Wenn es auf dem Trail technisch wird und die Geschwindigkeit zunimmt, sollte der Helm möglichst sicher sein. Gerade beim Enduro fahren sind dabei auch der Schutz von Schläfen- und Nackenbereich sowie eine gute Belüftung wichtige Punkte. Mit dem Terraform hat Rudy Project einen Helm im Programm, der speziell für das Enduro Mountainbiken entwickelt wurde. Neben der klassischen Schutzfunktion bringt der Helm mit der integrierten Twiceme-Technologie allerdings noch eine Besonderheit mit: Im Notfall können hinterlegte medizinische Informationen und Notfallkontakte über einen im Helm integrierten NFC-Chip abgerufen werden. Ich durfte den Rudy Project Terraform testen und habe mir neben Verarbeitung, Passform und Belüftung vor allem die Twiceme-Funktion genauer angeschaut.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| MX Goggle compatible | Ja |
| Größen | S/M, L |
| Farben | Black Matte, White Matte, Green Sage Matte, Met.Olive/Black/Acid Green Matte, White/Mint/Gold Matte |
| Gewicht | 400 g |
| Technologie | Higher Speed Protection (NTA 8776) |
| ??? | Zeile löschen wenn nicht benötigt! |
| Preis | 179,90 € |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Rudy Project setzt beim Terraform auf insgesamt 16 Belüftungsöffnungen die für eine ausreichende Belüftung des Kopfes sorgen sollen. Dazu kommen ein sogenanntes Adaptive Airframe Band sowie das RSR-12S-Verstellsystem. Mit den seitlichen Bändern lässt sich der Helm an unterschiedliche Kopfformen anpassen. Toll ist außerdem der verlängerte Schutz im Bereich der Schläfen und des Hinterkopfes. Über die Verarbeitung muss ich mich insofern nicht weiter äußern, als dass diese wie immer bei Rudy sehr hoch ist und den Eindruck vermittelt sehr viele Abenteuer auf dem Mountainbike zu überstehen.
Praxistest
Ein Helm kann noch so viele technische Features besitzen, wenn er nicht richtig sitzt, macht das Ganze wenig Sinn. Beim Terraform erfolgt die Anpassung über das RSR-12S-Verstellsystem. Dadurch lässt sich der Helm am Hinterkopf fein an die eigene Kopfform anpassen. Zusätzlich können die seitlichen Riemen entsprechend eingestellt werden. Allerdings rutscht dieses Verstellsystem in der Praxis unter die Helmschale und ist dadurch nicht immer optimal zu greifen. Ist dies einmal erfolgt, hält die Einstellung ohne das diese nachjustiert werden muss.
Belüftung
Mit 16 Air Vents ist der Terraform auf eine gute Luftzirkulation ausgelegt. Rudy Project bezeichnet das System als „Flow Through Ventilation“. Die Luft soll dabei durch den Helm geführt werden und so für ein angenehmes Klima sorgen. Besonders in den vergangenen sehr heißen Sommermonaten kann man beim Mountainbike fahren für eine gute Belüftung dankbar sein. Man darf hier keine starke Kühlung des Kopfes erwarten. Dennoch gelangt sehr viel Zugluft an den Kopf, was sich auf Dauer angenehm anfühlt.
Goggle-Kompatibilität
Je nach Wetter und Gelände nutze ich gelegentlich auch eine Goggle. Entsprechend dafür ist der Terraform kompatibel mit Goggles. Hier trug ich gelegentlich die Override Goggle von Rudy Project, die ohne zu verrutschen wunderbar am Helm gehalten hat.
Twiceme – der Helm wird smart
Die interessanteste Funktion des Terraform steckt allerdings nicht in der Helmschale, sondern in einem kleinen NFC-Chip. Rudy Project integriert die Twiceme-Technologie in den Helm. Dabei handelt es sich um eine passive NFC-Technik. Der Chip benötigt weder Akku noch Batterie und muss auch nicht geladen werden.Über die kostenlose Twiceme-App kann man zunächst ein persönliches Medical ID erstellen. Dort lassen sich wichtige medizinische Informationen und Notfallkontakte hinterlegen. Anschließend wird diese Information über das Smartphone auf den im Helm integrierten NFC-Chip übertragen. Das Entscheidende: Im Fall eines Unfalls muss eine Hilfeleistende Person nicht zwingend die Twiceme-App installiert haben. Ein NFC-fähiges Smartphone kann in unmittelbarer Nähe an das Twiceme-Symbol des Helms gehalten werden und die hinterlegten Informationen abrufen. Das Ganze funktioniert über NFC und benötigt für das Auslesen der auf dem Helm gespeicherten Informationen keine aktive Bluetooth-Verbindung und keinen Akku im Helm.
Was kann die Twiceme-App?
Die App kann allerdings mehr, als nur die persönlichen Daten auf den Helm zu übertragen. Im Sportbereich bietet Twiceme unter anderem Funktionen wie Medical ID, Immobility Alert, Share Location, Get Back Timer und Rescue Alert. Besonders interessant ist dabei der Immobility Alert. Die App kann den Nutzer bei einer erkannten kritischen Situation unterstützen und weitere Sicherheitsmaßnahmen einleiten. Auch die Möglichkeit, den eigenen Standort zu teilen, kann bei einer Tour hilfreich sein. Gerade wenn man alleine unterwegs ist und sich abseits stark frequentierter Wege bewegt, kann eine solche Funktion im Notfall einen zusätzlichen Sicherheitsbaustein darstellen. Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen Helm und Smartphone: Der NFC-Chip im Helm ist passiv und funktioniert ohne Akku. Funktionen der App sind dagegen an das Smartphone und dessen Voraussetzungen gebunden.
Was passiert bei einem Unfall?
Stürzt man auf einem Trail und ist nicht mehr in der Lage, selbst zu kommunizieren, können andere Personen mit einem NFC-fähigen Smartphone die auf dem Helm hinterlegten Informationen abrufen. Dazu wird das Smartphone einfach in die Nähe des Twiceme-Symbols gehalten. Die NFC-Technik liest die hinterlegten Daten aus. Für Ersthelfer kann das einen entscheidenden Vorteil bieten. Statt darauf angewiesen zu sein, dass der Verunfallte noch selbst Angaben zu Allergien, medizinischen Besonderheiten oder Angehörigen machen kann, stehen diese Informationen direkt über den Helm zur Verfügung.
Mein Eindruck von Twiceme
Die Idee hinter Twiceme gefällt mir sehr gut. Ein Helm ist beim Mountainbiken ohnehin immer dabei und benötigt für diese zusätzliche Funktion weder Akku noch Ladegerät. Besonders sinnvoll finde ich, dass die Informationen direkt am Helm hinterlegt werden. Denn genau der Helm befindet sich nach einem Sturz normalerweise direkt bei der verletzten Person. Die Einrichtung über die App ist zunächst ein zusätzlicher Schritt, den man vor der ersten Fahrt erledigen sollte. Danach muss man sich allerdings nicht mehr darum kümmern.


















Pro/Contra
Pro:
- NFC Chip
- Schutz des Nackenbereichs
- sehr hochwertige Verarbeitung
Contra:
- RSR-12S-Verstellsystem nicht gut zugänglich
Fazit
Der Rudy Project Terraform ist ein Helm, der sich klar an Mountainbiker richtet, die auch auf anspruchsvolleren Trails unterwegs sind. Der erweiterte Schutz im Schläfen- und Nackenbereich sowie die Goggle-Kompatibilität gefallen mir sehr gut. Weitere Pluspunkte sind die gute Belüftung und ein individuell einstellbares Verstellsystem. Das eigentliche Highlight ist aber die integrierte Twiceme-Technologie. Die Kombination aus NFC-Chip und App bringt eine zusätzliche Sicherheitsebene an den Helm. Medizinische Informationen und Notfallkontakte können direkt am Helm hinterlegt und im Ernstfall von einer anderen Person mit einem Smartphone ausgelesen werden. Für mich bietet der Helm ein tolles Gesamtpaket an umfangreichen Schutz für das nächste Abenteuer auf dem Mountainbike.
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