einfach draußen Wandern

Die Garnitzenklamm – Kärnten 2016

An einem der schönen und auch heißen Tage beschlossen wir die Garnitzenklamm zu durchwandern. Eine Klamm hat unabhängig von ihrer Lage meist die Eigenschaft in einer engen Schlucht und somit eher kühl und feucht zu liegen. Diese liegt zudem noch an einem Nordhang. Wir versprachen uns eine schöne und kurzweilige Tour, die in ihrer Länge auch variabel ist. Es gibt 3 Ausstiegsmöglichkeiten aus der Klamm und insgesamt vier Teilstücke. Der Garnitzenbach hat eine insgesamt 4,5 km lange Schlucht ins Gestein gegraben. 4 davon sind mit einem Höhenunterschied von 500 HM begehbar. Es sind gute Schuhe, Trittsicherheit und in den 3. und 4. Teilen auch Schwindelfreiheit gefordert. Im Prospekt sind unterschiedliche Tourenvorschläge mit Zeitangaben vermerkt. Schnell wird klar, so mal schnell ist die Klamm nicht zu bezwingen.

Garnitzenklamm  in Hermagor

Garnitzenklamm in Hermagor

Wir lieben Schluchten und Klammwanderungen. Ich persönlich vor allem wegen des reißenden Flusses, die Kinder meist wegen den Drahtseilsicherungen und kleinen Klettereien auf meist felsigem Untergrund.
Und wenn die Kinder glücklich sind, dann laufen sie auch und dann sind auch die Eltern entspannt.

Die Klamm liegt unweit von Hermagor entlang der Fahrstrecke hinauf zur Egger Alm. Im Wald am Klammeingang befindet sich ein kostenfreier Parkplatz. Mit der Schlugaermäßigung kosteten Erwachsene 4 und Kinder 2 Euro. Mal erfreulich humane Preise.
Die Klamm wurde durch die Alpenvereinssektion Hermagor bereits 1891 für Wanderer erschlossen. 2003 hat ein Jahrhunderthochwasser 5 Brücken und Teile des Weges zerstört, welche dann unter großem Aufwand wieder hergestellt werden mussten.
Wir hatten uns vorgenommen, drei von 4 Teilen der Strecke zu erwandern. Mit dem Abstieg auf einem Wanderweg außerhalb der Klamm war die Wanderung dann mit 4 Stunden ausgewiesen, was mit Pausen etc. für einen “Nicht-Wander-Tag” auch reichen sollte.
Die Klamm lag anfangs zumindest auf der linken Uferseite noch im Schatten. Das Wasser ist glasklar und von lagunegrüner wunderschöner Farbe – aber eisig kalt. Uns hat es gereicht, die Füße reinzuhängen, andere waren so mutig und sind hineingesprungen.
Am Klammeingang sind die Gesteinsschichten sagenhafte 460 Millionen Jahre alt, die ältesten der Karnischen Alpen. Die Jüngesten sind “nur” 200 Millionen Jahre alt.

Der Großteil der Wegstrecke führt tatsächlich über Felsen und Tritte und häufig auch mit Drahtseilsicherung. Für gänzlich Ungeübte oder Nichtschwindelfreie oder Sandalentouristen ist sie wirklich eine Nummer zu groß. Auch Menschen mit Hunden kehrten nach dem zweiten Teilstück um, weil nun auch noch Stahlträgertritte hinzukamen.
Unsere Kinder hatten mit 8 und 10 Jahren hatten riesen Spass. Allerdings geht es teils schon senkrecht ohne Geländer direkt am Weg hinunter. Mit kleineren Kindern sollte man sich da vielleicht auf ein Geschirr verlassen, damit man nicht ständig eine Hand halten muss.
Auch die kürzeren Passagen durch den Wald sind angenehm, wenn auch meist recht steil. An mehreren Stellen kann man direkt ans Wasser, teils sogar mit kleinem Kiesstrand. Trotz einiger Besucher bei dem schönen Wetter zur Mittagszeit, war für jeden ein Plätzchen zu finden. So machten wir unsere erste Rast in er zweiten Etappe auf einigen großen Felsen am Rande des Flussbettes. Das finden die Kinder immer spannend. Umtost vom Gebirgsbach einen Landjäger aus der Hand essen, dazu ein Brötchen und danach noch ein Stück Schokolade….wunderbar!

Die Brücken, insgesamt bei der gesamten Klammlänge 9 Stück, sind absolut erwähnens- und sehenswert. Nicht nur, dass sie hübsch sind und hoch, es sind tolle und auch eigentümliche Holzkonstruktionen. Als eigentliche Rundbogenbrücken gebaut, brechen sie irgendwo nach 3/4 in ihrem Bogenverlauf ab und knicken um die Ecke. Sie sollen auch immer nur einzeln begangen werden. Dies ist für die Kinder wieder sehr aufregend. Ansonsten führt es ein wenig zu Staus. Andererseits kommt so jeder zu seinem “Alleine-auf-der-Brücke-Bild” .
Auf der 3. Etappe waren wir dann nahezu alleine. Das verstärkte das Abenteuergefühl bei uns allen und wir stapften vor uns hin. Von der Neunten Brücke aus drehten wir wieder um zur 5. um dort die Klamm über den Steinwender Weg zu verlassen. Der Pfad ist alles andere als langweilig. Teils recht steil in sich und vor allem daneben steil abfallend in die Klamm, kann man (sofern schwindelfrei) eine tolle Aussicht genießen und gelangt oben nach einem kurzen Stück auf einer Forsttraße auf den Wanderweg 410. Dieser führt an der luftig gelegenen Kapelle St. Urbani vorbei auf einem Grat bis nach Luschnau. Von dort muss man noch mal kurz ein Stück aufwärts auf der Straße zur Egger Alm gehen und gelangt so wieder zum Klammeingang.
Wir haben mit einer Essens- und einer Planschpause die Route in 4 Stunden geschafft und fanden sie echt toll. Selbst unsere eher wanderunlustige Tochter fand die Tour richtig gut!
Wer in der Klamm am Flussufer einen flachen Stein gesammelt und ihn runter getragen hat, der kann ihn von der netten Dame an der Kasse beschriften und verzieren lassen als “Wunschstein”. Ob man dem Glauben schenkt oder nicht, sie macht das mit Hingabe und wirklich schön. Wir alle haben ein kleines Andenken mitgenommen.
Ein wirklich schöner Tag! Irgendwo zwischen Ausflug und Wanderung.

Weitere Infos zur Kärntenwoche 2016:
Webseite Garnitzenklamm
Webseite Kärnten

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