Kopfhörer Testbericht

Jabra Elite Active 75t

Sportkopfhörer in allen Varianten erfreuen sich großer Beliebtheit. In Zeiten von Corona zieht es uns alle nach draußen. Eine anstrengende Trainingseinheit oder entspannt auf der der Parkbank die Sonnenstrahlen genießend – mit der richtigen Musik im Ohr macht das richtig Freude.

Bei den Audiospezialisten von Jabra geht die Entwicklung kontinuierlich weiter. Die Dänen bringen ab März ihr neues Flaggschiff unter den Bluetooth Sportkopfhörern auf dem Markt. Da wir bereits zwei Generationen der Serie testen konnten, freuen wir uns den brandneuen Elite Active 75t auszuprobieren. Wir waren gespannt auf die Weiterentwicklung und teilen unsere Eindrücke beim Laufen, Workout und wohin auch immer wir die Kopfhörer mitgenommen haben, mit Euch.

Jabra Elite Active 75t

Facts

Thema Info
Farben Kupfer/Schwarz, Titan/Schwarz, Marine, Grau, Mintgrün, Sienna
Maße Maße Kopfhörer (L x B x H): 21,9 x 19,4 x 16,2 mm; Maße Etui (L x B x H: 62,4 x 36,6 x 27,0 mm
Gewicht rechts: 5,5 g; links: 5,5 g; Ladestation: 35 g
Funktionen Musikhören, Telefonie, Smartphone Konnektivität, Hear-Trough-Funktion, Sprachassistent kompatibel
Ausstattung Jabra Elite Active 75t – Ladestation, Micro USB-Kabel, 3 earGel-Sets (Silikon), Kurzanleitung, Garantieerklärung und Merkblatt mit Warnhinweisen, TA Label
Einsatzbereich Sport, Outdoor, Reise, Alltag
Preis 199,99 €
HerstellerbeschreibungEntwickelt für ein großartiges Musik- und Anruferlebnis mit perfekter Passform.

Jabra Elite Active 75t

Erster Eindruck und Verarbeitung

Die Kopfhörer, Aufbewahrungsetui und Verpackung sind einwandfrei Verarbeitet und machen einen hochwertigen Eindruck.

Praxistest

Bei den Elite Active 75t handelt es sich um Wireless In-Ear-Kopfhörer. Sie werden in den Gehörgang gesteckt und schirmen dadurch Umgebungsgeräusche ab.
Der Eigentliche Lautsprecher befindet sich Bauartbedingt nahe am Gehörgang was zu einer direkten Klangübertragung führt.
In-Ear-Kopfhörer sind zudem aufgrund ihrer kompakten Form leicht zu transportieren, stören bei bewegungsintensiven Sportarten kaum und verrutschen in der Regel nicht. Durch die Bluetooth Anbindung stören keine lästigen Kabel.

Verarbeitung

Die Verpackung ist gewohnt hochwertig gestaltet. Sie dient gleichzeitig als Überblick für Neulinge und Schnellstartanleitung. Kurz gesagt ist alles sehr intuitiv und die Kopfhörer einfach in Betrieb zu nehmen.
Die mitgelieferte mattblaue Aufbewahrungsbox dient als Ladestation und ist etwas kleiner geworden wie beim Elite Active 65t. Der an der Oberseite befestigte Klappdeckel öffnet wesentlich sanfter als beim Vorgänger. Das liegt daran das der Deckel durch einen Magnet, anstatt eine Kunststoffnase zugehalten wird – ein sehr schönes Detail.
Die Klappscharniere beim Öffnen der Box wirken sehr stabil. Die auf je zwei Ladekontakten abgelegten Kopfhörer liegen in passgenauen Mulden. Eine Gehäuse LED, sowie LEDs an den Hörern quittieren Lade- und Betriebszustand.
Die in mittlerweile sechs Farbkombinationen erhältlichen Kopfhörer sind tadellos verarbeitet und verfügen über eine hochwertige Haptik. Das liegt an der samtartigen, weichen Oberfläche. Im Lieferumfang finden sich EarGels aus Silikon in drei Größen.

Die Schutzklasse wurde von IP56 auf IP55 geändert. Das Produkt soll dadurch vor Staub und Spritzwasser geschützt sein. Der Unterschied zwischen IP56 und IP55 besteht in der Druckstärke des Referenzwasserstrahls. Bei Registrierung gewährt der Hersteller laut Website eine Garantie von 2 Jahren gegen Schäden von Wasser und Staub.

Inbetriebnahme

Die Kopfhörer werden in der Ladestation mit Hilfe des mitgelieferten micro-USB-Kabels aufgeladen (vollständige Ladung etwa 2 Stunden). Der Ladevorgang wird über eine LED an der Außenseite der Aufbewahrungsbox angezeigt.
Einmal aufgeladen verfügen die Kopfhörer laut Herstellerangaben über bis zu 7,5 Stunden Betriebsdauer (Elite Active 65t: 5 Stunden).
Mit dem integrierten Akku erweitert die mobile Ladestation die Nutzungsdauer auf insgesamt 28 Stunden (Elite Active 65t: 15 Stunden), abzüglich der Ladepausen. Unsere Erfahrung beim Sport, auf Reisen oder auch zuhause auf der Couch ist praktisch die, dass die Kopfhörer nicht schlappmachen. Auch Dauersessions von drei Stunden waren kein Problem.
Sobald die Ladestation aufgeklappt wird, schalten sich die Hörer automatisch ein und zeigen ihren Ladezustand mit Hilfe einer LED an. Bei aktivierter Bluetooth Verbindung am Smartphone verbinden sich die Kopfhörer automatisch nachdem sie aus dem Etui entnommen wurden.
Tragekomfort
Bereits das kleinere Etui, ließ auf eine kompaktere Bauform der Kopfhörer schließen. Und tatsächlich haben es die Entwickler geschafft die Kopfhörer weiter zu verkleinern. Doch gespannt waren wir wie es mit der Passform ausschaut, ein für mich elementares Kaufkriterium.
Wie bei den Vorgängern stehen für den Gehörgang je drei Paar EarGels aus Silikon zur Verfügung, die ein breites Spektrum an Ohranatomien abdecken. Das Einsetzen der Hörer funktionierte problemlos. Mit meinen relativ kleinen Ohren war die mittlere Ausführung der EarGels genau richtig. Mit sanftem Druck eingesetzt, haben sie den Gehörgang zuverlässig abgedichtet und den Lautsprecher passend positioniert.
Verglichen mit den bereits bei uns getesteten Jabra Elite Sport und den Elite Active 65t hat sich bei Gewicht und Abmessungen wieder etwas getan. So sind die Kopfhörer leichter und vor allem kleiner geworden. Das betrifft in erster Linie den Durchmesser.
Das wirkt sich positiv auf das Trageempfinden aus. Das Druckgefühl das wir beim Vorgänger bemängelten, stellte sich nicht mehr ein. Die Kopfhörer tragen sich sehr komfortabel. Auch der kleine Fortsatz der alten Version in denen die Mikrophone eingebaut waren entfällt. Für die Haut ist das verwendete weiche und samtige Material sehr angenehm und sorgt zusammen mit der Passform für festen Halt. Das gilt auch in schweißtreibenden Momenten mit viel Bewegung.

Bedienung

Bei der Bedienung hat sich der Hersteller für die ein oder andere Änderung entschieden. Die leicht erhabenen Tasten des linken Ohrhörers vom Vorgänger entfallen zum Glück. Diese waren z.B. beim Joggen nur schwer zu bedienen und durch das Betätigen wurde unangenehmer Druck auf das Ohr ausgeübt.
Stattdessen bleibt es bei je einer großen Taste pr Seite. Der Druckpunkt ist nach wie vor klar definiert. Die Tasten sind wieder mehrfach belegt. Die Lautstärke wird nun durch gedrückt halten der linken oder rechten Taste reguliert. Über den rechten Kopfhörer wird die Musik pausiert, Sprachassistenten wie Siri gestartet, Anrufe angenommen oder abgelehnt. Der Hear-Trough-Modus wird nun über den linken Kopfhörer gesteuert. Dazu kommt die Steuerung des nächsten bzw. vorherigen Titels bei der Musikwiedergabe, bzw. die Sidetone Funktion während der Telefonie (ermöglicht die eigene Stimme zu hören).
Was die Bedienung anbelangt sehe ich es zweigeteilt: Positiv finde ich die intuitivere Lautstärkenregelung, da das eine Kernfunktion darstellt. Etwas Ähnliches hätte ich mir auch noch für den Titelwechsel gewünscht. Die restlichen Funktionen verteilt auf zwei Tasten erfordern schlichtes üben. Im Großen und Ganzen geht die Bedienung nach einer Gewöhnungsphase ganz gut von der Hand.

Klang und Telefonie

Klanglich haben die Jabra Elite Active 75t nochmal hörbar zugelegt. So wirkt der Sound auf mich subjektiv noch etwas feiner und klarer. Das eher neutrale Klangbild des Vorgängers hat sich hin zu etwas stärkeren, aber nicht übertriebenen Bässen entwickelt. Dennoch wirkt das Gesamtpaket stimmig und die Jabras machen im üblichen Lautstärkebereichen auf mich wieder einen recht ausgeglichenen Eindruck, ohne zu übersteuern.
Deshalb bereiten sie nicht nur beim Sport, sondern durchaus auch in Ruhe auf der Couch Freude. Mit Hilfe des in der App integrierten Equalizers lässt sich zudem der Sound mit Hilfe von Presets oder manuell an die individuellen Hörwünsche anpassen.
Abseits der sportlichen Ausrichtung der In-Ear-Kopfhörer, lässt sich mit Jabra Elite Active 75t auch ganz gut telefonieren. Die Hörqualität ist wie bei der Musik gefühlt gestiegen. Leider hatten wir während den Gesprächen teilweise Verbindungsabbrüche zwischen Kopfhörern und Mobiltelefon. Nach dem zweiten Update während unserer Testzeit hat sich das aber gebessert.

Hear-Trough und Jabra App

Wieder sorgt die „Hear-Trough“ Funktion dank der vier eingebauten Mikrofone des Gerätes dafür, die Umgebung wahrnehmen zu können. Ein gutes Feature beim Sport wie auch unterwegs, um etwas von seiner Umfeld mitzubekommen. Da die Ergonomie der Kopfhörer den Gehörgang effektiv abschirmen, können Umgebungsgeräusche gemindert werden. Die Kombination aus beiden Features ermöglicht je nach Situation mein Umfeld aus oder einblenden.
Die schlank gehaltene Jabra App beinhaltet primär die Einstellungen für den Equalizer und die Hear-Through-Funktion in Profilen. Diese heißen bei Jabra „Momente“.
Aus vier Profilen macht Jabra nun drei. Der „Active Moment“ mit Timer Funktion ist weggefallen. Das macht deshalb Sinn, da Timer Funktion ohnehin besser unabhängig vom Kopfhörer in eine separate App passen.
Es lassen sich für den Weg zur Arbeit oder für „Mein Moment“ die gewünschten Einstellungen treffen. Ein nettes Gimmick ist der Modus „Fokus“ der eher abschottet und z.B. ein beruhigendes Meeresrauschen als Hintergrund bereithält. Ansonsten können die Kopfhörer über die App mit Updates versorgt und Hilfefunktionen aufgerufen werden.

Weitere Eindrücke

Beim Sport sind die Jabra Elite Active 75t definitiv zuhause. Satter klang nun auch mit ordentlich Bass, guter Sitz und Schweiß spielt keine Rolle. Das Ganze funktioniert beim Laufen, Klimmzüge machen, Springen oder was auch immer. Die Reichweite reicht meist auch aus um das Handy in der Nähe abzulegen und sich in einem recht großzügigen Abstand zum Gerät frei bewegen zu können.
Jenseits des Sports sind die Jabras absolut alltagstauglich. Mit der überarbeiteten, sehr angenehmen Passform sind sie kaum im Ohr wahrnehmbar. Auch optisch sind die Kopfhörer nun gefälliger, aufgrund der flacheren Bauform. Das kleine Etui trägt in der Jeans kaum auf.

Bist du gerade auf der Suche nach Sportkopfhörern? Wir hatten noch weitere Kopfhörer im Test. Einfach mal nachlesen.

Jabra Elite Active 75t

Bildvergleich Jabra Elite Active 65t und 75t

Pro / Contra

Pro

  • Guter Tragekomfort
  • Zuverlässiger Halt während dem Training
  • Klarer, druckvoller Klang
  • Gute Sprach- und Hörqualität bei Telefonie
  • Sehr gute Akkulaufzeit

Contra

  • Mehrfachbelegung der Tasten nicht in jeder Funktion intuitiv

Fazit

Die Dänen haben ihren Bluetooth Sportkopfhörer konsequent weiterentwickelt. Er ist leichter, kleiner und hat mehr Akkulaufzeit. Das wichtigste dabei ist der spürbar höhere Tragekomfort. Wer die Vorgänger kennt, vernahm womöglich manchmal ein Druckgefühl. Das war bei mir mit und ohne Mütze und auch bei längerem Tragen nicht mehr da – Klasse.
Gut gefallen haben mir zudem Verbesserungen wie der Magnetverschluss des Etuis oder die dezentere Bauform. Die Bedienung wurde ebenfalls verbessert und mit ein wenig Übung kommt man gut zurecht. Obwohl es bei der Steuerung Luft nach oben gibt, bin ich mir sicher das sich die Entwickler dessen bewusst sind und schon wieder daran tüfteln. Es ist auch nicht ganz einfach den Funktionsumfang auf zwei Tasten zu verteilen. Zumal man die Kopfhörer auch mit der schlanken App bedienen kann.
In der Gesamtschau ist der Jabra Elite Active 75t ein rundum gelungener Sportkopfhörer mit klasse Klang, hohem Tragekomfort und nahezu perfekter Alltagstauglichkeit geworden.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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