Rezensionen Testbericht

Buchrezension Panoramawege und Aussichtsberge Allgäu, Rother Wanderbuch

Zeit ist heutzutage einer der größten Schätze. Seine freie Zeit in der Natur zu verbringen ist zum Glück auch heute noch der Wunsch Vieler. Damit man für den Kurztripp, das Wochenende oder auch nur für eine Tagestour den richtigen Berg aussucht, gibt es zahlreiche Wanderführer, die einem die Entscheidung erleichtern und dann auch den richtigen Weg auf den Auserwählten zeigen sollen.

Im ROTHER Verlag erschienen gibt es ein Wanderbuch, Panoramawege und Aussichtsberge Allgäu, von Gerald Schwabe den wir lesen und testen durften.

Panoramawege und Aussichtsberge Allgäu, Rother Wanderbuch

Facts

Thema Info
Material beschichteter Einband, kartoniert
Format Taschenbuchformat, 12,8 X 19,8 X 1,5 cm
Farbe Farbfotografie/ Titelbild “auf dem Hohen Ifen”, Rückseite Kartenausschnitt
Seiten 158
Bilder 109 Fotos (Gerald Schwabe), 40 Höhenprofile, 40 Wanderkkärtchen im Maßstab 1:50 000 und 1:75 000, eine Übersichtskarte
Verlag Bergverlag Rother
ISBN 978-3763331659
Preis 16,90 Euro
HerstellerbeschreibungHohe Berge, sanfte Hügel, grüne Weiden und viele Seen – das Allgäu ist eine der vielseitigsten Wanderregionen der Alpen. Die Krönung der Wanderungen sind im wahrsten Sinn des Wortes die Aussichtsgipfel: Von hier lassen sich herrliche Fernsichten auf die Bilderbuch-Landschaft genießen. Dieses Rother Wanderbuch präsentiert die schönsten Panorama-Genusstouren im Allgäu, im Kleinwalsertal und im Tannheimer Tal: eine abwechslungsreiche Auswahl für jeden Geschmack, von leicht bis anspruchsvoll, von kurzen Wanderungen bis zu ausgedehnten Tagestouren.
Fantastische Aussichtsgipfel wie Widderstein, Hochvogel und Geißhorn krönen die schroffe Felskette der Allgäuer Alpen, markante Berge wie Aggenstein und Hoher Ifen sind die Höhepunkte herrlicher Wanderungen. Für die gute Aussicht muss es aber gar nicht so weit hinausgehen: Auch in den mittleren und tieferen Lagen mit der so typischen Allgäuer Wiesen- und Almlandschaft warten schöne Gipfel und leicht erreichbare Aussichtskanzeln, die das Herz jedes Bergliebhabers höher schlagen lassen.
Jeder der 40 Tourenvorschläge in diesem Wanderbuch verfügt über bestens recherchierte und zuverlässige Wegbeschreibungen. Hinzu kommen detaillierte Kartenausschnitte mit eingezeichnetem Routenverlauf und aussagekräftige Höhenprofile. GPS-Daten können von der Internetseite des Bergverlag Rother heruntergeladen werden. Zahlreiche Fotos geben einen kleinen Vorgeschmack darauf, welch wunderbare Panoramen im Allgäu zu entdecken sind.


Verarbeitung

Der Umschlag ist aus leichter und biegsamer Kartonware. So passt das Wanderbuch gut in jeden Rucksack oder in die Reisetasche oder den Trolly. Diese ist beschichtet, so dass der Wanderführer gut abgewischt werden kann, wenn man ein Schluck Tee oder Sonnencremetapser abgewischt werden sollten.

Die Bindung ist soweit stabil verklebt. Sie brach während des Tests nicht, was ja in der Folge meist dazu führt, dass sich Seiten lösen.

Praxistest

Vom hochglanzbeschichteten Einband lacht der tiefblau strahlende Himmel über dem Hohen Ifen, unten das Wolkenmeer!

Was für ein Auftakt, was für eine Einladung, die gleich Lust auf mehr macht.
Dieses Wanderbuch aus dem Rother Bergverlag befasst sich mit den Panoramawegen und Aussichtsbergen im Allgäu, zwischen Oberstdorf und Füssen und präsentiert hier 40 Touren mit GPS Daten. Der Rother Bergverlag existiert bereits seit 1920 und hat seitdem zahllose Wanderbücher und -führer heraus gebracht. Dieser hier hatte seine Erstauflage 2018.
Ganz neu ist der Wanderführer aber nicht. Nicht nur, weil die Berge nun mal immer die gleichen bleiben. Sondern weil bereits 2003 im Rother Verlag das Wanderbuch Allgäuer Wanderberge, zwischen Bodensee und Füssen, von Herbert Mayr, erschienen ist, den wir auch schon lange unser Eigen nennen dürfen.

Buchaufbau

Der Rotherverlag ist sich hierbei treu geblieben. Der Aufbau ist nahezu identisch. Dies hat den großen Vorteil, dass einem die Zeichen und Abkürzungen geläufig sind, wenn man bereits andere Wanderbücher aus dem Verlag hat. Zudem findet man sich in der Schnellübersicht im Einband besser zurecht. Ebenso mit der Klassifizierung des Schwierigkeitsgrades.

In der linken (vorderen) Deckelklappe ist die Übersicht über alle 40 Touren mit den wichtigsten Eckdaten inklusive Empfehlung und Begehungshäufigkeit, Höhenmeter, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit, Schwierigkeitsgrad und Gehzeit vorhanden. Die Symbollegende hierzu befindet sich auf der rechten (hinteren Deckelklappe). Im ersten Moment muss man die Legende erst suchen, weil sie so weit weg von der Übersicht ist, allerdings ist es praktisch, so muss man nicht immer umblättern, sondern kann die Legende direkt zur Übersicht dazu klappen.

Auf den ersten 15 Seiten nimmt sich der Autor Gerald Schwabe Zeit, Allgemeine Hinweise, touristische Informationen und Wissenswertes zu den Regionen zu vermitteln. Gerald Schwabe, zunächst gelernter Reiseverkehrskaufmann und studierter Geograf ist zwischenzeitlich begeisterter Fotograf und Bergwanderer. Er lebt selbst seit fast 20 Jahren im Allgäu und hat bereits mehrere Wanderführer beim Bergverlag Rother heraus gebracht.

Im Inhaltsverzeichnis sind nochmals alle Touren nun der Reihe nach aufgeführt. Hier ist nun der Schwierigkeitsgrad farblich hervorgehoben. Mir ist das sehr sympathisch, weil ich ihn so nicht lesen muss, sondern bereits beim Vorbeischauen erfasse. Das andere, was hier gleich auffällt: das Allgäu hat so einiges zu bieten! Es sind nur wenige blaue Touren aufgeführt. Die meisten sind rot, also mittlerer Schwierigkeitsgrad. Und einige schwere sind auch dabei.

Tourenaufbau

Nach der Überschrift, die aus dem Namen des Gipfels, den Höhenmetern und des Schwierigkeitsgrades besteht, gibt es eine knappe Tourencharakterisierung. Darauf folgen Kurzinfos wie Ausgangspunkt, Gehzeit, Einkehrmöglichkeiten, Höhenmeter, Anforderungen.
Hier schließt sich dann die ausführliche Tourenbeschreibung an. In der Regel mit ein oder zwei Fotografien und einem Kartenausschnitt, auf dem der Tourenverlauf vermerkt ist.
Zudem ist immer ein Höhenprofil vorhanden mit Gehzeiten. Dies ist immer hilfreich, weil man auf Anhieb sieht, ob sich die Gehzeiten nur auf den Aufstieg beziehen oder Gesamtgehzeiten sind und ob diese ab Tal/ Parkplatz gelten oder gegebenenfalls ab der Bergstation einer Sesselbahn. Möchte man mehr oder weniger Zeit einsparen durch solche Fortbewegungsmöglichkeiten muss man die Gehzeiten entsprechend anpassen.

Die Gehzeiten sind moderat ausgelegt. Sie können von Erwachsenen leicht eingehalten werden. Mit Kindern hängt das natürlich vom läuferischen Können, der Trittsicherheit und der Gewohnheit ab, solche Strecken zu gehen. Hier muss man sich einfach langsam heran tasten. Ganz wichtig mit Kindern ist immer ausreichend Puffer, also Zeit, einzuplanen. Dies erspart den Eltern Stress, den Kindern ermöglicht es doch immer wieder anzuhalten und zu spielen und für Wetterumschwünge, Blasenpausen oder sonstige Unvorhersehbarkeiten ist dann immer noch ein wenig Luft.

Siehe auch: https://www.outdoortest.info/was-haenschen-nicht-lernt

Auch gibt es wichtige Hinweise zu der Begehbarkeit von Touren je nach Witterung. Hierauf sollte unbedingt Rücksicht genommen werden. Z.B. ist das Gottesackerplateau unterhalb des hohen Ifen vom Gefälle her ein leicht abfallendes Hochplateau mit wenig Gefälle. Durch die schroffen Ritzen und Spalten ist es aber sowohl bei Nässe mit Vorsicht zu genießen. Bei Nebel oder Schnee ist es absolut ungeeignet. Keinerlei Orientierungsmöglichkeiten und kaum Erhebungen, an denen die Wegmarkierungen angebracht werden können!.
Dies ist nur eines von vielen Beispielen in Bezug auf Wetter und Route. Auch soll an dieser Stelle nicht versäumt werden darauf hinzuweisen, dass auch oder vielleicht gerade in den Allgäuer Alpen jedes Jahr Menschen auch tödlich verunglücken. Allzu oft werden die teils sehr steilen und bei Nässe extrem rutschigen Grashänge unterschätzt. Schlechtes Schuhwerk, Unachtsamkeit und keine Rücksicht aufs Wetter führen leider immer wieder zu Unfällen.

Gerade deshalb sind Wanderführer wie dieser von Rother wertvolle Hilfsmittel, um eine ungestört schöne und sichere Tour planen und durchführen zu können. Gerade, wer Kinder dabei hat oder auf andere Dinge Rücksicht nehmen muss tut gut daran nicht einfach so drauf los zu stiefeln.

Auch wer Mehrtagestouren planen möchte, ist hier gut beraten. Die ein oder andere ist sogar als ganze Tour schon hier im Buch aufgeführt. Es steht aber natürlich jedem frei, auch einfach so mehrere Eintagestouren aneinander zu reihen.

Neu im Gegensatz zur Version von 2003 sind die GPS Daten zum Download. Für die, die gern alles online haben gibt es auch die Rother App zum Downloaden der Routen.

Die Rother App ermöglicht den Wanderführer auch auf dem Mobiltelefon zu nutzen. Hier gibt es kostenlose Beispieltouren. Ansonsten können die unterschiedlichen Guides für 5,50-10 Euro herunter geladen werden.

Fazit

Das Wanderbuch Panoramawege und Aussichtsberge Allgäu von Gerald Schwabe, erschienen im Rother Bergverlag für 17 Euro ist ein wunderbar fundierter Wanderführer, der einem die schönsten 40 Touren zwischen Oberstorf und Füssen nahe bringt. Übersichtlich, klar strukturiert und informativ fasst er das Wichtigste aber auch Interessanteste in Kürze zusammen. Der robuste Einband ermöglicht es, den Wanderführer immer mit zu nehmen. Er verzeiht auch den Transport im Rucksack.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

Marion

Zuständig für die Bereiche Campen, Wandern, Klettern, Reiten und Laufen

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Buchrezension Panoramawege und Aussichtsberge Allgäu, Rother Wanderbuch

by Marion Lesezeit: 6 min
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