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Buchrezension: Mein Bulli Projekt

Ab und an ist es auch heute im digitalen Zeitalter mal wieder schön, ein Buch in der Hand zu halten. Seiten aus Papier, Druckerschwärze, einfach Oldschool.
Aber natürlich ist auch der Inhalt wichtig. Und es geht im Grunde um das Thema “Vanlife”.

Ich hab für euch mal das Buch “Mein Bulli Projekt” von Mathis Ochsenmeier durchgelesen und berichte euch über den Inhalt und wie es mir gefallen hat.

Facts

Thema Info
Art Taschenbuch
Seiten 256
Bilder keine
ISBN 978-3-499-63341-6
Verlag Rowohlt Verlag
Ausgabe Erstverkaufstag: 22. Januar 2019
Preis € 10,99 (D)/ € 11,30 (AT)

Persönliche Meinung zum Buch

Die Community rund um Vanlife und den Ausbau von Kastenwägen ist sehr groß und ich muss gestehen, dass der Autor Mathis Ochsenmeier mir bislang unbekannt war. Muss aber nichts heißen, bei all den Youtube-Videos oder Instagram-Accounts die zwischenzeitlich rund um das Thema existieren.
Das Buch mit seinen 256 Seiten ist sehr kurzweilig und schnell durchgelesen. Man legt es auch, zumindest am Anfang, nicht so gerne weg, weil man doch schon wissen will, wie es weitergeht.
Es unterteilt sich, wenn man so will, in zwei Bereiche.
Im ersten Bereich beschreibt Mathis die Entscheidung für einen Bulli, den Kauf und den Ausbau. Danach geht er im zweiten Teil auf seine Reisen ein und die Erkenntnisse, die er darin gesammelt hat.

Part 1: Fahrzeugsuche und Ausbau

Mathis erzählt zunächst, wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist, seinen eigenen Bulli auszubauen.
Danach folgt, wie bei so vielen, die Suche nach einem passenden Fahrzeug. Hier gibt Mahtis auch offen zu, dass er zum einen ungeduldig war und zum anderen auch Fehler gemacht hat. Nun ja, wer macht dies nicht bei seinem ersten Projekt.
Gut finde ich, dass er die Fehler auch erläutert, so dass sich der ein oder andere Einsteiger dies gleich mal als “don´t” notieren kann.
Nachdem er dann auf irrwitzige Weise einen T4 endlich sein eigen nennen konnte, geht es zunächst nicht an den Ausbau. Das Problem an der Sache war das Budget und je nach Höhe bekommt man eben Fahrzeuge, an welchen man zunächst Hand anlegen muss.
So auch Mathis. Als blutiger Laie, was das Schrauben und Reparieren an Fahrzeugen betrifft, beschreibt er auf seine eigene Art und Weise, wie er z.B. Reparaturbleche einschweißt oder welche Funktion die Traggelenke übernehmen.
Auch ganz gut ist, dass er nach jeder Reparatur am Ende eine Liste einfügt mit dem benötigten Werkzeug, den benötigten Materialien inkl. deren Kosten und der Arbeitszeit. So kann man im Groben die benötigte Gesamtzeit und die Gesamtkosten auch ausrechnen, wenn man mag.
Nachdem dann der TÜV im zweiten Anlauf auch geschafft ist, geht es an den Innenausbau.
Dieser wirkt zunächst beim Lesen etwas spartanisch und manches ist auch etwas schwer nachzuvollziehen, wenn man als Anfänger keine Ahnung hat. Hier wäre es mir persönlich lieber gewesen, wenn ein paar Skizzen oder Bilder die Sache abgerundet hätten.

Zwischendurch erzählt Mathis auch über seine Freundin, welche er zwar auf seinen ersten Tripp gerne mitnehmen würde, aber……neee, kein Spoileralarm….selber lesen
Auch beschreibt er in dem Buch, dass es wichtig ist, Kontakte zu haben und zu pflegen. Es zeigt sich hier eben, dass eine Community auch Vorteile hat, da hier sehr viel Wissen vorhanden ist.

Part 2: Unterwegs

Wer jetzt hier ein Reisetagebuch erwartet, dem sei an dieser Stelle schon mal gesagt, vergesst es. Mathis geht es in diesem Part nicht unbedingt um das Reisen, sondern auch hier kommt er zu einer wichtigen Erkenntnis.
Auch Mathis hatte, wie so viele, die Vision, allein auf große Tour zu gehen. Allerdings stellt er unterwegs schnell fest, dass was nicht stimmt. Nicht am Fahrzeug, sondern an der Tatsache, dass er alleine unterwegs ist. Er gibt offen zu, dass er sich hier ein wenig überschätzt bzw. sich das alles doch etwas anders vorgestellt hat. Zwischen dem Traum und der Realität liegen halt doch ab und an Welten.
Im Grunde hatte er im Kopf keinen Plan, wohin er reisen will. Ist mehr oder weniger ohne Ziel losgefahren und hat alles auf sich zukommen lassen.
Seine Erkenntnis:

“Wer kein Ziel hat, der kann auch nichts erreichen.”

Daher bricht er seinen ersten Tripp auch ab, fährt nach Hause und überdenkt einiges.
Im zweiten Anlauf ist er schon etwas weiter….alleine Reisen ja gerne, aber mit mehr Planung und Zielen und gerne auch mal einen Reisebegleiter mitnehmen. So ergibt es sich dann, dass er zunächst alleine einen Bekannten im Norden besucht, dort ein paar Reparaturen am T4 durchführt und dann später mit der Freundin in Richtung Österreich aufbricht.
Hier stellt er auch fest, dass eine gute Planung die halbe Miete ist. Danach folgt noch ein Tripp alleine bzw. mit Bekannten in Richtung Osten.

Mathis hat er in der Zeit für sich viel gelernt. Zum einen, dass er nicht der Typ “Alleinreisender” ist (zumindest nicht die ganze Zeit) und zum anderen, dass man nicht einfach so drauf los fahren sollte. Gut, auch hier wird es sicherlich welche geben, die das können.
Zunächst war ich, als der Part mit dem Ausbau beendet war und die Reisen von ihm beschrieben wurden, ein wenig enttäuscht, dass die Reisen an sich doch relativ oberflächlich beschrieben wurde.
Schließt man das Buch aber nach dem Durchlesen und macht sich ein wenig Gedanken über den Inhalt, dann kommt man zu dem Fazit, dass Mathis hier ja keinen Reiseführer schreiben wollte.
Er will mit dem Buch dem Leser zeigen, dass man für seine Träume oder Ziele kämpfen sollte um diese umzusetzen. Auch die von ihm gemachten Fehler und Erkenntnisse sind sehr nützlich. So kann ich mich persönlich gut mit Mathis identifizieren, was die Reisen angeht. Ich bin auch lieber in Gesellschaft unterwegs als alleine.

Er hat gelernt, dass man Dinge gut selber reparieren kann, wenn man sich informiert und sich traut. Er hat gelernt sich zu organisieren indem er Schritt für Schritt vorgeht um Reparaturen oder den Ausbau durchführt.
Das wichtigste dürfte aber die Erkenntnis sein, dass eine große Tour alleine sicherlich schön ist, aber es dennoch wichtig ist, diese gut zu organisieren und sich ab und an mit Freunden und Bekannten unterwegs zu treffen.
All dies dürfte Mathis ohne sein Projekt wohl nicht für sich gelernt haben.

Fazit

Mathis Ochsenmeier beschreibt in dem Buch schön, wie er seinen Traum in die Realität umgesetzt hat. Er zeigt sehr deutlich auf, dass es mit wenig Budget, aber vor allem mit einem eisernen Willen geht, wenn man denn nur will.
Im Grunde kann man als Botschaft aus dem Buch mitnehmen, dass wenn man einen Traum hat, dass man diesen auch umsetzen sollte.

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