Suunto 9

Suunto 9 White

by Hannah
Suunto 9 WhiteWer kennt es nicht, endlich rafft man sich für die abendliche Laufrunde auf und dann ist die Pulsuhr nicht einsatzbereit, da der Akku schon wieder leer ist. Da in der heutigen Strava und Runtastic Welt ein Training ohne Aufzeichnung nie stattgefunden hat, schimpft man kurz empört über die unzuverlässige Technik und lässt das Training erleichtert bleiben.
Mit diesen Ausreden soll mit der Suunto 9 Schluss sein. Mit bis zu 170 Stunden Akkulaufzeit wirbt der finnische Hersteller. Das soll nicht nur die ständige Einsetzbarkeit der Sportuhr garantieren, sondern auch besonders lange Trainingseinheiten mit dem Rad oder gar mehrtägige Trekking Touren ohne Zwischenladen ermöglichen.
Wir bekamen die Möglichkeit die Suunto 9 ausgiebig zu testen und stellen euch hier unsere Erfahrungen mit dem Dauerbrenner vor.

Facts

Thema Info
Material Lünettenmaterial: Edelstahl
Glasmaterial: Mineralkristallglas
Gehäuse: Glasfaserverstärktes Polyamid
Armband: Silikon
Farben White, Black, All Black
Gewicht 72 g
Maße 50 x 50 x 16,5 mm
Preis 399,00


Suunto 9 White

Erster Eindruck und Verarbeitung

Die Verarbeitung der Uhr ist sehr hochwertig. Das Design wirkt sehr stilvoll und nicht unbedingt wie eine Sportuhr, so dass die Uhr auch gut im Alltag getragen werden kann. Am Handgelenk wirkt die Uhr jedoch etwas globig. Wer es etwas schlanker mag ist wohl mit der Suunto 9 peak besser bedient. Das Display zeigt ein scharfes Bild und ist auch in heller Umgebung sehr gut lesbar.

Praxistest

Einrichtung

Zur Einrichtung der Uhr muss die Suunto App auf einem Smartphone installiert und ein Nutzerkonto angelegt werden. Die Uhr wird via Bluetooth mit der App synchronisiert, wobei sämtliche Trainingsdaten übertragen und in der App analysiert werden.

Tragekomfort und Bedienung

Trotz der eher klobigen Optik trägt sich die Suunto 9 angenehm und leicht am Handgelenk. Das Armband lässt sich dank kleiner Abstufungen gut an jeden Handgelenkumfang anpassen und wird mit einer Art Knopf fixiert. Dieser Knopfverschluss hat mir optisch und auch zur Bedienung anfangs sehr gut gefallen, allerdings hat er sich während den Aktivitäten immer mal wieder gelöst, sodass das Armbandende etwas abstand.

Die Bedienung erfolgt über das Touchdisplay und drei Knöpfen an der Seite der Uhr. Der Touchscreen funktioniert sehr gut und flüssig, hatte aber Schwierigkeiten sobald die Uhr nass wird. Das heißt, beim Schwimmen kann die Uhr eigentlich nur über die Knöpfe bedient werden, bei Regen muss das Display zunächst trockengewischt werden.
Im Aktivitätenmodus ist das Touchdisplay standardmäßig deaktiviert um Energie zu sparen, kann jedoch aktiviert werden. Prinzipiell lässt sich die Uhr im Aktivitätenmodus jedoch auch gut und vollständig mit den Knöpfen bedienen. Die Knöpfe sind dabei recht groß, was sie gut ertastbar macht und eine einfache und angenehme Bedienung ermöglicht. Teilweise kam es jedoch auch vor, dass man während dem Training an den großen Knöpfen hängen bleibt und sie beim Training versehentlich kurz gedrückt werden. Da ist es gut, dass wichtige Funktionen, wie die Pausierung oder der Abbruch eines Trainings über einen langen Tastendruck erfolgen.
Was direkt angenehm auffällt, ist die deutliche und übersichtliche Darstellung auf dem großen Display der Suunto 9. Die Menüführung in der Uhr fand ich hingegen nicht sehr intuitiv, allerdings gewöhnt man sich auch schnell daran und kommt gut zurecht, sobald man alle Funktionen entdeckt hat.

Trainingsfunktionen

Die Suunto 9 bietet über 80 verschiedene Sportmodi zur Auswahl, so dass wirklich alle möglichen Sportarten abgedeckt sein sollten. Je nach ausgewähltem Sportmodus ist die Anzeige der Uhr spezifisch angepasst und in der Suunto App können die Trainingseinheiten nach Sportart kategorisiert werden. Zum Beispiel werden für das Krafttraining keine Kilometer gezählt. Was ich trotz dieser großen Auswahl an unterschiedlichen Modi jedoch vermisst habe, ist die Möglichkeit mein eigenes Sportprofil zu erstellen, um die Displayanzeige optimal an meine Bedürfnisse und Vorzüge anzupassen. So hätte ich beispielsweise je nach Sportart gerne selbst ausgewählt ob die Herzfrequenz, die Kilometeranzahl oder die Trainingszeit groß und dominant im Vordergrund steht. Von anderen Sportuhren war ich diese Möglichkeit der Personalisierung durchaus gewohnt.
Was mich sehr überzeugen konnte, war die Intervallfunktion. Es können individuelle Intervalle eingestellt werden welche jeweils mit einem Timer runter gezählt werden und deren Ende mit einer Vibration der Uhr signalisiert werden. Das besondere gegenüber anderer Sportuhren ist, dass die Intervalle nicht für das komplette Training festgelegt werden müssen, sondern manuell während einer laufenden Aktivität gestartet und gestoppt werden können.
Die Suunto App bietet ein breites Spektrum an Trainingsauswertungsoptionen. Auch eine individuelle Formkurve und Vorschläge für Trainings- und Regenerationszeiten werden gegeben.
Darüber hinaus kann auch der Schlaf aufgezeichnet und ausgewertet werden. Diese Funktion habe ich jedoch nicht genutzt und getestet, da ich generell nicht gerne mit Uhr am Handgelenk schlafe.

Akkulaufzeit

Der Hersteller verspricht eine extrem lange Akkulaufzeit mit 25 bis 170 Stunden je nach Batteriemodi. Dabei kann zwischen den Einstellungen Performance, Endurance, Ultra, Tour und einer individuellen Einstellung gewählt werden. Diese unterscheiden sich vor allem in der GPS Auflösung. Was mir dabei sehr gut gefallen hat war, dass immer eine Schätzung der verbleibenden Akkulaufzeit angezeigt wird und auch noch während einer laufenden Aktivität zwischen den verschiedenen Batteriemodi gewechselt werden kann, sollte die Akkulaufzeit doch mal knapp werden. Tatsächlich musste ich die Uhr maximal einmal pro Woche laden bei ca. 6h Training die Woche im Performance Batteriemodus.

Herzfrequenzsensor

Ich habe die Uhr beim Laufen, Krafttraining und Langlaufen getestet. Der optische Herzfrequenzsensor am Handgelenk hat beim Laufen sehr gut funktioniert. Beim Krafttraining sowie beim Langlaufen jedoch überhaupt nicht zuverlässig. Das musste ich jedoch auch schon bei sämtlichen anderen Pulsuhren mit optischen Herzfrequenzsensoren feststellen. Für diese Sportarten bei denen das Handgelenk angespannt wird, sollte für eine zuverlässige Pulsmessung auf einen zusätzlichen Brustgurt gesetzt werden, der auch für die Suunto 9 erhältlich ist, und sich via Bluetooth verbinden lässt.
Wie viele andere moderne Fitnessuhren bietet auch die Suuntu 9 die Funktion einer Blutsauerstoff Messung. Diese ist bei mir jedoch jedes Mal fehlgeschlagen und hat überhaupt kein Ergebnis liefern können. An anderen Handgelenken konnte zum Teil zumindest ein Wert ermittelt werden, dieser war jedoch meistens eher unrealistisch und hat sich nicht mit gemessener Werte anderer Uhren gedeckt. Für mich ist die Blutsauerstoff Messung kein wichtiger Wert und stellt eher eine Spielerei dar, in der Preiskategorie würde man jedoch mehr erwarten und es scheint einen Qualitätsunterschied zu anderen Herstellern aufzuzeigen.

GPS und Navigation

Die GPS Aufzeichnung war sehr präzise und auch die Navigationsoptionen können überzeugen. In der Suuntu App können vor dem Training Strecken erstellt werden und auf die Uhr übertragen. Dabei können entweder Strecken von A nach B geplant werden oder point of interest (POIs) gesetzt werden. Beides lässt sich auf die Uhr übertragen und während des Trainings zur Navigation nutzen.
Außerdem sehr praktisch fand ich die Brotkrumen-Funktion. Dabei wird einfach die bisherige Strecke aufgezeichnet und auf der Uhr angezeigt und kann zur Orientierung genutzt werden oder um wieder an den Ausgangspunk zurück zu finden. Mit dieser Funktion lassen sich vor allem neue unbekannte Gegenden gut erkunden.
Lediglich eine Zoomfunktion in der Navigationsansicht in der Uhr hätte ich mir noch gewünscht, um auch mal aus der Karte herauszuzoomen für einen besseren Routenüberblick.

Smartwatch Funktionen

Die Suunto 9 ist eindeutig eine Sportuhr und keine Smartwatch. So können etwa keine zusätzlichen Apps installiert werden, es ist keine Verbindung zur Smartphone Kamera möglich und es gibt auch keine Payment Funktion. Dennoch bietet sie einige Smartphone Features. Musik kann über die Uhr gesteuert werden und Smartphone Benachrichtigungen können auf der Uhr angezeigt werden. Für Android können sogar voreingestellte Kurzantworten verschickt werden. Dabei kann man jedoch nicht durch die Benachrichtigung scrollen und die Schriftgröße der Benachrichtigungen ist so groß, dass dies eigentlich nicht mehr ist als eine Notifikation darstellt, dass eine Nachricht auf dem Smartphone eingegangen ist. Wer eine richtige Smartwatch sucht, ist bei der Suunto 9 an der falschen Adresse.

Suunto 9 White

Pro/Contra

Pro:

  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Gute Navigation
  • Stilvolles Design
  • Viele unterschiedliche Sportmodi
  • Manuell start- und stoppbare Intervallfunktion

Contra:

  • Blutsauerstoffmessung funktioniert nicht
  • Bedienung könnte intuitiver sein
  • Keine individuellen Sportprofile/Anzeige Einstellungen
  • Armbandverschluss löst sich schnell, so dass das Armband absteht

Fazit

Die Suunto 9 hält was sie verspricht, mehr aber auch nicht. Die extrem lange Akkulaufzeit und gute Navigationsoptionen qualifizieren die Uhr für ausgedehnte Trainingseinheiten oder auch mehrtägige Trekking Touren. Die fehlende Option der individuell konfigurierbaren Trainingsmodi macht die Uhr trotz ihrer über 80 verschiedenen Standardsportprofilen in meinen Augen recht unflexibel. Auch die fehlerhafte Blutsauerstoffmessung macht keinen guten Eindruck für diese Preiskategorie.
Für alle, die vor allem Wert auf die Akkulaufzeit legen, ist die Suunto 9 auf jeden Fall einen genaueren Blick wert.
Wer sich ein bisschen mehr Smartwatch in seiner Sportuhr wünscht, sollte sein Geld besser wo anders investieren.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat.
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