Qeedo Light Spruce 2

by Andreas

Gibt es etwas Schöneres nach einer fordernden Trekkingtour, im mitgebrachten Zelt in der freien Natur zu übernachten? Wer die Frage mit nein beantwortet, für den hat Qeedo ein absolutes Schnäppchen im Angebot. Mit dem dem Qeedo Light Spruce 2 bringt der Hersteller ein leichtes Zwei – Personen – Zelt auf den Markt, das viele Features der großen Marken verspricht. Unsere Eindrücke könnt ihr im folgenden lesen.

Facts

Thema Info
Material Polyester 68D, PU-Beschichtung
Farben Grün
Maße Packmaß: 53 x 15 x 15 cm (LxBxH); Außenmaß: 250 x 195 x 106 cm (LxBxH)
Wassersäule 3000 mm
Gewicht 2,3 kg
Ausstattung 16x Y-Aluminum Heringe, Packsack mit Kordelzug und –stopper, eingenähte Aufbauanleitung
Einsatzbereich Camping, Trekking
Preis 119,00 € (Stand 17.10.2018, Vertrieb über Amazon)
[mks_dropcap style=”rounded” size=”20″ bg_color=”#7eb536″ txt_color=”#ffffff”]Herstellerbeschreibung[/mks_dropcap]Ein Fliegengewicht für 2 Personen
Das Qeedo Light Spruce 2 ist das ultimative Trekkingzelt für alle Grammzähler, die zu zweit unterwegs sind.

Verarbeitung

Das Zelt macht einen wertigen Eindruck. Die Nähte wurden verschweißt und die Reisverschlüsse laufen leichtgängig. An den Befestigungsschlaufen für die Heringe wurden Mehrfachnähte verwendet, an anderen Stellen Einfachnähte. Heringe und Gestänge sind aus sauber verarbeitetem Aluminium.

Praxistest

Das Qeedo Light Spruce 2 zählt zu den Tunnelzelten. Diese sind in der Regel leicht und bieten ordentlich Platz, da durch die längliche Tunnelform die Seitenwände relativ hoch aufgespannt werden können.

Mit seinem attraktiven Preis und 2,3 kg Gewicht weckt Qeedo das Interesse der Zeltsuchenden, welche ihr Zelt nicht nur beim Camping sondern auch mal auf einer Trekking Tour dabei haben. Um das angepriesene Fliegengewicht handelt es sich dennoch nicht. Wer sich den Markt anschaut, entdeckt bei der Konkurrenz auch zwei Personen Zelte mit einem knappen Kilo weniger Gewicht und gleichzeitig mehr Raumvolumen. Nur eben nicht für das Geld. In dem Preissegment ist das Gewicht völlig in Ordnung.

Aufbau

Im komprimierbaren Packsack des Zeltes findet sich eine eingenähte Aufbauanleitung. In wenigen Schritten wird die Vorgehensweise visuell dargestellt und zusätzlich beschrieben. Auch für Zelt – Neulinge ist die Anleitung gut zu verstehen.

Für Zeltgestänge und Heringe gibt es jeweils zwei separate Aufbewahrungssäcke. Das Zelt ist für den Aufbau bereits vorbereitet, d.h. die Abspannleinen und die Schlafkabine sind bereits befestigt. Das Zelt wird einfach aus dem Packsack entnommen und zunächst mit der Unterseite auf den Boden gelegt. Im Anschluss werden die zwei unterschiedlich langen Gestängebögen zusammengesteckt und durch die entsprechenden Stofftunnel am Zelt geschoben und fixiert.
Danach wird das Fußende des Zeltes mit zwei Heringen am Boden befestigt und nach vorne mit Hilfe der Gestängebögen aufgezogen. Am Ende werden restlichen Schlaufen am Kopfende und an den Seiten mit den Heringen verbunden.
Ist kein starker Wind zu erwarten, steht das Zelt nun nach etwa 5 bis 10 Minuten sicher verankert. Erfahrungsgemäß verringert sich die Aufbauzeit zunehmend wenn man sein Zelt kennt. Zusätzlich kann das Zelt noch mit den bereits vormontierten Abspannleinen gesichert werden.
Die Spannleinen am Boden und das Innenzelt werden mit farblich unterschiedlichen Steckschnallen fixiert. Diese sind zudem Doppelt vorhanden – gut gelöst.

Schlafraum und Handling

Der Innenraum ist ausreichend dimensioniert. Auch zwei großzügige Isomatten passen aufgrund der Breite von ca. 1,40m gut in das Zelt. In der Länge hätten wir uns jedoch etwas mehr Platz gewünscht um am Kopf- oder Fußende Ausrüstung unter zu bringen. Insbesondere bei einem Tunnelzelt wäre das kein Problem gewesen.
Das Zelt ist im Kopfbereich höher wie im Fußbereich. Hier lässt es sich angenehm sitzen und auch für das hin und her Räumen steht genügend Kopffreiheit zur Verfügung.
Für Kleinteile finden sich Verstaumöglichkeiten im Inneren. Die olivgrüne Farbgebung ist bei Tageslicht ok, bei Dämmerung schon recht dunkel.

Der einzige Zugang findet sich seitlich und kann am oberen Ende fixiert oder z.B. mit Trekkingstöcken als Vorzelt eingesetzt werden. Der Eingang ist großzügig dimensioniert und lässt geöffnet ordentlich Licht herein. Muss nachts die Person auf der dem Eingang abgewandten Seite aufs Klo, muss sie über den Zeltkameraden drüber steigen. Der klassische Nachteil bei Tunnelzelten mit einem seitlichen Eingang.

Der Zugang zum Innenzelt kann aufgerollt und an der Oberseite mit Schlaufen befestigt werden. Bei den Schlaufen handelt es sich um einfach genähte Bänder die an der Zeltwand angebracht sind. Hier hätten wir uns eher eine robustere und gleichzeitig flexible Fixiermöglichkeit aus elastischem Material gewünscht.
Der Reisverschluss des Zelteingangs ist abgedeckt und kann mit Klett fixiert werden. Bei Regen saugen sich die Klettverschlüsse jedoch voll. Im höheren Preissegment finden sich hier wasserdicht abgetapte Eingangsreißverschlüsse.
Die eher kleinen Zipper (auch Schlitten/Schieber genannt) haben Ziphilfen aus Kunststoff. Hier wären etwas größere Zipper mit Metalösen und angenähten Ziphilfen wertiger, da der Reisverschluss des Eingangs eines der am meisten belasteten Teile ist.

Belüftung

Auf Vorder- und Rückseite finden sich abgedeckte Lüftungs- und Lichtöffnungen. Die Abdeckungen können mit Abspannleinen auf Zug gebracht werden, so dass auch bei Regen Licht und Frischluft den Weg ins Innere finden. Weiter gibt es auf der Vorderseite seitlich zwei dreieckige Lüftungsöffnungen die mit einem Steg offen gehalten werden. Für das Innenzelt wurde Mesh verbaut um eine bessere Luftzirkulation zu ermöglichen.

Außenmaterial

Für die wichtige Wetterschutzschicht hat sich Qeedo für Polyester mit Ripstop entschieden. Polyester ist weitgehend reißfest. Sollte dennoch mal ein Riss entstehen wird dessen Ausbreitung durch die Ripstoptechnik gemindert. Das Material ist UV-Beständig und Feuchtigkeitsabweisend. Die Polyurethan – Beschichtung erhöht die Witterungsbeständigkeit.
Die Wassersäule von 3000mm ist marktüblich.

Pro / Contra

Pro

  • Preis- / Leistung
  • Solide Alugestänge und –heringe
  • Schneller Auf- und Abbau
  • Einfaches Handling

Contra

  • Teilweise einfache Nähte
  • Klettfixierte Reisverschlussabdeckung
  • Zeltunterlage nicht im Lieferumfang

Fazit

Qeedo liefert mit dem Light Spruce 2 ein solides Einsteiger – Zelt für das kleine Budget. Der Hersteller hat an vieles Gedacht und die Featureliste lässt kaum Wünsche offen. Gestänge, Heringe und Abspannung gehen in Ordnung. Die Belüftung, Innenraumtaschen, Packsack mit Kompression und einfaches Auf- und Abbauen sprechen für sich. Nur der Platz für Ausrüstung ist begrenzt.
Natürlich kann man das Qeedo Produkt in Punkto Verarbeitung, und Detaillösungen mit teilweise sehr viel teureren Produkten nicht vergleichen. Die Wahl des richtigen Zeltes ist letztlich von der Einsatzhäufigkeit, den eigenen Ansprüchen und dem Geldbeutel abhängig.
Um in die Welt des Zelttrekkings einzutauchen und seine ersten Nächte in der Natur zu verbringen ist Qeedo Kandidat sicher ein guter Einstieg zu einem fairen Preis.
Für längere Touren und anspruchsvolle Wetterbedingungen lohnt es sich etwas mehr Geld auszugeben.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat.
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