Manche Marken kauft man für einen einzigen Zweck, andere sind so vielseitig, dass man sie einfach bei jedem Anlass tragen kann. Schuhe von Keen gehören für mich klar zur zweiten Sorte – so auch die Keen Uneek Sandale. Sie besteht im Grunde aus zwei Schnüren und einer Sohle – und genau dieses reduzierte Konzept macht sie so vielseitig. Ich habe die Damen-Variante getestet, und zwar nicht bei einem einzelnen Ausflug, sondern quer durch den Alltag: in der Stadt, auf Spaziergängen, bei kurzen Wanderungen und als leichtes Zweitpaar beim Bikepacking.
Vorweg: Die Marke Keen und besonders auch das Uneek-Modell ist gerade ziemlich im Trend, umso gespannter war ich auf den Schuh. Aber eins direkt: Dieser Schuh liefert tatsächlich.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Recycelte Kunststoff-Bungee Sohle und recycelte P.E.T.-Kunststoffschnüre |
| Größen | 35-42 |
| Farben | 9 Farben zur Auswahl; im Test: White Cap/Cornstalk |
| Gewicht | 238 g pro Schuh |
| Absatzhöhe | 18 mm |
| Sprengung | 4 mm |
| Preis | 120,00 € |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Was bei der Sandale sofort auffällt: das Gewicht. Mit 324 Gramm pro Schuh ist sie federleicht, und obwohl es nicht mein erstes Paar Keen ist, überrascht mich das jedes Mal aufs Neue. In der Hand fühlt sie sich fast nach nichts an – genau das, was man als Zweitpaar im Gepäck haben will.
Optisch ist Keen: schlicht, aber ein Hingucker. Das Logo ist klein gehalten, gerade so präsent, wie man es haben möchte. Dazu gibt es das Modell in unzähligen Farben. Das ist letztlich Geschmackssache und für die Funktion nebensächlich, aber schön ist die Auswahl trotzdem. Das Obermaterial aus recyceltem Schnurmaterial fällt gleich angenehm auf – es ist weich und legt sich beim ersten Anziehen direkt um den Fuß.

Verarbeitung und Qualität
Bei den Materialien setzt Keen auf Nachhaltigkeit. Das Obermaterial besteht aus recyceltem Kunststoff-Schnurmaterial, das sich dem Fuß anpasst, ergänzt um den Bungee- und Schnürverschluss aus recyceltem Kunststoff. Das Innenfutter aus Mikrofaser fühlt sich angenehm an, die Gummi-Außensohle ist abriebfest. Insgesamt ein Schuh, dem man die Wertigkeit anmerkt und der auch, wie der Praxistest gleich zeigt, nach vielen Einsätzen nicht durchgelaufen wirkt.
Praxistest
Ein Schuh, viele Anlässe
Die Sandale wurde beim Test für mich zum echten Allrounder. Auf Radtouren kam sie als Ersatzschuh mit, weil sie kaum wiegt. Im Alltag habe ich sie regelmäßig durch die Stadt getragen, und auch beim Spazierengehen war sie im meine erste Wahl; ich liebe es im Frühling an den ersten warmen Tagen keine geschlossenen Schuhe mehr tragen zu müssen und hier kam die Sandale genau richtig. Ich bin zudem mittlerweile großer Fan vom Prinzip „ein Schuh und Kleidungsstück für viele Situationen“ – das bedeutet weniger Paare im Schrank und ist am Ende auch nachhaltiger.
Besonders beim Bikepacking hat sich der Schuh auch bewährt: Statt steifer Klickschuhe hatte ich abends die Uneek an und bin damit kleine Trails gewandert. Kurze Wege, leichtes Gelände, alles kein Problem. Zwischendurch ging es zum Abkühlen in den Fluss und direkt danach nass wieder kleine Anstiege hoch – auch das hat die Sandale klaglos mitgemacht; hier war die Sohle überraschend griffig und konnte mit anderen Wanderschuhen mithalten.



Grip und Nässe
Der größte Pluspunkt im Gelände ist für mich tatsächlich auch diese Sohle geworden. Die Razor-Siped-Technik mit ihren eingeschnittenen Lamellen leitet Wasser ab und sorgt für richtig guten Halt. Auf all meinen Touren bin ich damit nie abgerutscht, auch nicht auf nassem Untergrund. Das Profil hält wirklich, was es verspricht.
Nass wird sie problemlos weiter getragen. Einziger Haken: Sie braucht ihre Zeit zum Trocknen. Wer einmal komplett im Fluss stand, muss mit etwa einem Tag rechnen, bis sie wieder ganz trocken ist. Nach Regen geht es deutlich schneller. Für die meisten Situationen ist das völlig unproblematisch, man sollte es aber wissen.
Tragekomfort
Das weiche Schnurmaterial hat mir auf keiner Tour Blasen gemacht, im Gegenteil: Es passt sich dem Fuß an und gibt im großzügigen Vorfußbereich den Zehen Platz. Der Bungee- und Schnürverschluss macht das Anziehen leicht und sorgt sofort für sicheren Halt. Ich habe die Uneek barfuß getragen, luftig und leicht im Sommer, aber mit überraschend viel Halt. An kühleren Tagen ging sie genauso gut mit Socken. Beides funktioniert.
Eine kleine Eigenheit gibt es aber: Selbst nach mehreren Wochen kostet es mich jedes Mal etwas Fingerkraft, in den Schuh hineinzukommen. Das mag an meiner Fußform liegen, erwähnen will ich es trotzdem, weil es im Alltag immer wieder auffällt. Der Bungeeverschluss lässt sich problemlos öffnen und schließen, reicht bei meiner Fußform aber nicht aus um den Schuh problemlos anzuziehen.
Ein kleiner Punkt am Rande: Das helle Modell hat helle Schnüre, und die werden schnell mal dreckig. Abends kurz mit Seife abgewaschen waren sie aber wieder weiß. Keen gibt genau das auch auf der Website an und in der Praxis hat das sehr gut funktioniert.












Pro/Contra
Pro:
- sehr leicht (324 g pro Schuh)
- Echter Allrounder für Stadt, Spaziergang und leichtes Gelände
- Hervorragender Grip dank Razor-Siped-Sohle, auch bei Nässe
- Weiches, anpassungsfähiges Schnurmaterial, keine Blasen
- Barfuß und mit Socken gleichermaßen angenehm
- Großzügiger Vorfußbereich
- Nachhaltige Materialien aus recyceltem PET
Contra:
- Das Hineinschlüpfen kostet auch nach Wochen etwas Fingerkraft (evtl. fußformabhängig)
Fazit
Die Keen Uneek ist für mich der Beweis, dass ein Hype-Produkt auch halten kann, was es verspricht. Sie ist leicht, vielseitig, griffig und bequem – ein Schuh, der vom Stadtbummel über den Spaziergang bis zum leichten Trail nach dem Bikepacking fast alles mitmacht. Genau diese Wandelbarkeit macht sie zu einer meiner liebsten Sandalen.
Für wen geeignet? Für alle, die eine leichte, robuste Allround-Sandale suchen, gern barfuß oder mit Socken tragen und Wert auf guten Grip auch bei Nässe legen. Ideal als Zweitpaar fürs Bikepacking oder als Begleiter für den Sommer.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
