Foto & Video Testbericht Videokameras

ACME VR30 – Alles im Blick

Wer in den Genuss von 360° Videos kommen will kann sich aktuell die GoPro Fusion für knappe 750 € kaufen. Wer deutlich weniger Geld ausgeben und trotzdem eine günstige 360° Grad Kamera haben will kommt an der ACME VR30 nicht vorbei. Sie bietet Full-HD, Wifi-Verbindung und eben 360° zu einem unschlagbaren Preis von ca. 60 €!
Klingt gut, aber ist es auch gut? Wir haben die Kamera getestet, seid gespannt!

Technische Daten

Thema Info
Abmessungen 60 (B) x 49,4 (H) x 32,7 (L) mm
Konnektivität Micro USB
Display 0,96” monochrom LCD
Audio Format: AAC–LC | Datenübertragungsrate: 128 kbps | Kanäle: Stereo | Integrierte Lautsprecher und Mikrophon
Gewicht 110 g
Batterie Li-Ion 1500 mAh, bis 100 min
Wireless connectivity 802.11 b/g/n
Videoauflösung 1080p, 30 fps (MPEG-4 AVC) Dateiformat .MOV
Auflösung für Standbilder 3008 x 1504 (4,5 MP)
Sonstiges Micro SD Speicherkarte 8–32 GB
Optics Brennweite: 1,1 mm | Blende: f/2.0 | Objektivwinkel: 2 x 220°
Paketinhalt Kamera, Stativ, Anklebbare Halterung
Funktionen 360° Videos, „Full HD“ Auflösung, Statusanzeige, Direktansicht
Preis UVP: 139,99 €

Simpel. Die ACME VR30 besteht quasi aus 2 Kameras. Sie besitzt an Vorder- und Rückseite jeweils ein Linse. Dazwischen ist ein kleines Display mit 3 Knöpfen zur Bedienung platziert. Das ganze mag am Anfang etwas befremdlich aussehen, funktioniert aber genau so recht gut. Die maximale Auflösung liegt bei 1920×1080 Pixel, also Full-HD.

Erster Eindruck

Bei einem Preis von knapp 140 € erwartet man Verarbeitungs- und Qualitätsseitig nicht allzu viel. Die VR30 weißt trotz ihres niedrigen Preises eine passable Verarbeitung auf und auch die gewählten Materialien wirken hier nicht billig. Sie lassen sich so auch in höheren Preisklassen finden.

140 € ? – So billig sieht die VR30 nicht aus!

Ebenfalls fiel uns positiv auf das man hier nicht an Zubehör gespart hat. Es liegt ein Adapter von Stativ zu GoPro-Aufnahme bei, sowie ein kleines “Gorilla” Mini Stativ. Lobenswert!

Klein aber oho – Beigelegtes Mini Stativ

Ein schützendes Gehäuse gibt es leider nicht, somit ist die Kamera nicht gegen äußere Einflüsse wie Wasser, Schnee oder Dreck geschützt. Daher vermieden wir es die Kamera bei Regen oder schlechten Wetterbedingungen zu Nutzen, unter anderem auch deswegen, weil die Linsen ebenfalls nicht vor Kratzern geschützt sind.

Bei günstigen Kameras kann die Hardware zwar meist überzeugen, doch Softwareseitig hapert es dann oft. Nicht so bei der VR30. Die App läuft einwandfrei, hat ein übersichtliches Layout und ermöglicht ein problemloses Bedienen der Kamera sowie eine Übertragung der Dateien. Lediglich das bei einer bestehenden Verbindung nur noch über die App Aufnahmen gestartet oder beendet werden können ist verbesserungswürdig.

Einfache Bedienung, übersichtliches Layout – So soll das sein

Montage

Aufgrund ihrer mind. 2 Linsen gestaltet sich die Montage von 360° Kameras etwas schwieriger als die herkömmlicher. So ist es optimal eine Halterung zu verwenden welche möglichst flach baut, bzw. nahe an der Kamera ist und bestenfalls noch im “toten Winkel” liegt (360° Kameras zeichnen auch 360° auf, jedoch erst ab einer gewissen Distanz zur Kamera. Innerhalb dieser Distanz liegt der sogenannte “tote Winkel” der nicht aufgenommen werden kann).
Dies ist bei der Kamera gut gelöst. Sie besitzt an der Unterseite eine Stativaufnahme und einen sehr kompakten Adapter auf GoPro Halter. Dieser fällt im Video nur minimal auf und ermöglicht eine Montage fast wie mit einer normalen Kamera. Dennoch sollte aufgrund des fehlenden Gehäuse auf eine möglichst sichere Montage geachtet werden.

Kompakt – Der sehr kleine Adapter zur Montage auf GoPro Halterungen

Auch ist die VR30 weder deutlich schwerer noch größer als eine gewöhnliche Actioncam. Im Vergleich zur aktuellen GoPro 6 ist sie sogar 6 Gramm leichter! Chapeau!

David gegen Goliath? – Nicht ganz. Größer ist sie etwas, aber nicht schwerer!

Bedienung/Handling

An sich gestaltet sich die Bedienung einfach. Es gibt einen Knopf zum Einschalten, einen für das W-Lan und schlussendlich einen zum Starten der Aufnahme. Die Bedienlogik ähnelt der ältere GoPro Modelle, also kein Problem. Etwas hinderlich für das “blinde” bedienen ist jedoch das die Töne beim starten und stoppen der Aufnahme sehr leise sind. Auch kann ihre Lautstärke nicht eingestellt werden.

Ähnlich zu alten GoPro Modellen – Die Bedienlogik der VR30

Neben Videos schießt die ACME VR30 auch Fotos in 360°. Diese sehen passabel aus, toll wäre dennoch ein Timer bzw. Selbstauslösemodus. Denn so ist man dank der 360° immer selbst im Bild.
Auch die Bedienung via App gestaltet sich angenehm. Die aufgenommenen 360° Videos lassen sich hier wahlweise durch Bewegungen des Handys oder Bedienung über den Touchscreen genießen. Lediglich die übertragenen Bilder können nicht einfach im Media Explorer des Handys angezeigt werden, hierzu muss man sie durch die App anschauen.

Möchte man nun die Videos am PC anschauen bedarf es eines extra Programmes. Herkömmliche Programme können die 360° Videos so nicht darstellen. Dank des Programmes lassen sich diverse Darstellungsmodi wählen und vielfältige Blickwinkel “erzeugen”. Leider gestaltet sich der Export der Videos schwierig. Hier verpufft der Effekt und die Videos sind quasi nur statisch und man kann nicht schwenken wie zuvor. Somit ist das Video nicht mehr 360°. Die einzige Möglichkeit seine Videos weiterhin in 360° zu genießen bzw. sie mit anderen zu teilen ist der Upload auf YouTube. Nachteil hierbei, die Qualität leidet stark.

Qualität

Die Qualität der Videos ist angesichts des Preise von ca 140 € absolut ok. Klar, zoomt man etwas ins Bild leidet die Qualität. Aber welche Kamera in dieser Preisklasse kann das schon, bzw bietet eine höhere Auflösung sodass sie solche “Vergrößerungen” kompensieren könnte? Ein weiterer, wichtiger Punkt sind die Low-Light Aufnahmen. Hier haben wir es schon oft erlebt das Kameras bzw. ihre Sensoren hier zu starkem Rauschen und deutlichen Einbußen in der Videoqualität neigten. Doch die VR30 schlägt sich hier vergleichbar gut und bietet noch recht lange ein für ihre Preisklasse gutes Bild!

Problematisch hingegen wird es wenn man seine aufgenommenen Videos mit der Außenwelt teilen will. Als unterstützende Plattform der 360° Aufnahmen eignet sich eigentlich nur YouTube. Hier leidet die Qualität, wie oben schon genannt, durch den Upload enorm.

Damit ihr euch selbst ein Bild von den Aufnahmen der VR30 machen könnt haben wir hier ein kurzes Video für euch.

Fazit

Gesamt gesehen bietet die ACME VR30 gerade in Bezug auf ihren niedrigen Preis eine starke Performance. Die Aufnahmen sind mit Full-HD und lediglich 30 fps zwar nicht ganz Stand der Zeit, müssen sich aber dennoch nicht verstecken. Für ernsthafte, längere Videos welche bearbeitet werden sollen gestaltet sich das Handling bzw. Verarbeiten der Videos schwierig, denn nur wenige Schnittprogramme kommen hier mit den 360° Aufnahmen klar. Daher stellt die VR30 keinen direkter Gegner zur gewöhnlichen Actioncam dar, sondern will vielmehr etwas besonderes sein und sich durch ihre interessanten Aufnahmen abgrenzen.
Mit ihrem attraktiven Straßenpreis von ca. 60 € (Stand 01.01.2018) stellt sie den aktuell preiswertesten Einstieg in die Welt der 360° Kameras dar.


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ACME VR30 – Alles im Blick

by Max Lesezeit: 5 min
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