Daunenschlafsäcke Schlafsäcke Testbericht

Qeedo Takino Daunenschlafsack

Für erholsamen Schlaf gibt es viele individuelle Wege aber nur ein gutes Ergebnis. Dies gilt zuhause ebenso wie unterwegs. Nichts ärgerlicheres als wenn man tolle Aktionen vor sich hat, aber müde und unausgeruht in den Tag startet. Outdoor schlafen hängt beim Material von zwei Dingen ab. Einem passenden Schlafsack und einer passenden Unterlage.

Bei den Schlafsäcken gibt es vermutlich fast so viele Varianten wie Schlafgewohnheiten und Einsatzmöglichkeiten. Von Deckenschlafsäcken zu Mumienschlafsäcken, von Synthetik zu Daune oder Wolle, von Schlafsäcken für nur eine Jahreszeit oder aber all-saisons, in Kindergröße oder Überlänge.

Wir haben schon einige Schlafsäcke getestet. Dieses Mal ist der Qeedo Takino Daunenschlafsack dran.

Facts

Thema Info
Material Außen: 100% Polyester
Innen: 100% Polyester
Füllung: 80% Daunen / 20% Federn
Größen M (190 cm lang, Schulterbreite 75 cm, Fußbreite 50 cm)
L (215 cm lang, Schulterbreite 80 cm, Fußbreite 55 cm)
Farben blau
Füllschicht 465 g
Gewicht Medium: 1150 g, Large: 1300 g
Packmaß Medium: 33 x 18 x 18 cm (LxBxH), Large: 35 x 18 x 18 cm (LxBxH)
Temperaturzonen Komfort: 0 Grad
Limit: – 6 Grad
Extreme: -24 Grad
Preis 124,90 €
HerstellerbeschreibungDer Qeedo Takino ist ein kompakter und körperbetont geschnittener Daunenschlafsack von Qeedo. Er ist ein leichter und gleichzeitig wärmender Begleiter für das nächste Outdoorabenteuer. Das geringe Packmaß erlaubt einen problemlosen Transport auch bei leichtem Reisegepäck. Durch die hochwertige und sehr warme Daunenfüllung erreicht dieser Daunenschlafsack eine Komforttemperatur von 0°C.

Verarbeitung

Die Nähte sind sauber geschlossen. Der Reißverschluss ist soweit leichtgängig. Im oberen Bereich kam es ein paarmal vor, dass Stoff von der Wärmelippe eingeklemmt wurde.

Gewaschen werden kann der Schlafsack entsprechend den für Daunenprodukte üblichen hinweisen. Es sollte darauf geachtet werden, den Schlafsack nicht an der Luft sondern im Trockner zu trocknen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass es zu Feuchtigkeitsstau in den Daunen und zur Schimmelbildung kommt.

Praxistest

Der Schlafsack kam zu einem einwöchigen Zelturlaub Mitte Oktober in den Allgäuer Alpen zum Einsatz. Die nächtlichen Temperaturen lagen bei 2-6 Grad. Als extrem frierende Frau, hatte ich noch eine zusätzlich Decke dabei.


Die M-Größe passte bei 1,69 m perfekt. Kein überschüssiger Innenraum, den man nicht erwärmt bekommt. Die ergonomisch geformte Mumienform sorgt insgesamt für wenig Hohlräume. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Erwärmung des Innenraums.
Der Schlafsack ist eine Mischung aus Kunstfaser in der Gewebemischung und hochwertiger Daunenfüllung im Innenleben.
So hat man einen glatten, wenig schmutzanfälligen Oberstoff, der auch Kondenswasser , das ggf. vom Gestänge tropft nicht ohne weiteres aufsaugt und schnell wieder abtrocknet. Zudem gibt das Gemisch Kondenswasser von innen schnell an die Außenluft ab.
Was die Geräuschentwicklung anbetrifft, raschelt er so wie jeder andere Kunstfaserschlafsack.
Daune kann extrem komprimiert werden, sollte aber nicht grundsätzlich so gelagert werden, weil sonst über die Zeit die bauschende Fähigkeit beim Entfalten verloren geht. Deshalb wird der Schlafsack nicht nur mit einem Transport-/Kompressionssack sondern auch mit einem Meshaufbewahrungssack geliefert. Dies schont das Material und erhält die isolierende Wirkung der Daune.

Der diagonal verlaufende Reißverschluss hat mehrere Vorteile. Einerseits erleichtert er das “Lüften” der Füße, ohne dass sie auf kaltem Untergrund sondern auf dem Schlafsack liegen. Andererseits wird das Ein- und Aussteigen erheblich erleichtert. Die Unterseite des Schlafsacks kann so immer auf der Unterlage liegen bleiben ohne dass man mit dieser (im Herbst und Winter gern kalt) beim Hineinkrabbeln in Berührung kommen muss.

Der breite Wärmekragen am Hals lässt sich weitenregulieren und lässt dann wirklich nichts durch. Braucht man ihn nicht, löst man einfach die Kordel, dann legt sich der Kragen ohne allzu viel Volumen flach hin. Die Kragenenden können im Bedarfsfall mit einem Klettverschluss geschlossen werden. Damit das Klettende mit den Haken nicht kratzt oder Fäden zieht, wenn man den Kragen offen lässt, kann man diese Ende in sich selbst verkletten. Praktische Idee.

Unterhalb des Wärmekragens befindet sich eine Reißverschlussinnentasche, in die Geldbeutel und Mobiltelefon und oder je nach Größe auch der Autoschlüssel hinein passen, so gibt es auch morgens hoffentlich kein böses Erwachen.

Eine durchgehende ca. 5 cm breite Abdecklippe schützt den Schlafenden vor Kälteeintritt durch den langen Reißverschluss. Hier kam dennoch etwas Kälte herein, aber dies war nur bei direktem Kontakt trotz Abdecklippe spürbar bzw. kann auch dadurch zustande kommen, dass die Abdecklippe ja nicht mit einem Klettverschluss oder ähnlichem an der Schlafsackwand befestigt ist. Dadurch kann es auch sein, dass sich die Lippe umschlägt und den Reißverschluss freilegt.

Das Kapuzenteil ist gut zu regulieren und hat eine angenehme und ausreichende Tiefe. Auch mit komplett geöffnetem Kordelzug ist eine Kapuzenform vorhanden. Sollte man gar keinen Bedarf an einer Kapuze haben, kann man seinen Kopf einfach oben drauf legen und ggf. ein Kissen innen rein, dann verrutscht das Kissen nicht und man hat dennoch volle Kopffreiheit. Bei kälteren Temperaturen ist aber eine Kapuze Gold wert, da über den Kopf viel Wärme verloren geht. Ein zusätzlicher Effekt, je nach Schlaflokalität ist, dass die Kapuze auch die Außengeräusche dämpft. Auch das kann sich positiv auf den Schlaf auswirken.

Trotz der körpernahen Form kann man, wenn man die Beine nicht zu sehr anwinkelt, diese sogar als Seitenschläfer im Schlafsack anziehen. Sehr angenehm.

Das Gewicht und Packmaß im Kompressionssack sind hervorragend. Gerade wenn es auf Packvolumen oder -gewicht ankommt, ist dieser Schlafsack eine tolle Wahl.
Kondenswasser auf der Schlafsackaußenseite nach der Nacht trocknet rückstandsfrei und ohne zu riechen ab, sofern der Schlafsack ausreichend und vollständig getrocknet wird. Lässt man der Daune einen Moment Zeit oder schüttelt den Schlafsack kurz auf, dass er und die Füllung sich mit Luft füllen können, ist er leicht, luftig und wärmt sehr gut und nachhaltig.
Er wurde auch bei 15 -19 Grad zum Schlafen verwendet. Auch hier wurde dank der Thermoregulierung der Daune nicht geschwitzt.

Die Wärmeleistung zu beschreiben ist eine hoch individuelle Angelegenheit. Als schnell und nachhaltig frierende Frau kann ich den Komforttemperaturbereich nicht bestätigen. Bei mir war bei +6 die Grenze erreicht, ohne zusätzliche Decke. Dies kann aber sicher auch anders empfunden werden. Dafür war er auch bei 20 Grad noch angenehm zu nutzen.

Fazit

Der Qeedo Takino Daunenmumienschlafsack für 120 Euro ist hervorragend zum Trekking und Campen geeignet. Das Gewicht und vor allem das Packmaß können sich sehen lassen und mit der Daunenfüllung hat man bei richtiger Pflege lange viel Freude an diesem Schlafsack, den es in zwei Größen zu erwerben gibt.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.
Übersicht der bislang von uns getesteten Schlafsäcke.
Über den Link in der Spalte "Bezeichnung" kommt ihr auf den jeweiligen Testbericht.
HerstellerBezeichnungComfortLimitExtrem
VaudeAlpstein 450 DWN1°C-4°C-21°C
YetiFever Zero15°C12°C-1°C
NordiskPuk -2°4°C-2°C-20°C
Grüezi BagBiopod Plus14°C10°C0°C
Therm-a-RestCentari-5°C-12°C-31°C
OutwellCardinal2°C-4°C-20°C
Grüezi BagCloud Decke Deluxe4°C-1°C -17°C
Therm-a-RestOberon HD Daunenschlafsack-10°C-18°C-40°C
QeedoTakino Daunenschlafsack0°C-6°C-24°C
VangoLatitude 300 Quad-1°C-7°C-25°C

Marion

Zuständig für die Bereiche Campen, Wandern, Klettern, Reiten und Laufen

Alle Berichte des Autoren

Hinterlasse einen Kommentar