Das MSR Hubba begleitet Outdoor-Enthusiasten bereits seit vielen Jahren. Die einpersonige Variante und das zweipersonige wurden über die Jahre immer wieder weiterentwickelt. Mal lag der Fokus auf weniger Gewicht und mehr Mesh für eine bessere Belüftung, mal auf zusätzlichen Materialien für mehr Robustheit, Wärme und Wetterschutz. Trotz aller Weiterentwicklungen sind einige Grundprinzipien der Hubba-Familie erhalten geblieben: die freistehende Konstruktion, der großzügige Innenraum und beim 2-Personen-Modell zwei Eingänge.
Nun durfte ich die neueste Generation testen: das MSR Hubba Hubba™ LT Rucksackzelt für 2 Personen.
Facts
| Thema | Info |
|---|---|
| Material | Außenzelt: 20D Ripstop-Nylon Beschichtung: Polyether-Urethan + PFAS WS:1.200 mm Innenzelt: 20D Polyester-Mikromesh / 20D Ripstop-Nylon Beschichtung: PFAS-freie DWR-Imprägnierung Zeltboden: 20D Ripstop-Nylon Beschichtung: Polyether-Urethan + PFAS-freie DWR-Imprägnierung WS: 1.800 mm Mesch: 20D Polyester-Mikromesh Gestänge und Heringe: Aluminium |
| Größen | 2 Personen |
| Farben | Green |
| Gewicht | 1619 g (Packsack, Zelt, Gestänge, Heringe) |
| Maße | Innenzelt: 132 cm x 224 cm, Höhe: 102 cm Apsis: Dreieck 66 cm x 224 cm Fläche: ca. 0,74 m² Gesamt: 264 cm x 224 cm Packmaß: 53 cm × 15cm |
| Jahreszeiten | 3 Jahreszeiten |
| Preis | schwankt extrem 415€ – 630€ |
Erster Eindruck und Verarbeitung
Am meisten freue ich mich über die Farbe. Da ich gerne mal abseits offizieller Campingplätze unterwegs bin, kommt mir das unauffällige Olivgrün sehr entgegen. Das Zelt fällt damit in der Natur weniger auf und fügt sich gut in die Umgebung ein.
Die Verpackung ist rot und die Öffnung erfolgt über die lange Seite. Wenn man alles drin hat, kann man es mit zwei Riemen nochmal komprimieren. Der Stoff selbst fühlt sich extrem dünn an und mit 1200 mm Wassersäule ist dieser eher im unteren Segment einzuordnen. Aber ich denke, dass sich MSR mit über 20 Jahren Erfahrung etwas dabei gedacht haben.

Beim ersten Aufbau im Wohnzimmer fällt sofort der großzügige Innenraum auf. Das hat MSR geschickt gelöst, indem die Außenwände ziemlich steil und nahezu senkrecht verlaufen. Dadurch lässt sich die Grundfläche bis an den Rand bequem nutzen, ohne dass einem ständig das Mesh im Gesicht hängt.
Mit einer Länge von 224 cm bleibt außerdem noch Platz für Equipment. Selbst bei einer 200 cm Isomatte stehen noch mindestens 24 cm zusätzlicher Raum für Outdoor-Equipment zur Verfügung.



Was den Stauraum angeht, hat MSR wirklich bis ins letzte Detail gedacht. An beiden Enden befinden sich große Mesh-Taschen, dazu kommen zwei kleinere Taschen an der Decke sowie eine praktische Wäscheleine.
Zusammen mit den beiden großzügigen Apsiden bleibt damit erstaunlich viel Platz für die gesamte Ausrüstung.


Zur Ausstattung gehören außerdem acht Aluminium-Heringe. Diese reichen zunächst aus, um das Zelt komplett aufzubauen. Für eine zusätzliche Abspannung bei stärkerem Wind sind sie allerdings nicht ausreichend. Da insgesamt vier Abspannleinen vorhanden sind, habe ich deshalb noch vier zusätzliche Heringe eingepackt.
Außerdem verfügt das Zelt über zwei Belüftungsöffnungen. Diese lassen sich mithilfe einer eingenähten Stange sicher offenhalten.
Praxistest
Der Aufbau
Der Aufbau gestaltet sich als sehr unkompliziert und kann auch alleine erfolgen. Einziger Nachteil: Es sollte dabei nicht regnen, da man zuerst das Innenzelt aufbaut und später das Außenzelt darüber wirft.




Erster Schritt: Es kommt das Gestänge. Das ist im Prinzip nur ein zusammenhängendes Gestell. An den vier Ecken wird es in das passende Aluteil eingehängt. Durch die geschickte Konstruktionsweise bleibt die Stange auch sicher darin und rutscht nicht aus Versehen raus, sobald man die Gegenseite einhängt.
Wenn die Stange an den vier Ecken arretiert ist, kann man das Innenzelt mit speziellen Clips am Gestänge einhängen und zusätzlich an der Querstange mittig über den Eingängen befestigen.


Als Zweites das Innenzelt jeweils an den Ecken abspannen. Dabei lohnt es sich, die Schnur an den Ecken auf das Maximum einzustellen. So hat man später den maximalen Spannweg.




Als Nächstes kommt das Außenzelt drauf. Das wird auch an der Querstange befestigt und ebenfalls an den vier Ecken. Auch da ist ein passender Platz im Aluteilchen. Das Außenzelt muss dann noch mit vier Heringen abgespannt werden: an den Eingängen sowie am Fuß- und Kopfende. Außerdem kann man an den vier Ecken mithilfe eines Riemens noch Spannung auf das Außenzelt bringen und es so sauber mittig zum Gestänge platzieren.

Fertig. Am Schluss brauche ich etwa fünf Minuten, ganz ohne Stress und vorausgesetzt, die Heringe gehen nicht zu schwer in den Boden.
Theoretisch würde das Zelt auch ohne Heringe stehen, allerdings ohne Apsiden. Im Notfall kann man es also auch auf Beton aufbauen.
Erfahrungen im Einsatz



Was mir aufgefallen ist: Das Außenzelt steht doch relativ weit vom Boden weg. Für die Belüftung ist das optimal, allerdings sind dadurch die beiden Apsiden entsprechend kleiner. Man muss genau überlegen, was außen und was innen steht.
Wir hatten während der Übernachtungen auch eine Nacht mit Regen, sogar Gewitter. Dabei musste ich feststellen, dass das Außenzelt von innen zu keiner Zeit nass oder klamm war. Das kenne ich so nicht. Bei zwei Menschen im Sommer, mit nassen Sachen an der Wäscheleine im Innenzelt, während es über mehrere Stunden regnet und dabei praktisch keine Kondensbildung entsteht, spricht einiges für die Konstruktion.
Es hat auf der Tour den ganzen Tag immer wieder geregnet und das Hubba Hubba™ LT war einfach auf dem SUP festgemacht. Am Ende war es innen kein bisschen nass.



Der Packsack hat links und rechts zwei Belüftungslöcher. Dadurch ist er nicht zu 100 % wasserdicht, aber man kann das Zelt problemlos im Regen außen am Fahrrad, Rucksack oder Boot transportieren.
Das größere Problem war eher der bereits erwähnte Punkt: Zum Aufbau mussten wir ein regenfreies Zeitfenster abwarten.


Wenn wir schon beim Packsack sind: Der ist mit seiner langen Öffnung und vor allem kein Reißverschluss, so perfekt konzipiert. Endlich mal ein Zelt, das keine Doktorarbeit abverlangt, um alles wieder in der Verpackung zu verstauen. Alles lässt sich nach und nach theoretisch einfach reinstopfen, falls es schnell gehen muss.
Was auch gut ist: Beim Abbau ist das Innenzelt mit dem Gestänge so leicht und stabil, dass man den Dreck einfach herausschütteln kann. Das ist extrem geschickt.
Ansonsten habe ich im Test alleine und zu zweit mit meiner Tochter übernachtet und Platz war nie ein Problem. Alleine ist es ein richtiger Luxus. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, könnte überlegen, ob er lieber das Zweier nimmt. Die 300 g mehr würden sich lohnen. Vom Packmaß her ist es dagegen nicht der Rede wert. Beim Wandern sind 300g natürlich viel.
Die Reißverschlüsse sind so angeordnet, dass sie keine Kurven haben. Beim Innenzelt sind es einfach zwei Stück und beim Außenzelt ein langer Reißverschluss am Rand. Wenn er geöffnet ist, ist genau eine Hälfte der Apsis offen.
Durch die große Öffnung kann man auch relativ risikofrei kochen. Das haben wir sowohl mit Trangia als auch mit Gas ausprobiert. Durch die große Öffnung steht der Kocher praktisch im Freien. Es regnet zwar hin, aber man kann ihn vom Innenraum aus bedienen. Bei zwei Öffnungen kann man sich außerdem die günstigere Seite aussuchen.




















Pro/Contra
Pro:
- Sehr großzügiger Innenraum
- Zwei Eingänge und zwei Apsiden
- Gute Belüftung und erstaunlich wenig Kondenswasser
- Große, gut erreichbare Staumöglichkeiten im Innenzelt
- Praktische Wäscheleine
- Einfacher Aufbau
- Packsack mit großer Öffnung
Contra:
- Innenzelt muss zuerst aufgebaut werden
- Außenzelt steht relativ weit vom Boden entfernt
Fazit
Das MSR Hubba Hubba LT 2 hat mich im Test wirklich überzeugt. Als Erstes die Farbe, dann der großzügige Innenraum, zwei Eingänge, die vielen Staumöglichkeiten und weil das noch nicht reicht, eine Wäscheleine.
Alleine ist der Platz schon fast luxuriös, aber auch zu zweit hatten meine Tochter und ich nie das Gefühl, zu wenig Platz zu haben. Die beiden Eingänge und Apsiden bieten noch mehr Platz für Ausrüstung.
Die sehr gute Belüftung macht das Zelt auch bei längeren Aufenthalten angenehm. Besonders positiv überrascht hat mich die geringe Kondensbildung. Selbst bei Regen, Gewitter und nasser Ausrüstung blieb das Innenzelt angenehm trocken.
Der unkomplizierte Aufbau, unterstützt durch die durchdachten Details, rundet das Ganze ab. Und jetzt, wo alles abgerundet ist, schleifen wir noch alles mit dem Packsack glatt. So einfach habe ich noch nie ein Zelt verpackt.
Für mich ist das Hubba Hubba LT 2 damit ein sehr gelungener Begleiter für Trekking-, Bikepacking- und Outdoor-Touren.
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