Fitness-Uhren Outdoor-Uhren Testbericht

Huawei Watch GT2 Pro – zuverlässiger Begleiter beim Sport

Huawei Watch GT2 Pro - zuverlässiger Begleiter beim SportAls Sportler und Daten-Tracking-Junkie trage ich schon sehr lange verschiedenste Smartwatches.
Das Problem ist immer dasselbe, es gibt entweder Sportlich zum Workout oder Elegant im Alltag. Die Vorgängermodelle der Huawei Watch GT 2 Pro ähnelten sich im Design sehr und ich habe mich inzwischen auch etwas satt gesehen.
Huaweis Ansage „Läuft 2 Wochen. Mit Saphirglas und Titangehäuse.“ klingt für mich, zumindest optisch, sehr vielversprechend und ich bin gespannt ob Huawei hier der Spagat, hin zu einer eleganten Sportuhr gelungen ist oder ob es sich lediglich um ein Schaf im Wolfspelz handelt.

Huawei Watch GT2 Pro - zuverlässiger Begleiter beim Sport

Facts

Thema Info
Prozessor Mikroprozessor Kirin A1 + STL4R9
Abmessungen Gehäuse: 46,7 mm x 46,7 mm x 11,4 mm
Bildschirm: 1,39 Zoll OLED 454 x 454 HD
Farben Gehäuse: Night Black, Nebula Gray
Uhrenband: Schwarzes Fluorelastomer-Band und grau-braunes Lederband
Gewicht Ca. 52 g (ohne Armband), Ca. 84 g (mit Armband)
Sensoren Beschleunigungssensor | Gyroskop | Geomagnetischer Sensor | Optischer Herzfrequenzsensor | Luftdrucksensor
Speicher 4 GB (davon wird ein Teil aber von der Systemsoftware benötigt)
Preis 299,00 €
Huawei Watch GT2 Pro - zuverlässiger Begleiter beim Sport

Erster Eindruck und Verarbeitung der Huawei Watch GT2 Pro

Nachdem ich schon etliche Bilder gesichtet hatte und mir so einen ersten Eindruck über das Smartwatch Flagschiff von Huawei machen konnte, war ich umso gespannter beim Unboxing.
Die Uhr kam in der typischen schlichten aber vielversprechenden Box. Beim Öffnen der Box schaute mich das recht große, bis an den Gehäuserand ragende, Saphirglas-Display an.
Lediglich elf Stundenlinien und ein Dreieck, das die Zwölf anzeigt, zieren das ansonsten schwarze Display. Das graue Titan-Gehäuse reflektierte in mattem Ton das einfallende Licht. Also vom Design her, hat sie mich auf jeden Fall schon auf den ersten Blick begeistert.

Vorweg, die GT2 Pro ist eigentlich ein Facelift zur Huawei GT2, das heisst der technische Inhalt ähnelt sich sehr stark. Der Akku verfügt über 455 mAh, was eine ordentliche Laufzeit beschert. Sie ist wasserdicht und lässt sich damit auch gut für Triathlon-Sessions verwenden.
Wer sich an die Bedienung von Huawei Uhren gewöhnt hat, kommt auch hier gut klar. Die Bedienung über die zwei rechtseitig angebrachten Tasten, welche sich zwar drehen lassen, dieses aber ohne Funktion ist, und die Wischbewegungen über das, jetzt größere Display sind sehr intuitiv. Die Einrichtung der Uhr war kinderleicht.
Der erste Abstrich fällt beim Einrichten der Lieblings-Apps auf. Diese sind zum jetzigen Zeitpunkt nur in sehr abgespeckter Version vorhanden, da die Uhr nicht auf Wear-OS Basis läuft, sondern auf dem Huawei eigenen Lite-OS. Der eigene App-Store wird weiter ausgebaut, aber steckt bislang noch in den Kinderschuhen und hat eine sehr kleine Anzahl an Apps zu bieten. Ob dies den Spaß an der Uhr ausbremst werden wir noch sehen.
Die Einrichtung der Uhr, die Anzeige der Tracking-Daten und der Zugriff auf Beides laufen gewohnt über die Health-App ab, welche im Google-App-Store erhältlich ist.
Die Verarbeitung und die Haptik der Uhr macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Im Lieferumfang sind bereits zwei Armbänder enthalten. Ein schwarzes Fluorelastomer-Band und ein grau-braunes Lederarmband, welche sehr schnell per Zugverschluss ausgetauscht werden können. Hier ist auch die Verwendung von vielen anderen 22mm Armbändern mit dem gängigen Verschluss möglich.
Die Unterseite der Uhr besteht aus einem Keramikteil in die die Sensoren zur Puls- und SpO2-Messung angebracht sind.
Das äußere Erscheinungsbild lässt bisher kaum Wünsche offen. Schauen wir mal ob die inneren Werte mit dem Äußeren mithalten können.

Praxistest

Ich habe die Smartwatch über zehn Wochen rund um die Uhr getragen. Beim Schlafen, beim Duschen und bei verschiedensten Sportarten. Dazu zählen Fitnesstrainings, Wandertouren, Trekking-Touren, beim Schwimmen und beim Fahrradfahren. Mein Augenmerk liegt demnach auf dem Tracking meiner Aktivitäten im Training und im Alltag. In der Regel mache ich drei- bis viermal pro Woche Sport und will mit meiner Sportuhr feststellen ob ich mich verbessere oder stagniere. Zum 24h-Tracken meines Alltags hätte ich gerne eine Uhr, welche vom Aussehen auch alltagstauglich ist.

Bedienung

Beim Einrichten der Uhr konnte ich ja bereits etwas in die Bedienung hineinschnuppern. Demnach ist sie wirklich simpel.
Mit der oberen Taste gelangt man in das Funktionenmenü in der man durch das Scrollen per Touch nach oben und unten die gewünschte Funktion/App und deren Untermenüs auswählen kann.
Mit der oberen Taste kommt man ebenfalls wieder auf das Grunddisplay (Ziffernblatt) und kann die Navigation von neuem starten und sich so nicht in den Funktionen verlieren.
Zur Ziffernblattwahl sei gesagt, dass die Auswahl wirklich toll ist und jeder etwas finden wird. Man kann sogar Bilder vom Mobiltelefon ohne weiteres auf die Uhr übertragen und so sein eigenes Ziffernblatt kreieren.
Die untere Taste lässt sich individuell belegen, so kann man seine Lieblingsfunktion mit einem Klick aufrufen.

Sport- und Outdoorfunktionen

Beim Sport interessiert mich vor allem die GPS- und die Pulsfunktion, anhand deren lassen sich gute Rückschlüsse auf die Trainingsintensität schließen. Huawei verpasst der Uhr sehr viele voreingestellte Trainings-Modi. Neu ist vor allem der Golf-Modus, welcher für mich allerdings kein Kaufgrund wäre.
Ich wählte als Trainings-Modus das Outdoor-Laufen. Die Uhr suchte automatisch nach dem GPS-Standort und ich war begeistert wie schnell dieser gefunden wurde. Beim Lauf selbst verglich ich die Werte mit meinem GPS des Mobiltelefons, ohne die Beiden verbunden zu haben. Die Trackings stimmten fast überein.

Zur Pulsmessung wird Huaweis Truseen-Technologie Version 3.5 verwendet. Um valide Testdaten zu bekommen, machte ich denselben Lauf an drei verschiedenen Tagen. Die Ergebnisse im Bereich bis 120 Schläge pro Minute waren jedes Mal ähnlich, nur im oberen Bereich zeigten sich leichte Abweichungen. Die könnten aber auch auf die Größe der Uhr zurückzuführen sein, da es schwieriger ist sie am richtigen Handgelenksplatz zu halten. Wenn die Smartwatch gut am Handgelenk fixiert wird, sind die Frequenzmessungen sehr realistisch.

Neben der guten GPS- und Herzfrequenzmessungen hat Huawei der Uhr noch weitere Outdoor-Gimmicks verpasst.
Hierzu zählt zum Beispiel die Routentracking-Funktion, damit lässt sich der Weg den man gelaufen ist in rückwärtiger Reihenfolge zurück navigieren.
Hinzu kommt noch die SpO2-Funktion (Sauerstoffsättigung im Blut) welche anhand der Belastung und den Pulswerten die Sauerstoffsättigung berechnet. Das dies nur berechnete Werte sind, dürfte jedem klar sein.
Ähnlich verhält es sich mit der beim Laufen angegebenen VO2max (der maximalen Sauerstoffkapazität). Ich persönlich würde mich in dem angegebenen Leistungsbereich einordnen.

Neben den Sportfunktionen verfügt sie noch über ein Barometer, welches auch starke Luftdruckänderungen als Alarm ausgibt, so kann man unter Umständen ein Gewitter beim Wandern vermeiden. Die Daten passen ebenfalls recht ordentlich zu meinen örtlichen Wettermeldungen.
Wer sich gerne per Kompass orientiert, kann auch hier auf den digitalen Helfer zurückgreifen.
Wie die zuvor genannten Outdoorfreunde, funktionierte auch das integrierte Altimeter (Höhenmesser) sehr zuverlässig im Test. Hier habe ich die Höhe anhand der lokalen Angaben verglichen.
Die Anzeige von Sonnenauf- und Sonnenuntergang unterstützte uns bei der Planung unserer Wandertouren. Es war sogar so, dass ich auf Grund der Sonnenuntergangszeit mehr dieser Lichtspektakel beobachtete als vorher.

Die Anzeige der Mondphasen ist lediglich ein witziges Gagdet das uns auf den Vollmond hinwies.
Für Freunde des Wassersports ist es sogar möglich die Tiden anzuzeigen. Da es mich in der Testphase leider nicht an die Nordsee trieb, kann ich dazu keine Aussage machen.

Die meisten Funktionen waren bereits bei der Huawei GT2 vorhanden, aber auf Grund des größeren AMOLED-Displays hatte ich jetzt noch mehr Spaß daran. Vielleicht liegt das auch an meinen nicht ganz so filigranen Fingern, die mehr Platz auf einem Display brauchen.

Fast hätte ich vergessen, dass ein Schrittzähler und ein Bewegungsalarm, mit der Aufforderung zu Dehn- und Atemübungen, natürlich obligatorisch mit an Bord sind und auch hervorragend funktionieren.
Die getrackten Daten werden in der Health-App sehr schön in Szene gesetzt. Dort gibt es auch Challenges, durch die man motiviert wird Aktivitäten zu absolvieren um Medaillen zu gewinnen oder sogar an Gewinnspielen teilzunehmen.

Smartwatchfunktionen

Was macht eine Smartwatch aus? Was möchte ich an smarten Funktionen?
Wie bereits erwähnt lässt die App-Auswahl noch auf sich warten, aber da die Basis-Ausstattung der Uhr bereits sehr viele Funktionen mit sich bringt, vermisste ich die App-Auswahl nicht.
Die Konnektivität zu meinem Smartphone war hervorragend. Bei bestehender Bluetooth-Verbindung verbanden sich die Beiden im Hintergrund ohne weiteres zu tun, was unter Umständen auch daran liegt, dass mein Smartphone von Huawei ist, ein Mate 20 Pro. Nach der Verbindung werden die gesammelten Daten problemlos ausgetauscht.
Ich erwähne diesen Punkt, da es in der Vergangenheit nicht selbstverständlich war, dass die Verbindung ohne Probleme funktionierte.

Zu den smarten Grundfunktionen gehören die Musiksteuerung, der Wecker, der Timer, die Stoppuhr, ein Kalender und das „Telefon finden“, welche beim Aktivieren das Smartphone klingeln lässt. Ebenfalls dabei ist eine „Taschenlampe“ die das Display aufleuchten lässt, aber definitiv nicht als Taschenlampe taugt.

In der Uhr ist sowohl ein Mikrofon, als auch ein Lautsprecher verbaut, diese lassen das Annehmen von Anrufen und das Gespräch über die Uhr am Handgelenk zu. Die Sprachqualität war wirklich erstaunlich und es machte Spaß kurze Gespräche über das Handgelenk zu führen.

Lediglich die Nachrichtenfunktion ist nicht ausgebaut. WhatsApp-Nachrichten werden zwar, wie auch Emails, auf der Uhr angezeigt, lassen sich aber nicht wie bei den Vorgängern über das Handgelenk beantworten. Das liegt wieder an den fehlenden Apps zum eigenen Betriebssystem. Für mich reicht das Anzeigen der Nachrichten aus, so kann ich die Wichtigkeit der Nachrichten filtern und Zeit sparen indem ich mein Smartphone erst gar nicht zur Hand nehme. Die Antwortfunktion bei Vorgänger-Modellen nutzte ich selten, aber dies unterscheidet sich anhand der persönlichen Vorlieben.

Weitere smarte Alltagsfunktionen, die auf die Sensorik angewiesen sind, sind die Schlaftracking- und die Stresstrackingfunktion.
Das Schlaftracking sammelt gewohnte Daten wie die Leichtschlaf-, REM-schlaf- und Tiefschlafzeit, die Wachphasen und Atmungsaktivität. Ich persönlich mag diese Funktion um mir erklären zu können, weshalb ich morgens etwas mehr gerädert bin. Die ermittelten Werte passen oft erstaunlich gut zu meinem eigenen Empfinden.
Das Stresstracking gibt Aufschluss über interne Belastungen an, die einem im Alltag vielleicht nicht ganz so auffallen und wird anhand von Herzfrequenzschwankungen berechnet. Über die Datenqualität kann ich wenig sagen, da mein Stresslevel meist im unteren Bereich liegt.
Alles in allem war die Uhr für mich auch ein smarter Alltagsbegleiter, der mir manche Aufgaben erleichterte.

Ergebnisse Langzeittest

Dass die Uhr viele Funktionen mit bringt, konnte ich bereits im Vorfeld entdecken, auf was ich aber am meisten gespannt war, waren die typischen Probleme mit denen ich bei anderen Uhren zu kämpfen hatte. Dazu zählten das Finden der GPS-Position, der meist schlechten Akku-Laufzeit und der Verbindung zum Smartphone.
Die tolle Verbindungqualität und die sehr ordentliche Laufzeit habe ich ja bereits angesprochen. Zu guter Letzt testete ich die GPS-Suche an immer wechselnden Plätzen und auch hier wurde ich überzeugt, da innerhalb von 5-15 Sekunden eine sehr gute GPS-Position gefunden wurde und ich mit dem Tracking starten konnte.
Anfangs trug ich das schwarze Gummiarmband, welches der Uhr einen eher sportlichen Touch verlieh. Nach zwei Wochen wechselte ich zum Lederarmband, welches der Uhr eine sehr moderne und hochwertige Erscheinung beschert. Selbst das Lederarmband lässt sich nicht unterkriegen. Nach vielen vollgeschwitzten Stunden wirkt es noch fast wie Neu.

Die zu Beginn erwähnte und von Huawei beworbene Akkulaufzeit bestätigte sich bei mir. Trotz ständigem Bluetooth und vielen GPS-Tracking-Runden, hielt der Akku der Uhr deutlich über eine Woche. Der Ladevorgang dauerte nicht viel länger als eine Stunde und der Spaß ging wieder von vorne los.

Pro / Contra

Pro

  • hochwertige Verarbeitung
  • modernes, elegantes Erscheinungsbild
  • überdurchschnittliche Funktionalität
  • lange Akkulaufzeit

Contra

  • minimale Abweichungen beim oberen Pulstracking
  • noch begrenzte App-Verfügbarkeit

Fazit

Trotz minimaler Abstriche der Datenqualität, die sich aber bei jedem Produkt dieser Klasse finden lässt, handelt es sich bei der Huawei GT2 Pro um einen sehr hochwertigen und zuverlässigen Begleiter bei Sporteinheiten. Außerdem ist sie für mich der optisch schönste Alltagsbegleiter auf dem aktuellen Markt der Smartwatches/Fitnesstracker. Aber das ist natürlich Geschmacksache.
Meiner Meinung nach hat Huawei mit dieser Uhr verstanden was eine sportliche Smartwatch ausmachen sollte. Sie muss sich in den Alltag integrieren lassen und seinen Träger zum Sport motivieren. Der Spagat ist Huawei hier gelungen.

Dieses Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt, was jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt und das Fazit dieses Tests hat. Alle Praxistests auf Outdoortest.info werden gemäß dem Outdoor Blogger Codex durchgeführt und sollen dem Benutzer sowohl die positiven aber auch negativen Aspekte des Produktes aufzeigen.

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