Hardshell Jacken Layerschichten Shelllayer Testbericht

Haglöfs Spitz Jacket Women

Eine Hardshelljacke, die äußerste Schicht beim Zwiebelprinzip, hat die Aufgabe Wind und Wetter fern zu halten und den Körper trocken. Zudem sollte sie möglichst atmungsaktiv sein, um Hitze und Wärme entweichen lassen zu können. Ansonsten hat man unter ihr Tropenklima.
Einige Anforderungen also die es gilt zu meistern.
Wir haben hier von Haglöfs die Spitz Jacket Women unter die Lupe genommen.

Haglöfs Spitz Jacket Women

Haglöfs Spitz Jacket Women

Facts

Thema Info
Material Goretex 3L 100% Polyamid
Größen XS-XL
Farben black/real red, acai berry/hanabero
Gewicht 435 g
Preis 499,95 Euro
HerstellerbeschreibungDie Hardshelljacke Spitz hat Unterarmbelüftung für schweißtreibende Anstiege und einen Frontreißverschluss. Sie verfügt über 2 Napoleontaschen, eine Innen- und eine Oberarmtasche. Die Kapuze ist verstellbar, ist helmkompatibel und hat eine verstärkte Krempe.
Alles was Bergtouren von einer Jacke verlangt, bietet die Hardshelljacke Spitz. Die dreilagige Jacke ist wasser- und winddicht. Das Körperklima ist durch die hohe Atmungsaktivität garantiert. Teilweise ist die Jacke verstärkt um Rucksackabrieb zu verhindern.
Der Schnitt ist so kurz gewählt, dass die Jacke auch nicht beim Tragen eines Klettergurtes stört. Sowohl Ski- als auch Kletterhelm können unter der Kapuze getragen werden. Die Reißverschlüsse sind wasserabweisend.


Verarbeitung

Die Reißverschlüsse sind etwas schwergängig, allerdings haken sie nicht. Das Gewebe ist sehr robust, reißfest und wasserdicht. Die Nähte sind verschweißt die Verschweißung löst sich auch nicht, wenn die Jacke im Rucksack z.B. geknautscht wird.

Praxistest der Haglöfs Spitz Jacket

Die Jacke wurde im Spätsommer und Herbst bei Regenspaziergängen und Wanderungen sowie Mehrtagestouren getragen. Als Hardshelljacke ist sie als alleinige Regen- und Windjacke aber auch zum Tragen mit einer Mittelschicht geeignet.
Die Farbkombination in organge-lila ist absolut „in“ 2016. Zudem ist sie in den Bergen tatsächlich gut zu erkennen und hat damit auch eine gewisse Signalwirkung im Notfall. Beim Skifahren wird man vermutlich weniger übersehen.
Das Gewebe ist fest, raschelt ganz leicht und ist robust gegen Abriebe. Es ist knitterarm und leicht. Die Jacke bildet kaum Falten, so dass sie unterm Rucksack gut glatt gezogen werden kann. Die Ärmelenden können in der Weite mit Klettverschluss reguliert werden. Der untere Saum kann mittels Kordelstopper reguliert werden.
Die Reißverschlüsse laufen alle etwas schwer. Bei den Reißverschlüssen der Achselbelüftung ist dies etwas störend, da man sie hier eigentlich nur mit einer Hand bedienen können sollte. Dies liegt vermutlich daran, dass die Reißverschlüsse wasserabweisend sind und somit verstärkt. Ein Kinnschutz vermeidet das Einklemmen von Haut und Haaren.

Die Kapuze ist sehr geräumig, gerade für Frauen mit langen Haaren ist dies toll. Sie ist vom Gesichtumfang und auch in der Tiefe weitenregulierbar. Die Krempe ist 5-7 cm breit und sorgt für Stabilität und ein trockenes Gesicht.
Der Schnitt der Ärmel ist bei geschlossenem Achselreißverschluss etwas eng unter den Armen, zumindest wenn man noch einen Midlayer darunter trägt. Evtl. ist es auch nur das Gefühl, es sei zu eng, weil die Belüftungsreißverschlüsse etwas fester sind und man sie spürt. Die Ärmellänge ist gut und der Größe entsprechend passend, so dass Midlayer nicht heraus schauen und die Handgelenke nicht auskühlen.

Die Zipper an den Reißverschlüssen sind dezent in Jackenfarbe und schmal. Dies ist im Sommerbetrieb sehr angenehm. Ob die schmalen Plastikstrips mit dicken Handschuhen im Schnee ausreichende Grifffläche bieten muss abgewartet werden.

Im Laufe einer wolkenreichen 8–Std-Tour wurde das Mobiltelefon bei ausflockendem Nebel von der Hosentasche in eine der Napoleontaschen verstaut. Nach einem anstrengenden Aufstieg war das Mobiltelefon in der Tasche klitschnass vom kondensierten Schwitzwasser. Hierfür wäre vielleicht die Mesh-Innentasche der Jacke besser geeignet. Wenn man das Mobiltelefon aber häufig z.B. zum Fotografieren herausnehmen möchte, ist dies wiederum etwas umständlich.

Die Jacke ist absolut wasserdicht. Das darf bei modernen Hightec-Jacken dieser Preisklasse aber auch erwartet werden. Die Gretchen-Frage lautet ja immer, ob sie dann auch noch einigermaßen atmungsaktiv sind. Sagen wir so:
Bei einem Anstieg von gut 400 hm in der Stunde wird geschwitzt! Ob es nun heiß ist oder windig oder neblig, regnerisch oder schneit. Wichtig ist, dass man keine kalte Zugluft abbekommt und nach dem Schwitzen nicht auskühlt. Dank der Armbelüftung kann zumindest ein Teil des Hitze- und Feuchtigkeitsstaus von innen entweichen. Am Rücken, wo ja auch noch der Rucksack aufliegt und oben die Kapuze anschließt ist das Feuchtigkeitsmamagement nicht ganz optimal. Die Jacke trocknet bei einer Pause auf der Hütte jedoch gut und zügig ab, so dass sie dann wieder voll einsatzfähig ist.

Pro / Contra

Die Jacke ist absolut wind- und wasserabweisend, hat eine sturmsichere verstellbare Kapuze und Belüftungsschlitze unter den Armen.
Die Atmungsaktivität im Allgeimen ist gut, in der Tasche sammelt sich leider etwas Schwitzwasserfeuchtigkeit.

Fazit

Die Hardshelljacke Spitz Jacket Women von Haglöfs ist mit 499 Euro ein Vertreter der Oberklasse ihrer Art. Dies merkt man sicher in der Verarbeitung und in der Qualität der verarbeiteten Materialien. Auch wenn es keine wirklichen Kritikpunkte gibt, hebt sie sich im Komfort nicht so sehr ab wie beim Preis. Wenns aber genau diese sein soll, hat man sicher lange Freude mit dieser Jacke und wird nicht im Regen stehen gelassen.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

Stolzer Preis! Aber ja auch eine gute Jacke. Wie ist denn deine Meinung dazu? Was wäre denn deine Schmerzgrenze beim Preis?


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