Für meine Trailtouren durfte ich die Vaude Moab Hip Pack 4 testen. Die Hüfttasche richtet sich laut Hersteller an Mountainbike, Gravel und Touren-Fahrer die nur das Nötigste transportieren möchten: Werkzeug, Snacks, eine Windjacke und eine kleine Trinkflasche. Mit 4 Litern Volumen, vielen Organisationsfächern und nachhaltigen Materialien bringt sie in der Theorie viel Stauraum mit. Bereits vorab kann ich sagen, dass der Test auch ein großes Aber mit sich bringt.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | 100% Polyester (recycelt) |
| Volumen | 4 Liter |
| Farben | black, cedar wood, nordic blue |
| Gewicht | 395 Gramm |
| Regenhülle | Ja (100% Polyamid – recycelt) |
| Preis | 80,00 € |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Positiv fällt zunächst die Verarbeitung der Tasche auf. Diese wirkt sehr sauber und ist an der Rückseite angenehm gepolstert. Die Fächeraufteilung ist überwiegend gut durchdacht. Zwei Hüfttaschen, von denen eine die Regenhülle beinhaltet, ermöglichen schnellen Zugriff auf Kleinigkeiten.
In den extra dafür vorgesehenen Fächern finden Werkzeuge, Schlüssel oder Ersatzschlauch Platz. Der Mehrwert des Trinkflaschenfachs erschließt sich mir allerdings nicht, da dieses bei der kleinen Tasche wertvollen Platz blockiert. In den meisten Fällen kann die Flasche sowieso am Fahrradrahmen befestigt werden. Daher wirkt diese Lösung auf mich eher wie ein Kompromiss. Die schwarze Tasche verfügt über einen Hüftgurt mit Klettverschluss sowie über eine zusätzliche Verschlussschnalle.
Praxistest
Im Praxiseinsatz zeigen sich dann auch einige Schwächen der Hüfttasche. Der größte Kritikpunkt ist die Gewichtsverteilung. Trotz der laut VAUDE „optimal mittig“ platzierten Trinkflaschenhalterung liegt der Schwerpunkt der Tasche weit außen beziehungsweise nach hinten versetzt. Unabhängig davon, ob sich eine Flasche in der Tasche befindet oder aber auch nicht. Gerade bei Uphill-Passagen zieht die Tasche dadurch unangenehm nach hinten unten. Dies stört besonders auf technischen Anstiegen.
Auch der Hüftgurt konnte im Test nicht vollständig überzeugen. Damit die Tasche beim Fahren nicht verrutscht, muss der Gurt sehr fest angezogen werden. Dadurch sitzt sie zwar stabiler, beginnt aber schnell unangenehm in den Bauch ein zuschneiden. Lockert man den Gurt etwas für mehr Komfort, neigt die Tasche wiederum dazu, bei ruppigen Trails zu verrutschen. Hier hätte ich mir einen stabileren und gleichzeitig komfortableren Sitz gewünscht.
















Pro/Contra
Pro:
- sehr hochwertige Verarbeitung
- leichtläufige Reisverschlüsse
- viel Stauraum
Contra:
- unpraktische Gewichtsverteilung
- Trinkflaschenfach funktioniert in der Praxis nicht
- der Hüftgurt ist entweder unbequem oder die Tasche verruscht
Fazit
Unterm Strich ist die Moab 4 eine hochwertig verarbeitete Hüfttasche mit cleverer Organisation und nachhaltigem Konzept. Für entspannte Touren mit der nötigsten Ausrüstung funktioniert sie gut.
Nach Abschluss der Testphase innerhalb derer ich die Tasche ausschließlich beim Enduro fahren testete bin ich eher unzufrieden mit ihr. Der Test offenbart einige Schwächen der Hip Pack.
Wer häufig technisch bergauf fährt oder maximale Stabilität und Bewegungsfreiheit sucht, dürfte mit der Gewichtsverteilung und dem Hüftgurt nicht glücklich werden. Legt man Wert darauf, möglichst viel Flüssigkeit mitzuführen, und keinen Rucksack tragen ist es sicherlich eine Kompromisslösung. Wem allerdings die Flaschenhalterung am Rahmen des Mountainbikes ausreicht kann den Stauraum Stauraum anderweitig nutzen oder ganz auf die Tasche versichten.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
