Wenn das Interessante so fern ist, muss ein Fernglas her. Vor allem in den Bergen ergeben sich immer wieder Situationen, in denen man gerne etwas genauer hinschauen möchte. Sei es ein Bussard, der über dem Tal kreist, eine Gämse am Hang oder ein Murmeltier, das plötzlich zwischen den Felsen auftaucht.
Genau dafür habe ich nach einem unkomplizierten Fernglas gesucht, das uns auf unseren Familientouren in den Bergen, aber auch im Alltag begleiten kann. Es sollte bewusst kein Hightech-Modell mit unzähligen Funktionen sein, sondern einfach die Möglichkeit bieten, weit entfernte Dinge näher heranzuholen.
Das QUECHUA Hike 100 mit 12-facher Vergrößerung klang genau nach dieser Art von Fernglas. Ob es sich als zuverlässiger Begleiter für die ganze Familie eignet, sollte sich bei unseren Wanderungen und Hüttentouren im Kleinwalsertal zeigen.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Linse: 100% Mineralglas Oberteil: Silikon Fahrgestell: 100 % Polycarbonat‑Acrylnitril‑Butadien‑Styrol |
| Objektivgröße/Linsendurchmesser | 32 mm |
| Sichtfeld | 87 m bis 1.000 m |
| Gewicht | 333 Gramm |
| Maße (verpackt) | ca. 14 x 16 cm |
| Vergrößerung | 12-fach |
| Preis | 44,99 |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Von der Größe her hatte ich das Fernglas zunächst etwas kleiner erwartet. In der Verpackung misst es ungefähr 14 x 16 cm und wird zusätzlich durch eine dünne Papierpolsterung geschützt.
Ausgepackt hinterlässt das Hike 100 sofort einen positiven Eindruck. Besonders gefallen hat mir die angenehme Haptik des weich gummierten Gehäuses. Dadurch liegt es sicher in der Hand und wirkt deutlich wertiger, als man es in dieser Preisklasse erwarten würde.
Mit seinen 333 Gramm bringt das Fernglas genügend Gewicht mit, um solide zu wirken, ohne auf Wanderungen zur Belastung zu werden. Die 12-fache Vergrößerung verspricht zudem deutlich mehr Details als viele einfache Einsteigerferngläser.
Vor dem ersten Einsatz muss das Fernglas natürlich auf die eigenen Augen eingestellt werden. Die Scharfstellung erfolgt über das zentrale Fokusrad. Zusätzlich befindet sich am rechten Okular eine Dioptrienkorrektur, mit der sich Unterschiede zwischen den Augen ausgleichen lassen. Auch der Abstand zwischen den beiden Okularen kann individuell angepasst werden, sodass sowohl Kinder als auch Erwachsene eine passende Einstellung finden.
Positiv aufgefallen ist außerdem der einfache, aber angenehm gepolsterte Trageriemen. Für längere Wanderungen ist das deutlich komfortabler als dünne Standardgurte.
Insgesamt macht das Hike 100 bereits beim Auspacken einen überraschend guten Eindruck. Besonders gespannt war ich darauf, ob es sowohl für unsere Kinder im Alter von sechs und acht Jahren als auch für mich und meinen Mann gut nutzbar sein würde.
Also: ab damit ins Kleinwalsertal.
Praxistest
Bereits auf den ersten Wanderungen zeigte sich die größte Stärke dieses Fernglases: die starke Vergrößerung.
Die 12-fache Vergrößerung holt entfernte Motive erstaunlich nah heran. Oft war gar nicht das Fernglas der limitierende Faktor, sondern vielmehr die eigenen Hände. Bei einer Vergrößerung von 12x wird jedes kleine Zittern sichtbar. Gerade beim freihändigen Beobachten fällt das auf.
Erstaunlicherweise war das eigentliche Problem häufig nicht die Bildqualität, sondern dass das gesuchte Objekt zu schnell aus dem Bild verschwand. Ein Bussard, der über dem Tal kreist, bewegt sich plötzlich deutlich schneller, wenn man ihn zwölfmal vergrößert betrachtet. Dadurch braucht es etwas Übung, bis man fliegende Tiere zuverlässig im Blick behält.
Bei ruhenden Motiven spielt das Hike 100 seine Stärken dagegen voll aus. Beschilderungen auf der gegenüberliegenden Seite, entfernte Berghütten oder markante Gipfel ließen sich problemlosbeobachten.
Besonders häufig kam das Fernglas während unserer Hüttentour zum Einsatz. Die Kinder waren ständig auf der Suche nach Murmeltieren, die man zunächst oft nur als kleine Punkte zwischen den Felsen erkennen konnte.
Hier sorgte das Fernglas regelmäßig für kleine Erfolgserlebnisse. Kaum war ein Tier entdeckt, wanderte das Fernglas von Hand zu Hand und jeder wollte einen Blick werfen. Positiv fiel auf, dass auch die Kinder die Bedienung nach kurzer Eingewöhnung problemlos verstanden.
Ein echtes Highlight war die Beobachtung mehrerer Gemsen an einem gegenüberliegenden Berghang. Mit bloßem Auge waren die Tiere zwar erkennbar, Details gingen jedoch verloren.
Durch das Hike 100 konnten wir die Bewegungen der Tiere deutlich besser verfolgen. Für die Kinder wurde aus einem kleinen dunklen Punkt plötzlich ein tatsächlich beobachtbares Wildtier. Genau für solche Momente haben wir das Fernglas letztlich mitgenommen.
Auch außerhalb der Berge erwies sich das Fernglas als praktischer Begleiter. Ob Vögel im Garten, Flugzeuge am Himmel oder Sehenswürdigkeiten während eines Ausflugs: Das Hike 100 war schnell zur Hand und unkompliziert einsetzbar.
Gerade weil es kein komplexes Hightech-Gerät ist, greift man häufiger danach. Scharfstellen, schauen, freuen. Mehr braucht es oft gar nicht.














Pro/Contra
Pro:
- Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis
- Überraschend gute Vergrößerung
- Angenehme Haptik durch gummiertes Gehäuse
- Einfache Bedienung
- Individuell anpassbar
Contra:
- etwas groß
Fazit
Das QUECHUA Hike 100 12 × 32 hat uns positiv überrascht. Natürlich handelt es sich nicht um ein High-End-Fernglas für ambitionierte Vogelbeobachter oder professionelle Naturfotografen. Das will es aber auch gar nicht sein.
Vielmehr ist es ein unkompliziertes Fernglas für Familien, Wanderer und Outdoor-Fans, die ohne großes Budget weiter entfernte Dinge genauer betrachten möchten. Die starke Vergrößerung sorgt immer wieder für beeindruckende Beobachtungen, während die einfache Bedienung dafür sorgt, dass wirklich jedes Familienmitglied damit zurechtkommt.
Besonders begeistert hat uns das Verhältnis von Preis und Leistung. Wer nicht mehrere Hundert Euro für ein Fernglas ausgeben möchte, erhält hier einen zuverlässigen Begleiter für Wanderungen, Urlaube und spontane Naturbeobachtungen.
Nach unseren Touren im Kleinwalsertal ist das Hike 100 jedenfalls ein fester Bestandteil unseres Wandergepäcks geworden. Denn egal ob Bussard, Gämse oder Murmeltier: Viele Naturerlebnisse werden einfach noch ein Stück spannender, wenn man sie näher betrachten kann.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
