Der UNIT 1 Aura Mips ist ein moderner Smart-Fahrradhelm mit integrierter Beleuchtung, Visier-System und App-Anbindung. Im Test wurde der Helm zusammen mit Unterziehmütze, magnetischem Sonnenschild, adaptivem Visier, Smart Light Zusatzlicht und UNIT 1 Remote Fernbedienung gefahren. Der Einsatz erfolgte vor allem im Alltag auf Pendelfahrten, überwiegend auf längere Strecken von über zwei Stunden und oft bei Dunkelheit.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Polycarbonat-Hartschale, stoßabsorbierender Innenschicht aus expandiertem Polystyrol, Polyester-Polsterung |
| Größen | S (51–55 cm), M (55–59 cm), L (59–62 cm) |
| Farben | Blackbird, Chalk, Maverick, Orca, Stingray, Ranger |
| Gewicht | ca. 370 g |
| Extras im Test | Unterziehmütze, adaptives Visier, Sonnenschild, Smart Light, UNIT 1 Remote |
| Akku | 1350 mAh Lithium-Ionen |
| Preis | 259,90€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Der Helm wirkt auf den ersten Blick sehr hochwertig. Das Design ist stylisch und modern und hebt sich deutlich von klassischen Fahrradhelmen ab. Durch die integrierte Elektronik und das große Visier wirkt er etwas futuristisch, was vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig ist, insgesamt aber gut zum Konzept passt.
Die Verarbeitung ist sehr sauber. Nichts klappert oder wirkt billig. Der Helm besteht aus einer Polycarbonat-Hartschale mit stoßabsorbierender Innenschicht aus expandiertem Polystyrol und einer komfortablen Polyester-Polsterung.
Alle Komponenten werden über USB-C geladen, was im Alltag sehr praktisch ist.
Praxistest
Passform & Komfort
Der Helm umschließt den Kopf sehr gut und lässt sich über ein Einstellrädchen am Hinterkopf präzise anpassen. Mit etwa 370 g ist der Helm zwar schwerer als ein moderner Rennradhelm, für einen Smart-Helm mit Elektronik aber überraschend leicht und im Alltag gut tragbar.
Die Einstellung von Kinnriemen und der Abstand zu den Ohren ist etwas mühselig, dagegen ist der magnetische Verschluss super einfach zu bedienen – sogar mir dicken Handschuhen. Hat man die richtige Einstellung gefunden, trägt sich der Helm sehr komfortabel. Hier wäre zur Vollendung noch ein kleines Polster um die Gurtenden wünschenswert, damit diese nicht nach unten hängen.
Der Helm besitzt mehrere Lüftungsöffnungen im vorderen, oberen und hinteren Bereich. Die Belüftung war für mich sowohl mit als auch ohne Mütze immer ausreichend, ohne dass es je zu kalt oder schwitzig wurde.
Die Idee der integrierten Unterziehmütze ist hervorragend – die Gurte können durch die Laschen an den Ohren gefädelt werden und die Mütze passt so direkt unter die Form des Helms. Sie hält auch bei Temperaturen um die 0 Grad sehr warm – allerdings gibt es hier von mir einen kleinen Minuspunkt, da ich es trotz mehrfachem Nachstellen der Gurte nicht geschafft habe, die Mütze vor den Ohren komplett dicht zu bekommen. Dort hat es immer etwas hineingezogen, was bei langen Fahrten in der Kälte unangenehm und ein zusätzliches Buff nötig war.
Zusätzlich ist der UNIT 1 Aura MIPS mit dem MIPS-Sicherheitssystem ausgestattet. MIPS ist dabei eine eigenständige Technologie bzw. Marke, die von vielen Helmherstellern in ihre Modelle integriert wird. Dabei handelt es sich um eine bewegliche Innenschale, die bei schrägen Aufprällen Rotationskräfte reduzieren kann und so zusätzlichen Schutz für das Gehirn bietet.
Gerade im urbanen Einsatz oder bei höheren Geschwindigkeiten (z. B. auf dem E-Bike) ist das ein sinnvolles Sicherheitsfeature, das über den klassischen Aufprallschutz hinausgeht.
Visier & Sonnenschutz
Vorne am Helm befinden sich Magnete, an denen verschiedene Visiere angebracht werden können. Es stehen mehrere Varianten zur Verfügung, darunter klares Visier, getöntes Visier, adaptives Visier sowie ein Sonnenschild. Das Sonnenschild kann auch zusammen mit einem der Visiere verwendet werden. Optisch wirkt das große Visier etwas futuristisch, passt aber gut zum modernen Design des Helms. Die Visiere müssen gesondert erworben werden.
Getestet wurde das adaptive Visier, dessen Funktion absolut hervorragend ist. In der Dunkelheit ist es glasklar, bei Sonne tönt es sich automatisch wie eine Sonnenbrille. Dadurch kann man es bei wirklich allen Lichtverhältnissen verwenden. Es fühlt sich an, wie ein zusätzlicher Schutz – etwa wie bei einem Motorradhelm. Rollt man bei kalten Temperaturen eine längere Abfahrt hinunter schützt das Visier vor Tränen und dadurch verwaschener Sicht. Durch den relativ großen Abstand zum Gesicht läuft das Visier auch praktisch nie an, selbst bei kaltem Wetter und anstrengenden Anstiegen, wenn man stark atmet. Als zusätzlichen Pluspunkt sehe ich den Vorteil, dass unter dem Visier problemlos eine normale Brille getragen werden kann. Dies dürfte für viele Pendler zur Arbeit eine tolle Errungenschaft sein.
Lichtsystem & Akku
Der Helm besitzt das Dual Light Footprint Lichtsystem mit rundum sichtbarer Beleuchtung für hohe Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Die LEDs sind in erster Linie dafür gedacht, von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen zu werden, nicht um die Straße auszuleuchten.
Zusätzlich bietet der UNIT 1 Aura MIPS durch den eingebauten 3-Achsen-Beschleunigungssensor eine automatische Bremslichtfunktion: Beim Verzögern oder Anhalten leuchtet das rückseitige Licht heller auf und erhöht so die Aufmerksamkeit nachfolgender Verkehrsteilnehmer. Wichtig dabei ist, dass diese Funktion nur in Verbindung mit der optionalen Lenker-Fernbedienung aktiv ist, da sich dort die entsprechende Sensorik befindet.
Der Helm besitzt einen integrierten Lithium-Ionen-Akku mit etwa 1350 mAh Kapazität. Die Laufzeit hängt stark vom gewählten Modus und der eingestellten Helligkeit ab. In der App wird eine erwartete Laufzeit angezeigt, die sich je nach Modus verändert.
Im Test war bei längeren Fahrten im Dunkeln mit voller Helligkeit auch schon mal das Licht früher aus als erwartet, was vermutlich an den kalten Temperaturen lag. Hier sollte die Helligkeit ggf. vor Fahrtantritt an die Fahrtdauer angepasst werden.
Da das Lichtsystem hauptsächlich dafür gedacht ist, gesehen zu werden und der Lichtkegel bei völliger Dunkelheit auch gar nicht ausreicht, um die Straße ausreichend auszuleuchten, sollte für Fahrten im Dunkeln auf jeden Fall ein zusätzliches Frontlicht am Fahrrad verwendet werden.
Zusätzlich zum Helm wurde das passende Smart Light getestet. Dieses kann je nach Ausrichtung als weißes Frontlicht oder rotes Rücklicht genutzt werden und ist dadurch flexibel einsetzbar. Es wird mittels Gummi an der Sattelstütze oder vorne am Lenker befestigt, Für den Zweck als Frontlicht war mir die Lichtstärke bei Nachtfahrten zu gering, als Rücklicht eignet es sich jedoch hervorragend, vor allem in Kombination mit dem Rücklicht des Helms.
App & weitere Technik
Um die Komponenten richtig nutzen zu können, ist die Installation der UNIT 1 App notwendig. Für die Nutzung der App ist eine Registrierung erforderlich, was im Netz von vielen Nutzern als Nachteil gesehen wird. Außerdem ist die App aktuell nur auf Englisch verfügbar. Das Bluetooth zur Verbindung mit den einzelnen Komponenten funktioniert problemlos.
Die App bietet viele Einstellmöglichkeiten. Jedes Licht kann einzeln konfiguriert werden, Helligkeit und Blinkmodus lassen sich anpassen und die erwartete Akkulaufzeit wird direkt angezeigt. Die personalisierten Einstellungen können als Preset gespeichert werden, was im Alltag sehr praktisch ist. Im Helm ist außerdem ein Umgebungslichtsensor verbaut, um die Beleuchtung automatisch den Lichtverhältnissen anzupassen.
Die UNIT 1 Remote Fernbedienung wird mit einem Gummiband am Lenker befestigt und erlaubt das Ein- und Ausschalten des Lichts sowie die Blinkfunktion, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Diese Funktion ist vor allem im Stadtverkehr sehr praktisch. Seit Juni 2024 sind Blinker auch an Fahrrädern erlaubt, wenn sie – wie die Blinker an diesem Helm – der StVZO entsprechen und eine K-Nummer vom Kraftfahrbundesamt haben.
Beim Crash-Alert, welcher durch den eingebauten 3-Achsen-Beschleunigungssensor im Falle eines Unfalls ausgelöst wird, kann ein Notfallkontakt hinterlegt werden. Reagiert man nach einem Sturz nicht auf den einstellbaren Countdown, wird automatisch der Standort per SMS an den hinterlegten Kontakt gesendet.
































Pro/Contra
Pro:
- Sehr gute Sichtbarkeit durch integriertes Licht
- App mit vielen Einstellmöglichkeiten des Lichts, integrierter Crash-Allert
- Tolle Features wie Unterziehmütze, Sonnenblende, adaptives Visier, Blinkerfernbedienung
- Magnethalterungen und -verschluss
Contra:
- Akku hält bei voller Helligkeit nicht allzu lange
- Unterziehmütze an den Ohren nicht dicht
- App nur mit Registrierung und auf Englisch
Fazit
Der UNIT 1 Aura Mips ist ein moderner Smart-Helm, der sich vor allem an Pendler und Alltagsfahrer richtet, die viel im Straßenverkehr unterwegs sind und Wert auf gute Sichtbarkeit, Komfort und zusätzliche Sicherheitsfunktionen legen. Besonders das integrierte Lichtsystem, die Möglichkeit zur Steuerung per Fernbedienung und App sowie der Crash-Alert machen den Helm deutlich vielseitiger als einen klassischen Fahrradhelm.
Die größten Stärken des Aura sind für mich die sehr gute Sichtbarkeit und das innovative Visier-System. Vor allem das adaptive Visier funktioniert im Test hervorragend, da es sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpasst und weder beschlägt noch beim Tragen einer normalen Brille stört. Gerade bei kaltem Wetter oder längeren Pendelfahrten ist das deutlich angenehmer als eine klassische Fahrradbrille.
Insgesamt ist der UNIT 1 Aura MIPS kein klassischer Sporthelm, sondern ein durchdachter und innovativer Pendler- und Stadthelm mit vielen sinnvollen Funktionen für alle Wetter. Wer also nicht nur Schönwetterfahrer ist, sondern stets sicher von A nach B kommen will, bekommt mit dem Unit1 Aura Mips Smart-Helm ein sehr durchdachtes Gesamtpaket.
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