Rucksäcke Testbericht Tourenrucksäcke

Thule Upslope 35L

Rucksäcke gibt es zwischenzeitlich für wirklich jeden Anlass, für Männer und Frauen, verschiedene Volumen, mit und ohne Raincover und und und. Oft ist es nicht nötig, für alles einen anderen Rucksack zu verwenden. Einige sind echte Allrounder. Je nach Unternehmung ist es aber einfach praktischer, einen Rucksack zu verwenden, der den speziellen Bedürfnissen angepasst ist.

Thule ist ein Hersteller, der sich Packsystemen aller Art verschrieben hat. Ob Autogepäckträger und Dachboxen, ob Transporttaschen für Radtrekking, Rucksäcke oder sonstiges.

Wir haben für den Skitouren-/ Wintersportbereich von Thule den Upslope mit 35 Litern getestet.

Thule Upslope 35L

Facts

Thema Info
Material 420D Cordura Nylon
Größen 35 l und 20 l
Farben Black/Dark Shadow (35L), Black/Dark Shadow und Dark Shadow/Roarange (20L)
Maße 36 x 31 x 56 cm (35L) und 30 x 26 x 49 cm (20L)
Gewicht 1,38 kg (35L) und 0,8 kg (20L)
Preis 129,95 € (35L), 99,95 € (20L)
HerstellerbeschreibungRucksack insbesondere für Skitouren mit einfachem Zugriff auf die Ausrüstung bei aufgesetztem Rucksack
Die geräumigen Seitentaschen bieten Platz und jederzeitigen Zugriff auf eine 1-Liter-Flasche oder Steigfelle.
Durch ein gesondertes Fach für die Lawinenrettungsausrüstung mit speziellen Hüllen für Sonde und Schaufel bleiben diese von den trockenen Sachen im Hauptfach getrennt.
Vielseitige Optionen für den Transport der Ausrüstung, wie A-Frame, diagonalen Skitransport und horizontales oder vertikales Tragen eines Snowboards


Verarbeitung

Die Nähte sind fest und stabil vernäht. Es stehen keine Fadenenden ab. Die Reißverschlüsse sind leichtgängig. Die Reißverschlusszipper sind leicht gummiert und groß. Die Wattierung des Brillenfaches ist angenehm weich.

Praxistest

Dieser Skitourenrucksack ist ein Unisex-Modell. Dennoch passt er bei 1,69 cm und Gr. 38/40 gut auch für Frauenschultern.
Bereits im Spätsommer erstmals bei einer Wanderung im Schwarzwald bei ca. 15 Grad getestet, weil wir so neugierig auf den Rucksack waren. Hier war er mit Proviant und Getränken sowie Regenbekleidung, Sonnenbrillen etc. bestückt.

Der Rucksack verfügt über eine breiten Hüftgurt, der leicht gepolstert ist. Die breite Kunststoffsteckschnalle ist beidseitig verstellbar. So kann die Schnalle immer symmetrisch mittig getragen werden. Das Besondere an dem Hüftgurt sind die großen beidseitigen RV-Taschen mit Metallverstärkung. Hier geht richtig viel rein. Ob Sonnenbrille, Geldbeutel, Fotoapparat, Mütze, Handschuhe, eine kleine Getränkeflasche , Taschentücher oder Snacks für unterwegs. Alles findet hier Platz. Zudem, sofern man etwas beweglich ist, kommt man gerade noch so an die Taschen, auch ohne den Rucksack absetzen zu müssen. Dies ist gerade bei Kleinigkeiten während einer Wanderung angenehm. So kommt man nicht ständig aus dem Tritt. Die winterliche Besonderheit dieser Taschen ist eine Metallstrebe, die die Tasche in sich stabil hält. Die erleichtert zum einen das Finden von Inhalten. Zum anderen aber sorgt sie dafür, dass die Tasche nicht zusammen gedrückt wird, wenn man Schneeschuhe oder Tourenski links und rechts am Rucksack befestigt. Dann wäre auch der Zugriff erheblich erschwert. Dies wird auf diese Weise erfolgreich behoben. Auf einer Seite lief die Naht der Tasche direkt auf der Strebe, so dass der Reißverschluss manchmal nicht gleich aufging und man auch mit den Fingern nicht gleich den Eingang fand, wenn man ihn nicht absetzte. Dort wo die Naht richtig saß war dies aber problemlos möglich.

Der Rucksack verfügt über 3 Fächer. Ganz außen befindet sich ein mittelgroßes Fach, welches mit einem halbumlaufenden Reißverschluss geöffnet werden kann. Hier sind Fächer für die LVS-Ausrüstung (Lawinenschaufel, -sonde und weitere Utensilien) vorhanden. Bei uns war hier auch das First-Aid-Kid untergebracht, damit man nicht lange suchen müsste, sollte man es einmal brauchen.
In der Mitte oben auf dem Rucksack ist ein kleines Fach mit Reißverschluss vorhanden. Dieses ist mit weichem Stoff ausgekleidet und soll so die Ski- und sonstige Brillen vor Beschädigungen schützen. Zudem sind hier Taschentücher, Geldbeutel, schnell griffbereit und dennoch gut geschützt. J
Das Highlight ist das große Hauptfach. Es ist über einen 3/4 umlaufenden Reißverschluss entlang des Rückenpolsters zu erreichen. Wird das Rückenpolster bei komplett geöffnetem Reißverschluss nach vorne geklappt hat man auf das gesamte Hauptfach vollen Zugriff. Der Inhalt ist von oben bis unten zu erreichen. Mühsames Wühlen ist Schnee von gestern. Zumindest bei dem Modell mit 35 Litern ist der Stauraum wirklich geräumig. Der Zugriff über die Seitennaht des Rückenpolsters ist zunächst etwas unbewohnt, aber birgt keine Nachteile. Im Inneren befindet sich noch ein weiteres kleines Netzfach und extra Trinksystemfach.
Hier gibt es wieder ein Winterspecial. Der Trinkschlauch wird hier nicht wie bei den Sommerrucksäcken auf einem der Trägergurte geführt. Stattdessen wird dieser “im” Träger geführt. Dieser ist isoliert. So bleibt nicht nur der Trinkschlauch frostfrei, sondern auch das Mundstück und das Wasser ist auch nicht so eisig kalt beim Trinken. Zu erreichen ist der Trinkschlauch über einen langen Reißverschluss am Träger. Die Länge der Träger ist verstellbar. Die Polsterung ist ausreichend und die Träger einigermaßen breit. Dies ist einerseits sehr komfortabel, weil sich das Gewicht so gut verteilt. Bei der Testerin war er bei einer langen Tour vielleicht ein klein wenig zu breit so dass eine Sehne in der Schulter nach einigen Stunden anfing zu “zippen”, weil wohl die Trägerkante dagegen drückte.

Das Rückenpolster ist an der Oberfläche weich und hat dennoch Stabilität. Die Rückenlänge kann nicht verstellt werden. Hier zeigt sich auch ein wenig, dass der Rucksack für den Einsatz im Kalten gedacht ist. Während die Gewichtsverteilung und Druckentlastung sehr gut sind, ist die Belüftung im Gegensatz zu anderen Modellen von Thule oder auch anderen Herstellern nicht zu ausgetüftelt. Dies war sowohl bei der Sommerwanderung zu bemerken. Hier war es bei Wärme und nur dünnem Stoff angenehm und leicht verschwitzt. Es kam aber nicht zu Scheuerstellen. Ob ein stärker schwitzender Mensch da ausreichend Belüftung hat ist zweifelhaft. Bei der langen Schneeschuhwanderung im Hochgebirge war der Rucksack auch bei vielen Bekleidungsschichten übereinander absolut druckfrei. Auch beim Skifahren im Skigebiet mit einem Rückenprotektor darunter, gab es absolut keine Beschwerden. Während des Tragens wurde absolut nichts bemerkt. Allerdings in der Hütte angelangt fiel auf, dass der Rücken doch stark verschwitzt war.

Zwischen Schultergurten und Rucksackoberkante befinden sich verstellbare Gurte, mit denen der Abstand des Rucksacks vom Rücken noch etwas angepasst werden kann. Zudem entlasten die Schnallen den großen Reißverschluss am Hauptfach.

Für die Befestigung von Schneeschuhen, Skitourenski oder Snowboard hat sich Thule einiges einfallen lassen. Ein hoch variables Schnallen- und Verstellsystem ermöglicht die Befestigung beidseitig, mittig oder diagonal. Auch Teleskopstöcke oder sonstiges Gepäck können so problemlos befestigt werden.

Wen die Sache mit der Belüftung nicht stört kann den Rucksack auch prima für einen Klettersteig nutzen. Auch hier sind die verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten von Vorteil. Auch das Helmnetz kann hier genutzt werden. Dem Netz ist es ja egal, ob Steinschlag- oder Skihelm.

Mit 1,38 kg gehört der Rucksack nicht zu den ultraleichten, aber er ist angenehm leicht für so viel Stabilität.

Das Wetter beehrte uns bei allen Testtagen entweder mit trockenem Wetter oder mit Schneefall. Dieser konnte einfach abgeklopft werden. Auch das Abstellen im Schnee hinterließ keinerlei Spuren.

Die Zipper an den Reißverschlüssen sind groß und leicht gummiert. Sie können sowohl mit dünnen Unterziehhandschuhen als auch mit dicken Skihandschuhen problemlos komplett geöffnet und wieder geschlossen werden.

Am verstellbaren Brustgurt ist eine Pfeife integriert. Standard bei den meisten Bergrucksäcken aber im Ernstfall vielleicht lebenswichtig.

Inhalt bei einer zweitägigen Schneeschuhwanderung mit Übernachtung im Winterbiwak:

  • Trinkblase
  • Hüttenschuhe
  • Hüttenschlafsack
  • Sonnenbrille
  • Mütze, Multifunktionstuch
  • Handschuhe dick und dünn
  • Ersatzunterwäsche, Ersatzsocken, Ersatzskiunterwäsche
  • Daunenfüßlinge
  • Primaloftjacke
  • Weste
  • Isolierhose
  • Hardshelljacke
  • Stirnlampe
  • First-Aid-Kid
  • Snacks
  • Gamaschen
  • Sonstiges (Tempos, Sonnencreme, Bonbons etc.)

Egal, ob der Rucksack im Schnee oder auf Schotter etc. abgestellt wurde, bis er das nächste mal wieder abgesetzt wurde, war er wieder sauber. Bei stärkeren Verschmutzungen reicht sicher das Abwischen mit einem feuchten Tuch.
Das Cordura-Gewebe, das ja auch für Knieverstärkungen an Trekkinghosen verwendet wird, ist ausgesprochen robust und widerstandsfähig.

Fazit

Der Thule Skitourenrucksack Upslope 35 Liter für 130 Euro lässt einen nicht nur nicht im Regen sondern auch nicht im Schnee stehen. Mit ihm ist man auch bei mehrtägigen Touren ausreichend mit Stauraum und Organisation für sämtliches Zubehör, insbesondere für den Wintersport ausgerüstet. Hier friert nichts ein und auch die Sportgeräte finden ihren Platz.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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Thule Upslope 35L

by Marion Lesezeit: 6 min
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