Der Protone Icon – wenn ein Helm zum Lieblingshelm wird. Egal ob Straße, Gravel, Cyclocross oder MTB Cross-Country: Hier wurde jeder Bereich überarbeitet, um maximale Leistung sicherzustellen. Und diese Leistung spürt man, von vorne bis hinten.
Ich habe den Helm auf Touren mit meinem Gravelbike getestet und kann sagen: Den nehme ich nicht mehr ab. Warum? Das erfährst du im Testbericht.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Material der Innenpolsterung: Polyester Material des Kinnriemens: Synthetisches Leder Lackierung der Schale: Matt |
| Größen | S,M,L, im Test: Größe M |
| Farben | 19 verschiedene Farben, im Test: Sahara Matt |
| Gewicht | 230 gramm |
| Standard Detail | Standard: CE / UKCA – EN 1078 |
| Preis | 275,00€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
„Kann ein Kinnriemen denn so weich sein?“, war mein erster Gedanke, als ich den Protone Icon zum ersten Mal in den Händen halte. Angekommen im schlanken und hochwertigen Karton, will man den Helm sofort auspacken und die tolle Farbe bestaunen. KASK hat sich hier nicht lumpen lassen und tatsächlich 19 Farben im Online-Shop zur Verfügung gestellt. Ich habe mich für „Sahara Matt“ entschieden, die mit einem sanften, matten Finish einhergeht.
Die Oberfläche fühlt sich super gut an, und das leichte Gewicht von 230 g ist beim ersten Look & Feel direkt spürbar. Eigentlich greifen die Hände dann automatisch zum bereits erwähnten Kinnriemen aus italienischem Synthetik-Leder und wollen ihn nicht mehr loslassen. Das Leder sowie das Kinnband gehören tatsächlich zu den hochwertigsten, die ich kenne. Das Material lässt vermuten, dass es sich im Praxistest super gut anfühlen wird. KASK gibt zudem an, dass der Kinnriemen antiallergisch und waschbar ist.
Die Innenpolster sind ebenfalls weich und hochwertig und im Inneren des Helms zwischen den vielen Luftschlitzen sauber angebracht. Das Logo der Marke ist beidseitig dezent sowie auf der Rückseite über dem Drehknopf als Folie angebracht – ein schönes Detail, besonders für Sportler wie mich, die keine fahrende Werbesäule sein wollen.
Praxistest
Tragegefühl und Komfort
Der KASK Protone Icon wurde von mir auf mehreren Gravelbike-Touren im Winter und Frühling getestet – überwiegend im Gelände, fernab der Stadt. Gerade für den Einsatz im Outdoor-Bereich überzeugt der Helm durch sein geringes Gewicht, die gute Belüftung und den hohen Tragekomfort.
Ich finde es besonders wichtig, dass sich Helmverschlüsse bei langen Tagestouren schnell, sicher und mühelos verriegeln und öffnen lassen und einiges aushalten. Hier überzeugt der Helm: der Steckverschluss im sogenannten „Rucksackstil“ lässt sich mit einer Hand unkompliziert öffnen und schließen. Die seitlichen Flügel werden zusammengedrückt, die Zunge löst sich aus der Aufnahme und das ermöglicht die sehr intuitive Bedienung. Auch mit Handschuhen bei kälteren Temperaturen lässt sich der Mechanismus gut greifen.

Das neue Verstellsystem von Kask Helmen nennt sich Octofit+ und ist entscheidend dafür, wie gut und sicher der Helm sitzt, das ist besonders wichtig weil er ohne MIPS auskommt. Das OctoFit+ System ist die weiterentwickelte Version des klassischen OctoFit-Verstellsystems von KASK, über das einige andere Helme des Herstellers verfügen.
Die Anpassung erfolgt über ein großes, gummiertes Einstellrad am Hinterkopf, das sich auch mit Handschuhen gut bedienen lässt und eine feine Justierung während der Fahrt ermöglicht. Unterstützt wird dieses durch eine bewegliche Halterung, die nicht starr anliegt, sondern sich leicht mit dem Kopf mitbewegt und sich so unterschiedlichen Kopfformen anpasst. Ergänzt wird das System durch weiche Polsterpunkte im hinteren Bereich, die den Druck gleichmäßig verteilen und für ein angenehmes Tragegefühl sorgen. Zusätzlich lässt sich die Höhe im Nackenbereich verstellen, wodurch der Sitz noch individueller angepasst werden kann – ein Detail, das besonders bei längeren Fahrten oder unterschiedlichen Bedürfnissen, wie z.B. einem Zopf bei uns Frauen durchaus Sinn macht.


Gewicht und Sicherheit
KASK setzt beim Protone Icon wie erwähnt nicht auf ein klassisches MIPS-System, sondern auf den eigenen WG11-Teststandard, der Rotationsaufprälle besonders berücksichtigt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein zusätzliches Bauteil im Helm, sondern um eine eigene Prüfmethodik – ein direkter Vergleich mit MIPS ist daher nur bedingt möglich.
Mit 230 g gehört der Protone Icon zu den leichten Helmen auf dem Markt, ohne in den extremen Leichtbau zu gehen. Genau das sorgt meiner Meinung nach für eine sehr gute Balance aus Komfort, Stabilität und Gewicht – ideal für lange Touren, bei denen man den Helm kaum spürt, aber sich trotzdem sicher fühlen will.
Belüftung
Ein Punkt, der mir im Praxistest besonders aufgefallen ist, ist die Belüftung des Helms. Schaut man sich den Helm von vorne an, sticht einem sofort die Verteilung der Luftschlitze ins Auge: Im vorderen Bereich und oben verfügt der Protone Icon über viele großzügige Öffnungen, während der hintere Teil deutlich geschlossener wirkt.



Genau diese Aufteilung fühlt sich in der Praxis sehr durchdacht an. Während der Fahrt wird die Luft vorne gut aufgenommen und über den Kopf geleitet, ohne dass der Helm dabei zu „offen“ oder zugig wirkt. Gerade bei Temperaturen zwischen 8 und 20 Grad, in denen ich den Helm überwiegend getragen habe, war das Klima immer angenehm – nie zu kalt, aber auch nie stickig. Auch ein Stirnband lässt sich problemlos darunter tragen, ohne dass es unangenehm wird.
Besonders spannend finde ich dabei, dass direkt oben auf dem Kopf – also genau dort, wo die Sonne am stärksten auftrifft – keine große Öffnung sitzt. Das wirkt im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich, macht aber gerade auf längeren Touren absolut Sinn. Ich kann mir gut vorstellen, dass das im Sommer dabei hilft, direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren und so Themen wie Überhitzung oder sogar Sonnenbrand (besonders als Frau mit Mittelscheitel) auf der Kopfhaut vorzubeugen.
Im hinteren Bereich sorgt die geschlossenere Struktur gleichzeitig dafür, dass die Wärme etwas besser gehalten wird. Im Sommer dürfte genau diese Luftführung dann erneut ihre Stärke ausspielen: viel Luftzufuhr vorne, ohne dass die Stabilität oder das Gesamtgefühl des Helms verloren geht.
Besonderheiten
Die Lebensdauer des Protone Icon lässt sich verlängern, indem man die Innenpolsterung austauscht. Diese ist bei KASK separat erhältlich – ein Detail, das ich persönlich sehr sinnvoll finde und das für Nachhaltigkeit im Gebrauch spricht.
Abschließend ist es wichtig zu erwähnen, dass sich der Helm mit einem Preis von rund 275 € klar im Premiumsegment bewegt. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, hängt letztlich davon ab, wie viel Wert man auf Komfort, Verarbeitung und das Gesamterlebnis legt.

Pro/Contra
Pro:
- Sehr hoher Tragekomfort
- Leichtes Gewicht (230 g)
- einhändig bedienbar, auch mit Handschuhen
- individuelle Höhenverstellung (z. B. für Zopf sehr praktisch)
- Durchdachte Belüftung
Fazit
Der Proton Icon hat mir gezeigt, wie wichtig Details sind: ein Verschluss, der intuitiv funktioniert, ein Verstellsystem, das wirklich passt, und eine Belüftung, die weder zu kühl noch zu geschlossen wirkt. Gerade die durchdachte Verteilung der Luftschlitze – mit viel Öffnung vorne und einer geschlosseneren Fläche oben – fühlt sich für mich wirklich stimmig an und macht ihn für mich zu einem Helm, der auch bei wechselnden Bedingungen gut funktioniert. Das hochwertige Material macht ihn angenehm zu tragen und macht es anderen Herstellern schwer, hier mitzuhalten. Für mich ein Helm der Superklasse – der jeden Cent wert ist.



Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
