Reisebericht: Geniesser & Wanderhotel Jägerhof im Südtiroler Passeiertal

by Lefdi

Die Natur erwandern und ein Gasthaus mit authentisher Naturküche.
Dies sind nur zwei von vielen Merkmalen des Jägerhofs im Passeiertal, welches in Südtirol liegt.

Im Rahmen eines Fotokurses mit Thomas Rathay haben wir uns dieses interessante Hotel einmal genauer angeschaut.

Reisebericht: Geniesser & Wanderhotel Jägerhof im Südtiroler Passeiertal

Hotelname Geniesser & Wanderhotel Jägerhof
Region Südtirol
Anschrift Walten 80
I-39015 St. Leonhard Passeiertal / Südtirol
Mail [email protected]
Webseite https://www.jagerhof.net/

Lage

Das Hotel befindet sich in Südtirol am Südhang des Passeiertals (Gebirgstal nördlich von Meran) auf 1300 Metern Höhe, umgeben von Wiesen und Wäldern.
Wenn man mit dem Auto oder dem Motorrad über den Jaufenpass fährt, kommt man im Grunde direkt am Hotel vorbei.

Hotelausstattung

Das 3-Sterne Superior-Genießer- und Wanderhotel ist ein Nichtraucherhaus und bietet 20 gemütliche Ferienzimmer wovon 13 als neue BIO-Zimmer eingestuft sind. Den Gästen steht ein großer überdachter Parkplatz sowie gratis WLAN zur Verfügung.
Auch wenn das Hotel eher unscheinbar wirkt, es sind die kleinen Details, die dem Gast den Aufenthalt sehr angenehm machen. So werden jedem Gast zum Beispiel kostenlos ein Bademantel sowie eine Tasche mit Handtüchern für die Sauna im Zimmer zur Verfügung gestellt.
Ebenso liegt in jedem Zimmer der „Seppl“ parat. „Seppl“ ist ein Urlaubs- und Freizeitrucksack, welcher den Gästen während des Aufenthalts kostenlos für Wanderungen zur Verfügung steht. Wer möchte, kann ihn auch käuflich erwerben, so dass man noch eine tolle Urlaubserinnerung hat.

Auch eine sehr nette Idee ist die tägliche „Morgenpost“, die den Gast am Frühstückstisch erwartet. Hier findet man Infos zum Wetter, ein paar Witze zur Einstimmung in den Tag aber auch Veranstaltungshinweise im und um den Jägerhof. Man möchte dem Gast durch diese kleine Lektüre den Start in den Tag angenehm gestalten aber auch Anregungen für den Tag mitgeben.
Da man sich neben dem Gaumenschmauß auch auf Wanderer eingestellt hat, bietet der Jägerhof einiges für den Wandergenuß an. Aufgrund der Lage des Jägerhofs direkt am Waldrand sind Wandermöglichkeiten direkt vom Haus kein Problem.
Ein Gratis-Wanderbus, Berg- und Wanderführer sowie die Möglichkeit Wanderausrüstung auszuleihen, runden das Angebot ab.
Um sich nach einer Tageswanderung zu erholen, besitzt der Jägerhof eine Wellness-Verwöhnoase mit 200 m² oder aber man relaxed auf der Sonnenterrasse mit Panoramablick.

Zimmerausstattung

Alle Naturzimmer und -studios im Jägerhof sind mit Möbeln und Fußböden aus unbehandelter Passeirer Fichte ausgestattet. Dieser Naturstoff besitzt Inhaltsstoffe, welche die Gesundheit und das Wohlbefinden fördern.
Alle Zimmer verfügen über Dusche oder Bad, WC, Telefon, SAT-TV, Tresor sowie einen Haarfön.

Das zur Verfügung gestellte Doppelzimmer ist für zwei Personen ausreichend groß. Um sich auch auf dem Zimmer bequem unterhalten zu können, verfügt es über eine kleine Sitzecke mit einem Tisch. Zudem kann man es sich auch auf dem Balkon mit dem herrlichen Bergblick bequem machen.
Das Badezimmer ist sehr geräumig und verfügt über eine bodenebene Dusche d,ie eine angenehme Größe hat. Um ein wenig Tageslicht ins Bad zu bringen, hat man zum Nebenraum ein Fenster eingebaut, welches das Bad dadurch auch größer erscheinen lässt.
Die verwendeten Naturmaterialien passen sehr gut zum Ambiente des Hotels und zur Umgebung.

Service

Der Service wird im Jägerhof groß geschrieben und der Begriff “familiär” passt hier wirklich. Der Jägerhof wird von Siegi und seiner Frau Irmgard in der zweiten Generation geführt. Und ob man es glauben mag oder nicht, momentan sind die beiden die Hauptdarsteller im Jägerhof. Während Siegi in der Küche seine Kochlöffel schwingt, kümmert sich Irmgard mit Hingabe um das Wohl der Gäste. Sie ist im Servicebereich das “Mädchen für alles”. Sie weiß bereits nach dem ersten Tag, wer was am Vorabend oder beim Frühstück bestellt hat und so steht dann morgens der frische Kaffee gleich mit auf dem Tisch. Wenn man dann überlegt, dass die beiden von früh morgens bis spät in den Abend auf den Beinen sind, dann kann man nur sagen: Respekt!
Und sollte es dann doch mal zu hektisch und zu viel werden, dann werden die beiden Kinder auch mit eingespannt, so wie es in einem Familienbetrieb üblich ist.

Familienfreundlichkeit

Für Familien bzw. Kinder ist der Jägerhof nur bedingt ausgelegt. Dies liegt aber daran, dass man sich hier auf ein anderes Konzept festgelegt hat.
Im Hotel Jägerhof ist man eher auf die Wanderer und Genußmenschen eingestellt. Dennoch sind natürlich auch Kinder immer Willkommen und werden von der Familie Augscheller ebenso herzlich und freundlich in Empfang genommen.

Gastronomie

Die Küche vom Hotelchef Siegi ist schon etwas Besonderes. Nicht zu Unrecht darf sich Siegi Augscheller auch “Haubenkoch” nennen, wurde er doch mit einer Haube ausgezeichnet. Außerdem wird der Jägerhof seit vielen Jahren im Guide Michelin, Gambero Rosso und Osterie d’Italia von Slow Food sowie im Schlemmer Atlas, Bibenda und Mangiarozzo – gelistet. Ebenfalls trägt Siegis Küche noch die Qualitätssiegel „Slow Food“ und „Südtiroler Gasthaus“. Dass man auf solche Dinge stolz ist, dürfte sich von selbst verstehen.

Der Gast kann bereits morgens beim Frühstück anhand der tagesaktuellen Speisekarte zwischen zwei Vorspeisen und zwei Hauptgängen auswählen. Es befinden sich Gerichte auf der Karte, die einem zunächst unbekannt sind, wie z.B. „Kitzbeuschel“. Dem Einheimischen sind solche Gerichte wohl bekannt, dem Touristen wohl eher kaum. Was sich dahinter verbirgt? Nun, sagen wir mal so…man sollte offen für Neues sein und es sei noch erwähnt, dass es sehr lecker war.

Einmal in der Woche gibt es dann ein SlowFood Galamenü. Hier bekommt jeder Gast ein 6-Gänge-Menü, welches sich sehen lassen kann. Vom kalt geräucherter Seesaibling über hausgemachte Tagliolini mit Hirschragú, der Psairer Bachforelle im Heubadl bis zur leckeren Topfenterrine mit Früchten kann man hier in Ruhe schlemmen und den Abend genießen. Und die Bezeichnung “SlowFood” passt ebenso. So fängt das Abendessen um 18:30 Uhr an und geht bis weit über 21:00 Uhr hinaus. Einfach nur genial und sehr lecker.

Aktivitäten & Wellness

In Sachen Wellness kann man es sich im Jägerhof ebenfalls gut gehen lassen. Der ca. 200 qm große Bereich bietet neben einer finnischen Sauna noch ein Dampfbad sowie ein Heubad. Zwischendurch kann man sich in der Kneippspirale erfrischen, sich ein Bad im Whirlpool einlassen oder eine Massage genießen (beides gegen Aufpreis).
Oder aber man entspannt in einer der zahlreichen Liegen im Ruhebereich und lässt seinen Blick über die Berge schweifen.
So kann man den Wandertag entspannt ausklingen lassen, ehe man sich zum leckeren Abendessen begibt.

Umgebung

Das Passeiertal bietet eine Menge an Möglichkeiten, seinen Urlaub zu genießen. So führt direkt am Jägerhof aus die 31 km lange Strecke des Jaufenpasses vorbei, welcher das Passeiertal mit dem Eisacktal verbindet.

Auf 2474 m liegt das Timmelsjoch, welches die Verbindung zwischen Ötztal und Passeier ist und dem Wanderer einen atemberaubenden Blick auf die gigantische Bergwelt gibt.
Wer gerne eine Städtetour machen möchte, der kann die Tiroler Hauptstadt Meran ansteuern, welche auch die zweitgrößte Stadt in Südtirol ist.

Für Museumsbegeisterte stehen das Museum Passeier, das Ötzi-Museum oder das Schloss Trauttmansdorff in der Gegend zur Verfügung.

Unternehmungen

Direkt vom Hotel weg führen einige gut ausgeschilderte Wanderwege. Einmal die Woche gibt es auch geführte Touren direkt vom Hotel weg. Ebenso wird auch einmal die Woche eine „Kräuterwanderung mit Rosi“ angeboten, in welcher die Teilnehmer alles Wichtige und Interessante über die heimischen Kräuter erfahren. Der Ausklang findet dann im Hotel statt.
Wer mag, kann auch Siegi beim Kochen mal über die Schulter schauen. Hierzu wird wöchentlich ein „Topfgucker-Tag“ angeboten. Auch ganz interessant ist der Grappa & Schokoabend oder eine Weinprobe in Siegis Weinkeller.

Topfgucker-Kochkurs
Hier bereitet Siegi ein paar Speisen vor den Augen der interessierten Gäste zu und erklärt so das ein oder andere Rezept bzw. gibt hier und da ein paar Tipps. Ganz interessant ist hier auch, dass der Gast erfährt, dass der Jägerhof seine Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung (ca. 20-30 km) bzw. aus er Region bezieht. In Sachen Bio-Produkte hat auch hier der Küchenchef seine eigene Meinung. So stammt z.B. das Fleisch, welches in der Pfanne im Jägerhof landet von Tieren, die direkt in der Umgebung noch auf der Wiese grasten und dann geschlachtet wurden. Siegi vertritt hier die Philosophie, dass er lieber sieht, wie das Tier aufgewachsen und gefüttert wurde, anstatt man irgendwelches Biofleisch quer durch Europa fährt. Zudem unterstützt er dadurch die Bauern in der Region, was ja auch sehr sinnvoll ist.

In dem 1-stündigen Kochkurs, welcher gerne auch mal etwas länger dauert, erklärt Siegi dann wie man schnell und einfach eine leckere Gemüsebrühe ansetzt, wie man Semmelknödel besonders lecker hinbekommt oder mal eben kurz Pasta selber macht. Es ist schon sehr faszinierend, mit welcher Leichtigkeit er die Speisen kurzerhand zubereitet und dabei noch das ein oder andere für die Gäste erklärt. Fragen dürfen jederzeit gestellt werden und eine Antwort lässt dann nicht lange auf sich warten.

Weinprobe
Die Weinprobe ist auch ein sehr interessantes Event und diese kann schon mal bis in die frühen Morgenstunden gehen. Aber das ist nicht schlimm, weil es überhaupt nicht langweilig wird.
Siegi erklärt am Anfang etwas Allgemeines zum Südtiroler Wein um eine gelungene Überleitung zum ersten Probewein zu finden. Er erklärt alles ruhig, sachlich und mit Witz und Fragen dürfen jederzeit dazwischen gestellt werden.
Auch in Sachen Wein fährt der Jägerhof eine eigene Linie. So werden die gesamten Weine nicht von den Winzergenossenschaften bezogen. In Südtirol gibt es einige kleine Winzereien, die sich zu einem Verbund zusammengeschlossen haben, welcher nun schon über 80 Winzereien zählt. Von diesem Verbund bezieht der Jägerhof die angebotenen Weine und unterstützt dadurch die kleinen Winzer und Weinbauern. Dies ist vor allem auch dadurch sehr interessant, weil hierbei auch mal interessante neue Weinsorten auf den Tisch im Jägerhof landen.

Fazit

Der Jägerhof im Passeiertal ist schon etwas besonderes. Ein kleines aber feines Hotel, welches familiär geführt wird und durch seine außergewöhnliche Küche besticht.
Man fühlt sich hier sehr wohl und gut umsorgt und kann mal so richtig abschalten. Das Konzept aus Wandern und Kulinarik geht hier voll auf und kommt bei den Gästen sehr gut an.
Wer sich also mal nach einer schönen Wanderung im wunderschönen Passeiertal kulinarisch verwöhnen lassen möchte, der kommt am Jägerhof definitv nicht vorbei.

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