Schuhzubehör Testbericht

HIVE PIKLA Abstiegshilfe

HIVE PIKLA AbstiegshilfeWer kennt nicht das Problem von schmerzenden Knien bei oder nach einem steilen und langen Abstieg? Selbst intensives Abstützen auf Trekkingstöcken, gut gedämpfte Schuhe oder die richtige Gehtechnik bringen meist keine vollständige Schmerzfreiheit, insbesondere wenn man schon vorbelastete Knie hat.
Doch eine neue Innovation von HIVE könnte hier Abhilfe schaffen. Es wurde eine Abstiegshilfe Namens PIKLA entwickelt, die man sich im Ballenbereich unter den Wanderschuh schnallen kann. Durch weniger Neigung im Knie, soll das Gelenksystem so entlastet werden. Wir sind auf das Ergebnis des Tests sehr gespannt…

HIVE PIKLA Abstiegshilfe

Facts

Thema Info
Material Polyester, Holz, spezieller Schlauch, welcher abriebfest ist
Größen Unisize: EU 38 bis 45
Farben schwarz
Gewicht 225 Gramm pro Fuß
Preis 59,95 €

HIVE PIKLA Abstiegshilfe

Erster Eindruck und Verarbeitung

Die Abstiegshilfe wird in einem hellen Baumwoll-Stoffbeutel mit Gebrauchsanweisung geliefert. Hier hätte ich mir eine dunklere Farbe für den Beutel gewünscht, bei der man den Schmutz nicht so direkt sieht. Der Beutel kann auch leider nur bei 30 Grad gewaschen werden.
Die Gebrauchsanweisung auf einem DIN-A4-Blatt gedruckt und leicht verständlich. Es ist auch ein Bild aufgedruckt, mit Erklärung wie die Abstiegshilfe anzulegen ist. Hier wird auch deutlich gemacht, dass die ersten Versuche nicht direkt im schwierigsten Gelände durchgeführt werden sollten und die Benutzung in eigener Verantwortung geschieht.

Die Gurte wirken stabil, sind untereinander mit Nieten verbunden und ordentlich verarbeitet. Der Klotz an sich hat einen Holzkern, der seitlich zu sehen ist und mit einem abriebfestem 0,5 cm dicken Gummi-Schlauch umwickelt ist. Dieser ist mit drei Schrauben am Holz fixiert. Der Gurt ist jeweils seitlich am Holzklotz verschraubt. Diese Verbindungen wirken stabil und robust. Insgesamt erscheint das Produkt recht einfach aufgebaut und wirkt fast wie selbst gebastelt, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss.

Praxistest

Getestet wurde die Abstiegshilfe auf diversen verschiedenen Untergründen vom einfachen Wiesen- und Waldweg bis hin zu Schotter-, Kies- und Geröllwegen.
Der Hersteller gibt an, dass die Abstiegshilfe auf jede Schuhform passt, egal ob Berg- oder Halbschuh. Es sollte jedoch zwingend festes Schuhwerk sein. Ich persönlich habe sie im Gelände mit leichten Wanderschuhen, sowie richtigen Bergstiefeln getestet. Da ich schon eine Knie-Operation hinter mir habe, kämpfe ich vor allem beim Abstieg immer wieder mit Knieschmerzen, trotz Wanderstöcken. Von daher bin ich auf den Test gespannt …

An- und ausgezogen ist die Abstiegshilfe recht schnell. Ich habe sie immer direkt im Stehen angelegt. Einfach auf den Block vorne drauf gestanden und direkt in den vorderen Gurt geschlüpft. Dann kann man die Gurte seitlich mittels einer Plastikschnalle schließen und anschließend festzurren. Bevor man auf Tour geht kann man schon das mitgelieferte Klettband an seinen Wanderschuh an die Ferse kleben. Damit wird der Gurt dann hinten am Schuh fixiert.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Klettband im Langzeittest durch Wasser- und Schmutz vom Schuh lösen wird. Glücklicherweise ist dies jedoch ein Standard Klett-Klebeband und kann leicht nachgekauft werden. Durch Verschieben des Blocks unter dem Ballen kann die PIKLA an verschiedene Steigungen angepasst werden. Hat man den Block weiter vorne, eignet es sich für geringeres Gefälle und entsprechend weiter hinten für steilere Abstiege.

Die Idee zur patentierten Abstiegshilfe PIKLA ist zwar simpel, jedoch trotzdem genial. Durch den Block im Ballenbereich muss der Fuß nicht so sehr nach unten gebeugt werden. Ähnlich wie bei einer Treppe, bleibt das Fußgelenk so eher im rechten Winkel. Dadurch wird automatisch das Kniegelenk geschont, da es sich so nicht durchbiegt und anschließend zu stark nach vorne ausweichen muss um zu bremsen.
Das Knie kann als Ergebnis besser abfedern und bekommt so weniger Stoßbelastung. Zusätzlich wirkt die PIKLA durch den Gummischlauch noch dämpfend und federnd auf die Gelenke.

Der Fuß an sich rollt durch den Block auch besser ab und die Zehen werden dadurch ebenfalls entlastet, da sie erst ganz am Schluss der Abrollbewegung leicht aufsetzen. Durch das horizontale Aufsetzen des Fußes und den Gummischlauch ergibt sich ein weiterer wichtiger Vorteil beim Abstieg: Man rutscht weniger nach vorne weg.
Bisher (ohne PIKLA) bin ich gerade auf Kies- oder Geröllwegen beim Bergabgehen immer wieder nach vorne weggerutscht und konnte mich gerade noch fangen. Das sind ungute Bewegungen für Sehnen und Gelenke. Mit der PIKLA passiert dies tatsächlich seltener. Dies trägt meiner Meinung nach enorm zur Sicherheit bei einem Abstieg bei.

Insgesamt bin ich von der Idee überzeugt. Bei mir sind die Knieschmerzen beim Abstieg deutlich weniger geworden. Hat man sich erstmal an die PIKLA unter den Schuhen gewöhnt, kann man auch ganz natürlich damit gehen und das verbesserte Abrollverhalten des Fußes genießen. Durch die geringere Beugung im Fußgelenk entsteht auch weniger Reibung im Fersenbereich. So kann sicherlich auch Blasenbildung an der Ferse verhindert werden, sollte man hier empfindlich sein. (Ich selbst bekomme nie Blasen an der Ferse, weshalb ich es nur vermuten kann.)

Pro / Contra

Pro

  • Entlastung der Zehen und Knie
  • Weniger Rutschen
  • Reduzierte Blasenbildung an Ferse
  • Einfaches An- und Ablegen

Contra

  • Heller Transportbeutel

Fazit

Die Abstiegshilfe PIKLA von Hive hat mich positiv überrascht. Sie schafft es beim Abstieg Knieschmerzen zu verhindern und die Zehen zu entlasten. Der Gummischlauch sorgt zusätzlich für mehr Sicherheit, da man auf Geröll und Schotter weniger wegrutscht. Man kann die PIKLA leicht und schnell direkt im Stehen anziehen.


Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
HIVE PIKLA Abstiegshilfe

Jessi

Jessi macht jedes Jahr ein bis zwei Fernwanderungen im Ausland. Ihren sonstigen Urlaub verbringt sie im selbst ausgebauten Campervan entweder in den Bergen auf dem Klettersteig oder beim Kitesurfen.
Im Alltag geht sie gerne Laufen, Mountainbiken und Klettern/Bouldern.

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2 Kommentare

  • Hi,

    das klingt sehr vielversprechend. Meine Knie waren schon immer empfindlich, vor allem bei Stoßbelastungen wie beim Springen, Laufen oder eben Bergabgehen.

    Ich habe allerdings Schuhgröße 50. Ist das eine harte Obergrenze von 45 oder ein Idealbereich? Falls ihr euch das anhand des Produkts überlegen könntet, würde ich mich über eine Antwort freuen!

    Der beschränkte Größenbereich sollte dann evtl. als negativer Punkt aufgenommen werden.

    Viele Grüße!

    • Hi Philipp,
      wir haben uns mit HIVE in Verbindung gesetzt und können dir folgende Auskunft geben.
      HIVE hat aktuell die Abstiegshilfe mit einem Schuh der Größe 48 EU getestet. Da passt die Abstiegshilfe noch sehr gut!
      Größe 50 EU kann dir von HIVE gerne als Spezialanfertigung gemacht werden.
      Da dann bitte direkt an HIVE wenden.

      Grüße
      Lefdi

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