Im Sommer habe ich die Darn Tough – 5020 Micro Crew Lightweight Hiking ausführlich getestet – inklusive Garantie und Langzeiterfahrung. Darn Tough hat natürlich auch Wintersocken im Sortiment, und nun darf ich die Men’s Mountaineering Micro Crew Heavyweight Hiking Socks testen.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | 70% Merino Wool, 28% Nylon, 2% Lycra Spandex |
| Größen | M, L, XL (41-49) |
| Farben | Geyser & Smoke |
| Gewicht | 129g / Paar in L |
| Preis | 41,90 |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Da ich auf die Qualität von Darn Tough schon ausführlich eingegangen bin und ehrlich gesagt ein bisschen begeistert bin, vor allem von der lebenslangen Garantie, werde ich mich bei diesem Paar bewusst stärker auf die Funktion konzentrieren.
Wer mehr zur Garantie und zur allgemeinen Qualität lesen möchte, dem empfehle ich den Test der Darn Tough – 5020 Micro Crew Lightweight Hiking zu lesen. Dort habe ich ein Paar über 11 Wochen hinweg getragen – 690.408 Schritte und 565,68 Kilometer, gewaschen eventuelle drei, vier mal, also die Socken. Ich selber natürlich öfters.
Was sofort auffällt: Die Socken sind natürlich deutlich dicker als die Darn Tough – 5020 Micro Crew Lightweight Hiking und wiegen auch etwa das Doppelte. Gleichzeitig sind sie lang genug, um noch ein wenig über meinen Wanderstiefel hinauszuragen.
Ebenfalls auffällig ist, dass der Socken von außen klar in verschiedene Bereiche unterteilt ist – und zwar nicht nur farblich, sondern auch durch unterschiedliche Strick- und Verarbeitungsmuster. Wie bei gutem Outdoor-Equipment üblich, dient auch hier jedes Detail einem bestimmten Zweck.
Innen wirkt der Socken dagegen überall gleich.
Da die Außenschicht beim Wintermodell optisch stark an die Sommersocken erinnert, die innere Schicht jedoch deutlich anders aufgebaut ist, gehe ich davon aus, dass vor allem die Innenseite für den Wärmeerhalt verantwortlich ist. Außen sitzt der Socken im vorderen Bereich enger und wird nach oben hin zunehmend weiter. Dadurch wird der Fuß vorne gut komprimiert, was die Durchblutung unterstützt. Gleichzeitig ist der Schaft nach oben hin weiter gearbeitet, um Feuchtigkeit besser nach außen abzuleiten. Am Schaft sind zudem deutlich ausgeprägte Rillen zu erkennen. Diese wirken vermutlich wie kleine Kapillaren und sollen den Feuchtigkeitstransport zusätzlich unterstützen.
Praxistest
Als Erstes hatte ich die Socken im Sommer bei meinen Abenteuern dabei, um sie nachts im Schlafsack anzuziehen. Ich weiß, im Sommer geht man(n) normalerweise nackt in den Schlafsack – aber was soll ich sagen, ich bin einfach etwas verfroren.
Worauf ich hinauswill: Normalerweise nehme ich dafür dicke Wollsocken mit. Die Darn Tough sind jedoch erstens wirklich sehr bequem, angenehm warm, ohne dass man darin schwitzt, und vor allem im Verhältnis zu klassischen Wollsocken nur etwa halb so groß im Packmaß.
Da ich beruflich sehr oft den ganzen Tag draußen auf Montage bin, konnte ich die Socken bereits mehrfach und unter realistischen Bedingungen testen. Auf Montage bin ich zwar ständig auf den Beinen und in Bewegung, oft aber eher auf der Stelle. Beim Montieren und Verkabeln von Werbeanlagen laufe ich auf kalten Gerüsten hin und her – das ist mit einer ordentlichen Wanderung nur bedingt vergleichbar.
Jeder kennt das: Solange die Füße in Bewegung sind, werden sie gut durchblutet. Steht man länger, merkt man die Kälte deutlich schneller. Und ja, nach einer gewissen Zeit habe auch ich kalte Füße bekommen – nicht zuletzt durch die Stahlkappenschuhe. Ich finde es wichtig, hier ehrlich zu sein: Es gibt keinen Socken und keinen Schuh, der einem im Winter stundenlang draußen dauerhaft warme Füße garantiert.
Positiv aufgefallen ist mir aber Folgendes: Bisher hatte ich bei solchen Einsätzen immer zusätzliche Wollsocken oder dicke Wintersocken dabei, die ich bei Bedarf als zweite Schicht übergezogen habe. Das führte allerdings oft dazu, dass es im Schuh recht eng wurde.
Mit den Men’s Mountaineering Micro Crew Heavyweight Hiking Socks ist das nicht nötig. Morgens anziehen – und gut. Kein Druck im Schuh, kein ständiges An- oder Ausziehen und auch kein unangenehmes Schwitzen, wenn ich zwischendurch drinnen bin. Für mich persönlich ein klarer Pluspunkt.
Selbstverständlich habe ich die Socken auch beim Wandern getestet – unter anderem bei meiner Sightseeing-Tour durch Paris. Natürlich ist das keine klassische Wanderung, aber ich bin bei Temperaturen zwischen etwa –4 °C und +5 °C im Durchschnitt rund 12 Kilometer pro Tag gelaufen. Dabei hatte ich zu keiner Zeit wirklich kalte Füße, obwohl ich zwischendurch immer wieder in Warteschlangen stand und auf Einlass warten musste.
Dazu kommt, dass ich privat seit rund drei Vierteljahren ausschließlich Barfußschuhe trage. Durch die deutlich dünnere Sohle sind diese spürbar kälter als herkömmliche Schuhe – ein zusätzlicher Härtetest für die Socken.
Ganz nebenbei wurde dabei auch eine typische Merino-Eigenschaft auf die Probe gestellt: Ich hatte nur drei Paar Socken dabei, musste aber zwei davon meiner Frau und meiner Tochter überlassen, da sie beim Packen eher auf Optik als auf Funktion geachtet wurde. Am Ende habe ich die Men’s Mountaineering Micro Crew Heavyweight Hiking Socks sieben Tage lang durchgehend getragen. Das Ergebnis war überraschend, sie haben nicht mehr frisch gewaschen gerochen aber auch nicht gestunken.
Der richtige Härtetest folgte dann kurz darauf bei einer Nachtwanderung bei –8 °C. Dabei trug ich tatsächlich dieselben Schuhe, die Tracker Leather AT Men von Vivobarefoot – nebenbei bemerkt der beste Wanderschuh, den ich bisher hatte, nur mal so am Rande.
Hier hat sich dann aber auch klar gezeigt, dass die Kombination aus Barfußschuh und Heavyweight-Socke an ihre Grenzen kommt. Solange man in Bewegung ist, ist alles gut. Sobald man jedoch stehen bleibt, merkt man sofort, wie sich die Kälte im Fuß ausbreitet.
Nachdem wir das Lager aufgebaut und gegessen hatten, waren die Füße schließlich vom herum sitzen so weit ausgekühlt, dass ich das Bedürfnis hatte, in meinen Schlafsack zu kriechen. Aber wie schon gesagt: Im Winter dauerhaft warme Füße zu behalten, ist und bleibt schwierig – egal mit welchem Socken- oder Schuhsystem.
Am Schluss ist mir natürlich die Abnutzung an Ferse und Fußballen aufgefallen. Ich würde einfach mal behaupten, dass sich die Wintermodelle stärker abnutzen als die herkömmlichen. Das liegt wahrscheinlich an der dickeren Struktur. Da der Socken dicker ist, wird er im Schuh stärker komprimiert, wodurch mehr Reibung entsteht. Da der Winter insgesamt aber die kürzeste Jahreszeit ist, schätze ich, dass die Socken trotzdem ein Leben lang halten.
























Pro/Contra
Pro:
- Lebenslange Garantie
- Super Verhältnis von Dicke und Wärme
Contra:
- -/-
Fazit
Die Men’s Mountaineering Micro Crew Heavyweight Hiking Socks von Darn Tough sind für mich keine reinen „Wintersocken“, sondern echte Arbeitstiere für kalte Bedingungen.
Besonders positiv ist für mich, dass ich auf zusätzliche Socken verzichten kann. Ein Paar anziehen, fertig. Kein Drücken im Schuh, kein ständiges Wechseln und trotzdem ein angenehm trockenes Fußklima – selbst bei langen Tagen draußen, im Wechsel zwischen Bewegung und Stillstand.
Man muss aber ehrlich sein: In Kombination mit sehr minimalistischen Barfußschuhen und bei längeren Standzeiten stoßen auch diese Socken an ihre Grenzen. Dauerhaft warme Füße bei Minusgraden sind im Winter schlicht schwer zu realisieren.
Für Winterwanderungen, kalte Arbeitstage draußen, Overnighter und als Schlafsocke im Biwak sind sie für mich dennoch eine klare Empfehlung. Dazu kommt die lebenslange Garantie von Darn Tough, und genau die macht das Gesamtpaket für mich rund.
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