Als Kollege und Freund von Guillaume – der den Blog schon lange kennt – bot sich mir vor kurzem die Gelegenheit, auch einmal selbst ein Produkt zu testen. Und da es genau in den Bereich fällt, in dem ich mich ganz ordentlich auskenne nehme ich die Chance gerne wahr. Ich bin bei den Royal Rangers und daher mehrmals im Jahr auf Camps unterwegs. Außerdem bin ich wie Guillaume ein Bushcraft-Fan. Als sich die Möglichkeit bot, das NeoAir XTherm™ NXT Sleeping Pad von THERM-A-REST zu testen, war ich sehr interessiert. Im folgenden berichte ich euch von meinen Erfahrungen damit.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Oberseite: 30D Rip HT Nylon Unterseite : 70D Nylon |
| R-Wert | 7,3 (Wintertauglich) |
| Größen | Regular, Regular Wide, Large |
| Farben | Grau |
| Gewicht | ca. 400g (Regular) |
| Maße | ca. 183 × 51 × 7,6 cm (Regular) |
| Packmass | ca. Ø 23 × 10 cm (Regular) |
| Preis | 300€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung

Auf den ersten Blick ist klar: Die NeoAir XTherm™ NXT Sleeping Pad gehört eindeutig in den Ultralight-Bereich. Gewicht und Packmaß sind extrem gering und genau das will man auf längeren Trekkingtouren (wir nennen das Hajk) oder beim Bikepacking haben. Im Vergleich zu herkömmlichen Isomatten ist sie deutlich kompakter und leichter – allerdings bestimmt nicht ohne gewisse Kompromisse beim Komfort. Ich bin gespannt wie sie sich schlägt.
Mit einem R-Wert von rund 7,3 ist sie offiziell wintertauglich, dafür steht das XTherm™ im Namen . Für mitteleuropäische Bedingungen halte ich das für sehr realistisch: Frühling, Herbst, Sommer sowieso und auch unsere milden Winternächte lassen sich damit bestimmt problemlos bewältigen.

Zum Lieferumfang gehören zu der Isomatte noch ein Packsack, ein Reparaturset und ein Pumpsack. Letzterer ist für mich ein Pluspunkt, da ich das Aufblasen mit dem Mund wegen der Feuchtigkeit in der Atemluft unbedingt vermeiden möchte. Mit dem Pumpsack lässt sich die Matte einfach und relativ schnell befüllen.
Konstruktion und Funktion
Optisch ist die Isomatte schlicht gehalten. Sie ist grau, hat eine Mumienform und besteht aus aneinandergereihten Teilzylindern. Dass die Matte nicht einfach nur flach und glatt gebaut ist, hat einen Zweck: Der Aufbau verhindert, dass die Schlafsackfüllung überall zusammengepresst wird, wodurch die Isolation verloren gehen würde.
Im Inneren sorgt eine trianguläre Luftkammerkonstruktion für Stabilität und eine gleichmäßige Gewichtsverteilung. Die einzelnen Luftkammern verhindern zudem eine ständige Luftzirkulation: Dadurch bleibt die warme Luft am Rücken, die kalte Luft bleibt unten. So muss der Körper insgesamt weniger Luft erwärmen und spart Energie.
Zusätzlich verbaut THERM-A-REST eine reflektierende ThermaCapture™-Schicht im Inneren, ähnlich einer Rettungsdecke. Sie strahlt die Körperwärme zurück und blockiert die Bodenkälte effektiv.
Ein Nachteil kann sein, dass die Matte beim Bewegen etwas geräuschvoll ist, ähnlich wie ein Päckchen Gummibärchen oder Chips im Kino. Das NXT im Namen steht für Next Generation und soll wohl genau dieses bekannte Problem von THERM-A-REST Matten verbessert haben – ob das tatsächlich der Fall ist, wird der Test zeigen.
Praxistest
Ich habe die NeoAir XTherm™ NXT Sleeping Pad in unterschiedlichen Szenarien getestet: im Biwaksack, in der Hängematte sowie direkt auf einfachem Waldboden. Zusätzlich habe ich sie auf dem Fußboden in der Gemeinde während einer Freizeit genutzt. So konnte ich das Schlafen im Zelt simulieren, ohne selbst ein Zelt zu besitzen.
Für eine so leichte Matte bietet sie überraschend guten Halt. Als Rückenschläfer liegt man sehr komfortabel. Die Isolation funktioniert zuverlässig, selbst auf dem Wintercamp -eine Woche bei Temperaturen bis -12 °C. Kälte vom Boden war für mich zu keiner Zeit ein Problem.
Geschlafen habe ich in einer Jurte im Biwaksack. Da die Regular-Version eher knapp bemessen ist, ist das Schlafen im Biwaksack grundsätzlich von Vorteil, da man dadurch nicht nach unten oder zur Seite von der Matte rutschen kann. Zur Einordnung: Ich bin etwa 1,80 m groß und wiege zwischen 75 und 78 kg. Die Breite der Matte ist ausreichend, wer sich nachts aber viel bewegt oder mehr Platz braucht, sollte aber besser zur Wide-Version greifen.


Als Seitenschläfer wird die Matte jedoch schnell ungemütlich. Bei zu wenig Luft drücken Hüfte oder Schulter durch, bei zu viel Luft ist die Matte unangenehm hart. Hier ist etwas Feingefühl gefragt, um den richtigen Luftdruck zu finden.
Mit etwas Experimentieren am WingLock™-Ventil lässt sich der gewünschte Druck gut einstellen. Bewährt hat sich folgende Vorgehensweise: Die Matte zunächst prall aufblasen, Probe liegen und anschließend kontrolliert Luft ablassen, bis der Komfort passt.
Eine Komfort- oder „Couch“-Isomatte ist die NeoAir XTherm™ NXT jedoch grundsätzlich nicht, sondern klar als Ultraleicht-Equipment konzipiert. Wer mehr Luxus und Komfort sucht, sollte dann eher zur THERM-A-REST NeoLoft greifen.


In Kombination mit der Hängematte ist die NeoAir XTherm™ NXT hervorragend. Sie ist klein, hat einen hohen R-Wert und auf der Seite schlafen kann man dort ohnehin nicht. Ich habe bei –4 °C in der Hängematte geschlafen und es war gut.
Ich schreibe bewusst gut und nicht sehr gut, denn das Schlafen in der Hängematte bei Minusgraden … nun ja, was soll ich sagen: Es geht besser, aber es ging.
Im Sommer wird es aber sicherlich eine super Kombi durch das geringe Packmaß und den hohen R-Wert. In der Hängematte zieht es doch relativ schnell von unten, und man friert dort recht schnell.
Was das Rascheln angeht, bleibt auch die Next Generation relativ laut. Für mich persönlich ist das nicht schlimm. Am meisten ist mir das aufgefallen, als ich in der Gemeinde als Erster aufstehen musste, während alle anderen noch geschlafen haben und es richtig ruhig im Raum war.
Ich habe auch in die Runde gefragt, ob sich die anderen dadurch gestört gefühlt haben – das war jedoch nicht der Fall.
Die Unterseite ist zwar robust, aber mit 70D (Denier) klar als Ultralight-Material einzuordnen und somit relativ dünn. Zum Vergleich: Ein Rucksack liegt meist bei etwa 200D–400D, ein Zelt bei 20D–40D. Das heißt, ich würde grundsätzlich immer beim Aufpumpen oder verpacken aufpassen und darauf achten worauf man die Matte legt.
Und falls doch einmal ein Loch entsteht, hat man ja das Flickzeug von THERM-A-REST dabei. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht so einfach ist, Löcher in Isomatten zu finden – selbst wenn man die komplette Matte unter Wasser drückt. Das liegt daran, dass bereits ein sehr, sehr kleines Loch ausreicht, damit beim Draufliegen über eine Nacht Luft entweicht. Oft ist es aber nicht groß genug, damit die Luft im Ruhezustand beim Suchen mit/im Wasser sichtbar austritt.




























Pro/Contra
Pro:
- extrem geringes Gewicht
- sehr kleines Packmaß
- hohe Isolation im Verhältnis zum Gewicht
- Pumpsack im Lieferumfang
Contra:
- eingeschränkter Komfort für Seitenschläfer
- raschelt sehr
Fazit
Die THERM-A-REST NeoAir XTherm™ NXT ist eine Ultraleicht-Isomatte für kalte Bedingungen. Sie bietet eine sehr hohe Isolation bei geringem Gewicht und kleinem Packmaß und eignet sich damit hervorragend für Wintercamps, Biwaknächte und den Einsatz in der Hängematte. Kälte von unten war in keinem meiner Tests ein Thema – selbst bei Minusgraden unter -10°C.
Stärken zeigt die Matte vor allem als Rückenschläfer und überall dort, wo Gewicht und Packmaß entscheidend sind. Für Seitenschläfer ist etwas Feingefühl beim Luftdruck nötig, da sie bei falscher Befüllung schnell zu hart oder zu weich wird. Komfort steht hier klar an zweiter Stelle.
Die NXT-Generation ist zwar leiser als frühere NeoAir-Modelle, bleibt aber hörbar.
Wer Luxus sucht ist hier falsch – wer Wärmeleistung bei minimalem Gewicht sucht, genau richtig.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
