Osprey Tempest 9

Osprey Tempest 9

by Jana
Osprey Tempest 9Ein „vielseitiger, leichter 9-Liter-Tragerucksack für Frauen“ lautet die Porduktbeschreibung des Tempest 9 von Osprey. Genau das richtige für einen Urlaub, in welchem man Wandern, Mountainbiken und Ausflüge machen will.
In einem ausgiebigen Test wurde dieser extra für Damen entwickelte Rucksack auf die Probe gestellt.

Facts

 

Thema Info
Packvolumen 9l
Abmessungen Länge 51cm, Breite 26cm, Tiefe 19cm
Farben Stealth Black, Violac Purple, Jasper Green, Aluminium Grey, Bell Orange
Gewicht 0,9kg
Material 100D X 210D Bluedesign Recycled Bobic Nylon
Geschlecht Damen
Größen WXS/S (Rückenlänge 33 – 43 cm), WM/L (Rückenlänge 40,5 – 50,5 cm)
Preis 120€


Osprey Tempest 9

Erster Eindruck und Verarbeitung

Osprey bietet mit dem Tempest 9 einen extra für Damen entwickelten Rucksack an. Dieser wurde mir in der Größe WM/L und in der Farbe Violac Purple zugesendet.

Mir fällt gleich auf, dass dieser Rucksack sehr leicht ist. Das Außenmaterial fühlt sich robust und wasserabweisend an. Die Farbe gefällt mir gut, ein kräftiges lila. Dass das er aus recyceltem Material besteht gibt ein großes Plus auf der Nachhaltigkeitsskala, mir gefällt, wenn Hersteller Wert darauf legen.

Die AirScape Rückenplatte ist fest, kann aber gebogen werden. Lässt man sie los, geht sie in die Urspungsform zurück. Die Platte ist mit einer weichen EVA-Schaumpolsterung überzogen.

Das große Staufach kommt mir größer vor als 9l. Mittels Zugbändern kann dieses in der Größe dem Inhalt angepasst werden, sodass nichts im Rucksack wackelt. Jeweils unter den Zugbändern sind noch Stretchfächer aus Mesh, um z.B. eine Flasche außen einzustecken. Der Inhalt kann dann ebenfalls mit dem Zugband festgezurrt werden.
Im Inneren des großen Staufachs ist oben ein zusätzliches Netz-Fach mit Schlüsselclip angenäht. Hinter dem großen Staufach, also direkt am Rücken, kann eine Wasserblase eingesteckt werden. Diese ist allerdings im Lieferumfang nicht inbegriffen.
Weiterhin befindet sich oben am Rucksack ein kleines Brillenfach, welches mit Fleece ausgekleidet ist. Außen können zusätzlich diverse Gegenstände an den Schlaufen oder mit dem elastischen Gummiband angebracht werden.
Auffallend ist noch eine Helmhalterung – ein Kunststoffclip an einem Gummiband. Ein Henkel oben erleichtert das Tragen in der Hand.

Die Träger sind relativ schmal gehalten und sicher für schmalere Damenschultern gedacht. An den Trägern befinden sich diverse Laschen und Fächer z.B. für den Schlauch der Wasserblase oder das Handy. Die Träger können mittels Brustgurt geschlossen werden. An dieser Schnalle ist eine Pfeife für Notfälle integriert. Die Träger können in der Länge, wie auch bei anderen Rucksäcken üblich, mit einer Schnalle verstellt werden. Zusätzlich können die Träger oben am Rucksack zum Rückenteil hin eingestellt werden.

Der Hüftgurt ist an den Seiten breit mit großen aufgenähten Taschen. Vorne ist der Hüftgurt recht schmal und wird mittels Schnalle geschlossen.
Bis auf die seitlichen Stretchfächer und dem Fach am Träger werden alle Fächer mittels Reißverschluss geschlossen. Diese laufen leicht und sind gut zu bedienen.
Alle Nähte sind sauber, ich kann keine Materialfehler erkennen.
Leider ist im Lieferumfang keine Regenschutzhülle enthalten, auch ein Fach dafür, wie man es von anderen Rucksäcken kennt, ist nicht vorhanden.

Praxistest

Der Tempest 9 hat mich in mehreren Urlauben begleitet. Ich habe ihn ausgiebig beim Wandern und beim Mountainbiken getestet. Auch zu einem Klettersteig und zu einigen Tagesausflügen habe ihn mitgenommen.

Mir fiel immer wieder auf, wie leicht er ist und wieviel man in diesem Rucksack verstauen kann. Problemlos finden Regenkleidung, Getränke und Vesper Platz in diesem Rucksack.
Zum Mountainbiken sind neben der Wasserblase meine Knie- und Ellbogenprotektoren sowie eine Regenjacke dabei und für die Begehung eines Klettersteigs passt der Klettergurt mit Klettersteigset hinein und der Helm kann außen befestigt werden.

Die seitlichen Fächer am Hüftgurt sowie die kleinen Fächer oben wurden von mir hauptsächlich zum Verstauen meines Handys, Riegel und Taschentuchpäckchen genutzt.
Das Packvolumen war für mich mit diesem Rucksack immer genau richtig für die unterschiedlichsten Unternehmungen.

Ein besonderes Highlight ist der Clip für den Helm. Dieser wird durch ein Belüftungsloch des Helms geschoben und hält den Helm am Rucksack. Zusätzlich kann man diesen dann mit den Gummibändern noch fixieren.

Grundsätzlich bin ich mit dem Rucksack beim Wandern oder bei Ausflügen immer sehr gut zurechtgekommen. Leichter Regen lies den Inhalt trocken. Starkregen oder länger anhaltender Regen hat mich nie erwischt, ich könnte mir aber vorstellen, dass in diesem Fall eine Regenhülle von Vorteil wäre. Aufgespritzer Dreck vom Mountainbiken lässt sich recht einfach von der Oberfläche abwischen.

Auf den Schultern trägt sich dieser Rucksack angenehm. Lediglich wenn man ihn z.B. mit mehreren Wasserflaschen belädt, sind die Träger etwas dürftig gepolstert. Für das Gewicht von normalem Proviant einer Person war es aber nie ein Problem für mich.

Der Hüftgurt sitzt an den Seiten sehr angenehm, dürfte für meinen Geschmack aber vorne etwas breiter sein, aber er erfüllt seinen Zweck. Hier fiel mir nach einiger Zeit auf, dass der Hüftgurt an den Seiten etwas weiter oben auf meiner Hüfte sitzen dürfte oder das Rückenteil für meinen Oberkörper etwas zu lang ist.

Nun kommen wir zum Knackpunkt dieses Testberichts. Die AirScape Rückenplatte des Tempest 9 scheint für mich fast schon wie ein Protektor zu sein. Ich traue ihr gut zu, dass sie bei einem Sturz die Wirbelsäule schützen kann, auch wenn diese hierzu nicht extra ausgezeichnet ist. Aus diesem Grund wollte ich den Rucksack auch unbedingt beim Mountainbiken tragen.
Bereits die ersten paar Male hatte ich an einer Stelle auf der unteren Wirbelsäule eine Scheuerstelle. Dass mir dies beim Wandern nicht aufgefallen war, dürfte daran liegen, dass man beim Radfahren einen gebogeneren Rücken hat.
Anfangs ging ich noch davon aus, dass sich die Rückenplatte vielleicht erst anpassen muss und es sich gibt. Dies war leider nicht der Fall.
Die Platte bleibt immer in der gleichen Form und scheint mir einfach etwas zu fest zu sein bzw. zu schlecht gepolstert. Da ich wie oben erwähnt schon das Gefühl hatte, dass mir der Rucksack zu groß sein könnte, wurde mir angeboten, den kleineren Rucksack in der Größe WXS/S zu testen. Laut Size Guide dürften mir mit einer Rückenlänge von ca. 41cm beide Rucksäcke passen. Der neue Rucksack kam dann in der knalligen Farbe Bell Orange.

Auch dieser Rucksack wurde wieder in den Urlaub mitgenommen und getestet. Ich hatte nun das Gefühl, dass die Länge der Rückenplatte besser zu meinem Oberkörper passt. Bei Wanderungen und anderen Aktivitäten war ich sogar noch einen Tick zufriedener als mit dem größeren Modell.
Leider hatte ich auch mit dieser Größe beim Radfahren immer wieder von der Rückenplatte eine Druckstelle an derselben Stelle auf der Wirbelsäule. Verschiedene Einstellungen des Rucksacks brachten leider auch keine Verbesserung.
Möglicherweise könnte dies durch eine weichere Platte oder eine Polsterung mit Aussparung der Wirbelsäule verbessert werden.

Pro/Contra

Pro:

  • Angenehm leicht
  • Super Packvolumen und gute Staumöglichkeiten
  • praktische Helm-Halterung

Contra:

  • Rückenplatte zum Radfahren ungeeignet, da Scheuerstellen auftraten

Fazit

Der Tempest 9 von Osprey ist ein toller und leichter Begleiter für Wanderungen und Tagesausflüge. Das Platzangebot und die Staumöglichkeiten waren für mich immer ausreichend.
Trotz der schützenden Rückenplatte, welche ich zunächst zum Mountainbiken als sehr nützlich empfand, konnte er mich hier aufgrund auftretender Scheuerstellen an der Wirbelsäule leider nicht überzeugen.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

Was dir auch gefallen könnte

Hinterlasse einen Kommentar