Klettern Seilsäcke Testbericht

Chillaz Rifle Seilsack

Chillaz ist ein kleines Kletterlabel und zeichnet sich in der Mode durch farbenfrohes aber auch fern ab der Kletterwand gut tragbares Design, tollen Tragekomfort und Funktionalität aus.

Jetzt ist es bei einem Seilsack mit dem tollen Design nicht ganz so einfach und auch nicht wirklich wichtig. Umso mehr liegt der Schwerpunkt auf der Funktionalität. Hier wurde der Rifle Bag von Chillaz näher betrachtet.

Chillaz Ropebag Rifle

Chillaz Ropebag Rifle

Facts

Thema Info
Material 100% Nylon
Größen Einheitsgröße, nimmt bis zu 70m Kletterseil auf
Farben Blau, Schwarz, Braun
Preis UVP: 49,95 €
HerstellerbeschreibungDer Chillaz Rifle Seilsack ist aus aus robustem Material. Zudem bietet er alles was das Kletterherz begehrt. Er ist zu 100 Prozent wasserdicht und ist nahtfrei verarbeitet. 70 Meter Kletterseil, Klettergurt und Schuhe finden im Seilsack Platz. Die Seilplane ist doppelt beschichtet und schützt so das Seil auch im Gelände zuverlässig. Die verstellbaren Träger machen den Rifle Bag auch geländetauglich.

Verarbeitung

Chillaz setzt bei diesem Seilsack auf Minimalismus was Schnörkel oder sonstige Features anbetrifft. Wenige Nähte und robustes Material sprechen für Langlebigkeit.

Praxistest

Der Rifle Bag von Chillaz wurde sowohl in der Halle als auch im Freien getestet.

Auf den ersten Blick ist es erstmal ein wenig aufregender Seilsack. Aber wie bereits eingangs erwähnt – sollte es bei einem solchen Produkt darum auch nicht gehen. Immerhin gibt es ihn in drei Farben. Erstes überzeugendes Argument ist das wasserdichte Material. Gerade bei feuchtem oder matschigem Untergrund ist es gut zu wissen, dass wenigstens der Inhalt gut geschützt wird. Auch in der Pflege ist das Material ausgesprochen unempfindlich. Abwischen oder abbrausen und gut ist.

Zunächst wird der Seilsack, der grundsätzlich wie ein Rucksack aufgebaut ist, mit einem Kompressionsriemen waagerecht zusammengehalten. Wird dieser gelöst, wird die Öffnung über die gesamte Rucksacklänge entkrempelt. Es ist also eine große Öffnung, so dass das Entnehmen und Aufräumen der Seilplane auch mit einem langen Seil komfortabel ist.
Der Seilsack verfügt ganz oben noch über eine Halteschlaufe. Das ist zum einen völlig ausreichend, wenn ich ihn nur vom Auto bis zur Halle und von der Umkleide bis an die Wand trage. Zum anderen erwischt man ihn so auch immer „richtig herum“ denn ansonsten ist liegend auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wo oben und unten ist.

Das Rückenteil ist einigermaßen fest und mit Riffeln versehen auch gut belüftet, so dass zum einen den Träger das Seil am Rücken nicht drücken dürfte und zum anderen mit etwas Glück noch nicht alles klitschnass ist bis man seine Felswand erreicht hat.
Man kann den Seilsack als Rucksack tragen, oder aber er wird als Umhängetasche getragen. Hier kann aber das Schulterpolster nicht über den Schnappverschluss geschoben werden, so dass bei einer entsprechenden Verlängerung des Gurtes das Polster nicht mehr auf der Schulter aufliegt und diese schützt oder aber der Gurt so kurz bleibt, dass das Polster an der richtigen Stelle liegt.

Leider verfügt nur einer der beiden Träger über ein verschiebbares Druckpolster. Dieses kann je nach Tragevariante so positioniert werden, dass es in jedem Fall auf der Schulter aufliegt. Obwohl es nur ca. 20 cm lang ist, bietet auch es bei der Rucksacktragevariante ausreichend Schutz der Schulter-/Schlüsselbeinpartie. Dadurch, dass es nur ein Polster gibt, ist nicht nur die eine Schulter ungeschützt, sondern es fühlt sich auch sehr unterschiedlich an – ist es ja auch- und macht somit das Tragegefühl assymetrisch.
Durch den Krempelverschluss der Seilsacköffnung ist der Inhalt auch bei Niederschlag gut vor Nässe geschützt.

Wir haben den Seilsack mit einem 60 m Seil, einem Klettergurt und einem Paar Kletterschuhe beladen und der Krempelverschluss ließ sich dreimal umkrempeln, so dass er auch zuverlässig dicht sein müsste. Bei gutem Packverhalten passt auch noch ein Chalkbag und was zu trinken rein. Es kann also los gehen!
Zur Not können auch außen am Tragegriff noch Gegenstände angebracht werden oder man klemmt noch eine Jacke unter den Kompressionsriemen.
Die Seilplane ist ausreichend groß und das Seil kann mit beiden Enden eingebunden werden, so dass man nicht das falsche Ende erwischt. An allen Ecken ist eine Aussparung um die Seilplane zusammennehmen und anheben zu können.

Dadurch, dass die Öffnung so groß ist, kann die Seilplane mit Inhalt mühelos entnommen werden. Sie ist nicht mit dem Seilsack verbunden. Dies hat den Vorteil, dass der Seilsack selbst nicht an der Stelle liegen muss, an der gesichert wird. So kann er gegebenenfalls an einer trockenen Stelle abgelegt oder aber an der Wand eingebunden werden.

Pro / Contra

Der Rifle Bag von Chillaz ist ein robust und geräumig. Das Material ist wasserabweisend und hält den Inhalt sauber und trocken. Durch die Träger kann der Seilsack bequem auch als Rucksack bis zum Einstieg in eine Wand getragen werden. Die Schultergurte sind in der Länge verstellbar. Die Seilplane ist ausreichend groß. Der Seilsack ist so groß, dass auch noch Klettergurt und –schuhe hineinpassen.
Einziges Mini-Manko ist, dass nur an einem Schultergurt ein Gurtpolster vorhanden ist.

Fazit

Der Rifle Bag von Chillaz ist ein auf das Wesentliche reduzierter, robuster und praktischer Seilsack für 50 Euro, der als Rucksack getragen werden kann. Er ist wasserdicht und bietet zudem Platz für Kletterschuhe und Klettergurt und vielleicht noch ein wenig mehr. Sowohl für die Halle als auch am Fels ist er ein guter Begleiter, an dem man wohl lange Freude hat.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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