.
Die Kapuze mit Schirm sorgt dafür, dass ich als Brillenträger immer eine klare Sicht behalte. Auch die Taschen haben sich, wie vermutet, als wasserdicht erwiesen. Das ist mir tatsächlich sehr wichtig. So kann man bei Regen seine Hände zusätzlich schützen oder beim Navigieren immer wieder das Handy herausholen, ohne dass man durch die offene Tasche gleich nass wird.
Nach drei Stunden war die Men’s Alta Lite Waterproof Jacket von Montane allerdings so weit mit einem Wasserfilm überzogen, dass ich gemerkt habe, wie die Atmungsaktivität nachlässt. Das ist allerdings nichts Ungewöhnliches, sondern ein ganz normales Phänomen. Sobald die äußere Lage vollständig mit einem Wasserfilm bedeckt ist, wird der Feuchtigkeitstransport nach außen deutlich reduziert. Die Jacke selbst bleibt weiterhin wasserdicht, aber bei körperlicher Anstrengung kann man trotzdem von innen durch Schweiß nass werden.
























Pro/Contra
Pro:
- Wasserdichte und rucksackgeeignete Eingrifftaschen
- Kapuze mit Schirm
- Sehr guter Windschutz
Contra:
- Reißverschluss am Hals könnte stören
- Der Preis von rund 600 € ist hoch, wird aber durch hochwertige Materialien, aufwendige Verarbeitung und eine möglichst nachhaltige Produktion nachvollziehbar.
Fazit
Nach einigen Monaten im Einsatz hat die Men’s Alta Lite Waterproof Jacket von Montane einen sehr guten Eindruck bei mir hinterlassen. Sie ist extrem leicht, lässt sich klein verstauen und bietet gleichzeitig einen sehr zuverlässigen Schutz vor Wind und Regen. Besonders positiv aufgefallen sind mir die hohe Atmungsaktivität, die gut durchdachte Kapuze mit Schirm – gerade für Brillenträger – sowie die wasserdichten Taschen, die sich auch bei Regen problemlos nutzen lassen. Auch nach mehreren Stunden im Regen blieb die Jacke selbst zuverlässig dicht.
Im Alltag merkt man allerdings, dass die Alta Lite klar für den Outdoor-Einsatz entwickelt wurde und weniger für gemütliche Stadtbummel gedacht ist. Der hohe Frontverschluss und der sportliche Schnitt sind auf maximalen Wetterschutz ausgelegt.
Mit rund 600 € ist die Men’s Alta Lite Waterproof Jacket von Montane sicher kein Schnäppchen. Wer jedoch eine extrem leichte, technisch hochwertige Hardshell für anspruchsvolle Touren sucht und Wert auf zuverlässigen Wetterschutz legt, bekommt mit der Alta Lite ein sehr durchdachtes und leistungsfähiges Stück Ausrüstung.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
