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Thule Chariot Cross Teil II – Jogging- und Fahrradmodus

Sportlich mit Kind unterwegs sein zu können, das ermöglicht uns der Multisportanhänger Thule Chariot Cross.

Im ersten Teil des Tests wurden der Aufbau des Multisportanhängers, der Umbau zwischen Buggy- und Fahrradmodus sowie das Spazierengehen im Buggybetrieb vorgestellt. Außerdem wurde der Babyeinsatz Chariot Infant Sling getestet. (Zum Thule Chariot Cross Test Teil I bitte hier klicken).

Da unsere Tochter inzwischen etwas älter ist und sicher selbstständig sitzen kann, nehmen wir sie auch zum Joggen und Radeln mit.
Das Fahrrad Kit ist standardmäßig bereits im Lieferumfang enthalten. Das Jogging Kit ist als Zubehör separat erhältlich.

Facts Joggingkit

Thema Info
Kompatibel Thule Chariot Sport, Thule Chariot Cross, Thule Chariot Lite
Preis 124,95 €
HerstellerbeschreibungMachen Sie aus Ihrem Thule Chariot einen Jogging-Buggy für höchste Ansprüche.
  • Einfache Befestigung durch Einklicken des Sets in den Thule VersaWing
  • Praktische Spureinstellung, damit der Transporter stets geradeaus fährt

Umbau zum Jogger

Wie von dem Mulisportanhänger bereits gewohnt, ist auch das Anbringen des Jogging Kits selbsterklärend. Es besteht aus zwei Befestigungsstangen und dem Rad mit luftbefülltem Reifen.
Die Befestigungsstangen sind -wie die Fahrraddeichsel- schnell in die dafür vorgesehenen Öffnungen des VersaWing eingeschoben.
Das Rad wird per Schnellspanner an den Stangen befestigt. Leider hakt diese Verbindung etwas und man braucht einige Male bis es einigermaßen zügig angebracht ist.
Um das Jogging Kit gegen die Fahrraddeichsel auszuwechseln oder um den Anhänger im Auto mitzunehmen, müssen jedes Mal das Rad und die beiden Stangen einzeln abgenommen und wieder befestigt werden. Dass man die drei Teile nicht am Stück lassen kann, macht es etwas umständlich.
Dafür steht dann ein super stabiler Joggingwagen vor einem. Nachdem das Kind Platz genommen hat, kann es dann auch losgehen.

Praxistest Joggingmodus

Bereits nach den ersten Metern merkt man den deutlichen Unterschied zwischen den Buggyrädern und dem Joggingrad. Der große Luftreifen gleitet geradezu über Unebenheiten. Grob geschotterte Waldwege und auch mal eine Wurzel sind nun kein Problem mehr.
Der Schwerpunkt des Wagens liegt sehr tief, sodass ich auch auf unebenen Wegen keine Gefahr sehe, dass der Wagen kippen könnte.
Die Beinfreiheit zum Joggen ist für mich ideal. Der Schiebegriff zeigt allerdings bei meiner Größe nach hinten, bei größeren Personen dürfte die Beinfreiheit etwas geringer sein, da der Schiebegriff dann mehr nach oben und weniger nach hinten zeigt. Es empfiehlt sich daher, die hintere Tasche zum Joggen nach oben zu klappen, um mehr Platz für die Füße zu bekommen. Leider kann die Tasche nicht nach oben geklappt werden, wenn die Rückenlehne in Liegeposition ist.

Durch den langen Radstand ist der Wagen absolut spurtreu. Im Gegensatz zu den wendigen Buggyrädern muss man nun bei engen Kurven das Vorderrad etwas anheben, was aber kein Problem ist.
Sollte der Wagen beim Geradeausschieben mal in eine Richtung ziehen, hat Thule eine Nachstelllösung verbaut. An einer der Befestigungsstangen für das Vorderrad befindet sich dazu ein kleines blaues Rädchen.

Das Schieben während des Joggens ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da die Arme nicht mehr richtig schwingen können. Nach einigen Testläufen habe ich mir angewöhnt, weitestgehend mit einer Hand zu schieben, damit mein Bewegungsablauf nicht ganz so stark beeinträchtigt ist. Ich versuche natürlich, die Arme abzuwechseln, um meine Bewegung nicht zu einseitig werden zu lassen. Nur bei starken Anstiegen oder Gefälle sowie engen Kurven benutze ich beide Hände.
Ohne große Steigung ist der Wagen wunderbar leichtläufig und es ist nur geringfügig anstrengender als ohne Wagen. Jedoch merkt man an den Steigungen sehr deutlich das Gewicht, das man vor sich herschiebt. Hierbei muss ich regelmäßig mit beiden Händen schieben, da es mir sonst zu schwer wird.
Andersherum zieht einen der Wagen bei starkem Gefälle sehr stark nach vorne, sodass man ihn mit beiden Händen festhalten muss. Zur Sicherheit kann man beim Bergablaufen die Hand durch die Schlaufe am Schiebegriff machen. Wegen meines häufigen Handwechsels benutze ich diese sonst kaum.
Der Bewegungsablauf des Läufers ist beim Bergablaufen durch das Festhalten des Wagens stark beeinträchtigt. An dieser Stelle sei gesagt, dass es als Zubehör für 99,95€ eine Handbremse zu kaufen gibt bzw. diese ist standardmäßig bereits im Sport-Modell verbaut.


Ich bin regelmäßig im örtlichen Lauftreff mit dem Thule Chariot Multisportanhänger gelaufen und auch meine Mitläufer sind begeistert. Nachdem man sich nach einigen Läufen an den Wagen gewöhnt hat, ist es einfach toll, dass man das Kind mitnehmen kann. Es ist eben nicht immer ein Babysitter vorhanden, wenn man Lust hat zu Joggen. Umso schöner ist es dann, wenn man wieder ohne Wagen joggt und merkt, wie schnell man durch das Wagentraining geworden ist 😉

Praxistest Fahrradmodus

Wie bereits im Teil 1 beschrieben, ist die Deichsel schnell am Anhänger befestigt. Am Zugfahrrad muss der Schnellverschluss oder wahlweise die Steckschraube ausgetauscht werden. Sollte eine Steckschraube erforderlich sein, muss genau auf die Länge und das Gewinde geachtet werden. Die unterschiedlichen Steckschrauben sind separat erhältlich.
Die Deichsel wird in die Anhängerkupplung eingehängt und mit einem Stift und einer zusätzlichen Sicherheitsleine am Rahmen befestigt.
Vor der Abfahrt sollte noch der Schiebebügel nach vorne geklappt und die Wimpelstange in die dafür vorgesehene Öffnung eingeschoben werden.
Am Zugfahrrad bietet sich ein Fahrradständer an, da das Ankuppeln nur am stehenden Zugfahrrad funktioniert. Es sollte außerdem auf einer Ebene erfolgen, da die Feststellbremse des Anhängers vor der Abfahrt natürlich gelöst werden muss und dies nur hinten am Anhänger möglich ist. Man muss also von hinter dem Anhänger wieder zum Zugfahrrad nach vorne wechseln ohne dass der Anhänger das Fahrrad nach hinten zieht oder nach vorne schiebt und dieses umwirft. Eine Pause am Berg ist daher auch nicht zu empfehlen.

Insbesondere beim Anfahren ist das Gewicht des Anhängers deutlich zu spüren. Rollt er erst einmal auf einer Ebene, hält sich der Mehraufwand in Grenzen. Ungewohnt ist erst einmal, dass die Spurbreite durch den Anhänger deutlich breiter ist. Man muss aufpassen, dass man einen deutlichen Seitenabstand zu Hindernissen, Bordsteinen usw. einhält.
Zu Beginn der Fahrradtestzeit bin ich übervorsichtig über Unebenheiten und durch Kurven gefahren, nach einiger Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt und es hat sich jedes Mal sicherer angefühlt. Die Blattfederungen schützen das Kind vor zu harten Stößen und dass man in engeren Kurven nicht zu schnell fahren sollte, versteht sich von selbst. Zum Wendekreis kann noch gesagt werden, dass das Wenden schiebenderweise auf einem normalen Fahrweg gerade noch möglich ist, man dazu also nicht abkoppeln oder den Anhänger umsetzen muss.

In der Testzeit im Herbst/Winter kam es witterungsbedingt regelmäßig vor, dass es regnete oder zumindest der Boden nass war. An das Zugfahrrad habe ich deshalb die Steckschutzbleche montiert. Leider können diese nicht verhindern, dass der Dreck vom Hinterrad durch das Netz in den Anhänger hineinspritzt. Das heißt, dass bei nahezu jeder Fahrt die Regenschutzfolie verwendet werden muss. Leider läuft die Folie, vermutlich wegen der fehlenden Luftzirkulation, schnell von innen an. Dies führt dazu, dass sich meine Tochter -sofern sie nicht gerade schläft- lautstark beschwert. Um das Anlaufen zu verhindern, muss die Folie irgendwo offengelassen werden, sprich einen Teil des Netzes unbedeckt lassen. Sofern es nur um die Spritzer vom Zugfahrrad geht und nicht um richtigen Regen, ist das kein Problem. Leider können nur beim Sport-Modell (NP 1249,95€) die Seitenfolien abgenommen oder zumindest offengelassen werden, wodurch eine Luftzirkulation hergestellt wird.

An starken Steigungen ist das Treten auf dem Zugfahrrad selbst in den kleinsten Gängen sehr anstrengend. Hält man erst einmal an, ist es nahezu unmöglich wieder anzufahren. Man muss dann eben schieben. Ebenso muss man bei starkem Gefälle aufpassen, weil der Anhänger von hinten schiebt und sich dadurch der Bremsweg deutlich verlängert. An dieser Stelle bin ich froh, dass der Thule Chariot Multisportanhänger ein vergleichsweise geringes Gewicht hat. Die geschilderten Schwierigkeiten dürften bei schwereren Modellen noch größer sein.

Fazit

Der Multisportanhänger Chariot Cross von Thule bietet die Möglichkeit sein Kind ab dem Sitzalter zu sportlichen Aktivitäten mitzunehmen. Dass man sich beim Joggen mit dem Schieben und beim Radfahren mit dem Ziehen und der dadurch verbundenen Mehranstrengung arrangieren muss, ist von vornherein klar.
Hat man sich erst daran gewöhnt, gibt es keine Ausreden mehr, wegen des Kindes keinen Sport machen zu können 😉

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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