Wer regelmäßig mit der Familie Ausflüge unternimmt oder gerne campen geht, kennt das Problem. Irgendwann ist der Rucksack voll und auch die Arme endlich oder aber will man nicht einfach 100 Mal hin und her laufen. Jedem ist hier selbst zu überlassen, ob er dann für sich Abstriche beim Gepäck macht oder sich der praktikablen Unterstützung eines Bollerwagens macht.
Mit dem Alpaca Gear Wagon bringt die Marke Gregory einen recht großen Bollerwagen mit 140 Liter Ladevolumen auf den Markt, der hier Abhilfe leisten kann. Wie er sich im Test schlägt, könnt ihr hier lesen.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Fahrwerk: Pulverbeschichtete Leichtmetalllegierung (Powder Coated Alloy) Gewebe: 40 % recyceltes 600D Polyester mit Ripstop |
| Volumen | 140 L |
| Ladegewicht | Empfohlen: 113,4 kg |
| Farben | State Blue |
| Gewicht | 13 kg |
| Maße | 53H x 59B x 98T |
| Preis | 250,00 € |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Der Gregory Gear Wagen wird mit praktischer und kompakter Tragetasche geliefert, sodass der Gear Wagen platzschonend abgelegt oder abgestellt werden kann. Die Transporttasche ist aus robustem Material und auch die Reißverschlüsse machen einen guten ersten Eindruck. An der Oberseite befindet sich zudem eine Trageschlaufe, sodass der Gear Wagon mit der Tasche gut getragen werden kann.
Geöffnet wird die Transporttasche an der Unterseite, wo sich die Räder befinden. Die Transporttasche ist hier etwas weiter geschnitten, sodass die Räder Platz finden. Die Unterseite lässt sich mittels Reißverschluss beinahe vollständig öffnen, sodass dieses Unterteil abgeklappt werden kann. Der Gear Wagon lässt sich somit einfach nach oben hinausziehen.
Bereits vom ersten Auspacken bis zum Losgehen fällt mir die sehr saubere und stabile Verarbeitung auf. Der Rahmen besteht aus gut verarbeitetem pulverbeschichtetem Metall, das durch ein sehr robustes Obermaterial/Gewebe überzogen ist. Das Material besteht aus einem recycelten Ripstop-Polyester-Gewebe mit wasserabweisender Beschichtung. Bei dem Ripstop Gewebe handelt es sich um ein Kästchenformiges Muster, bei dem in einem Abstand von wenigen Millimeter immer wieder ein kräftiger Kett-bzw. Schussfaden durchgezogen ist. Im Falle eines möglichen Materialrisses, reißt das Gewebe nur bis zu dieser Verstärkung und nicht weiter.
Die Anbindung der Lenkachse und der Lenkstange sind ebenfalls sehr stabil verbaut und machen einen guten und vor allem langlebigen Eindruck. Hier wirkt nichts klapprig oder billig – vielmehr erweckt der gesamte Aufbau den Eindruck, dass dieser Wagen sehr viele Jahre intensive Nutzung locker übersteht.
Der Alpaca Gear Wagon rollt auf 8-Zoll Kunststoff-Reifen dahin. Die Reifen wirken wie auch der restliche Wagen sehr robust und beim ersten Rolltest auch leichtläufig.
Die Lenkstange ist fest angebaut und lässt sie mittels Knopfdruck auf verschiedene Längen ausfahren. Der Griff selbst ist gummiert und dadurch sehr griffig.
An den Ecken des Alpaca Gear Wagon befinden sich Halterungen für Getränke/Flaschen etc. Ebenfalls befindet sich an der Außenseite eine praktische Außentasche für kleinere Gegenstände wie Schlüssel, etc.
Den Herstellerangaben zufolge fasst der Alpaca Gear Wagon ein Ladevolumen von 140 Liter und trägt eine Ladelast von 110 kg. Ich denke, das sollte bei weitem voll und ganz ausreichen. Schließlich muss das ganze Material auch noch gezogen werden.
Mit 13 Kilogramm bringt der Alpaca Gear Wagon auch schon ein stattliches Eigengewicht mit sich. Wie sich das über die Testdauer auswirkt, bin ich deshalb schon mal gespannt. Im Vergleich zu anderen Bollerwägen kann dieses Gewicht jedoch als Durchschnitt gesehen werden.
Praxistest
Der Aufbau des Alpaca Gear Wagons von Gregory ist ganz simpel und geht sehr schnell von statten. Hat man den Gear Wagon erstmal aus der Tragetasche ausgezogen, muss dieser nur umgedreht werden und eine Verbindungsschlaufe mit Metallschnalle an der Oberseite gelöst werden. Diese Schlaufe hält die diagonalen Ecken des Wagens in zusammengeklapptem Zustand zusammen, sodass dieser vor dem Überstülpen der Transporttasche in Form gehalten wird und auch bei Bedarf etwas enger gezogen werden kann. Ist diese geöffnet, drückt man das Mittelstück einfach nach unten oder zieht die Ecken auseinandener. Dadurch entfaltet der Gear Wagon seine rechteckige Ladefläche. Ein klappbares Bodenteil, das sich in dem gefalteten Gear Wagon zwischen den Streben befindet, wird anschließend im Boden ausgelegt, sodass der Boden seine Festigkeit bekommt. Der Lenker ist permanent am Wagen angebracht. Dieser muss nur noch an die Größe mittels eines Rasterknopfes angepasst werden und schon kann es losgehen.
Als ich den Wagen zum ersten Mal zuhause testweise aufbaute, kamen direkt meine beiden Kinder hinzu. Nach kurzem Fragen, was ich denn mache, gingen sie sofort wieder ins Haus und packten ihre Rücksäcke. Kurz darauf kamen sie zurück und wollte zur ersten großen Jungfernfahrt losgehen. Kein Problem – die Rücksäcke werden schnell eingeworfen und die Trinkflaschen in den praktischen Trinkflaschenhalterungen eingelegt. Das Kinderfahrrad musste natürlich auch direkt mit und die Helme auch noch eingeladen werden. Den Plan der Kinder habe ich hier schnell durchdacht. Ich sollte die Fahrräder den Berg hochschleppen, damit sie im Anschluss den Berg wieder hinunterfahren können.
Auf der Straße liefen die Rollen tatsächlich leichtläufig und auch das Eigengewicht machte sich bergauf wenig bemerkbar. Durch die Kunststoffrollen kommt es natürlich hier auf dem Asphalt zu einer besonderen Geräuschkulisse. Hier sind Kunststoffreifen einfach deutlich lauter als Gummireifen. Das muss bei einem Kauf von Bollerwägen immer gut im Voraus berücksichtigt werden.
Bei späteren Touren über Schotter und Kieswegen bleibt das Problem bzgl. der lauten Rollen natürlich gleich. Lediglich über Wiesen und Felder rollt der Alpaca Gear Wagon leise dahin. Ich persönlich habe hinsichtlich der Lautstärke kein Problem, dies ist einfach persönliche Geschmacksache. Der klare Vorteil von Kunststoffräder liegt in der Langlebigkeit. Zwar nutzen diese sich mit der Zeit auch ab, allerdings muss man sich während Touren keine Sorge machen, dass einmal ein Loch in den Reifen gefahren wird oder man mal zu wenig Luft im Reifen hat. Die Kunststoffreifen funktionieren halt einfach und sind fast unkaputtbar. Im Sand drehen sich die Reifen ebenfalls und blockieren nicht. Geht man jedoch mit dem Gewicht ans Maximum merkt man auch hier, dass irgendwann dann auch mal Schluss ist und es nicht mehr vorwärts geht. Damit haben aber sicher alle Räderarten zu kämpfen.
Ob bei Tag oder am Abend bzw. bei Nacht muss man sich bei der Nutzung nicht unsicher fühlen. An den Materialschlaufen befinden sich in alle Richtungen zeigend kleine Reflektoren, sodass die Erkennbarkeit und Sichtbarkeit auch in Dunkelheit gegeben sind.
Nach all unseren Touren und Wanderungen, sei es über Straße oder Schotterwege, sehen die Reifen immer noch frisch aus. Obwohl wir ihnen bislang schon einiges abverlangt haben und schon mehrere Kilometer damit abgespult haben, halten sich die Gebrauchspuren in Grenzen, was eindeutig positiv ins Gewicht fällt und den ersten Eindruck der Langlebigkeit unterstreicht.
Das Ziehen an der Lenkstange fühlt sich durch den gummierten Griff sehr angenehm an. Es kommt hier zu keinem Einschneiden oder Abrutschen der Finger, gerade auch wenn man den Wagen etwas voller und schwerer bepackt. Der Griff und somit der Wagen liegen griffig in der Hand. Ebenfalls positiv ist hier, dass die Lenkstange nie zu Boden fällt. Sollte man etwa mal loslassen, neigt sie sich lediglich bis zu einem Winkel von 45 Grad und kann somit schnell wieder ergriffen werden, wenn es nach einer Pause wieder weitergeht.
Wie schon beschrieben, sind wir meist mit Familienausflüge unterwegs. Kinder achten bekanntlich ja nicht immer auf die beste Sauberkeit und gehen nicht immer sorgsam mit Materialien um. Schmutz im Wagen konnte durch den herausnehmbaren Boden schnell und einfach ausgeschüttet werden. Bei Flecken kommt einem das strapazierfähige und wasserabweisende Material zu Gute. Mit einem feuchten Tuch konnten die Flecken bestens weggewischt werden. Auch hat das Material bislang keine Schäden oder Abnutzungserscheinungen genommen, auch wenn gerne mal das Kinderfahrrad oder sonstige Gegenstände sorglos hineingeworfen wurden.
Im Test bei Regen wies das Material zunächst auch eine wasserabweisende Funktion auf. Durch die mitgelieferte Regenplane ließ sich der Inhalt des Wagens gut schützen, sodass dieser trocken blieb. Je nach Intensität und Dauer des Regens kommt natürlich auch irgendwann dieses Material an seine Grenzen, jedoch stellte dies bei unseren beiden Regentouren während des Testzeitraums keine Rolle. Umgekehrt kann diese Haube auch bei Sonnenschein als Sonnenschutz dienen.
Gregory schreibt in seiner Beschreibung, dass der Wagen nicht als Kindertransportmittel dient. Das lässt sich jedoch mit zwei Kleinkindern gar nicht vermeiden, weil einfach beide immer gerne die Mitfahrt genießen und deshalb einsteigen. Im Vergleich zu anderen Bollerwägen auf dem Markt finden sich deshalb bei dem Alpaca Gear Wagon keine seitlichen Pfosten, um diesen Regenschutz bzw. Sonnenschutz etwas nach oben abzustellen, sodass auch noch Kinder darunter Platz finden.
Bekanntlich verlaufen Wanderungen oder Ausflüge nicht immer nur durch flaches Terrain. Hier kann festgestellt werden, dass der Alpaca Gear Wagon über keine Feststellbremse oder ähnliche Blockaden der Räder verfügt. Das kann gerade in unebenem Terrain von Nachteil sein, da man erst eine geeignete Stelle suchen oder etwas vor den Wagen legen muss, damit dieser kurz abgestellt werden kann. Dies bleibt jedoch der einzige negative Aspekt am Alpaca Gear Wagon.
Abschließend kann positiv hervorgehoben werden, dass die Marke Gregory auf all ihre Produkte eine eingeschränkte lebenslange Garantie gewährt. Das beinhaltet Material- wie auch Verarbeitungsfehler. Gewöhnlicher Verschleiß oder unsachgemäßer Gebrauch sind davon natürlich aber nicht gedeckt.


































Pro/Contra
Pro:
- Stabile Verarbeitung
- Strapazierfähiges und schmutzabweisendes Material
- Kompakter Transport dank Transporttasche möglich
- schneller und simpler Auf- und Abbau
- Regenhaube/Sonnenschutz vorhanden
- Hohe Tragfähigkeit
Contra:
- Kunststoffräder (je nach Geschmacksache)
- Keine Feststellbremse vorhanden
Fazit
Der Gregory Alpaca Gear Wagon überzeugte mich im Test komplett mit einer hervorragenden Verarbeitungen von robusten und widerstandsfähigen Materialien, den durchdachten Details und einer enormen Stabilität. Ausgelegt ist er für Familien, sowie Camper, die gerne mit viel Gepäck unterwegs sind und hier auch keine Abstriche machen wollen. Wer regelmäßig viel Gepäck transportiert und dafür etwas robustes und langlebiges sucht, ist mit dem Alpaca Gear Wagon genau richtig.
Zwar ist der Anschaffungspreis etwas höher als gewöhnliche Bollerwägen, allerdings zahlt sich dies sicherlich durch die Langlebigkeit des Materials, der Qualität, sowie der platzsparenden Art aus, sodass ich den Gregory Alpaca Gear Wagon wärmstens empfehlen kann.
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