GPS-Geräte Testbericht

TomTom Rider 550

Getestet wurde ein Motorrad-Navigationsgerät des Herstellers TomTom, Modell Rider 550 auf diversen Motorrad-Touren im In- und Ausland.

TomTom Rider 550

Facts

Thema Info
Material Kunststoff-Alu-Mix
Abmessungen 8,8 x 13,8 x 3,1
Farben Antrazit+Schwarz
Display 4,3”, Touchscreen, regenfest, handschuhgeeignet | Displaygröße: 5,4 x 9,5 cm
Speicher intern 16 GB erweiterbar durch Micro-SD Karte
Vorinstallierte Karten Europa (>40 Länder, weitere können geladen werden)
Sensoren Neigungssensoren
Akku Lithium-Ionen
Anschlüsse Micro-USB, Kontakte für Ladung über Ram-Mount
Verbindungsmöglichkeiten Bluetooth, Wi-Fi | Kompatibel mit Siri und Google Now™
Wasserdichtigkeit IPX-7 (Schutz gegen Eindringen von Wasser beim kompletten Eintauchen für begrenzte Zeit = 1 Meter tief für 30 Minuten)
Gewicht 282 g
Preis 399,95 €
HerstellerbeschreibungFinden Sie die spannendsten kurvenreichen Strecken und Anstiege und vermeiden Sie langweiliges Geradeausfahren. Legen Sie fest, wie bergig oder kurvig Ihre Tour werden soll: wenig, mittel oder stark. Ihre Navi erledigt den Rest für Sie, damit Sie Ihre adrenalingeladene Tour genießen können.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Das massive Gehäuse des TomTom Rider 550 liegt gut und schwer in der Hand und macht einen sehr robusten Eindruck. Auch das relativ hohe Gewicht des Geräts und die feine Gummierung der Kunststoffteile, sowie die vier neben dem Display sichtbaren Schraubenköpfe unterstreicht diesen Eindruck.
TomTom selbst beschreibt das Rider 550 als wasserdicht (nach IPX7) und als stoßfest.

Praxistest

Dank der mitgelieferten RAM-Mount-Halterung (in unserem Fall mit integrierter Stromversorgung) für die Montage auf Rundrohren, lässt sich das Rider 550 sehr einfach auf fast allen Motorrädern befestigen.
Es kam in unserem Fall auf einer 125er MZ RT und einer 1200er BMW GS zum Einsatz.
Mit etwas Nachdruck lässt sich das TomTom-Navi mit seiner integrierten Aufschubhalterung sehr einfach in des RAM-Mount einschieben, dort rastet es satt ein und bezieht dann auch von dort den Strom.
Das RAM-Mount erlaubt eine 90-Grad-Drehung des Navis für einen Wechsel von vertikaler Sicht auf horizontale Sicht, das Navi reagiert dabei sofort und passt die Darstellung entsprechend an (das Navi selbst würde sogar eine 180 Grad Drehung – also Anzeige auf dem Kopf – unterstützen!).

Die Eingabe des Fahrziels war anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, da das TomTom 550 auf die Eingaben sehr schnell schon mit Vorschlägen für möglicherweise passende Orts- und Straßennamen reagiert (nicht umsonst heisst der voreingestellte Menüpunkt: „Schnellsuche“).
Sollten die Vorschläge aber alle nicht passen, sollte man diese einfach ignorieren und unverdrossen weitertippen, dann klappt‘s auch mit der Eingabe der gewünschten Zieladresse incl. Hausnummer – alternativ kann man das Navi aber auch auf „Schritt-für-Schritt-Suche“ umstellen, dann gibt man Ort und Straße sowie Hausnummer in einzelnen Schritten ein.
Übrigens: Auch wenn zwischen dem letzten und dem aktuellen Ort der Nutzung des Navis mehrere hundert Kilometer Distanz liegen, findet sich das Navi problemlos zurecht und ermittelt den aktuellen Standort innerhalb weniger Sekunden.

Das Display ist groß und hell, somit lässt sich auch während der Fahrt und bei Vibrationen hervorragend ablesen. Natürlich kann es bei ungünstigem Sonnenstand oder Lichteinfall vereinzelt zu Spiegelungen kommen, aber das lässt sich mangels mechanischem Blendschutz nunmal nicht vermeiden. Wir empfanden dies auch als nicht als störend, schliesslich steht bei einem fahrenden Motorrad der Lenker selten längere Zeit in der gleichen Stellung.

Sehr einfach ist die Koppelung des Rider 550 mit dem Smartphone (in meinem Fall ein Samsung S4 Active) sowie meinem Funksystem im Helm (Nolan N-Com). Die Kopplung mit dem Smartphone bedingt allerdings die TomTom-eigene App „MyDrive“, sie ermöglicht es dem Navi dann auch aktuellste Verkehrsmeldungen mit in die vorgeschlagene Route einzubeziehen – was wir als sehr großen Vorteil empfanden.
Auch wird man dann vor anderen Gefahren, z.B. einem Stauende gewarnt. Allerdings sind die dafür benötigten Datenmengen nicht unerheblich (Empfehlung: Datenflatrate und im nicht-EU-Ausland auf Roaming-Gebühren achten!) und auch der Stromverbrauch des Mobiltelefon steigt durch die App relativ stark an (Empfehlung: Entsprechender Ladeanschluss am Motorrad für das Smartphone vorsehen).

Die Koppelung zum Kommunikationssystem im Helm ermöglicht die Übertragung der Routenführung an das Ohr des Fahrers, man muss also das Display nicht ständig im Auge behalten um den nächsten Abbiegehinweis nicht zu verpassen.

Eine wichtige Funktion für den Tourenfahrer bietet das Rider 550 ebenfalls schon ab Werk: Die Möglichkeit Touren vorab am Gerät zu planen.
Oder noch komfortabler: Planung am PC und dann mittels SD-Karte diesen „Track“ ins Navi importieren und und bei Bedarf die Tour entsprechend abzurufen. Dazu gibt es sogar eigene Menüpunkte die lauten: „führe mich zum Startpunkt des Tracks“ oder „führe zum nächstgelegenen Punkt des Tracks“ – eine klasse Idee von TomTom.
Fährt man spontan eine Tour, so lässt sich diese aufzeichnen, speichern (als sogenanntes „Tracklog“) und wenn man will auch umgekehrt, also vom ehemaligen End- zum Startpunkt fahren. Auch die Übertragung der Tracks auf Navis anderer Fahrer ist mittels SD-Karte möglich.

Auch spontane Routenänderungen setzt das TomTom perfekt um!
Konkreter Fall: Auf der Höhe von Natters war die alte Brennerstraße wegen einer Baustelle für ca. 2km überraschend gesperrt. Man sagte uns, die Umfahrung wäre nur über die Brennerautobahn möglich (was natürlich den Kauf der Autobahnvignette und zusätzliche Mautzahlung für den Brenner erfordert hätte). Also gaben wir den Ort Matrei als nächstes Fahrziel ein, setzten die Menüpunkte auf „gesperrte Straßen vermeiden“ und „Mautstraßen vermeiden“ und wurden daraufhin vom TomTom zurück nach Innsbruck und auch fehlerfrei durch Innsbruck hindurch gelotst und kamen somit auf der Straße östlich der Brennerautobahn über Patsch nach Matrei und damit wieder zurück auf die Alte Brennerstraße.
Geld, Zeit und Nerven gespart!

Ein weiterer Vorteil des TomTom 550 mit seinem großen Display: Ich werde während der Fahrt über die Art der nächsten Kurve(n) informiert und kann mich – speziell auf unbekannten Strecken – vom Tempo und der Fahrlinie somit viel besser darauf einstellen, als es mir mit dem klassischen „die Straße lesen“ möglich wäre. Natürlich darf man sich trotz allem nicht blind auf das Navi verlassen, schliesslich kann es nicht vor verschmutzten Straßen, plötzlichen Hindernissen und ähnlichem warnen!

Pro / Contra

Pro

  • Sehr robustes Navigationssystem
  • Großes, klares Display
  • Lange Akkulaufzeit (bei normaler Nutzung im Test deutlich über 3 Stunden)
  • Viele, viele Einstellungs- und Individualisierungs-Möglichkeiten
  • Interessante POIs und Strecken speziell für Motorradfahrer bereits vorinstalliert oder auf der Webseite von TomTom zum Download verfügbar
  • Zieleingabe sowohl von Adressen, GPS-Punkten und POIs möglich
  • Suchfunktion für POIs (z.B. Tankstelle) auch entlang der Strecke möglich
  • Einfache Kopplung via Bluetooth mit den unterschiedlichsten Geräten (Smartphone, Headset,…)
  • Mitgelieferte, robuste RAM-Mount-Halterung mit Schnellhalterungsfunktion und Ladeanschluss für das Navi
  • Dank der umfangreichen Funktionen und dem zusätzlich mitgelieferten USB-Ladekabel ist das Rider 550 auch im PKW ein sehr brauchbarer Begleiter auf Touren und im Alltag (z.B. als Handheld-Gerät)

Contra

  • Koppelung mit Mobiltelefon nur über die TomTom-eigene MyDrive-App möglich
  • Koppelung erzeugt teilweise erheblichen Datenstransfer zwecks Verkehrsupdate und erhöht den Stromverbrauch beim Mobil-Telefon
  • Umständliches Abschalten der laufenden Routenführung (wer es selbst nicht extra googlen möchte: Punkt „Menü“ öffnen, dort zweimal nach rechts scrollen, Menüpunkt „Aktuelle Route“ aufrufen, dort dann „Route löschen“ auswählen). Also das kennen wir von anderen Herstellern VIEL einfacher!
  • Der mitgelieferte RAM-Mount erlaubt nur volle 90 Grad Drehungen, keine Zwischenrastung. Bietet der Motorrad-Lenker also kein perfekt senkrechtes oder waagrechtes Rohr für die Befestigung, steht das Navi immer etwas schief – will man es dennoch gerade ausrichten, ist die Position nicht eingerastet, das Navi könnte sich also jederzeit wieder verdrehen

Fazit

Mein persönliches Fazit: Nie wieder ohne!
Sehr empfehlenswertes Navi für den Motorradfahrer der ein sehr leistungsfähiges Navigationsgerät für den Alltag und anspruchsvolle Touren sucht. Da das robuste Navi auch im Auto (entsprechende RAM-Mounts sorgen dann auch hier für eine festen Platz am Armaturenbrett) oder, dank des großen Akkus, auch mal als Handheld-Gerät genutzt werden kann, geht der Preis von ca. 400 Euro aus unserer Sicht voll in Ordnung.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
TomTom Rider 550

Markus

Zuständig für die Bereiche Campen, Jagen, Wassersport, Tauchen

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