Foto & Video Fotografie Kamerazubehör Testbericht

Rollei Lensballs

Fotografieren ist ein sehr schönes und auch interessantes Hobby. Ist man doch immer wieder selber überrascht, wenn man nach einer Fotosession die Bilder am PC auswertet und entdeckt, dass ein Motiv eigentlich anders im Kopf war, als es im Endergebnis dann ist.
Genau deswegen finde ich es faszinierend.
Der momentane Trend ist die Glaskugel-Fotografie mit den sogenannten Lensballs. Also im Grunde absolut reine Glaskugeln, durch welche die Welt auf den Kopf gestellt wird.
Wir hatten von Rollei das Bundle mit den 60mm + 90mm Lensballs im Test.

Facts

Thema Info
Material Glas
Größen 60mm, 90mm und 110mm
Gewicht 263g (60mm) | 945g (90mm) | 1730g (110mm)
Zubehör Aufbewahrungstasche, Mikrofasertuch
Preis Einzelpreise: 29,99 € (60mm) | 34,99 € (90mm) | 39,99 € (110mm)
Bundelpreise: 64,98 € (90mm + 60mm) | 104,97 € (3x 90mm) | 69,98 € (2x 90mm)
HerstellerbeschreibungDie Vollglaskugel für die Fotografie mit DSLMs und DSLRs (spiegellose Kameras und Spiegelreflexkameras), auch Lensball genannt, ist eine schlierenfreie Glaskugeln von höchster Qualität, ohne Lufteinschlüsse und Blasen. Sie spiegelt ihre Umgebung als spiegelverkehrte, scharfe und glasklare 180-Grad-Ansicht in einer Sphäre, welche man direkt aus der eigenen Handfläche heraus aufnehmen kann oder aber an einer festen Stelle positioniert.

Verarbeitung

Die beiden Glaskugeln sind sehr gut verarbeitet. Es befinden sich keine Einschlüsse oder gar Risse/Kratzer im Glas.
Auch die Verarbeitung der Aufbewahrungstaschen ist gut. Die Reißverschlüsse der Taschen laufen sauber ohne zu haken.

Praxistest

Die Lensball-Fotografie war auch für uns Neuland. Aber da es gerade total In ist, durch die Glaskugeln die Welt abzulichten, konnten wir uns einem Test eigentlich gar nicht verwehren.
Hierzu wurde auch eine und bekannte Hobbyfotografin mit einer Kugel ausgestattet, so dass auch ihr Feedback hier in den Test mit einfließt.
Zu Beginn sollte man sich aber zunächst einmal die Tipps von Rollei für die Glaskugel Fotografie durchlesen.

      1. Kugel immer vor Shooting von Fingerabdrücken reinigen – Mikrofasertuch im Lieferumgang enthalten
      2. Auf glatten und schrägen Untergründen sorgfältig fixieren
      3. Bei freihändigen Aufnahmen mit max. 1/250 – 2/125 Belichtungszeit arbeiten
      4. Ideale Brennweite zwischen 24 mm und 35 mm
      5. Mit Stativen auch längere Belichtungszeiten möglich
      6. Für die typische geringe Schärfentiefe der Glaskugel Fotografie mit 2.8 Blende arbeiten
      7. Ideal für weitläufige Flächen mit wenigen Höhepunkten (z.B. Waldlichtungen, Marktplätze, Wasser mit und ohne Schiffen)
      8. Bei Fotografie mit Stativ genug Abstand halten, damit sich Stativ und Fotograf nicht selbst in der Glaskugel spiegeln.

Grundsätzlich kann man festhalten, dass man einfach ausprobieren und experimentieren sollte. Schließlich liegt es im Auge des Betrachters ob einem das Bild am Ende dann gefällt oder nicht.
Da wir die Lensballs im Sommer getestet haben, hier noch ein ganz wichtiger Hinweis, welchen man definitiv befolgen sollte:

Gerade im Sommer bzw. bei starker Sonneneinstrahlung, muss man mit den Lensballs höllisch aufpassen. In vielen Foren wurde schon berichtet, dass es je nach Lage und Örtlichkeit anfing zu qualmen oder gar schon verbrannt gerochen hat.
Man darf nicht vergessen, dass die Kugeln durch ihre Krümmung im Grunde wie eine Lupe sind. Von daher bitte gerade bei längerer Trockenheit extrem aufpassen und achtsam sein.


Dann also Kugeln eingepackt und ab in die Natur. Es ist am Anfang gar nicht so einfach, dass richtige Motiv zu finden, welches sich dann auf dem Kopf stehend in der Kugel wiederfindet. Mit der Zeit wird es dann aber besser und man beginnt zu experimentieren. Sei es, dass man die Kugel in eine Pfütze legt, oder auf einer Astgabel platziert. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Auch Langzeitbelichtungen sind kein Problem, so lange man die Kugel gut fixiert und für die Kamera ein Stativ verwendet.

Die Glaskugeln sind sehr stabil. Die kleinere (60mm) ist nicht nur einmal in Richtung Erdboden gefallen. Zum Glück war aber immer ein weicherer Untergrund vorhanden, so dass die Kugel keinen Schaden nahm. Auch in Sachen Kratzer konnte festgestellt werden, dass die Kugeln hier einiges aushalten. Stellt man sie auf steinigem Untergrund ab und sie rollt davon, so nimmt sie dies ohne Probleme hin. Zumindest in unserem Test.
Klar, hart im Nehmen müssen sie sein, denn ist einmal ein Kratzer vorhanden, dann ärgert man sich schon sehr. Man kann sicherlich versuchen diesen heraus zu polieren. Je nach Tiefe dürfte man hier aber einiges zu tun haben, wenn man überhaupt die Möglichkeit dazu hat.

Die Bilder wurden ausschließlich mit dem Standardobjektiv von Canon (18-55mm) mit einer Blende von f5.0 gemacht. Das Ergebnis war sehr gut und auch beim Sonnenuntergang klappte es ohne große Probleme.

Im Bekanntenkreis habe ich eine gute Freundin, welche sich ebenfalls sehr intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Sie hat die große Kugel dann für einen Test bekommen.
Hier die Erfahrungen von Gonaria Breidenbach | www.gonaria-fotografie.de
Vor kurzem hatte ich das erste Mal den Rollei Lensball 90mm in der Hand. Schon der erste Eindruck war sehr positiv. Die Glaskugel wird in einer soliden Aufbewahrungstasche incl. Microfasertuch geliefert und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Ist mit knapp 1kg Gewicht allerdings auch fast zu schwer für das kleine Fotogepäck.
Die ersten Aufnahmen habe ich an der Ostsee gemacht, mit meiner Nikon D700 Vollformatkamera.
Eins gleich vorweg: Man sollte die Warnung, dass der Lensball in der Sonne wie eine sehr starke Lupe wirkt, durchaus ernst nehmen. Bei einer der Aufnahmen in der Nachmittagssonne habe ich mir fast die Hand verbrannt.
Für einige Aufnahmen habe ich die Kugel ins Wasser oder in den Sand gelegt. Danach habe ich sie vorsichtig mit einem weichen Tuch getrocknet und dann mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch poliert, um auch die letzten Streifen und Fingerabdrücke zu entfernen. Das ging problemlos und sehr schnell.
Durch das hochwertige Vollglas werden die Spiegelungen in der Kugel perfekt.
In den meisten Fällen habe ich mit großer Blendenöffnung und manuellem Fokus gearbeitet um die Spiegelung ganz scharf und den Hintergrund sehr weich und unscharf zu bekommen.
Rollei empfiehlt zwar eine Brennweite von 24 – 35 mm. Ich habe allerdings viel bessere Erfahrungen mit meinem 70-200 mm Objektiv gemacht.
Bei den kleineren Brennweiten wird entweder der Lensball im Bild sehr klein. Oder man muss sehr nahe ran und riskiert dabei ständig sich selbst darin zu spiegeln. (Auch die Kameratasche mogelt sich gerne ins Bild, wenn man sie nicht weit genug wegstellt.) Mit einem (leichten) Tele lässt sich diese Gefahr minimieren.

Fazit

Das Fotografieren mit dem Lensball am Meer und auch sonst in der Natur war ein großes Vergnügen. Und es hat neugierig auf Experimente in der Tabletop-Fotografie gemacht. Auch wenn es am Anfang noch ungewohnt ist, so kommt man schnell in das Thema rein und es entstehen interessante Bilder. Manche bewusst, manche unbewusst. Aber genau das ist doch das Schöne an der Fotografie.
Preislich gibt es sicherlich günstigere Alternativen, wobei Rollei hier schon auf Qualität achtet.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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Rollei Lensballs

by Lefdi Lesezeit: 5 min
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