Garmin Venu

Garmin Venu

by Hannah
Garmin VenuIn unserer zunehmend digitalisierten Welt sieht man auch immer mehr Menschen eine Uhr tragen, die mehr ist als “nur” eine Uhr.
Nach anfänglichen Zweifeln wollte auch ich testen, was sich hinter diesem Trend der Smartwatches verbirgt und ob eine solche Uhr einen Mehrwert für mich hat. Wichtig war für mich, dass die Uhr eine Sportuhr ist, aber dennoch nicht zu sportlich wirkt und problemlos auch bei der Arbeit getragen werden kann, damit ich mein Stresslevel dort überwachen kann.
Auch sollte die Uhr es mir erlauben, den Radweg zur Arbeit zu tracken und mir durch den Notfallknopf ein Gefühl der Sicherheit geben.
So durfte ich die Garmin Venu testen und habe sie fast pausenlos ein viertel Jahr getragen. Meine Erfahrungen im Praxistest lest ihr in diesem Bericht.

Garmin Venu

Facts

Thema Info
Material Uhrglas: Corning® Gorilla® Glass 3,
Lünette: Edelstahl
Gehäuse: Faserverstärktes Polymer mit Polymergehäuse hinten
Maße 43,2 x 43,2 x 12,4 mm für einen Handgelenkumfang von 125 bis 190 mm
Anzeigegröße: 30,4 mm Durchesser
Farben Schwarz/Schiefergrau, Sandfarben/Rosegold, Granitblau/Silber, Schwarz/Gold
Gewicht 46,3 g
Display AMOLED, Auflösung 390 x 390 Pixel
Preis 349,99 €

Garmin Venu

Erster Eindruck und Verarbeitung der Garmin Venu

Meine Entscheidung ist aufgrund des ersten optischen Eindrucks auf der Herstellerseite auf die Garmin Venu in schwarz-gold gefallen. Dass ich mich für die richtige Farbkombination entschieden hatte, wurde auch direkt deutlich, als ich das Paket öffnete. Sie wurde in einem quadratischen Karton geliefert, der die Uhr abbildet. In diesem sind neben der Uhr mit Silikonarmband sämtliche Zubehörteile wie USB-Ladekabel, Schnellstartanleitung und Sicherheits- und Produktinformationen.

Beim ersten Anziehen wirkt die Uhr mit dem Silikonarmband sportlich, aber dennoch wie eine hochwertige Smartwatch. Die Schnellöffner am Armband ermöglichen ein schnelles Wechseln der Armbänder.
Meine Befürchtung, der Goldton könne billig aussehen, hat sich nicht bestätigt. Die Verarbeitung wirkt ebenfalls hochwertig und robust zugleich, selbst das Silikonarmband sieht hochwertig aus. Am weiblichen Handgelenk dürfte die Uhr nicht viel größer sein. Mir passt sie genau, jedoch habe ich bei mir einen Handgelenksumfang von 17 cm ermessen.

Der erste Eindruck beim Einrichten ist ebenfalls sehr positiv. Hier fällt besonders das scharfe AMOLED Display positiv auf.

Praxistest

Bedienung und Personalisierung
Wenn man einmal verstanden hat, wann die beiden Knöpfe zu drücken sind, geht das Einrichten sehr schnell und intuitiv vonstatten. Notwendig dafür ist die App Garmin Connect. Außerdem steht die App Garmin Connect IQ zur Verfügung. Diese ist beispielsweise zum abspielen von Musik via Spotify notwendig.
Generell ist die Bedienung im Alltag sehr intuitiv, jedoch teilweise etwas verschachtelt. Die Steuerung erfolgt hauptsächlich über die beiden Knöpfe an der rechten Seite, die aufgrund ihrer leichten Erhöhung gut zu ertasten sind, in Kombination mit dem Touchdisplay. Die obere Taste ist die „Aktionstaste“ die untere Taste die „Zurücktaste“. Drückt man die obere Taste kurz, so kann man auf die zu trackenden Sportarten zugreifen. Hier kann man aus über 20 Sportarten seine Favoriten auswählen und die Uhr an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Durch längeres Drücken der Aktionstaste (ca. zwei Sekunden) gelangt man zum Steuerungsmenü, wo man beispielsweise das Gerät ausschalten oder das damit verbundene Mobiltelefon über ein akustisches und optisches Signal suchen kann. Gleichzeitig ist die Aktionstaste auch der Notfallknopf, wenn man diesen etwa fünf Sekunden lang gedrückt hält und anschließend die Hilfeanforderung bestätigt oder abbricht. Die weiteren Befehle erfolgen über das Touch-Display. Ebenso verhält es sich mit dem Zurückknopf. Neben seiner Funktion des „Zurückgehens“ kann man ihn etwas länger Drücken, um auf die Einstellungen von Displaydesign und Uhren, sowie das Aufrufen der Protokolle zu kommen. Unter Uhren findet sich beispielsweise der Wecker. Unter Displaydesign erlaubt es die Venu, die Uhr auf dem Display je nach den persönlichen Vorlieben zu gestalten. Auch Auswahloptionen stehen zur Verfügung, was man neben der Uhr direkt angezeigt bekommen möchte (z.B. Datum, Schritte etc.). Gefallen einem die Farben der voreingestellten Designs nicht, so lassen sich diese farblich umgestalten. Auch können individuelle Kurzbefehle festgelegt werden und über die App Garmin Connect IQ lässt sich die Uhr bei Bedarf noch weiter individualisieren. Bei der Bedienung bin ich immer wieder begeistert vom AMOLED Display. Allerdings verfehlen meine Finger mitunter ihr Ziel auf der Uhr, sodass ich manchmal bei der Bedienung mehrere Anläufe benötige.

Zugehörige Apps
Die Uhr muss mit der Garmin Connect App verbunden werden. Diese stellt die von der Venu gesammelten Daten übersichtlich dar. Besonders anschaulich ist der Kalender, mithilfe dessen man schnell seine Werte an einem bestimmten vergangenen Tag anschauen kann. Außerdem kann die Uhr mit der App Garmin Connect IQ verbunden werden. Dies ist beispielsweise nötig, wenn Musik über die Uhr abgespielt werden soll.

Tragekomfort und Robustheit
Nachdem ich die Uhr nun – abgesehen von Lade-, Dusch- und Putzpausen – knapp ein Viertel Jahr am Handgelenk getragen habe komme ich zu dem Entschluss: „Das ist meine Uhr“. Inzwischen fühle ich mich fast etwas leer, wenn ich sie nicht trage. Die Größe der Uhr ist genau richtig, sie ist nicht zu groß oder störend. Die Uhr ist sehr robust und hat bislang, obwohl ich sie selbst bei einem Umzug getragen habe, nur sehr kleine Kratzer davongetragen, die mich persönlich nicht stören und auch auf den Bildern nicht zu erkennen sind. Wo genau die kleinen Kratzer entstanden sind, ließ sich von mir nicht nachvollziehen. Ein Kratzer befindet sich an der goldenen Lünette, vier winzige Kratzer auf dem Display. Die bei Lieferung weiße Schrift auf der Rückseite der Uhr (GARMIN VENU) hat sich im Verlauf abgelöst und ist nun nur noch grau zu erahnen.
Im Praxistest habe ich die Venu aus persönlichen Gründen nur etwa drei Wochen mit dem mitgelieferten Silikonarmband getragen. Das Silikonarmband ist weich und macht einen hochwertigen Eindruck. Zu Beginn war es ein sehr angenehmes Tragegefühl auf der Haut. Allerdings hatte ich das Gefühl, schnell unter dem im Lieferumfang enthaltenen Band zu schwitzen. Vermutlich auch durch Rückstände von Seifenwasser unter dem Silikonband, habe ich schließlich einen Ausschlag entwickelt, weshalb ich das Silikonband gegen ein Metallband ausgewechselt habe. Laut Herstellerangaben passt der Branchenstandard von 20 mm-Wechselarmbändern. Der Wechselprozess ist sehr anwenderfreundlich und zeitsparend, sodass vor rein sportlichen Aktivitäten, bei denen man dem Verschluss des Silikonbandes mehr vertraut, dieses jederzeit schnell zurück gewechselt werden kann.

Aktivitäten und Funktionen
Generell bietet die Venu etwas mehr als 20 Aktivitäten zum tracken an – darunter sogar „Gartenarbeit“ und Stand-Up-Paddeling! Von mir im – Corona bedingt etwas ruhigeren – Alltag wurden die Aktivitäten „Gehen“ fürs Spazieren gehen und Wandern, „Radfahren“ für den Radweg zur Arbeit und das Mountainbiken in der Freizeit sowie „Krafttrainig“ für Freeletics-Workouts genutzt. Ich hatte mich für die Uhr entschieden, da sie auch das Schwimmen aufzeichnen kann. Jedoch war es mir nicht möglich in der Testzeit ein Hallendbad zu besuchen.
Wischt man nach dem Auswählen einer Aktivität nach oben, kann man unter “Trainings” ein Training anschauen und durchführen. Man bekommt jeweils den Namen der Übung genannt und anschließend eine Animation als Anleitung gezeigt. Ich persönlich finde diese Option gut für alle diejenigen, die die Uhr nutzen wollen, um sportlicher zu werden und einen Anfang zu machen. Mir persönlich fehlt die Möglichkeit der individuellen Anpassung der Trainings. So funktioniert beispielsweise Freeletics über einen Algorithmus, der die Trainingseinheiten – je nach gegebenem Feedback – individuell anpasst. Von den unglaublich vielen Funktionen und Trainings(plänen) habe ich selbst nur auf sehr wenige zurückgegriffen, da ich meinen Alltag durch die Uhr nicht verändern wollte, sondern die Uhr als Unterstützung sehe. Außerdem muss man sich bei diesen Trainings für eine Aktivität entscheiden, eine Kombination wäre jedoch auch angenehm.
Positiv fällt der Garmin-Coach auf, der sowohl Laufpläne als auch Radfahr-Trainingspläne anbietet. Diese müssen über die Garmin Connect App heruntergeladen werden. Die meisten Trainingspläne setzen jedoch in meinen Augen einen Schwerpunkt auf die Zeit, nicht auf die Kondition. Zur Umsetzung des Trainingsplan wird eine Zeit von fünf bis zwölf Stunden pro Woche veranschlagt, was mir persönlich schnell zu viel wurde. Für Läufer oder Rennradfahrer erscheinen die Trainingspläne aber auf den ersten Blick attraktiv.
Mir hat es genügt, meine Aktivität Radfahren einfach aufzuzeichnen, um sie mir danach in Ruhe anschauen zu können. Vergisst man das Aufzeichnen einmal so erkennt die Uhr die Aktivität dennoch und markiert diese in der App als Move-IQ-Ereignis „Radfahren“. Allerdings werden dann keine Daten wie Zeit, Distanz, Kalorien, Geschwindigkeiten etc. aufgezeichnet. Die Aufzeichnung der Daten erfolgt – soweit ich das beurteilen kann – sehr genau. Durch die Darstellung der Daten in der App wird dem Anwender vor Augen geführt, wie der Körper zu welchem Zeitpunkt der Aktivität beansprucht war. Gleichzeit führt die Darstellung auch vor Augen, wenn man überdurchschnittlich viele oder lange Pausen gemacht hat, da sowohl die Zeit der Tour gesamt, als auch die Zeit in Bewegung gemessen wird.

Neben den sportlichen Funktionen wollte ich besonders die Gesundheitsfunktionen testen, um achtsamer zu werden.
Die Venu bietet Gesundheitsüberwachung mittels Messung von Herz- und Atemfrequenz, Stresslevel, Schlafüberwachung und Body-Battery-Energiemotor. Außerdem können Flüssigkeitsaufnahme, Menstruationszyklus und die Sauerstoffsättigung des Bluts überwacht werden. Besonders interessant fand ich die Funktion des errechneten Sportalters und die Entspannungserinnerungen, wenn das Stresslevel zu hoch ist. Dem gegenüber habe ich meine Flüssigkeitsaufnahme nicht mit der Uhr verfolgt. Im Praxistest ist mir aufgefallen, dass die Uhr die Schlafenszeit offensichtlich von den eingestellten gewöhnlichen persönlichen Schlafenszeiten abhängig macht. In Nächten, in denen ich lange gelesen und zu wenig Schlaf bekommen habe, habe ich laut meiner Uhr doch sehr lange und tief geschlafen. An sich finde ich aber auch die Schlafüberwachung sehr gelungen, um mehr über den eigenen Körper zu lernen.

Ich denke, es ist unrealistisch, dass jemand sämtliche Funktionen nutzt, aber aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten ist für jeden Anwender etwas dabei!
Während des Praxistests hat die Venu mir mit ihren Funktionen den Alltag erleichtert und mich ein kleines bisschen fitter werden lassen, aber in erster Linie hat sie mir ein Sicherheitsgefühl vermittelt, immer mit dem Gedanken „du hast einen Notfallknopf“.

Garmin Venu Bilder von der App

Pro / Contra

Pro

  • Optisches Design
  • Display: sehr gute Auflösung und das Displaydesign kann je nach persönlicher Vorliebe angepasst werden
  • Intuitive Bedienung
  • Vielseitige Uhr, die leicht personalisiert werden kann
  • Viele verschiedene Aktivitäten
  • Erkennung von Aktivitäten mit Move-IQ, auch wenn diese nicht aktiv getrackt werden

Contra

  • Das Tracking der Stockwerke ist nicht immer genau (laut Garmin werden dafür 3m zugrunde gelegt)
  • Unter dem Silikonband können sich Seifenwasserrückstände und Schweiß sammeln und zu Ausschlägen führen
  • Die Bedienung ist zwar intuitiv, allerdings teilweise etwas „verschachtelt“
    Für alle Wanderer: Lässt sich nicht mit Komoot verbinden und auch Google Maps im Original ist für die Venu nicht verfügbar

Fazit

Die Garmin Venu ist dank des ansprechenden Designs und der Funktionen ein eleganter Allrounder, der es erlaubt, im (Berufs-)Alltag und in der Freizeit gleichermaßen getragen zu werden. Besonders durch das AMOLED Display wirkt sie sehr hochwertig. Sie eignet sich insbesondere auch für Menschen, die den Weg zur Arbeit zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen und ihre Tagesform vergleichen, aber bei der Arbeit keinen Uhrwechsel vornehmen möchten. Menschen mit empfindlicher Haut sollten sich jedoch überlegen, ein Wechselband zu dem mitgelieferten Silikonband zu kaufen, da das Silikonband mitunter Hautreizungen unter dem Armband verursachen kann. Mit Wechselband wirkt die Uhr nebenbei noch eleganter und weniger sportlich.
Für einen Preis von mittlerweile 349,99 € bekommt man einen leicht zu bedienenden Alltagshelfer, der es ermöglicht, den eigenen Körper besser kennen- und achten zu lernen (Tracking von Stresslevel, Schlafdauer, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Atmungen/Minute etc.). Gleichzeitig hat man eine Smartwatch, die eine hochwertige Sportuhr und eine schön designte Armbanduhr ist. Und: Bei ihren unglaublich vielen Funktionen, ist sicher für Jeden etwas dabei.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat.
Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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