4-Personen-Zelte Testbericht

Fritz Berger Liberty 4 Familienzelt

Fritz Berger Liberty 4 FamilienzeltDer Hersteller Fritz Berger aus Neumarkt im Bayern fokussiert sich auf Campingzubehör. Als langjährig erfahrene Camper freuten wir uns bereits auf den Test des 4-Personen-Zeltes “Liberty 4”.
Da wir bisher hauptsächlich minimalistisch im kleinen Tunnelzelt unterwegs waren, waren wir gespannt, wieviel Luxus dieses Kuppelzelt bieten wird.

Fritz Berger Liberty 4 Familienzelt

Facts

Thema Info
Material Polyester mit PU-Beschichtung
Größen 4-Personen-Zelt
Farben Grün-schwarz
Gewicht 13,5kg
Maße Packmaß 73x29x29 cm
Zeltmaß 470x235x195cm
Preis 229 EUR lt. Katalog
Fritz Berger Liberty 4 Familienzelt

Erster Eindruck und Verarbeitung

Puh! Wenn man kleinere Zelte gewohnt ist, hat man erst mal ein ganz schön mächtiges Paket in der Hand. 13,5kg sind ein Gewicht, dass man für einen Urlaub mit dem Auto akzeptiert, aber nicht für eine Flugreise. Die Packtasche macht aber einen guten, durchdachten Eindruck. Ein Griff in guter Länge, dann ein Foto vom aufgebauten Zelt vornedrauf (hilft beim Aufbau zum Spicken!) und besonders gut: der Reisverschluss geht nicht nur über die Vorderseite, sondern auch über eine Seite der Tasche, so dass das Auspacken ganz einfach von sich geht. Die Aufbauanleitung ist praktischerweise in die Tasche genäht, so dass man sie immer zur Hand hat.

In der Tasche finden sich erst mal viele kleinere Päckchen

  • das Zelt selbst
  • zwei Innenzelte
  • ein Täschchen mit vielen Heringen
  • eine lange Tasche mit den Zeltstangen
  • ein zusätzliches kleines Zelttuch / Sonnensegel
  • eine Reparaturstange fürs Gestänge

Praxistest

Der erste Aufbau mit der Stoppuhr und ohne das Zelt vorher aufgebaut gesehen zu haben: 30 Minuten, und alles stand. Die Anleitung ist zwar rein deutsch, aber etwas arg spärlich gehalten; hier hätte es nicht geschadet, noch ein paar Zeilen Text mehr unterzubringen. Aber wenn man Zelterfahrung hat, ist schnell klar, welche Stange wohin kommt.
Zwei kurze Stangen (die farblich gleich markiert sind wie die entsprechenden Laschen) vorne und hinten ähnlich wie bei einem Tunnelzelt, und zwei lange Stangen über Kreuz machen dann das Kuppelzelt fertig.

Beeindruckend ist, dass das Zelt damit schon recht stabil steht. Man braucht erst mal keine Heringe und muss nichts abspannen. Bei Schietwetter könnte man jetzt ins Zelt und erst mal abwarten 🙂 Übrigens waren wir beim zweiten Aufbauen an dieser Stelle nach 15min angekommen, inklusive Auspacken aller Anteile. Besser steht das Zelt natürlich, wenn man an beiden Enden mal mindestens einen, besser drei Heringe befestigt und die robuste Plane etwas spannt.
Die Heringe sind einfach und funktional aus Edelstahl, allerdings keine superleichten Hightechprodukte, verbiegen sich also auch mal, wenn man auf einen Stein im Boden stößt.

Jetzt geht es an das Innenzelt. Hier kann man sich Zeit lassen, denn man ist ja im Trockenen. In der Mitte ist ein großer Aufenthaltsraum. Wir mussten uns erst daran gewöhnen, dass hier entspannte Stehhöhe von knapp zwei Metern herrscht – damit haben wir beim Camping nicht gerechnet. Nun gibt es zwei “Schlafkabinen”, die links und rechts eingehängt werden. Das geht völlig intuitiv: In den Ecken sind Ösen, und die Schlaf-Innenzelte haben entsprechende Haken. Hinten unten in Eck, wo das Zelt spitz zu geht, ist es etwas pfriemelig, aber machbar. Nach einer Minute hängt das erste Innenzelt, und ebenso schnell das zweite. Damit ist der Aufbau auch schon fertig.

Zu den “Extras”: Von außen auffällig und außergewöhnlich gut durchdacht sind die neongelben Abspannseile. Wie oben genannt, braucht man die (bei gutem Wetter) nicht unbedingt, aber zum Beispiel zum Aufbau des Sonnensegels, das aus dem Eingang rausgeklappt wird, sind sie notwendig. Jeder Zelter, der bei Nacht schon mal über so eine meist graue Leine gestolpert ist, wird das Neongelb freudig begrüßen! Ein großes Lob an Fritz Berger für die Idee.

Das Zelt hat übrigens zwei gleichartige Eingänge mittig gegenüberliegend. Das bräuchte man nicht unbedingt, vielleicht hätte da ein Fenster gereicht, aber es erleichtert natürlich die Planung auf dem Zeltplatz. Auch diese Eingänge sind multifunktional. Obendrauf liegt erst mal das angesprochene Sonnensegel, das eine Öffnung für ein aufklappbares Fenster-“Rollo” hat. Dieses hat einen geschlossenen durchsichtigen Teil, aber auch einen offenen Teil mit Fliegengitter. Dahinter befindet sich die eigentliche Eingangstür, die wieder einen Fliegengitter hat. Alles wird mit doppelten Reißverschlüssen geöffnet. An den seitlichen Enden befinden sich Fenster, die wieder multifunktional sind: Entweder ganz geschlossen, oder leicht ausgestellt (für Regenwetter) oder ganz geöffnet. Natürlich wieder mit Fliegengitter. Wie bei Zelten üblich werden die Fensterklappen nach oben aufgerollt und oben mit Ösen befestigt. Leider sind die Ösen an normalen Stoffbändchen befestigt. Bequemer wäre hier ein Gummizug gewesen.

Zum Schlafen verteilten wir uns (vier Personen) auf die beiden Schlafkabinen. Auch diese sind durchdacht gebaut: Unten eine stabile Plane als Boden, oben ein feines Gewebe und vorne eine doppelfunktionale Tür: Mit dem einen Reißverschluss (auch doppelt ausgelegt) verschließt man eine blickdichte Tür, mit dem anderen ein luftiges Fliegengitter. Würde sich die Tür seitlich öffnen statt nur nach unten, wäre es vielleicht etwas komfortabler zum Einsteigen. Innen hat man grob 2m Länge, aber nur etwa 1,30m nutzbare Breite pro Kabine. Für einen Erwachsenen und ein Kind problemlos, aber für zwei Erwachsene eher eng. Sehr positiv anzumerken ist der große Abstand von ca. 15cm zwischen Innen- und Außenzelt. Da sich ja meistens nachts Kondenswasser an der Innenseite des Außenzelts sammelt, wird man im Innenzelt auch nicht nass, wenn man mal etwas kräftiger an die Innenzeltwand stößt.

Wir verbrachten ein paar Tage und Nächte im Zelt und genossen sowohl den Schlafkomfort als auch den geräumigen Innenraum. Praktisch fanden wir auch die vielen zusätzlichen Ösen im Zelt. Oben in der Kuppel hing die Lampe, und auch für Handtücher oder Kulturbeutel findet man einen Platz zum Aufhängen. In den Schlafkabinen gibt es außerdem an jedem Ende ein großes Ablagefach für Brille, Geldbeutel usw.

Leider kommt jeder Urlaub auch an ein Ende, so stand der Abbau an. Prinzipiell einfach: Innenzelte aushängen (2x1min), Zeltstangen raus (10min). Nur dann muss alles ja wieder in die Packtasche… Wir haben das Zelt im Rahmen des Tests mehrfach auf- und abgebaut, und brauchten anfangs mehrere Versuche, bis alles reingepasst hat. Es dauerte bei uns zu zweit nochmal 10 Minuten fürs Verpacken in die Tasche. Aber danach lag wieder die kleine robuste Tasche bei uns und freut sich nun auf den nächsten Urlaub 🙂

Pro/Contra

Pro:

  • Sehr geräumiger Innenraum mit Stehhöhe
  • Gut durchdachte Innenzelte zum Schlafen
  • Viele multifunktionale Fenster und viele Haken im Zelt
  • Neongelbe Spannschnüre
  • Lässt sich notfalls auch alleine aufbauen

Contra:

  • Bedienungsanleitung sehr knapp gehalten
  • Knapp bemessener Packsack
  • Heringe sind eher einfach und verbiegen sich schnell

Fazit

Wenn man kein Problem mit den großen Abmessungen und dem hohen Gewicht hat, findet man im Fritz Berger Liberty 4 ein luxuriös ausgestattetes Zelt für einen längeren Campingurlaub zu einem sehr guten Preis. Wir haben den Komfort genossen.
An einzelnen Stellen merkt man aber, dass verglichen mit Hightech-Zelten Kompromisse an der Ausführung und am Gewicht eingegangen werden mussten.


Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
Fritz Berger Liberty 4 Familienzelt

Frank & Steffi

Zelten - gerne in kalten Ländern wie Alaska oder Island - ist der
liebste Urlaub der Familie. Dabei legen sie Wert auf hochwertige und
leichte Produkte. Seit die zwei Kids dabei sind, darf es aber auch mal
ein Wochenende im Schwarzwald sein.

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