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Tannheimer Tal 09.-11.03.2018

Wir haben uns das Tannheimer Tal, welches auch gerne dass zweite Wohnzimmer der Stuttgarter genannt wird, mal zusammen mit unseren Kids angeschaut. Immerhin liegt es ja mehr oder weniger vor der Haustüre 😉

Anreise

Am Freitagabend, pünktlich zum Feierabendverkehr machten wir uns (Mama mit einer 12 ½ Jährigen und einem 10 Jährigen) auf den Weg von Stuttgart über die A8 Richtung Allgäu. Das Ziel war das Tannheimer Tal. Wie zu erwarten waren wir nicht alleine auf der Strecke aber immerhin schafften wir die 240 km in gut drei Stunden. Das könnte natürlich auch schneller gehen, wären die anderen Autofahrer nicht da.

Erst gegen 21 Uhr kamen wir an unserer Unterkunft, Landhaus Schnettra, in Haldensee an. Die nette Wirtin hat schon auf uns gewartet. Das Haus mit einigen Ferienwohnungen ist ruhig und abseits der Straße gelegen. Vor dem Haus sind Parkplätze für die Wohnungen und ein Skikeller zur Trocknung der Ausrüstung vorhanden.

Unterkunft

Unsere Ferienwohnung beim Landhaus Schnettra hatte ein gemütliches Schlafzimmer mit Doppelbett, welches die Kinder bekamen. Ferner eine Sitzecke mit rustikaler Eckbank, eine kleine Küchenzeile (u.a. 2-Flammenherd und Mikrowelle vorhanden) und ein Minibad mit einer dafür geräumigen Dusche. Der Mittelpunkt der Wohnung ist das Wohnzimmer, auf dessen Ausziehcouch ich die folgenden zwei Nächte verbrachte. Ein netter Balkon mit schöner Aussicht rundete das Ambiente ab. Unsere Wirtin war auch sehr bemüht als es darum ging, ob wir denn hier auch ein Frühstück erhalten könnten. Im Nachbargebäude, in der Pension von Sohn und Schwiegertochter, Landhaus Schädle, wurde uns das für 6 Euro ermöglicht. Herzlichen Dank an dieser Stelle!

Nach dem Auspacken ging es für die Kinder schnell ins Bett, damit wir am nächsten Tag gleich richtig durchstarten konnten. Wir haben alle sehr gut und tief geschlafen.

Samstag

Gegen 8 Uhr ging es raus aus den Federn. Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück ging es gegen 9.30 Uhr erst zur Touristeninformation und dann weiter nach Grän in das von uns auserkohrene Skigebiet „Füssener Jöchle“. Auf dem Weg dorthin begann es zudem zu den ohnehin sehr milden Temperaturen( Talstation 5 Grad) an zu regnen. Unten Regen, oben Schneeregen. Wir ließen uns aber davon nicht die Laune verregnen.

Skigebiet Füssener Jöchle

Das Füssener Jöchle verfügt über eine 8-er Gondel (1200 Personen/ Stunde) , eine 6-er Sesselbahn „Jochalpe“ sowie zwei Schlepplifte „Schachen“ mit jeweils einer blauen Abfahrt. Insgesamt sind es 2630 m Strecke und 616 hm Höhenunterschied. Oben gibt es eine schwarze Teilabfahrt, der Rest sind rote Abfahrten. Die Pisten sind gut präpariert, familienfreundlich breit und überschaubar. Die lange Waldtalabfahrt bietet Schutz vor Wind, teils auch vor Sonne und zudem noch nebenbei eine Menge offpist-Strecken über Waldwanderwege, die gerade Kindern riesen Spass machen.
Die Einkehr oben in der Hütte ist zümpftig und man hat einen herrlichen Ausblick in zwei Täler.

Von der Sonnenalm geht ein Panoramawanderweg zum Gamskopf mit einem 100 Gipfelblick bei guter Sicht.


Unser Skitag

Aufgrund des Ab- und Anreisetages und des schlechten Wetters waren wir gefühlt fast alleine im Skigebiet. Zum langsam auf die Bretter finden war das für die Kinder natürlich spitze. Sie hatten sich auch schnell auf die unterschiedlichen Schneebedingungen eingestellt. Viel Sulz aber kaum Dreck und Steine.
Mit der 8-er Gondel ging es schnell, trocken und bequem bis zur Sonnenalm (1821 m). Dort oben war der Schnee in Schneeregen übergegangen. Auch nicht angenehm, aber zumindest war es etwas trockener. Jetzt hatte man die Wahl zwischen 3 roten Piste um mit dem 8-er Sessellift wieder hoch zu fahren oder aber die lange Talabfahrt, wer möchte mit schwarzem Teilstück.
Die erste Abfahrt war noch etwas vorsichtig bis zögerlich bei den Kindern. Neues Skigebiet und nicht prickelnde Schneeverhältnisse. In Nullkommanix waren sie aber damit vertraut. Da das Skigebiet übersichtlich ist, fassten sie schnell Vertrauen in ihre eigenen Routen. Die Gondel aus dem Tal war ideal, um sich zwischen den langen Talabfahrten im Trockenen zu erholen. Da wir nie irgendwo anstehen oder warten mussten war dies eine willkommene Erholung.
Bei der 2. oder 3. Talabfahrt entdeckten wir die vielen kleinen Nebenspuren über Waldwege oder nur wenige Meter neben der Piste. Ab da gab es kein Halten mehr und auch kaum noch eine andere Strecke. Dank des sulzigen Schnees (jetzt im positiven Sinn) wurden die schmalen Wege nie zu schnell, es bremste für mich als Mama beruhigend. Ob kleine Schanzen oder Wellen in der Bahn, die Kinder waren völlig begeistert und konnten sich da austoben. Dank des geringen Publikumsverkehrs auf der Piste war auch das wieder Einfahren auf die Piste ungefährlich möglich. Damit waren der schwere Schnee und der Nieselregen vergessen.
Der kurze Stopp auf ein Getränk in der Berghütte Sonnenalm war gemütlich.

Um halb vier haben wir es für diesen Tag gut sein lassen. Schnell haben wir in der Ferienwohnung alles zum Trocknen aufgehängt und schon ging es wieder auf Tour. Unser Ziel war nun Tanni’s Kinderparadies mit Indoorspielplatz und Kletter- und Boulderhalle in Tannheim im Gebäude der Touristmusinformation.
Hier kann man Herzens Lust toben und rennen. Für Pausen und Eltern sind viele gemütliche Tische vorhanden. Die Kletterhalle ist separat und komplett mit Gummiboden ausgelegt. Hier kann man sich echt vergnügen beim bouldern und durchaus anspruchsvoll klettern. Wer nicht im Vorstieg oder alleine klettern muss oder will, für den stehen für die meisten routen zwei Sicherungsautomaten zur Verfügung. Schlau und fast bedienfehlerunmöglich gelöst. So kam auch ich als Mama zum Klettern, obwohl das sonst mit den Kids (10 und 12 Jahre) wegen des Gewichtsunterschieds noch nicht drin gewesen wäre.
In Tanni’s Kinderparadies kosten Kinder ab 15.30 Uhr 2,50 Euro/ Erwachsene 4,50 Euro.
Als Tageskarte 4,50 Euro (Kind) bzw. 6,00 Euro (Erwachsener).
Als Kombikarte mit der Kletter- und Boulderhalle kosten Kinder 7,50 Euro und Erwachsene 9,50 Euro. Alles erschwinglich, wenn man damit einen halben oder ganzen Schlechtwettertag mit Spiel und Bewegung verbringen kann.

Gegen 19 Uhr war dann definitiv Kohldampf angesagt. Wir haben das Kletterhallenpersonal gefragt und uns wurde die Pizzaria Enzian für unseren Gusto empfohlen. Was für eine gute Wahl! Riesige Pizzen mit hauchdünnem Boden und sehr sehr lecker. Der Mini-Verdauungsspaziergang zurück zum Auto war genau richtig. So war ein ereignisreicher toller Ski- und wintertag mit satten und sehr zufriedenen Skifahrern vorbei.

Sonntag

Wir haben alle drei sehr gut geschlafen. Heute war es immerhin trocken wenn auch leicht bewölkt. Wir fuhren nochmals zum Füssener Jöchle. Heute waren ein paar Leute mehr da. Dafür war auch die Sicht besser. Wir haben uns gleich wieder abseits der Piste begeben. Für die Kinder gab es nur neben raus. Auch auf der Seite des Sessellifts haben wir tolle Minihuckelpisten abseits gefunden und da waren Fahrstil und sonst was egal, wir hatten einfach jede Menge Spaß, auch wenn es die Kids mal verzwirbelt hat. Ganz egal. So viel entspanntes Vergnügen ist genau das, was ich mir unter einem Familienskigebiet vorstelle.
Da die Pisten so übersichtlich sind und die Kids sich schnell zurecht fanden, fuhren sie immer selbstständiger. So konnte ich am zweiten Tag bei jeder Abfahrt die schwarze Teilabfahrt nehmen, während die zwei miteinander außen herum fuhren. Wer hätte das gedacht, dass ich auch alleine mit zwei Kindern so zum Fahren kam. Nicht nur, dass ich steilere Pisten fahren konnte. Durch die kurzen Episoden alleine konnte ich auch mein eigenes Tempo dort fahren. Vielen Dank euch beiden!

Gegen 15 Uhr sind wir dann das letzte Mal hoch gefahren. An diesem Tag hatten wir nur eine Zeitkarte gekauft, weil wir ja nicht so spät los wollten um nicht voll im Abendverkehr zu stehen. Wir haben die Liftkarte bis auf die letzte Minute ausgekostet und sind dann gut gelaunt, gut ausgepowert und mit vielen schönen Erlebnissen und Erinnerungen an das Füssener Jöchle und das Tannheimer Tal ins Auto gestiegen.

Wir haben als Familie mit einem Erwachsenen und zwei Kindern 67 Euro für die Tagesskikarte bezahlt. Am Sonntag haben wir dann nur eine 5 Stunden-Karte genommen. Das kam uns billiger. Alle Kartenvariationen gibt es auch als Familienkarte.

Fazit

Für Süddeutschland und speziell den Stuttgarter Raum ist das Tannheimer Tal wirklich im Nu zu erreichen (kein Stau vorausgesetzt). Das Tal bietet mit seinen breiten flachen Bereichen tolle Möglichkeiten vor allem auch für Langläufer. Aber auch für Abfahrtski bietet es viele kleine feine Skigebiete, die gerade für Familie toll geeignet sind. Sie versprechen Freude und Entspannung, was will man mehr?

Wir haben zwei wundervolle Tage voller Spannung, Spaß und Spiel im Tannheimer Tal verlebt. Mit Kindern hat man hier wirklich für jedes Wetter etwas zu tun. In netter Atmosphäre mit Raum und Zeit für Familie, für Freizeit, für Ruhe und für Spiel kann man hier wirklich alles machen.


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Tannheimer Tal 09.-11.03.2018

by Marion Lesezeit: 6 min
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