Die Suunto Vertical 2 ist das neue Flaggschiff von Suunto für Abenteuer und Training. Mit ihrem cleanen Design und einer umfangreichen Ausstattung positioniert sich die Uhr im oberen Mittelfeld der Preisklasse. Wie sich die Uhr im Langzeittest schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Edelstahl oder Titan |
| Größen | 1,5 Zoll Bildschirmdiagonale |
| Farben | Schwarz (Gehäuse) + farbige Silikonarmbänder |
| Gewicht | 87 g |
| Maße | 49 x 49 x 13.6 mm |
| Preis | 599 € UVP / Titan: 699 € UVP |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Suunto Vertical 2 ist eine Sportuhr des finnischen Herstellers Suunto mit klarem Fokus auf Abenteuer und Training.
Von vielen anderen Sportuhren unterscheidet sie sich vor allem durch ihre besonders robuste Bauweise. Ein breiter Ring aus Edelstahl schützt das Display, während der Rest des Gehäuses ebenfalls größtenteils aus massiv gefrästem Edelstahl besteht. Darüber hinaus ist die Uhr bis zu 100 Meter wasserdicht, verfügt über eine integrierte Taschenlampe und bietet eine Akkulaufzeit von mehreren Wochen.
Ich habe die Suunto Vertical 2 über knapp zwei Monate hinweg im Alltag und bei verschiedenen Sportarten getragen – darunter Wanderungen, Läufe, Trailläufe, Klettern und Krafttraining. Warum ich die Uhr am Ende uneingeschränkt weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in diesem Testbericht.
Features
Sportmodi
Die Uhr bietet Sportmodi für nahezu alle denkbaren Sportarten. Sollte dennoch ein passender Modus fehlen, lässt sich über die App problemlos ein eigener erstellen. Fürs E-MTB habe ich mir beispielsweise einen individuellen Modus angelegt. In der App lassen sich außerdem die angezeigten Metriken sowie die einzelnen Datenseiten frei konfigurieren.
In meinem E-MTB-Modus lasse ich mir auf der ersten Seite unter anderem Dauer, aktuelle Herzfrequenz, durchschnittliche Herzfrequenz, Distanz, Höhenmeter und Kalorienverbrauch anzeigen. Auf der zweiten Seite nutze ich die Karten- beziehungsweise Navigationsansicht. Auf weitere Seiten verzichte ich bewusst, da mir diese beiden Ansichten in der Praxis völlig ausreichen.
Für die meisten Sportarten sind bereits vorkonfigurierte Modi vorhanden, die für die jeweilige Aktivität relevanten Informationen anzeigen. So unterscheiden sich etwa die Modi Laufen und Traillaufen unter anderem durch zusätzliche Höhenmeter-Informationen beim Traillauf.
Beim Start einer Aktivität bietet die Suunto Vertical 2 außerdem die Möglichkeit, externe Sensoren zu verbinden und eine zuvor geplante Route für die Navigation auszuwählen. Wichtig dabei: Die Karten müssen vorher über die App auf die Uhr geladen werden. Das funktioniert aktuell nur, während die Uhr am Ladegerät hängt.
Messung
Die Suunto Vertical 2 verfügt über einen neuen optischen Herzfrequenzsensor, der laut Hersteller deutlich genauer arbeiten soll als der Sensor des Vorgängers. In meiner vorherigen Uhr, der Suunto Race S, fiel mir beispielsweise auf, dass der Sensor bis etwa 150 Herzschläge pro Minute sehr zuverlässig arbeitete, bei höheren Intensitäten jedoch zunehmend ungenau wurde.
Mit der Vertical 2 scheint dieses Problem weitgehend behoben zu sein. Beim Laufen stimmen die gemessenen Herzfrequenzwerte nahezu mit denen meiner beiden Brustgurte überein. Lediglich beim Fahrradfahren ist die Messung am Handgelenk weiterhin weniger zuverlässig, was vor allem am angewinkelten Handgelenk während der Fahrt liegt.
Nach einer Aktivität stellt die Uhr eine Vielzahl an Statistiken bereit. Einige dieser Werte gehen allerdings deutlich über das hinaus, was ich als ambitionierter Hobbysportler wirklich auswerten kann. Dazu zählen beispielsweise Kennzahlen wie durchschnittliche Bodenkontaktzeit oder vertikale Oszillation beim Laufen.
Die GPS-Genauigkeit lässt sich beim Start einer Aktivität einstellen. Für sehr lange Touren kann man so einen Batteriesparmodus aktivieren, der die Laufzeit erhöht, allerdings auf Kosten der Genauigkeit geht. Während meines Tests habe ich die Uhr ausschließlich im genauesten Modus genutzt.
Bei einer etwa fünfeinhalbstündigen Winterwanderung bei rund −10 °C verlor die Uhr lediglich 17 % Akku. Laut Hersteller kann die Suunto Vertical 2 im Leistungsmodus mit maximaler GPS-Genauigkeit bis zu 65 Stunden aufzeichnen, im Tourmodus ohne Herzfrequenzmessung sogar bis zu 250 Stunden. Die GPS-Aufzeichnungen waren während meines Tests durchweg sehr sauber, ohne Ausreißer oder ungewöhnliche Sprünge.
Nach dem ersten Einrichten benötigt die Uhr etwa zwei Wochen, um deine persönliche HRV-Spanne zu erlernen. Anschließend kann sie täglich Recovery-Werte und Schlafscores berechnen, die eine gute Einschätzung darüber geben, wie erholt man ist und wie bereit der Körper für Training ist.
In meinem Test deckten sich diese Werte erstaunlich gut mit meinem persönlichen Empfinden. Während der Testphase erkannte die Uhr beispielsweise zuverlässig, dass ich krank war, und half mir anschließend einzuschätzen, wann ich wieder ins Training einsteigen konnte.
Neben dem Recovery-Score zeigt die Uhr auch einen Ressourcenwert an, der ähnlich funktioniert wie die Body Battery von Garmin. Nach einer Nacht mit gutem, erholsamem Schlaf startet dieser Wert in der Regel bei etwa 95 bis 100 Prozent und sinkt im Laufe des Tages – abhängig vom Aktivitätsniveau. Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie viel Energie im Tagesverlauf noch zur Verfügung steht.
Bedienung und Software
Die Suunto Vertical 2 nutzt dieselbe Software wie meine günstigere Suunto Race S, lässt sich durch den größeren Bildschirm und den neueren Prozessor aber deutlich flüssiger und angenehmer bedienen. Der Startbildschirm lässt sich bis ins letzte Detail anpassen. Es gibt verschiedene Presets, die neben der Uhrzeit unterschiedliche Metriken anzeigen, welche sich komplett individuell auswählen lassen.
Meine bevorzugte Konfiguration zeigt links die Uhrzeit, oben die Ressourcen, unten den Akkustand und rechts Datum sowie die heutige Schrittanzahl.
Von der Startseite aus gelangt man durch Wischen nach oben in die Aktivitätsauswahl. Durch Wischen nach unten lassen sich die Einstellungen erreichen beziehungsweise Widgets zu Themen wie HRV, Wetter, Mediensteuerung, Herzfrequenz und Recovery öffnen, aber auch nützliche Tools wie ein Wecker oder Timer.
Anstelle der Touch-Gesten lassen sich alternativ jederzeit die drei haptischen Navigationstasten auf der rechten Seite der Uhr benutzen.
Das gesamte Suunto Ökosystem begrenzt sich auf Uhren, Tauchcomputer, Kopfhörer und Pulsmesser. Wer also zum Beispiel zum Radfahren zusätzlich einen Radcomputer von Garmin, Wahoo etc. benutzt kann die .fit Files aus diesen Geräten nicht in die Suunto App und damit in seine Trainingsdaten einspeisen. Es können lediglich händisch Daten eingegeben werden, z.b. Dauer, Distanz und Herzfrequenz um so zumindest die groben Eckdaten in der App mit zu tracken.
Praxistest
Ein kleines, aber feines Feature, das ich an der Suunto Vertical 2 schnell lieben gelernt habe, ist der langlebige Akku. Dadurch lässt sich die Uhr quasi dauerhaft tragen. Ich nutze sie beispielsweise als Wecker, der durch sanftes Vibrieren am Handgelenk ein angenehmes Aufwachen ohne Alarmton ermöglicht.
Es reicht völlig aus, die Uhr etwa einmal pro Woche – zum Beispiel während des Duschens – kurz zum Laden anzuschließen, sodass man sich im Alltag keine Gedanken über den Akkustand machen muss.
Routen plane ich schon seit Langem mit Strava, das sich mühelos mit der Suunto-App synchronisieren lässt. Dort kann ich auswählen, welche meiner geplanten Routen auf der Uhr verfügbar sein sollen. Beim Start einer Aktivität wähle ich dann unter dem Punkt Navigation einfach aus, welche Route ich nutzen möchte.
Wichtig: Die entsprechende Karte muss vorher – während die Uhr am Ladegerät hängt – heruntergeladen und mit der Uhr synchronisiert werden. Der interne Speicher von 32 GB reicht dabei problemlos aus, um alle Karten für Süddeutschland und den Alpenraum dauerhaft vorzuhalten.
Während der Aktivität lassen sich die einzelnen Ansichten durch Drücken der mittleren Taste durchschalten. Die obere Taste pausiert die Aktivität, während die untere Taste die Rundenzeit nimmt.
Lediglich in der Kartenansicht wird die obere Taste für das Heranzoomen durch kurzes Drücken und für das Herauszoomen durch Gedrückthalten verwendet. Die untere Taste bleibt hier funktionslos – das hätte man besser lösen können. Meine Suunto Race S ermöglicht beispielsweise eine einfachere Steuerung, da sie statt der mittleren Taste ein Drehrad besitzt, mit dem sich die Karte vergrößern oder verkleinern lässt.
Die Uhr funktioniert nahtlos mit externen ANT+- oder Bluetooth-Sensoren und erkennt diese automatisch, nachdem sie einmal über die Einstellungen verbunden wurden.
Beim Start einer Aktivität schaltet man einfach den Sensor ein – bei mir ist es in der Regel ein Wahoo Tickr Fit. Die Uhr zeigt anschließend eine Meldung an, dass der Sensor verbunden wurde, und danach kann die Aktivität gestartet werden.
Im Gesamtbild ist die Suunto Vertical 2 sehr intuitiv zu bedienen, sodass die Nutzung kaum einer Erklärung bedarf. Die Software wirkt modern und übersichtlich. Während des gesamten Testzeitraums musste ich nie recherchieren, wo sich eine Funktion oder Einstellung befindet, da alle Menüs und Funktionen genau dort sind, wo man sie erwarten würde.












Pro/Contra
Pro:
- Super Verarbeitung
- Intuitive Bedienung
- Lange Akkulaufzeit
- Gute Konnektivität und Software
Contra:
- kompatibles Suunto Zubehör begrenzt sich auf Pulsmesser & Armbänder
- Wenige Smartwatch features
Fazit
Ich habe die Uhr über etwa zwei Monate – mit zwei krankheitsbedingten Trainingspausen zwischendurch – beim Bouldern, Sportklettern (indoor wie outdoor), Wandern, Traillaufen, Laufen, Mountainbiken, E-Mountainbiken sowie beim Krafttraining getragen. Für jede dieser Sportarten bietet die Suunto Vertical 2 passende Presets und liefert im Anschluss sinnvolles Feedback zu Performance, Trainingszustand und Fortschritt.
Diese Vielseitigkeit, kombiniert mit der hohen Alltagstauglichkeit durch den langlebigen Akku und die cleane Optik, macht die Suunto Vertical 2 für mich zu einer klaren Kaufempfehlung.
Für 599 Euro erhält man hier ein rundum überzeugendes Gesamtpaket: Verarbeitung, Software und Messgenauigkeit stimmen, und die Uhr erweist sich im Alltag wie auf Touren als zuverlässiger Begleiter für sportliche Aktivitäten und Outdoor-Abenteuer.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
