Für lange Zeit dachte ich, dass Gummistiefel unnötig sind, da ich so etwas höchstens ein- bis zweimal bei irgendwelchen Freizeitaktivitäten tragen würde. Doch mein letztes Sommercamp mit tagelangem Regen, Zelte aufbauen, mit Holz arbeiten und durch matschige Wiesen rennen – und das alles mit komplett durchnässten Schuhen – hat mich schließlich davon überzeugt, das Gummistiefeln doch ganz geschickt wären. Jetzt habe ich das Glück, die Damen Arctic Sport II Kurzstiefel – Muckboot zu testen. Sie durften mich als Ranger-Juniorleiterin und Teamerin bei mehreren Stammtreffs Abenteuer und voe allem beim Wintercamps begleiten. So kann ich wirklich herauszufinden, was die Artic Sport so drauf haben.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Obermaterial: 5 mm CR-Flex-Foam-Neopren Außen: Naturkautschuk (Rubber) Innenfutter: Fleece-Futter Sohle: Gummi |
| Größen | EU 36–42 |
| Farben | Grau karomuster, Magenta mit digitaldruck, Marineblau topographie, Olivgruen fischgraetmuster, Schwarz, Schwarz acai, Schwarz bueffel karomuster, Schwarz grau, Schwarz walnuss webmuster, Weinrot fischgraetmuster |
| Gewicht | 677g pro Stiefel in Grösse 40 |
| Maße | Schafthöhe: ca. 28 cm Absatz: ca. 3 cm Schaftweite: normal (nicht verstellbar) |
| Jahreszeit | Isolierung geeignet bis ca. 4°C bis −40 °C |
| Preis | 170€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Was sehr schnell auffällt, ist das dicke und grobe Profil der Sohle. Auch die insgesamt massive, dicke Bauweise der Sohle ist deutlich bemerkbar und vermittelt direkt einen stabilen Eindruck. Von außen ist gut zu erkennen, dass der Schaft aus zwei verschiedenen Materialien besteht: Die untere Hälfte ist aus robustem Gummi gefertigt wie man halt Gummistiefeln kennt, während die obere Hälfte aus flexiblem Neopren besteht. Diese Materialkombination fühlt sich gleich beim ersten reinschlupfen angenehm an. Was auch auffählt ist das die Stiefeln oben an dem Unterschenkel überall sauber anliegen, nicht wie bei herkömlichen, ohne zu arg zu spannen.
Am oberen Teil des Schafts befindet sich eine praktische Schlaufe, die das Reinschlüpfen deutlich erleichtert – besonders bei kalten Temperaturen und mit Handschuhen, war das beim Camp hilfreich. Im Inneren ist der Stiefel mit einem weichen Fleece-Futter ausgestattet, das den Tragekomfort zusätzlich erhöht und für ein angenehm warmes Fußklima sorgen soll.
Die ersten Schritte im Wohnzimmer fühlen sich schon mal sehr angenehm an, wie sich diese Eigenschaften beim längeren Gehen, Laufen und auch beim Rennen bewähren, wird sich aber im weiteren Verlauf des Tests zeigen.
Praxistest
Seit langer Zeit habe ich darauf gewartet, die Stiefel wirklich unter anspruchsvollen Bedingungen zu testen. Leider machte das Wetter in Deutschland dies zunächst nicht möglich. In meinen Winterferien bot sich jedoch die perfekte Gelegenheit: Fünf Tage lang war ich draußen in der Natur unterwegs, bei etwa 10 cm Schnee und Temperaturen immer im Minusbereich, Nachts sogar bis zu −15°C. Das sind ganz klar ideale Voraussetzungen, um die Gummistiefel unter realistischen Winterbedingungen auf die Probe zu stellen und ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.
Während ich am Aufbautag fast überall gefroren habe, waren meine Füße kein einziges Mal kalt. Für jemanden wie mich, der generell schnell friert und häufig kalte Füße hat, ist das ein riesiger Vorteil. Besonders positiv fiel mir auf, dass meine Socken beim Ausziehen der Stiefel an jedem Abend komplett trocken waren und vor allem nicht im Stiefel stecken geblieben sind.
Insgesamt konnte ich feststellen, dass ich während der gesamten Zeit kein einziges Mal an den Füßen gefroren habe, zumindest, solange sie in den Stiefeln waren.
Dank des dicken, groben Profils der Sohle waren selbst Geländespiele im Wald mit unebenen Böden und rutschigen Stellen kein Problem. Man hatte jederzeit einen sehr guten Halt und fühlte sich sicher beim Laufen und Rennen. Auch auf matschigen Wegen, feuchtem Waldboden oder leicht vereisten Stellen gaben die Stiefel Stabilität, sodass man sich problemlos bewegen konnte.
Besonders praktisch war, dass der Fuß fest im Schuh sitzt und nicht seitlich wegknickt, selbst bei schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen über Hindernisse. Insgesamt fühlten sich die Stiefel sehr zuverlässig an und machten jeden Schritt auf unebenem Gelände deutlich sicherer und entspannter.
Die Kombination aus Neopren und Gummi bot zudem einen angenehmen Komfort beim Laufen und Rennen. Dennoch muss ich erwähnen, dass ich nach längeren Läufen und vielen schnellen Bewegungen Blasen an den Füßen bekommen habe. Ob dies nun an den Stiefeln oder an meinen Socken lag, kann ich nicht genau sagen, trotzdem ist es erwähnenswert. Allerdings sollte ich auch erwähnen, dass ich schon immer Probleme mit Blasen an den Füßen habe – für mich war das also keine neue Erfahrung.
Eine Sache, für die ich besonders dankbar war, ist das einfache Reinschlüpfen in die Stiefel. Besonders praktisch zeigte sich das abends beziehungsweise Nachts, wenn man aus einem warmen Schlafsack aufstehen musste, um auf die Toilette zu gehen. Mit der Schlaufe am oberen Schaft konnte man die Stiefel im Handumdrehen an- und wieder ausziehen, ganz ohne Schwierigkeiten oder umständliches Hantieren.


















Pro/Contra
Pro:
- Gute Stabilität
- Super Isolation
- Kein Nässegefühl
- Einfaches An- und Ausziehen durch die Schlaufe
- …
Contra:
- Blasen nach längerem Laufen
Fazit
Die Muckboot Arctic Sport II Kurzstiefel haben im Praxistest überzeugt: Sie halten die Füße zuverlässig warm und trocken, selbst nach 5 Tagen durchgehend Minusgraden. Das grobe Profil und die stabile Sohle sorgen für sicheren Halt auf unebenem und rutschigem Gelände, während die Kombination aus Neopren und Gummi für angenehmen Tragekomfort sorgt. Dank der praktischen Schlaufe lassen sich die Stiefel leicht an- und ausziehen, selbst mit Handschuhe. Einziger kleiner Nachteil: Bei längeren Läufen oder schnellen Bewegungen können Blasen entstehen – was bei empfindlichen Füßen aber kaum überrascht. Insgesamt sind die Stiefel eine klare Empfehlung für Outdoor-Aktivitäten in kalten und nassen Bedingungen.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
