Ich reise gern leicht und komme mit 50 L Volumen für zwei Wochen in der Regel gut klar. Auf Wanderungen ist ein klassischer Trekkingrucksack super, aber im Hotel oder in Jugendherbergen ist er unpraktisch, da man an den unteren Inhalt nur schwer herankommt und oft alles auspacken muss.
Jetzt darf ich den Gregory Border 50+15 testen. Dieser Rucksack sollte dieses Problem lösen:
• Er ist ein 50 L Reisekoffer, den man bequem öffnen und packen kann wie ein Trolley.
• Gleichzeitig lässt er sich als Rucksack tragen – ideal für Transfers, Bus, Bahn und Sightseeing.
• Obendrauf gibt es noch ein abnehmbares 15 L Daypack für Tagesausflüge oder als Handgepäck.
Ich bin gespannt, wie sich das Konzept im Reisealltag schlägt – insbesondere in Sachen Tragekomfort, Handling in Unterkünften, Organisation und Alltagstauglichkeit auf Touren.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Rucksackkorpus Robustes 600D Ripstop-Polyester aus 100 % recyceltem Material, wasserabweisend imprägniert (ohne PFAS). Schultergurte / Hüftgurt / Lendenpolster Bequeme Polsterung aus unterschiedlich dichtem Schaumstoff mit luftdurchlässigem Mesh für guten Tragekomfort. Innenfutter Leichtes Polyestergewebe aus 40 % recyceltem Material, ebenfalls wasserabweisend und ohne PFAS. |
| Volumen | 30, 40, 65 (50+15) L |
| Farben | Pool Party (blau), Black Lichen |
| Gewicht | 2,83kg |
| Maße | 64H x 33B x 42T cm |
| Empfohlene maximale Beladung | 23kg |
| Preis | 290€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Der Border 50+15 von Gregory macht auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Verbaut sind YKK-Reißverschlüsse – man fragt sich manchmal ohnehin, ob es überhaupt noch andere Hersteller gibt –, auf jeden Fall laufen sie sehr leichtgängig und sauber.
15L Daypack



Was mir sofort gefällt: Der 15 L Daypack ist inklusive und lässt sich fest auf dem Border befestigen. Er wird einfach über eine breite Lasche auf den Rucksack geschoben und oben mit einem Haken arretiert. 15 L sind zwar nicht viel, für einen kurzen Tagesausflug oder Städtetrip reicht es aber völlig aus. Auf einem männlichen Rücken wirkt er allerdings etwas wie ein Kinderrucksack.
Ein weiterer Vorteil ist, dass der Daypack komplett in den Border passt, was das Verstauen im Keller oder in der Abstellkammer sehr praktisch macht.


Innen bietet der Rucksack zwei große Fächer, ein kleines Netzfach und zwei Einschübe für Kugelschreiber. Außen gibt es ein kleines Fach mit Einhängehaken, zum Beispiel für den Schlüssel.
Außerdem gibt es jeweils links und rechts ein Mesh-Fach, zum Beispiel für eine Wasserflasche, einen Regenschirm oder andere Dinge, die schnell griffbereit sein sollen.
50L Border


Wie schon erwähnt, lässt sich der Border bequem wie ein Rucksack tragen. Er verfügt über einen Hüftgurt und einen in der Höhe verstellbaren Brustgurt; zudem lässt sich die Rückenlänge um bis zu 7 cm anpassen, alle Gurte sind gepolstert – man merkt sofort, dass das Tragen auf dem Rücken keine Notlösung, sondern bewusst vorgesehen ist. Gleichzeitig können die Gurte komplett mit einer Stoffabdeckung überzogen werden. Das ist praktisch, wenn man den Rucksack im Kofferraum, Busgepäckfach oder beim Fliegen verstauen muss oder einfach beim Aufräumen: Die Gurte baumeln nicht herum und verhaken sich nicht mit anderen Gepäckstücken.

Obwohl der Border eher ein Rucksack ist, lässt er sich wie ein Trolley öffnen. Man hat dann zwei Hälften nebeneinander, die sich bequem beladen lassen – man muss nicht alles von oben hineinstopfen. So kommt man auch bequem an alles heran, ohne alles ausräumen zu müssen. Durch die einzelnen Fächer bleibt alles an seinem Platz und man bekommt etwas Ordnung in das Chaos.
Das untere Fach, direkt am Rücken, ist das Hauptfach und deutlich größer als das obere – sinnvoll, da schwere Gegenstände näher am Rücken verstaut werden sollten. Die obere Hälfte ist zusätzlich zweigeteilt, um noch mehr Ordnung zu ermöglichen. Im großen Fach gibt es außerdem eine AirTech-Halterung.
Der Border verfügt außerdem über zwei Tragegriffe. Sie sind allerdings links und rechts vom Daypack angeordnet, was mir auf den ersten Blick etwas ungünstig erscheint – wie praktisch sie im Alltag wirklich sind, wird der Test zeigen.
Der Gregory Border wird aus recyceltem Polyester gefertigt und verzichtet auf PFAS-haltige Beschichtungen, was die Umweltbelastung reduziert. Gregory achtet auf eine lange Lebensdauer seiner Rucksäcke, nutzt umweltfreundlichere Verpackungen und analysiert die Auswirkungen seiner Produkte über den gesamten Lebenszyklus. Damit ist der Border nicht perfekt klimaneutral, aber das Unternehmen arbeitet aktiv daran, die Klimabilanz zu verbessern.
Praxistest
Gleich beim ersten Einsatz wollte ich es richtig wissen und hatte Wintersachen für sechs Nächte und insgesamt sieben Tage dabei. Im kleinen Rucksack waren zusätzlich Laptop, iPad, Kopfhörer, Regenjacke, Medikit, 950 ml Trinkwasser und etwas Essen verstaut. Unterm Strich war der Border 50 + 15 damit gut beladen – knapp 25 kg.
Das Packen macht richtig Spaß: Alles lässt sich ordentlich verstauen und ist durch die rechteckige Form sehr einfach zu organisieren – ganz ohne Tetris-Spiel. Die Netzfächer halten den Inhalt sauber in Position und erfüllen ihren Zweck sehr gut.
Das Gleiche gilt auch für den 15-L-Daypack. Mein 15-Zoll-Laptop passt perfekt hinein, ohne ihn hineinzuzwängen. Selbst wenn der Rucksack vollgepackt ist, lassen sich die seitlichen Netzfächer problemlos nutzen. Das hat sich später als großer Vorteil erwiesen, da ich den Rucksack häufig noch mit meiner Jacke vollstopfen musste – wer viel mit Rucksack unterwegs ist, weiß, was ich meine. Seitenfächer funktionieren bei vielen Rucksäcken nur solange, bis der Rucksack richtig voll ist, danach sind sie kaum noch nutzbar. Hier ist das nicht der Fall.
Was allerdings sofort auffällt, ist der kleine15-L-Daypack, der hinten am Border befestigt ist. Sinnvoll ist es sicherlich, ihn erst mal für die An- und Abreisse eher mit leichten Gegenständen zu beladen, damit der Schwerpunkt nicht zu weit vom Körper weg wandert. Für den Test wollte ich diese Beladung gerne Testen für die Befestigung und ich fand es im Zug praktischer.
Dabei konnte ich feststellen, dass der Border zwar klar dafür konzipiert ist, auf dem Rücken getragen zu werden, der Tragekomfort aber nicht ganz an einen guten Wanderrucksack herankommt. Er ist absolut in Ordnung, trotzdem habe ich ihn bei jeder Gelegenheit lieber abgestellt. Zur Not hat man jedoch immer die Möglichkeit, den Daypack nach vorne zu nehmen, um das Gewicht besser zu verteilen.
Der Daypack selbst ist für eine Sightseeing-Tour ideal – genau die richtige Größe. Das Einzige, was mir aufgefallen ist: Zumindest bei mir ließ er sich nicht besonders eng am Rücken tragen, da sich die Schultergurte dann in den Achseln bemerkbar machten. Ich habe ihn deshalb etwas lockerer getragen – meine Töchter würden sagen im „Baggy-Style“. Bei 15 Litern macht das kaum einen Unterschied und das Problem war sofort behoben.
Abgesehen davon sind 15 Liter erstaunlich viel Volumen – zumindest deutlich mehr, als ich erwartet hätte.

Zu guter Letzt habe ich noch die etwas ungewöhnlich angeordneten Tragegriffe ausprobiert – und ja, es ist genau so, wie ich vermutet habe. Es fühlt sich etwas merkwürdig an, den Border so zu tragen. Ich verstehe den Gedanken dahinter, dass die Griffe auch mit montiertem 15-L-Daypack erreichbar bleiben sollen, praktisch ist das aber nicht wirklich. Das Tragegefühl erinnert ein wenig daran, eine Getränkekiste einhändig zu tragen – es geht, ist aber nicht angenehm. Mir persönlich hätte ein zentraler Griff besser gefallen, auch wenn man dann auf ihn verzichten müsste, sobald der Daypack montiert ist.
Unterm Strich ist das aber Meckern auf hohem Niveau.
























Pro/Contra
Pro:
- Nur ein Gepäckstück für An- und Abreise
- Sehr gutes Verhältnis aus 50 L Hauptvolumen und 15 L Daypack
- Kombination aus Rucksack- und Trolley-Vorteilen
- Durchdachte Organisation und einfaches Packen
Contra:
- Ungünstig platzierte Tragegriffe links und rechts vom Daypack
Fazit
Der Gregory Border 50+15 ist ein durchdachter Reiserucksack für alle, die mit einem einzigen Gepäckstück unterwegs sein wollen, dabei aber nicht auf Ordnung und Flexibilität verzichten möchten. Die Kombination aus kofferartigem Öffnungssystem, echtem Rucksack-Tragesystem und abnehmbarem 15-L-Daypack macht ihn besonders vielseitig. Der Tragekomfort reicht nicht ganz an einen klassischen Wanderrucksack heran, ist für Reisen jedoch absolut ausreichend. Insgesamt ist der Border ein sehr praktischer Begleiter für Reise- und Städtetrips.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
