Testbericht Trekkingstöcke

Komperdell Carbon FXP.4 Summit Vario Compact

Komperdell Carbon FXP.4 Summit Vario CompactAuf der Suche nach einem Wanderstock steht man heut zu Tage vor einer breiten Auswahl.
Angeboten werden u.a. spezifische Modelle für die Bereiche Skitour, Nordic Walking, Wandern oder Train Running. Je nach Einsatzgebiet variieren dabei insbesondere die verwendeten Materialien, Gewicht, Stabilität sowie Verstellbarkeit der Stocklänge.
Wir waren auf der Suche nach leichten Stöcken für Wandertouren in den Alpen, die sich bequem im Rucksack verstauen lassen.
Hierfür weckte der „Carbon FXP.4 Summit Vario Compact“ von Komperdell unsere Neugier.
Wir stellten den Faltstock des österreichischen Herstellers bei Küstenwanderungen auf Menorca sowie mehreren Tagestouren in den österreichischen und französischen Alpen auf die Probe.
Lest im Folgenden mehr über unsere Eindrücke.

Komperdell Carbon FXP.4 Summit Vario Compact

Facts

Thema Info
Material Rohrmaterial: Carbon
Größen 105-125 cm in der Compact-Version
In diesem Bereich stufenlos verstellbar
Farben Überwiegend Anthrazit, einzelne Elemente in Pink (Compact-Version)
Gewicht 210 g / Stock
Maße Packmaß: 38 cm
Ausstattung
  • Trek Pro Foam 245 Griff – weicher und leichter Schaumstoffgriff
  • Air Padded Schlaufe – angenehme Schlaufe, gepolstert und innen besonders weich für maximalen Tragekomfort.
  • In der Weite verstellbar
  • 4-teilig: Carbon, ∅ 18/16 mm
  • Powerlock 3.0 – Verschluss aus geschmiedetem Aluminium. Außen liegende Stockklemmung
    FXP Faltmechanismus – selbstentfaltender Mechanismus mit einer soliden Verbindung der einzelnen Segmente, einer einrastenden mechanischen Verbindung und 30% weniger Gewicht
  • Vario Tellersystem – leicht und schnell wechselbares Tellersystem
Einsatzbereich Trekking, Wandern
Preis 169,95 €
Komperdell Carbon FXP.4 Summit Vario Compact

Erster Eindruck und Verarbeitung

Die Verarbeitung der Stöcke macht einen sehr guten Eindruck. Die Segmentverbindungen sitzen sicher, der ausfahrbare Teleskopteil ist leichtläufig und lässt sich fest arretieren. Der Griff mit verstellbarer Handschlinge ist einwandfrei verarbeitet.

Praxistest

Aufbau und Features
Gleich beim ersten Einsatz macht der Summit Vario Compact einen stabilen und vertrauenswürdigen Eindruck. Die verwendeten Rohre haben an der breitesten Stelle einen Durchmesser von ca. 18 mm, im Mittelteil etwa 16 mm und an der schmalsten Stelle direkt über dem Teller 10mm. Die Rohre sind aus Carbon, was geringes Gewicht und gute Steifigkeit verspricht.

Die Stöcke bestehen aus vier Segmenten die mit einem ummantelten, inneren Stahlseil miteinander verbunden sind. Die Enden der Hülsen sind verstärkt, was das Kohlefasermaterial schützt.

Das untere und mittlere Segment hat eine feste Länge. Sie werden per Steckverbindung miteinander verbunden. Der obere Teil besteht aus zwei ineinandergleitenden, ausziehbaren Rohren.

Die montierten Griffe aus anschmiegsamem Schaumstoff (Trek Pro Foam 245 Griff) sind ca. 18,5 cm lang und ermöglichen verschiedene Griffvarianten. Ich empfand das Schaumstoffmaterial als angenehm und nicht sehr „schwitzig“ in der Hand. Die innen gepolsterte Schlaufe lässt sich einfach verstellen.

Am unteren Stockende findet sich die Telleraufnahme mit einem Steckdrehverschluss. Ein Paar Trekkingteller, eine Abdeckung für die Spitzen und Klettbänder zum Zusammenhalten gehören zum Lieferumfang. Auf einen Transportbeutel müssen wir verzichten.

Zusammenbau und Längenverstellung
Da es sich beim Carbon FXP.4 Summit Vario Compact um einen selbstentfaltenden Stock handelt, gibt es quasi keinen Zusammenbau. Einfach die Klettbänder lösen, die Stöcke am Griff festhalten – und zack der Stock entfaltet sich wie von Zauberhand. Die Segmente finden von alleine zueinander und werden durch gefederte Metallstifte arretiert. Schneller und komfortabler geht’s nicht. Früher hatte ich mir bei klassischen Teleskopstöcken meist zweimal überlegt, ob ich diese nun wieder einstecke oder nicht. Zu lästig war mir oftmals das Schrauben und Stecken der einzelnen Elemente; womöglich noch mit kalten Fingern. Hier hat Komperdell mit der „FXP-Technologie“ eine sehr innovative und simple Lösung gefunden.

Zum Lösen der Stockspannung werden die farblich markierten Knöpfe leicht in das Rohrgehäuse gedrückt und der Stock lässt sich zusammenfalten. Zum Transport werden die Segmente mit Hilfe von an den Stöcken befestigten Klettbändern zusammengehalten – dabei scheint das Stahlseil systembedingt ordentlich unter Spannung.

Mit Hilfe der Teleskopverbindung im oberen Teil des Stockes lässt sich die Länge in der Kompaktversion stufenlos von 105 bis 125 cm einstellen. Das funktioniert mit dem außenliegenden Klemmverschluss „Powerlock 3.0“ schnell und präzise. Die Haltekräfte des Verschlusses sind passend.

Die Teleskoprohre liefen flüssig ineinander. Es wackelt oder klappert nichts. Die einzelnen Segmente treten sehr solide mit einander in Verbindung. Sagt man Faltstöcken oftmals weniger Stabilität nach, fühlte ich mich mit den Carbon FXP.4 Summit Vario Compact stets sehr wohl. Durch das verwendete Carbon Material empfand ich die Stöcke als angenehm leicht. Nach einer mehrstündigen Wandertour freute ich mich am Ende des Tages durchaus über die reduzierte Schwungmasse.

Der Wechsel der Trekkingteller erfordert keinen Kraftaufwand und durch den Dreh-Verschluss halten sie sicher.

Pro/Contra

Pro:

  • Top Verarbeitung
  • Super simples Handling beim Entfalten und bei der Größenverstellung
  • Äußerst geringes Packmaß mit nur 38 cm Länge
  • Leicht
  • Sehr gute Griffe und Griffschlaufen

Contra:

  • -/-

Fazit

Die Stöcke „Carbon FXP.4 Summit Vario Compact“ kamen bei uns über die Sommermonate auf mehreren Wanderrouten intensiv zum Einsatz.
Der „FXP Faltmechanismus“ von Komperdell hat uns sehr positiv überrascht. Einmal das Klettband gelöst, so entfalten sich die Stöcke doch tatsächlich in Windeseile komplett selbstständig. Spielerei mag man meinen.
Doch packt man die Stöcke auf längeren Touren tatsächlich mehrere Male ein und aus, grinst man breit, wenn man innerhalb kurzer Zeit abmarschbereit ist, während andere noch an ihren Stöcken und Verschlüsseln rumnesteln.
Das leichte Carbon-Material macht sich über eine längere Gehzeit sehr angenehm bemerkbar. Die Verarbeitung ist qualitativ hochwertig. Durch den Faltmechanismus und das damit verbundene geringe Packmaß ließen sich die Stöcke auch in meinem Tagesrucksack bequem verstauen.
Lästiges Baumeln außen am Rucksack, womöglich noch in Klettersteigpassagen, bleibt einem dadurch erspart. Abschließend sei auch noch erwähnt, dass Komperdell laut Angaben auf der Firmenwebsite jeden seiner Stöcke in der eigenen Fertigung in Österreich herstellt.


Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
Komperdell Carbon FXP.4 Summit Vario Compact

Sarah

Sarah ist gerne in den Nordalpen unterwegs und genießt das Panorama der Gipfel beim Bergsteigen, Langlaufen oder Gleitschirmfliegen.
Im Urlaub zieht es sie meist in die Weite Skandinaviens zu Abenteuern mit Zelt und Kajak. Besonders gerne testet sie wetterfeste Kleidung, Wanderschuhe und Campingausrüstung.

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