Ein guter Skitag beginnt nicht erst mit der ersten Abfahrt, sondern mit dem Vertrauen in die eigene Ausrüstung. Ein Skihelm ist längst mehr als reine Pflichtausrüstung. Ein guter Helm soll schützen, bequem sitzen und während eines langen Skitages möglichst in Vergessenheit geraten. Während klassische Modelle in Kombination mit Skibrille auf maximale Flexibilität setzen, versprechen Visierhelme Komfort und ein möglichst unkompliziertes Handling. Genau diese Frage stellt sich schließlich bei der Suche nach einem neuen Skihelm.
Mit dem X-Fusion Pure bringt Bollé einen Visierhelm auf den Markt, der auf den ersten Blick gar nicht wie ein klassischer Visierhelm wirkt. Wie sich der Helm im Test geschlagen hat, könnt ihr hier nachlesen.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Außenverkleidung: Polycarbonat, Innverkleidung: Polystyrol, beides bis zu 20 % recycelt |
| Größen | S (52-55), M (56-59), L (60-62) |
| Farben | Forest Black Matte, White Grey Matte, Mineral Black Matte |
| Gewicht | 520 Gramm |
| Preis | 260,00 |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Ich hatte den X-Fusion Pure in der Farbe Forest Black Matte in der Größe M im Test. Bei diesem Skihelm handelt es sich um einen schlicht gehaltenen, aber in der Sportlichkeit klar erkennbaren Skihelm. Durch sein Design ist er definitiv sehr zeitlos und wirkt durch die Farbgebung Forest Black Matte – matten tiefdunklen Grün – sehr modern. Die Farbe geht hier perfekt in die integrierte Skibrille in der Farbe Brown Gun Cat 2, also einem grau-braunem Visier über. Es gibt hier kein großes Spaltmaß zwischen Visier und Helm, stattdessen geht der Helm wirklich nahtlos in das Visier über.
Die Verarbeitung ist sauber und die Materialien wirken auf den ersten Eindruck robust und langlebig.
Die Passform des Helms kann durch das BOA®-System auf der Rückseite bestens an die unterschiedlichen Kopfformen und -größen schnell und vor allem fein angepasst werden.
Mir persönlich sagt der Helm allein schon von der Optik sehr zu, weshalb die Vorfreude auf den Test besonders groß war. Ich bin kein großer Fan von Visierhelmen, da mir solche Helme schlichtweg optisch nicht gefallen. Ich erkenne zwar klar die Vorteile darin. Beispielsweise, dass immer alles kompakt beisammen ist (Helm und Brille) und dadurch ein erweitertes Sichtfeld entsteht. Das alles reicht mir persönlich jedoch nicht aus.
Mit dem X-Fusion Pure hat Bollé hier angesetzt. Optisch sieht er nach einem klassischen Skihelm plus Skibrille aus. Tatsächlich ist die Skibrille mittels einem Gummiband seitlich am Helm verbunden, sodass schnell zwischen aufgesetzter Skibrille und nach oben geschobener Skibrille gewechselt werden kann. Mittels eines kleinen Hakens lässt sich das Visier einerseits im oberen Lüftungskanal befestigen oder anderseits in der geschlossenen Variante unmittelbar an der Unterkante des Helms einhaken. Dadurch liegt das Visier fest an und geht so nahtlos von Helm in das Visier über – beinahe so, als wäre alles aus einem Stück. Bollé bezeichnet dieses als das X-Fusion System.
Da ich gelegentlich auch eine Brille trage, habe ich die Eignung für Brillenträger ebenfalls getestet. Das Tragen der Brille stellte dabei keine Einschränkung dar. Das Visier lässt sich problemlos über die Brille ziehen, ohne auf das Brillengestell zu drücken. Lediglich das seitliche Spaltmaß veränderte sich etwas: Hier stand das Visier minimal durch das Brillengestell ab, was jedoch keinerlei negative Auswirkungen hatte.
Rund um das Visier befindet sich ein dreilagiger Gesichtsschaumstoff. Dieser sorgt für einen guten und vor allem angenehm weichen Sitz sowohl ohne, als auch mit Brille unter dem Visier. Druckstellen gibt es hier also keine. Zusätzlich ist am Visier noch ein Belüftungssystem, die sog. Flow-Tech Belüftung angebracht. Dadurch entsteht eine Luftzirkulation im Visier, sodass Feuchtigkeitbildung reduziert werden soll.
Das Innenfutter, das aus bis zu 20 % recyceltem Material besteht, ist herausnehmbar und waschbar, was einen zusätzlichen positiven Aspekt darstellt. Insgesamt besteht der Helm laut Herstellerangaben aus bis zu 20 % recyceltem Polycarbonat und Polystyrol. Mit diesem Ansatz setzt Bollé ein deutliches Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit – ein Punkt, der mir besonders gut gefällt.
Praxistest
Im Praxistest überzeugte der X-Fusion Pure bereits beim ersten Anziehen. Der Helm sitzt gut auf dem Kopf und kann durch das BOA-System zusätzlich fein justiert werden. Dadurch lässt er sich schnell und präzise an die unterschiedlichsten Kopfgrößen und -formen anpassen. Mit einem gewöhnlichen Steckverschluss wird der Helm unter dem Kinn verriegelt.
Der leichte Schaumstoff und die Polsterung im Inneren des Helms ergeben ein gutes Tragegefühl, sodass sich der Helm zusätzlich gut um den Kopf anschmiegt. Besonders angenehm waren die weichen Materialien entlang der 3D-Ohrmuscheln aus Wolle-Lyocell-Futter. Dadurch fühlten sich die Ohren immer angenehm warm und weich an. Das thermoregulierende Wolle-Lyocell-Futter sorgte dafür, dass die Körpertemperatur ideal gehalten wurde. Zusätzlich zeichnet sich das Futter durch eine antibakterielle, schnelltrocknende und atmungsaktive Eigenschaft aus. Bei ganz- oder mehrtägigen Skiausfahrten fühlte sich der Helm stets komfortabel und trocken an. Unangenehme Druckstellen oder ein unangenehmes Tragegefühl hatte ich dadurch nie, stattdessen lag er so gut am Kopf an, dass es schon gar nicht mehr auffiel, dass der Helm noch angezogen war.
Das integrierte Visier ist rahmenlos, was einen exzellenten Weitblick auf der Piste ermöglicht. Ein klarer Vorteil, denn dadurch wird das Blickfeld nicht eingeengt und es besteht die Möglichkeit, auch im Augenwinkel noch etwas wahrzunehmen. Ich konnte den Helm sowohl bei sonnigem Kaiserwetter als auch bei leicht nebligen Bedingungen testen, und gerade bei schlechteren Sichtverhältnissen hat das getönte Visier gute Arbeit geleistet. Probleme aufgrund der Tönung traten dabei nicht auf, und auch bei Abfahrten in der Sonne war sie optimal – weder zu hell noch zu dunkel.
Der X-Fusion Pure verfügt über ein durchdachtes Belüftungssystem. Die Öffnungen sind gleichmäßig und strategisch sinnvoll platziert und sorgten so für eine optimale Luftzirkulation auf den Abfahrten. Überschüssige Wärme konnte bestmöglich entweichen und an den ganz kalten Tagen konnte die Wärme gut durch das Schließen der Öffnungen im Inneren gehalten werden. Die Bedienung des Schiebers mit Handschuhen war hier auch kein Problem. Insgesamt rastet der Schieber an drei Positionen ein, um so die Luftzufuhr zu steuern.
Ein Skihelm vermittelt grundsätzlich bereits ein subjektives Sicherheitsgefühl auf den Abfahrten. Der X-Fusion Pure ist hierbei durch einen soliden Sicherheitsstandard ausgestattet. Man hofft natürlich nie darauf, dass man sich auf diese Sicherheitsstandards einmal verlassen muss, deshalb habe ich den Härtetest mit einem möglichen Sturz nun mal außen vorgelassen. Wer jedoch noch ein Sicherheitslevel höher gehen möchte, so findet er dies im X-Fusion MIPS. Optisch derselbe Helm, jedoch mit ein paar weiteren Features, sowie dem MIPS® Sicherheitssystem.
























Pro/Contra
Pro:
- hochwertige und moderne Optik
- hoher Tragekomfort
- perfekte Feinjustierung der Passform durch BOA System
- zuverlässige Belüftung
- rahmenloses Visier für Weitblick
Contra:
- -/-
Fazit
Der Bollé X-Fusion Pure ist ein ausgewogener Skihelm mit hohem Tragekomfort, zuverlässiger Belüftung und solidem Sicherheitsstandard. Er überzeugt durch ein modernes Design in sportlich-eleganten Farben sowie durch die nahtlos übergehende Kombination aus Helm und Skibrille. Dadurch wird er zu einer attraktiven Wahl für alpine Wintersportler und kann von mir nur wärmstens empfohlen werden. Während der gesamten Testphase fühlte ich mich mit dem Helm durchgehend warm, wohl und vor allem sicher.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
