Hardshell Jacken Regenjacken / Ponchos Testbericht

hyphen sports Jamspitz Women Shelljacke

hyphen sports ist eine Sportbekleidungsfirma, die sich auf UV-Schutz und Bergsportbekleidung spezialisiert hat. Die Firma mit Sitz in München legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und Herstellung in Europa.
Die Firmeninhaber sind durch und durch mit Herz und Seele Sportler und das merkt man den Produkten auch an. Hohe Qualität der verarbeiteten Materialien und faire Produktion sind ebenso wichtig.

Auf der Suche nach einer guten Outdoorjacke für den alpinen und hochalpinen Bereich bleibt man immer an den gleichen Punkten hängen. Leicht, wasserdicht, winddicht, hoch atmungsaktiv, kletter- und hüftgurttauglich…. Am besten eine Jacke für alles, damit man nicht noch etwas einpacken muss. Viele Anforderungen und der Markt ist groß.

Wir durften die Outdoor Jamspitz Women Shelljacke von hyphen sports durch ein ganzes Jahr testen und viele Erfahrungen damit sammeln.

Facts

Thema Info
Material  65% Polyamid, 28% Polyurethan, 7 % Elasthan
Größen XS-L
Farben kobalt, black, cielo/magli, magli/fire, purpur/cielo
Gewicht 350 g in Größe S
Preis 399,95 €
HerstellerbeschreibungHochgebirgstaugliche Outdoorjacke mit einem bewegungsangepassten, aufstiegsorientierten Schnitt. Dauerhaft wind- und wasserdicht, bietet sie trotzdem eine hohe Atmungsaktivität und viel Bewegungskomfort dank der elastischen bionic climate membrane von Schoeller. Sie ist klettergurttauglich und sie ist ein Leichtgewicht. Die besonderen Schnitt-Features, wie bei Kapuze, Windschotkragen und einhändig zu bedienenden Reißverschluss, berücksichtigen die speziellen Anforderungen des Skitourengehers.

Verarbeitung

Die Nähte sind verschweißt, wasserdicht und sauber verarbeitet. Der Kunststoffreißverschluss ist auffallend robust. Er hakt nicht und hat auch keine scharfkantigen Ecken. Die Jacke ist raschelarm und elastisch. Sei knittert nicht.

Sehr wichtig zur Pflege!
So selten wie möglich waschen. Diese Hightec-Jacke sollte bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Gern auch ganz ohne Waschmittel, weil ohnehin immer viele Rückstände in der Maschine sind. Danach 10 Minuten in den Trockner oder aber aus mindestens 25 cm Abstand andampfen mit dem Bügeleisen.

Praxistest

Die Jamspitz Shelljacke wurde in Größe S bei Größe 38-40 in kobaltblau durch alle Jahreszeiten getragen. Sie fällt auch in S so groß aus, dass man darunter gut eine warme und auch etwas voluminösere Schicht tragen kann. Hier kam sie im Mittelgebirge sowie in den Alpen zum Einsatz. Wind, Regen, Eis, Schnee, Unwetter…es war alles dabei.

Der Schnitt der Jacke ist figurbetont. Das Stretchmaterial sorgt für ein flexibles und freies Tragegefühl. Die Jacke passt sich einwandfrei sowohl der Körperform als auch den Bewegungen mit Leichtigkeit an. Auch eine unterschiedliche Anzahl von Bekleidungsschichten kann die Jacke kompensieren und in allen Lagen und den unterschiedlichen Bewegungen bleibt der Rücken gut abgedeckt. Allerdings rächt sich hier ein wenig das Stretchmaterial. Mit einem Skitourenrucksack darüber z.B. ist zumindest bei der Testperson die Jacke immer wieder ein wenig hoch gerutscht. Glatt gezogen reicht die Jacke bis über das halbe Gesäß. In der Bewegung rutschte sie dann immer bis zur “Normalhöhe” hoch.

Etwas ganz Besonderes ist die neue Bionic Climate Membran. Landläufig würde man sie vermutlich als intelligente Membran bezeichnen. Die Membran reagiert sowohl auf Wärme als auch auf Luft- oder Körperfeuchtigkeit. Sobald diese Parameter steigen öffnet sich die Membran und wird sehr atmungsaktiv. Im Gegenzug schließt sie sich, wenn die Außen- oder Körpertemperatur entsprechend sinkt. Klingt nach viel Hightec.
Tatsächlich wurde die Jacke speziell beim Skitourengehen unter Beweis gestellt. Bei Temperaturen um die Null Grad, mal mit mal ohne Sonne, mal mit mal ohne starken Wind. Meist mit starker körperlicher Anstrengung beim Aufstieg und viel Fahrtwind und weniger Bewegung bei der Abfahrt konnte und musste die Jacke zeigen was sie kann. Dies hat sie auch mit Bravour geschafft. Hier sei allerdings gesagt, dass eine hoch atmungsaktive Membran nur so gut sein kann wie die Schichten darunter. Wird der Feuchtigkeitstransport bereits durch tieferliegende Bekleidungsstücke gestört, ist nicht die Jacke schuld.
Die Hersteller schwören auf ein Tragesystem, das schlüssig klingt und ist, aber dennoch ein wenig gewöhnungsbedürftig am Anfang. Der Gedanke ist, dass diese Jacke nicht als zwingend als äußerste Schicht getragen wird, sondern (wenn man bei den Skitouren bleibt) direkt über dem Thermomidlayer. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Membran direkter auf die Körpertemperatur und damit situationsangemessen reagieren kann. Zum anderen werden weitere Schichten wie zum Beispiel eine wärmende Weste nicht unter die Jacke sondern darüber angezogen. So muss beim An- und Ausziehen nicht ständig auch die Jacke ausgezogen werden, sondern die Jackenschicht bleibt den ganzen Tag an.
Für den traditionellen Zwiebelprinzipträger ist das schon merkwürdig. Die Weste über die Jacke? Vom Schnitt und Material her ist das absolut kein Problem. Die Jacke ist so körpernah geschnitten und das Material so flexibel und geschmeidig, dass das gut geht, egal wie die Weste geschnitten ist. Und der Gedanke dahinter ist sehr durchdacht und gut! Wenn man dann verschwitzt doch die Weste wieder ausziehen möchte, muss man nicht den kühlen und feuchten Rücken Kälte und Wind aussetzen, sondern bleibt immer geschützt. Wenn es allerdings Niederschlag hat, muss die eigentliche Zwischenschicht wieder unter die wasserdichte Jacke.

Wenn es noch wärmer wird, dann kann man ca. 30 cm lange Reißverschlüsse an den Ärmeln öffnen. Diese sind nicht wie bei den meisten Jacken im Bereich der Achseln angebracht, sondern im Bereich um den Ellenbogen. Dies hat den Grund, dass es nicht nur um die Belüftung der Arme/ Achseln geht, sondern der Gedanke von vorhin weiter geführt wird. Sollte es noch wärmer werden und man gerne die Arme frei hätte, aber den verschwitzten Rücken weiterhin geschützt haben will/ sollte, kann man die Ärmel über die Hände ziehen und den Arm durch die Reißverschlussöffnung stecken, so dass der Arm frei liegt. Den leeren Ärmelteil kann man im Bereich den Oberarms in den Ärmel hineinkrempeln. Das hält je nach Armumfang mehr oder weniger gut, aber die Arme sind ja beim Tourengehen auch leicht angewinkelt, da geht das schon.

Die Bündchen an den Armabschlüssen sind sehr dezent, schmal und weich. So drücken sie unter keinem Handschuhabschluss und reiben auch nicht. Leider haben sie aufgrund des feinen Gewebebandes in Kontakt mit dem Klettverschluss der Kletterhandschuhe ziemlich gelitten. Das ist schade um diese hochwertige Jacke. Es fiel mir auch keine Möglichkeit ein dies zu umgehen.

Die Jacke hat einen verlängerten Rücken. Dieser ist sowohl beim Skitouren gehen, Bergwandern aber auch beim Klettern von Vorteil. So bleibt der Rücken immer gut bedeckt. Auch der untere Jackenabschluss ist mit dem gleichen weichen Gummiband versehen wie die Ärmelabschlüsse. So liegt die Jacke glatt am Rücken auf und bildet unter einem Rucksack keine Falten. Ohne Rucksack rutscht die Jacke zumindest bei femininen Kurven ganz gern im Laufe der Bewegung etwas nach oben. Damit ist der Rücken nicht frei, aber der Sinn des verlängerten Rückens etwas ausgehebelt. Auch mit einem Klettergurt kollidiert der Jackenabschluss nicht.
Die Jacke verfügt über keine Eingriffstaschen, die beim Schließen eines Rucksackhüftgurtes oder Klettergurtes stören könnten. Stattdessen hat sie eine große senkrechte Reißverschlusstasche nah am Frontreißverschluss mittig. Diese ist mit demselben Außenmaterial ausgekleidet. Damit besteht die Möglichkeit z.B. die Felle dort hinein zu tun, auch wenn sie feucht sind, ohne dass der Brust-/Bauchbereich nass wird. Dafür dass die Tasche sehr geräumig ist, ist der Eingriff verhältnismäßig klein bzw. normal. Da muss man ggf. etwas kramen bis man die Sachen drin oder wieder raus hat.
Hyphen hat Wert darauf gelegt, dass im Herzbereich keine Taschen sind. Dies ist deswegen sinnvoll, weil man den Lawinenpiepser nicht in Herznähe tragen soll. Wenn dort aber die einzige Tasche ist und man ihn einstecken will anstatt ihn umzuschnallen, wäre er genau dort. Das Modell hat keine Eingriffstaschen. Dieser Punkt ist nicht nur bei dieser Jacke sondern bei vielen Jacken ein Thema, das die Geister scheidet. Die einen sagen, so auch der Hersteller offenbar, dass die figurbetonte Jacke gerade auch im Hinblick auf Klettergurt oder Hüftgurt in dem Bereich keine Taschen haben muss. Zudem gibt es ja eine größere Tasche im Frontreißverschlussbereich auf Bauchhöhe. Andere sind es einfach gewohnt Eingriffstaschen zu haben und auch zu bestücken. Diese Jacke hat nun die eine Tasche und ist somit sehr klein, kompakt und leicht. Dafür gibt es noch eine RV-Innentasche, die zum Beispiel für die Handschuhe geeignet ist. Diese bleiben so schön warm.

Die Kapuze der Jacke ist klasse! Das sei gleich mal vorangestellt. Sie verfügt über einen abgedeckten Kordelzug am Hinterkopf, mit dem die Kapuze horizontal in der Weite reguliert werden kann.
Ein Reflektor auf der Abdeckung, einer vorne auf dem 5 cm breiten Schild und einer am Gesäß sorgen für Sicherheit.
Der Jackenabschluss im Bereich des oberen Frontreißverschlusses ist ebenfalls ein Highlight. Der Reißverschluss verläuft asymmetrisch. Er ist aus leichtem aber robustem Kunststoff und der Schlitten selbst aus stabilem und griffigem Metall.
Der asymmetrische Reißverschluss ist nicht nur und nicht in erster Linie ein optischer Hingucker, sondern hat den Vorteil, dass der Sturmatmer so mittig Platz hat.
Ein Sturmatmer ist eine Membran, die die warme Atemluft raus lässt ohne kalte Luft rein zu lassen. Damit kann der Kragen vorne weit hoch gezogen werden. Wird der Reißverschluss geschlossen sind Mund und bei Bedarf auch die Nase bei aufgesetzter Kapuze abgedeckt. Dennoch ist das Sichtfeld nicht eingeschränkt. Durch den einzigartigen Schnitt kann man sogar den Kopf drehen ohne dass man in die Kapuze blickt! Das ist sowohl für den Tragekomfort als auch für die Rundumsicht/ Sicherheit echt klasse.
Durch den Sturmatmer bekommt man wirklich sehr gut Luft. Gerade im Aufstieg in eisiger Luft aber hoher körperlicher Anstrengung ist das super. Auch unter einem Kletterhelm kann die Kapuze getragen werden. Das Schild schützt das Gesicht vor Wind und Niederschlägen. Wenn die Kapuze nicht aufgesetzt wird und der Reißverschluss ganz geschlossen wird, umschließt einen die Kapuze und die Kragenteile rundum. Sie fällt nicht locker in sich zusammen. So hat man einen sauberen und zugfreien Halsabschluss.

Die Jacke hat kein extra Transportsäckchen und auch in die eine Tasche würde ich sie nicht hineinstopfen. Was allerdings bei den meisten Jacken gut geht und auch bei dieser hervorragend, ist, die ganze Jacke in die Kapuze zu stecken. So verheddert sie sich nicht im Rucksack mit anderen Utensilien und die Kapuze verknickt nicht. Insgesamt bleibt die Jacke so recht unverknittert.

Die Jacke wurde das ganze Jahr über getragen. Im Winter zu Ski- und Schneeschuhtouren – Bombe! Im Sommer und Herbst bei Wanderungen und auch zu Klettertouren in den Alpen. Speziell FRAU hat anfänglich im Winter etwas Sorge, dass man zu sehr friert, aber mit der richtigen Schichtung ist diese Jacke wirklich das ganze Jahr über technisch ausgeklügelter und hervorragender Begleiter.

Fazit

Die Jamspitz Women Shelljacke von hyphen sports für 400 Euro ist sicher kein Schnäppchen, aber ist eine hightec-Allround-Jacke, die einen hautnah fast das ganze Jahr über begleiten kann.
Regen, Wind, Wärme,….und körperliche Betätigung können hierin immer und überall verbunden werden.
Eine Jacke- zig Einsatzgebiete und immer dabei. Mit diesem breit gefächerten Einsatzgebiet relativiert sich auch der Preis.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

Marion

Zuständig für die Bereiche Campen, Wandern, Klettern, Reiten und Laufen

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