Garmin Enduro

Garmin Enduro™

by Julia
Garmin Enduro™Eigentlich wollte ich vorerst keine Sportuhr mehr testen, da ich mittlerweile ein passendes Modell gefunden habe. Allerdings bringt Garmin mit seiner Enduro Smartwatch ein Modell auf den Markt, welches, dank modernster Solartechnologie, die Akkulaufzeit verlängert und somit eine Akkulaufzeit von bis zu 80 Stunden im GPS-Modus bzw. bis zu 300 Stunden im maximalen Akkumodus verspricht – das hat mich dazu gebracht nochmals eine Uhr zu testen.
Enduro leitet sich vom englischen „endurance“ ab, was mit „Ausdauer“ übersetzt werden kann. Mit dieser ausdauernden Ultra-Perfomance GPS Multisport Smartwatch können Ziele über die 100 km Marke hinaus erreicht werden.

Garmin – sehen und gesehen werden. Der schweizerisch-amerikanische Hersteller von Navigationsgeräten mit Sitz in Schaffhausen und Olathe, deckt eine große Bandbreite an Geräten rund ums Navigieren sowie Smartwatches ab. Garmin ist einer der führenden Hersteller im Bereich Navigation für den Outdoor-Bereich, Luftfahrt, Marine und Sport.

Garmin Enduro™

Facts

Thema Info
Material Uhrenglas: Power Glass
Lünette: Edelstahl (grau) oder Titan mit DLC-Beschichtung
Gehäuse: Faserverstärktes Polymer mit Metallgehäuse hinten
Größe 51 x 51 x 14,9 mm
Farben Grau/Silber mit grauem UltraFit-Nylon-Armband (Testobjekt)
Schwarz/Schiefergraues DLC-Titan mit schwarzem UltraFit-Nylon-Armband
Gewicht Stahl: 71 g (nur Gehäuse: 65g)
Titan: 61 g (nur Gehäuse: 55g)
Batterielaufzeit Smartwatch: Bis zu 50 Tage/65 Tage mit Solarladung*
Energiespar-Uhrmodus: Bis zu 130 Tage/1 Jahr mit Solarladung*
GPS: Bis zu 70 Stunden/80 Stunden mit Solarladung**
Maximaler GPS-Akku-Modus: Bis zu 200 Stunden/300 Stunden mit Solarladung**
GPS-Expeditionsaktivität: Bis zu 65 Tage/95 Tage mit Solarladung*
* Mit Solarladung: es wird von einer ganztägigen Tragezeit mit einem Aufenthalt von 3 Stunden im Freien bei 50.000 Lux ausgegangen.
** Mit Solarladung: es wird von einer Verwendung bei 50.000 Lux ausgegangen.
weitere technische Details https://buy.garmin.com/de-DE/DE/p/702797/pn/010-02408-01#specs
Preis 799,00 (grau), 899,00 (schwarz)


Garmin Enduro™

Erster Eindruck und Verarbeitung

Die Garmin Enduro Smartwatch, macht wie bei diesem Preis erwartet, einen guten Eindruck. Sie wirkt sehr groß und die Befürchtung, dass sie am Handgelenk stört, steigt. Allerdings wird dieser Eindruck gleich beim ersten Anlegen der Uhr revidiert.
Die Edelstahl-Lünette ist mit fünf Schrauben an das Uhrengehäuse verschraubt. Diese sind sehr hübsch mit ihrem Torx-Antrieb, der wie ein Stern aussieht. Ein optisches Highlight auf den zweiten Blick bildet die “Enduro-Krone” rechts oben, da der Knopf eine gerändelte, eloxierte Oberfläche hat. Diese hebt sich sehr schön vom sonst grau/silbernen Design ab. Die Farbe Gelb wurde ebenfalls in einem feinen Ring entlang der Displaykante aufgegriffen.

Nicht ganz so gelungen finde ich das UltraFit-Nylon-Armband, das den hochwertigen Eindruck ein bisschen schmälert. Allerdings stellt dies kein allzu großes Problem dar, da es die Möglichkeit gibt ein alternatives Armband als Zubehör zu bestellen. Hierzu stellt Garmin eine Vielzahl an Designs und Materialien zur Verfügung.
Alles in Allem macht diese Uhr einen super ersten Eindruck und wird direkt in Betrieb genommen.

Praxistest

Die Sportuhr wurde uns für acht Wochen zur Verfügung gestellt. Sie wurde die ganze Zeit getragen und durfte alle Aktivitäten aufzeichnen. Leider konnte die Sportart Schwimmen aktuell nicht getestet werden. Somit wurden hauptsächlich die Laufeinheiten getrackt und auch das Navigieren getestet. Besonders interessant war hierbei, ob die versprochene, extrem lange Akkulaufzeit wirklich erreicht wird, oder ob dies nur ein interessanter Werbegag ist. Zudem war die Errechnung des Gesundheitsstatus und die vorgeschlagenen Trainingseinheiten von Interesse.

Akkulaufzeit
Diese Uhr verspricht modernste Solartechnologie, die die Akkulaufzeit während des Trainings erhöht. Somit wäre eine Akkulaufzeit von bis zu 80 Stunden im GPS-Modus bzw. bis zu 300 Stunden im maximalen Akkumodus möglich.
Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung autarke Zukunft, da Energie immer teurer wird. „Standard“-Fitness-Uhren müssen sehr oft geladen werden und manchmal macht der Akku dann bei längeren Einheiten einfach zu früh schlapp.
Dies ist hier nicht der Fall. In der gesamten Testzeit musste die Uhr nur zweimal geladen werden.
Das erste Mal, ganz zu Beginn, und dann erst wieder nach ca. 28 Tagen. Dabei wurde zwar keine Langdistanz im GPS-Modus getestet, aber für den alltäglichen Betrieb und 2-3 Trainingseinheiten die Woche, hielt der Akku wirklich über diese lange Zeit – absolut begeisternd und das, obwohl die Bluetooth-Kopplung immer aktiviert war!

Die aktuelle Solaraktivität zeigt die Uhr im Normalbetrieb immer auf dem Hauptdisplay an. So sieht man direkt, wenn die Uhr durch die Sonne geladen wird. Das funktioniert auch drinnen oder beim Autofahren, wenn die Sonne direkt auf das Display scheint.
Als Sonnenladetest wurde die Uhr einen ganzen Tag in die Mai-Sonne gelegt. Dabei wurde über einen langen Zeitraum (über sechs Stunden) die 100% Ladeleistung erreicht. Das führte dazu, dass an diesem Tag die Akkuladung um 2% gestiegen ist, während ein normaler Tag ohne Tracking ca. 3% Akkuladung verbraucht. An einem aktiven Tag im Freien kann somit der Akkuverbrauch deutlich reduziert werden.
Der Power-Manager zeigt zudem an, welche Sensoren wieviel Akku verbrauchen. Durch individuelle Änderungen kann die Akkulaufzeit somit verlängert werden, indem gezielt Sensoren ausgeschalten werden oder z. B. der GPS-Messmodus geändert wird.

Trage-/Bedienkomfort
Der erste Eindruck, der eine sehr große/schwere Uhr vermittelte, stellte sich als falsch heraus. Die Uhr ist sehr leicht und dennoch robust. Das graue UltraFit-Nylon-Armband ist ebenfalls leicht und elastisch. Bei etwas schmaleren Handgelenken könnte es allerdings ein Tick zu weit sein.

Verschlossen wird es durch einen viergeteilten Klettverschluss und kann damit millimetergenau verschlossen werden, ohne dass Löcher vorgegeben sind. Damit ist es absolut flexibel in der Einstellung. Das Armband wurde aus einem weichen Nylon-Armband gefertigt, das sich angenehm trägt. Allerdings ist es nach dem Duschen noch eine Weile nass und befeuchtet den Pullover am Handgelenk.
Die Bedienung der Uhr ist einfach und intuitiv.
Trainingsfavoriten können hinterlegt werden und sind damit schnell greifbar ohne langes durchstöbern der unterschiedlichen Modis.
Ungewöhnlich war, dass beim Wechsel ins Menü manchmal eine kurze “Gedenksekunde” von Seitens der Uhr benötigt wird.
Zusätzlich gibt es Übersetzungsfehler bei den Gesundheitsstatus (siehe Fotos) und der Text wird teilweise oben links abgeschnitten (siehe Bild).

Display
Das 1,4 Zoll große Display wird mit dem linken, oberen Knopf aktiviert und schaltet sich nach kurzer Zeit von selbst wieder aus (manchmal geht mir das zu schnell ?) Es ist selbst bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut lesbar.
Ungewohnt war hier, dass dieses Modell kein Touch-Display beinhaltet. Irgendwie hatte ich das erwartet… Das bringt allerdings den Vorteil, dass es nicht aus versehen z.B. beim Duschen (passiert bei meinem aktuellen Modell immer) angesteuert wird.
Das Display wird von einem Edelstahlring umrandet. Dies ist ein schönes Designelement, das aber leider leicht verkratzt.

Das Design des Displays kann geändert werden. Es können die unterschiedlichen Bereiche der Uhr mit verschiedenen Informationen gefüllt werden oder es kann ein ganz anders Design gewählt werden – z. B. Analoguhr.
Leider stehen von Haus aus nur wenige, teilweise einfache Designs zur Verfügung, die in der Aufmachung nicht ganz der Preisklasse der Uhr entsprechen.

Trainingseinheit
Ein interessantes Feature stellt das „CLIMBPRO“ dar. Diese Funktion bietet die Möglichkeit, anhand angelegter oder bereits absolvierter Strecken, ein Höhenprofil oder die noch zu absolvierenden Kilometer anzuzeigen.
Dabei werden auf der Uhr z.B. die Höhenmeter, die noch vor einem liegen, direkt angezeigt. Dies steht einem nur im Navigationsmodus zur Verfügung (aber klar, woher soll die Uhr sonst wissen welche Strecke gelaufen werden soll). Das ist ein absoluter Vorteil bei langen oder neuen Strecken. Ebenfalls kann so bei einem Wettkampf die Kraft perfekt eingeteilt werden.

Eine weitere Eigenschaft bietet die PACEPRO-Funktion. Sie liefert während des Trainings Informationen, ob die Geschwindigkeit beibehalten wird. Ebenfalls schön ist die Funktion „Laufbahn“. Damit lassen sich ganz einfach Zwischenzeiten wie Pausen usw. stoppen, ohne dass die Aktivitätsaufzeichnung unterbrochen wird. So wird auch der Puls während der Pausenzeiten weiterhin gemessen.

Ansonsten kann die Garmin Enduro alles, was man von einer Sportuhr erwartet. Verschiedene Trainings wie Laufen, Trail Run, Schwimmen, Golfen, Radfahren, Wandern, Multisport uvm. Damit nicht immer alle Trainingsmöglichkeiten im Display erscheinen, können hier individuelle Favoriten angelegt werden.

Navigation
Dank des Kompasses, Sonnenstandes, GPS und eines Barometers kann auch im Gebirge super navigiert werden. Durch mehrere globale Navigationssysteme wie GPS, Galileo und GLONASS kann auch in den Bergen eine genaue Positionsfindung erfolgen. Zudem erfolgt die Positionsfindung wirklich richtig schnell, verglichen mit anderen GPS-Uhren.
Vor Beginn einer Aktivität muss dadurch nicht lange auf das GPS-Signal gewartet werden.

Es gibt bei der Garmin Enduro eine Sicherheits- und Trackingfunktion. Wenn die Uhr einen Unfall erkennt erfolgt eine Unfallbenachrichtigung an die hinterlegten Notfallkontakte.
Hierbei wird die Position gesendet. Allerdings muss das Smartphone verbunden sein und zusätzlich Empfang haben.
Im Notfall könnte es passieren, dass das Smartphone nicht dabei oder der Akku leer ist.

App/Smartwatch
Da aktuell ein anderes Garmin-Modell im Einsatz ist, war die App bereits installiert. Der Umstieg auf die neue Uhr ging erstaunlich einfach.
Mittels App Garmin Connect iq können verschiedene Displaydesigns heruntergeladen werden.
Sie ermöglichen mehr Freiheitsgrade an Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings sind diese Zusatzdesigns nicht immer kostenlos.

Selbstverständlich können Nachrichten vom Smartphone auch auf dieser Uhr angezeigt werden. Somit werden keine Anrufe, Termine oder sonstigen Benachrichtigungen mehr verpasst.
In der App lassen sich auch sehr schön die Details der absolvierten Trainings, Fitnesszustand usw. anzeigen (siehe Bilder).


Gesundheitsaufzeichnung
Bei einer Fitnessuhr darf die Gesundheitsaufzeichnung nicht fehlen.
Bei der „Enduro“ werden viele verschiedene Gesundheitsdaten gesammelt und aufgezeichnet.
Tägliche Trainingsempfehlungen, die anhand der aktuellen Daten der Trainingsbelastung und des Trainingszustands vorgeschlagen werden, sowie ein Erholungsratgeber (vergessen viele Athleten) sind hier integriert.
Dabei wird die Herzfrequenz am Handgelenk gemessen. Dazu muss lediglich hinterlegt werden an welcher Hand die Uhr getragen wird, um Messungenauigkeiten zu minimieren.

Der Schrittzähler erfasst Schritte, auch wenn kein GPS eingeschaltet ist. Es funktioniert auch dann gut, wenn das Handgelenk nur wenig Bewegung erfährt z.B. beim Kinderwagen schieben. ? Gut ist auch, dass hier die „echten“ Schritte gezählt werden (nicht wie bei anderen Herstellern, eine Aktivität die auf Schritte umgerechnet wird).

Ebenfalls gibt es eine Schlafanalyse die die Schlafqualität angibt. Hier werden Wach-, Tief-, Leicht- und REM-Phasen beim Schlaf gemessen, genauso wie der Puls und die Atemfrequenz.
Falls ein sehr ruhiges, waches Liegen von der Uhr als Schlaf erkannt wird, kann dies in der App später angepasst werden.
Zusätzlich gibt es noch viele weitere Details wie Pulse-Ox-Sensor (überwacht die Blutsauerstoffsättigung), Body Battery-Energielevel (gibt dir an, wann du bereit bist für ein neues Training), Flüssigkeitsaufnahme, Atemfrequenz usw. auf deren Details ich aufgrund des Umfanges hier nicht ausführlich eingehen kann.
Schwimm, Rad und Laufen ist perfekt für Triathlon vor allem für die Langdistanz.

Pro / Contra

Pro

  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Ist leicht und trägt sich angenehm
  • Smartwatch, Fitness- und GPS-Uhr in Einem
  • Ausführliche Auswertung von Gesundheitsdaten
  • Aktivitäts-Favoriten auswählbar
  • Intuitive Bedienung
  • Vergleicht Trainingsstrecken
  • GPS-Signal wird schnell gefunden

Contra

  • Armband nach dem Duschen noch länger nass
  • Ohne Internetverbindung können absolvierte Trainings nicht in der App abgerufen werden
  • Edelstahlring verkratzt schnell

Fazit

Die Idee, dass sich eine Sportuhr via Solar wieder auflädt, finde ich absolut überzeugend. Die Bezeichnung „Enduro“ (endurance = Ausdauer) passt bei dieser Smartwatch in jeder Hinsicht. Die Zukunft wird immer mehr in die Richtung autarker Geräte gehen. Bei dieser Uhr muss man sich keine Gedanken mehr machen, ob sie bei einer Mehrtagestour auch durchhält und dich beim Navigieren nicht im Regen stehen lässt.
Sie überzeugt auf ganzer Linie als Smart-/Sport-/Fitness-/GPS-Uhr und lässt keine Wünsche offen – was allerdings auch seinen Preis hat. Es kann nach Herzenswunsch alles Mögliche eingestellt und angezeigt werden, aber das kann einen manchmal auch erschlagen. Es gibt eigentlich nichts, was diese Uhr nicht kann ?

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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