Wer kennt es nicht: Man ist stundenlang unterwegs, die Sonne brennt auf das Autodach, und die Sehnsucht nach einem eiskalten Getränk wächst mit jedem Kilometer. Thermotaschen stoßen hier schnell an ihre Grenzen und hinterlassen oft nur lauwarmen Frust. Deshalb haben wir uns für das nächste Outdoor-Abenteuer ein echtes Kraftpaket geholt: In diesem Testbericht nehmen wir die kompakte Vevor Kompressorkühlbox mit 15 Litern Fassungsvermögen genauer unter die Lupe und verraten euch, ob sie unseren Roadtrip-Alltag wirklich revolutionierte.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Kunststoff |
| Größen | 15 Liter Fassungsvermögen |
| Farben | Grau |
| Gewicht | ca. 9,5 kg |
| Maße | 55 x 33 x 26 cm |
| Preis | ca. 150 EUR |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Beim Auspacken fällt sofort das schlichte, robuste Design auf. Die Kühlbox wirkt trotz ihres Kunststoffgehäuses erstaunlich stabil und optimal auf den mobilen Einsatz ausgelegt. Die abgerundeten Ecken wirken stylisch. Alles ist sauber verarbeitet. Zwei gut geformte Tragemulden auf den Längsseiten erlauben bequemes Tragen.
Mit ihren kompakten Maßen passt sie gut hinter den Beifahrersitz oder in den Kofferraum unseres Family-Vans. Das Bedienfeld mit der integrierten Temperaturanzeige ist übersichtlich gestaltet: Ein/Aus, Max/Eco, Temperatur hoch/runter, Kindersicherung. Es werden zwei Anschlusskabel mitgeliefert, eines für die klassische heimische 230V-Steckdose sowie eines für den Zigarettenanzünder im Auto. Mit ca. 3 Metern Länge sind die Kabel ausreichend lang. Unser Testmodell hat dazu noch als Extra eine Bluetooth-Verbindung, mit der sich die Kühlbox mit einem Handy verbinden lässt.
Praxistest
Auf der Straße musste die Box dann zeigen, was in ihr steckt. Wir haben das Gerät sowohl am 12V-Bordnetz im Auto als auch an der Steckdose auf dem Campingplatz betrieben. Nach Anschluss der Stromversorgung leuchtet das Display auf. Mit Hoch-Runter-Tasten kann man die Zieltemperatur in Gradschritten einstellen von ca. -20 bis +20 Grad. Auf dem kleinen Display wird die aktuelle Innenraumtemperatur angezeigt. Nach einigen Sekunden ohne Bedienung aktiviert sich die Kindersicherung, was wir mit unseren neugierigen Jungs besonders nützlich fanden. Man will ja nicht, dass irgendeiner rumspielt und Quatsch einstellt 😉
Mit der Tuya-App (einem Smart-Home-System) lässt sich die Kühlbox übers Handy komfortabel steuern. Hier kann man neben der Temperatur auch verschiedene weitere Einstellungen wie den Batteriewächter festlegen. Besonders praktisch fanden wir, dass man die Kühlbox auch mit einem Tuya-Gastzugang ohne Account, d.h. ohne Preisgabe von persönlichen Daten, steuern kann.
Innenraum
Der Innenraum von 15 Litern klingt im ersten Moment überschaubar, aber für einen kleinen Roadtrip reicht der Platz für Würstchen, Grillkäse und einigen Getränken locker aus. In unserem Test passten beispielsweise 15 kleine Flaschen Bier (0,3l) oder 5 große Flaschen Softdrinks rein. Die Höhe reicht stehend für 0,5l-Dosen, aber leider nicht für die bei uns üblichen 1l-Tetrapacks.
Ein Thema bei Kompressorkühlboxen ist oft die Geräuschentwicklung. Wenn der Kompressor anspringt, ist ein Summen zu hören. Laut Hersteller sind es ca. 45dB, was einem ruhigen Wohnviertel bei Nacht entspricht. Das kommt vom Kühlprinzip, denn die Kühlbox hat wie ein Hauskühlschrank einen Kompressormotor. (Nur zuhause steht der eben in der Küche und nicht im Schlafzimmer.) Wir waren gespannt. Und – die Vevor-Kühlbox ist echt leise! Deutlich leiser als der Lüfter unserer (hochwertigen) thermoelektrischen Peltier-Kühlbox, und dabei ist die Kühlleistung viel höher. Ein weiterer Pluspunkt für Vevor.
Kühlleistung
Als Techniker haben wir uns natürlich auch den Stromverbrauch in unserem „Testlabor“ angeschaut. Bei einer eingestellten Temperatur von 8 Grad (entspricht dem heimischem Kühlschrank) braucht das System im Abkühlvorgang maximal 35 Watt Leistung. Im Dauerbetrieb wäre das weniger als eine Kilowattstunde pro Tag, also ca. 0,50 Euro Stromkosten. Dazu ist es aber auch noch so, dass die Kühlbox bei erreichter Zieltemperatur ihr Kühlaggregat abschaltet und dann nur noch 4 Watt braucht, so dass es in der Praxis ein deutlich geringerer Stromverbrauch einstellen wird. Wie viel Prozent der Zeit die Box im Kühlmodus sein muss, hängt natürlich von der Außentemperatur ab.
Damit ist aber der Stromverbrauch so niedrig, dass das System auch kürzere Standzeiten ohne Motor an der Autobatterie übersteht. Und wer in seinem Campingvan eine Solaranlage hat, kann die Kühlbox bei guter Sonne (und dann braucht man ja besonders die Kühlung) permanent laufen lassen. Wir haben das übrigens in einem VW-Bulli mit entsprechender Ausstattung getestet.
Nun zur Kühlleistung, denn die ist ja wichtig. Wir haben zwei Labortests durchgeführt, einmal für Getränke (Zieltemperatur 8 Grad), und einmal für Eis (Wasser gefrieren lassen).
Für den ersten Test haben wir die Box bei Zimmertemperatur mit ungekühlten Getränken befüllt. Innerhalb von einer Stunde waren im leisen und stromsparenden ECO-Modus innen 15 Grad, und nach insgesamt zwei Stunden die 8 Grad Zieltemperatur erreicht.
Beim zweiten Versuch haben wir die Box an ihre Grenzen bringen wollen: Komplett befüllt mit Eiswürfelbehältern voller zimmerwarmem Wasser haben wir sie im MAX-Modus auf -8 Grad einstellt. Die Leistungsaufnahme steigt dann auf ca. 45 Watt. Das war wohl etwas zu viel auf Dauer, denn nach 4 Stunden war zwar das Wasser angefroren, aber die Kühlung schaltete sich mit Fehlerpiepsen und Meldung E6 (Überlast) ab. Wir haben entsprechend der Anleitung neu gestartet und sie dann im ECO-Modus weiterlaufen lassen. Über Nacht bekamen wir damit erfolgreiche eine komplette Füllung Eiswürfel (zufällig passend zur Gartenparty unserer Nachbarn…). Unser Messgerät zeigte 0,5kWh Energieverbrauch für die 18 Stunden Betrieb – also besser als oben abgeschätzt.
Die Gegenprobe haben wir auch gemacht: Ausgeschaltet an einem durchschnittlich warmen Sommertag erwärmt sich der Inhalt pro Stunde um ca. 2 Grad. Wenn man da noch einen Kühlakku oder ein paar Eiswürfel aus dem Gefrierfach mit reinlegt, ist das absolut ausreichend fürs Picknick (Wir haben es mit Eis am Stiel für die Kinder erfolgreich ausprobiert – die Kinder vergeben noch einen Pluspunkt für Vevor!)
Apropos Eiswürfel: Die schmelzen ja möglicherweise irgendwann, und dann sammelt sich Wasser im Innenraum. Vevor hat hier wirklich mitgedacht, denn am Boden befindet sich ein kleiner Stöpsel, mit dem man das Wasser unten ablaufen lassen kann. Auch zur Reinigung, wenn doch mal die Apfelschorle der Kinder ausgelaufen ist, ist das sehr praktisch.
Übrigens kann das System laut Hersteller Schräglagen bis 45° verarbeiten ohne Probleme zu bekommen. Damit lässt es sich auch locker bei Offroad-Fahrten oder auf einem Boot betreiben.


























Pro/Contra
Pro:
- Tolle Kühlleistung bei geringer Stromaufnahme
- Bequeme Tragegriffe
- Nutzung im Auto und an der Steckdose möglich
- Wasserablauf im Boden
- App geht ohne Account
Contra:
- Schaltet im MAX-Modus irgendwann ab
- Anleitung ist nur auf Englisch
Fazit
Die Vevor Kompressorkühlbox 15L hat uns im Outdoor-Alltag absolut überzeugt. Für einen vergleichsweise kleinen Geldbeutel liefert sie eine echte Kompressor-Leistung, die herkömmliche thermoelektrische Kühlboxen meilenweit hinter sich lässt. Sie kühlt extrem schnell runter, ist solide verarbeitet und lässt sich dank ihrer kompakten Maße überall verstauen. Wer eine günstige, zuverlässige und mobile Kühlbox fürs Picknick mit der Familie, für Festivals oder den nächsten Roadtrip sucht, macht mit diesem Modell absolut nichts falsch. (Und wer ein größeres Modell sucht als die von uns getesteten 15 Liter, wird bei Vevor auch fündig!)
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
