Mit Zelten verbinde ich vor allem eines: Freiheit, Abenteuer und die unmittelbare Nähe zur Natur. Schon als Kind war ich mit meiner Familie regelmäßig in Schweden zelten und habe dort unvergessliche Sommer erlebt. Diese besondere Begeisterung für das Campen möchte ich nun auch an meine eigenen Kinder weitergeben.
Damit das gemeinsame Zelterlebnis für die ganze Familie auch komfortabel bleibt, braucht es natürlich etwas mehr Platz. Aus diesem Grund habe ich das Oppland 4 PU von Nordisk genauer unter die Lupe genommen. Wie sich das Zelt im Familienalltag geschlagen hat, was uns – und vor allem unseren Kindern – besonders gut gefallen hat und welche Vor- und Nachteile es bietet, erfahrt ihr in diesem Testbericht.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Fly Sheet: Stoffzusammensetzung: 100% Polyester Stoffkonstruktion: Rip Stop Coating: PU Coating;UV 45+ Filter Stoffgewicht: 82 g/m² Garnstärke: 68D Fadenzahl: 185T Inner Tent: Stoffzusammensetzung: 100% Polyester Stoffkonstruktion: Plain Weave Stoffgewicht: 51 g/m² Garnstärke: 68D Fadenzahl: 185T Ground Sheet: Stoffzusammensetzung: 100% Polyester Stoffgewicht: 109 g/m² Garnstärke: 150D |
| Größen | 4 Personen Zelt |
| Farben | Dark Olive |
| Zeltform | Tunnel |
| Gewicht | 5,4 kg (Gesamtgewicht 5,55 kg) |
| Packmaß | Durchmesser: 20 cm, Packlänge 55 cm |
| Zeltmaß | Innenzelt: 225x230x120cm |
| Wassersäule | Groundsheet: 8000 mm, Fly Sheet: 3000 mm |
| Preis | 579,95 € |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Oppland-Zelte von Nordisk gibt es je nach Einsatzzweck in verschiedenen Ausführungen. Aktuell ist das Oppland als PU-, SI- und LW-Variante erhältlich. Die größten Unterschiede liegen dabei vor allem beim verwendeten Material und beim Gewicht. Das Oppland LW richtet sich an alle, die beim Trekking möglichst wenig Gewicht mit sich herumtragen möchten. Es besteht aus besonders leichtem Nylon und ist damit die leichteste Variante der Serie. Beim Oppland SI kommt ebenfalls Nylon zum Einsatz, das zusätzlich mit einer Silikonbeschichtung versehen ist. Dadurch wird das Material besonders widerstandsfähig und eignet sich auch für anspruchsvollere Einsätze.
Für unseren Test haben wir uns für das Oppland PU entschieden. Dieses besteht aus Polyester und besitzt beim Flysheet, also dem Außenzelt, eine PU-Beschichtung. Im Vergleich zu den SI- und LW-Varianten ist es die günstigste Ausführung. Für unseren Einsatzzweck erschien uns das daher als die sinnvollste Wahl: Wir nutzen das Zelt hauptsächlich zum Camping und haben keine längeren Trekkingtouren oder Einsätze unter extremen Wetterbedingungen geplant. Das etwas höhere Gewicht spielt für uns dabei eine deutlich geringere Rolle als beispielsweise beim Wandern mit dem Rucksack.
Neben dem Preis war für uns vor allem die Größe ein entscheidender Punkt. Das Oppland PU ist das einzige Modell der Oppland-Serie, das Platz für bis zu vier Personen bietet. Das Innenzelt misst 225 × 230 × 120 cm (L × B × H) und bietet damit ordentlich Platz für vier Personen. Gerade beim Camping ist das ein großer Vorteil, denn so muss man sich auch bei längeren Aufenthalten nicht allzu sehr einschränken.
Noch interessanter ist allerdings der großzügige Vorraum. Das Außenzelt bringt es auf eine Gesamtlänge von 465 cm und schafft dadurch eine geräumige Apsis vor dem Schlafbereich. Hier lässt sich einiges an Gepäck unterbringen, sodass der Schlafbereich frei bleibt. Bei schlechtem Wetter kann der Vorraum außerdem als zusätzlicher Aufenthaltsbereich genutzt werden und bietet sogar genügend Platz, um dort zu kochen.
Lieferumfang
Im Lieferumfang ist folgendes Zeltzubehör beinhaltet:
- 9 x Abspannleinen (Guy rope, 2,5 mm polyester)
- 22 x Heringe (Aluminium square skewer)
- 3 x Stangen (9,5 mm Aluminium)
Für kleinere Reparaturen ist auch noch ein 20×20 cm selbstklebendes Materialstück vorhanden, welches wie ein Pflaster auf eine beschädigte stelle geklebt werden kann. Außerdem sind im Packsack drei extra Gummibänder vorhanden, mit welchen das Innenzelt am Außenzelt befestigt wird. Weiteres Zubehör oder Ersatzteile für das Zelt können bei Bedarf gekauft werden.
Die Stangen und Heringe sind jeweils separat in einer eigenen Tasche verpackt. Die große Tasche, in der sowohl das Zelt als auch das Zubehör Platz finden, verfügt über zwei Trageriemen, mit denen das Zelt bequem transportiert werden kann.
Praxistest
Bislang waren wir bei unseren Campingausflügen mit unseren ein- und vierjährigen Töchtern immer mit dem Wohnwagen unterwegs. Das Zelten ist da natürlich noch einmal ein ganz anderes Erlebnis – vor allem für die beiden kleinen Abenteurerinnen. Bevor es allerdings direkt auf große Reise gehen sollte, wollten wir das Oppland PU erst einmal in Ruhe ausprobieren. Die erste „Probenacht“ verbrachten wir deshalb ganz unkompliziert im heimischen Garten. Eine weitere Nacht folgte auf dem Feld unserer Nachbarn, bevor es schließlich ernst wurde und das Zelt mit uns auf die Reise nach Skandinavien ging.
Natürlich durfte dabei auch ein Abstecher in die Heimat von Nordisk nicht fehlen: Dänemark. Dort hatten wir schließlich die Gelegenheit, das Zelt unter echten Bedingungen zu testen. Und auch wettertechnisch wurde das Oppland PU dort ordentlich auf die Probe gestellt.
Auf-und Abbau
Der Auf- und Abbau des Oppland PU ist selbsterklärend. Wer sich dennoch unsicher ist, findet auf der Homepage von Nordisk ein informatives Video zum Aufbau.
Die Stangen für das Außenzelt müssen jeweils in die farblich dazugehörige Führung geschoben werden. Dafür befinden sich an einer Seite des Außenzeltes die Öffnungen der Führungen und auf der anderen Seite die geschlossenen Enden, sogenannte Stangenstopps. An den Enden ist der Stoff zusätzlich verstärkt und macht dadurch einen sehr robusten Eindruck. Auf der Seite mit den Öffnungen werden die Stangen an Teilen aus Hartplastik befestigt, die sich zusätzlich individuell verstellen lassen. Das Außenzelt wird anschließend mit den Heringen befestigt. Danach kann man das Innenzelt aufbauen, welches einfach mittels Gummibändern und Steckschnallen am Außenzelt angebracht wird.
Beim Abbau startet man ebenfalls mit dem Innenzelt. Nach dem Abbau wird dieses zusammen mit dem Außenzelt und den Zubehörtaschen zusammengerollt. Das gesamte Paket passt anschließend problemlos in die geräumige Tragetasche. Insgesamt habe ich für den Aufbau alleine etwa 10 Minuten benötigt.
Außen- und Innenzelt
In dem sehr geräumigen Innenzelt befinden sich in jeder Ecke Netztaschen zur Aufbewahrung. Die Taschen sind sehr geräumig und bieten genügend Platz für eine Taschenlampe, Trinkflasche und sonstige Gegenstände. Außerdem sind mehrere Schlaufen zur Befestigung weiterer Taschen, Lampen oder Leinen vorhanden. Diese verfügen über reflektierende Details und können dadurch auch bei Dunkelheit leicht gefunden werden.
Im hinteren Bereich des Innenzeltes befindet sich im oberen Teil ein Netzeinsatz. Dieser lässt sich mittels Reißverschluss öffnen. Dadurch kann man auch von innen die Belüftungsöffnung des Außenzeltes, die ebenfalls mit einem Reißverschluss versehen ist, öffnen oder schließen.
Im Frontbereich befindet sich der Zugang zum Innenzelt. Die Reißverschlüsse können je nach Bedarf komplett um den Zugang herum geöffnet werden. Auch hier lässt sich die Belüftung individuell anpassen, da der Eingangsbereich aus zwei Lagen besteht, von denen eine aus einem Netzeinsatz gefertigt ist.
Besonders praktisch fand ich, dass sich die Vorderseite des Außenzeltes komplett öffnen lässt und zusätzlich ein seitlicher Zugang zum Vorraum vorhanden ist. Dieser bietet richtig viel Platz und wurde von uns mit einer Picknickdecke ausgelegt. Dadurch konnten die Kinder den großzügigen Vorraum optimal zum Spielen nutzen.
Praxiserfahrung
Die ersten Nächte im Zelt haben wir bei uns zu Hause auf der Schwäbischen Alb verbracht. Hier haben wir direkt gemerkt, dass der etwas härtere und steinige Boden für die Aluminiumheringe nicht wirklich ideal ist. Leider sind dadurch direkt ein paar Heringe verbogen. Die Vorteile von Aluminiumheringen überwiegen für mich allerdings, da sie sehr leicht, preiswert und korrosionsbeständig sind. Daher muss man beim Befestigen auf härterem Untergrund einfach etwas vorsichtiger vorgehen.
Wettertechnisch war es bei der ersten Nacht sehr warm. Tagsüber lagen die Temperaturen bei über 30 Grad und ich habe mich schon gefragt, ob die Nacht im Zelt nicht zu schwül werden würde. Dank der guten Belüftung und der Möglichkeit, den vorderen Bereich komplett zu öffnen, war das Klima in der Nacht jedoch sehr angenehm. Selbst am Morgen nach Sonnenaufgang, wenn sich meiner Erfahrung nach viele Zelte schnell in eine Art Sauna verwandeln, blieb die Temperatur im Zelt noch angenehm.
In Dänemark erwartete uns dann das komplette Gegenteil. Als wir an einem Abend alle im Zelt waren, begann es plötzlich richtig stark zu regnen und zu winden. Das Oppland PU hat dem Ganzen sehr gut standgehalten und alles ist trocken geblieben. Am nächsten Morgen schien die Sonne leicht auf das Außenzelt und im Laufe des Vormittags war es vollständig getrocknet, sodass wir alles wieder einpacken konnten.
Egal, ob bei Sonnenschein oder Regen – das Zelten im Oppland PU hat uns und unseren Töchtern unglaublich viel Freude bereitet. Und eines steht fest: Das wird definitiv nicht unsere letzte Nacht darin gewesen sein.






































Pro/Contra
Pro:
- Schneller und unkomplizierter Auf- und Abbau
- Geräumiges Innenzelt mit guter und individuell anpassbaren Belüftung
- Großzügiger Vorraum mit ausreichend Platz für Ausrüstung
- Durchdachtes und funktionelles Design
- Gute Wind- und Wetterbeständigkeit, auch bei Regenschauern
- Einzelteile und Zubehör können bei Bedarf nachbestellt werden
- Reparaturzubehör ist im Lieferumfang enthalten
Contra:
- -/-
Fazit
Das Oppland 4 PU von Nordisk hat uns im Praxistest insgesamt überzeugt. Das Zelt punktet mit einem durchdachten und funktionellen Aufbau, viel Platz und einer guten Belüftung. Besonders der großzügige Vorraum bietet viel zusätzlichen Stauraum und lässt sich bei schlechtem Wetter auch gut als Aufenthalts- und Spielbereich nutzen. Der einfache und selbsterklärende Auf- und Abbau ist gerade beim Camping mit Kindern ein großer Pluspunkt.
Auch bei wechselhaftem Wetter konnte das Zelt überzeugen. Selbst bei starkem Regen und Wind blieb das Innenzelt trocken. Gleichzeitig sorgt die gute Belüftung dafür, dass es auch an warmen Tagen im Zelt angenehm bleibt.
Insgesamt bietet das Oppland 4 PU eine gelungene Kombination aus Platz, Funktionalität und Wetterfestigkeit. Für Familien, die ein geräumiges und unkompliziertes Zelt für Campingausflüge und Outdoor-Abenteuer suchen, ist es aus unserer Sicht eine sehr gute Wahl. Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis rundet den insgesamt positiven Eindruck ab.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
